Wer die Feiertage, Weihnachten und Silvester und Neujahr über in Reykjavik verbringen möchte, sollte einiges vorab wissen. Zum einen ist die Stadt komplett ausgebucht. Je früher man seine Unterkunft sucht, desto besser. Zum anderen, muss man bedenken, dass die meisten Läden und Restaurants geschlossen sind. Ergo: Man muss rechtzeitig einkaufen gehen und sollte auch die Mühe einer Reservierung in seinem Lieblingsrestaurant rechtzeitig auf sich nehmen. Auch in größeren Hotels kann es vorkommen, dass die Hotelrestaurants geschlossen haben oder nur eingeschränkt arbeiten. Wer zu spät kommt, der steht in der Kälte. Auch Tagesausflüge finden während der Feiertage kaum statt.

Silvester in Reykjavik

Die Silvesternacht

In Berlin wäre es schon am frühen Nachmittag mit der Ruhe vorbei. Man würde sein teuer erkauftes Feuerwerk bereits am Nachmittag beginnen in die Luft zu jagen. Hier wartet man weitgehend bis es an der Zeit ist, mit der mächtigen Knallerei zu beginnen. Der Vormittag ist hektisch. Da wird noch schnell in den wenigen Läden und Supermärkten für den Tag eingekauft. Dann wird es ruhig in der Stadt. Nur mehr Touristen sind jetzt noch im Stadtzentrum unterwegs. Die Isländer machen sich bereit für den Abend. Man kleidet sich festlich. Eine Krawatte oder Fliege zu sehen, ist keine Seltenheit. Nach einem gemütlichen gemeinsamen Abendessen, werden traditionell große Lagerfeuer, die Áramótabrennur,  entzündet, um das Jahr ausklingen zu lassen. Wer über Silvester in Island ist, sollte sich das nicht entgehen lassen. Wir haben uns eines am Rande der Stadt gesucht, südlich hinter dem City Airport, in einer ruhigen Gegend und waren die einzigen Fremden. Niemand hat sich an unserer Anwesenheit gestört. Die Anwohner des Viertels versammelten sich, entzündeten ihre Fackeln und zogen singend unter den grünen Nordlichtern - das i-Tüpfelchen der ganzen Veranstaltung - zum Strand, um das große Feuer zu entzünden. Überhaupt ist die Gegend hinter dem Flughafen ein guter Spot, um Nordlichter zu beobachten.

Lagerfeuer

Lagerfeuer

Unterdessen strömen in der Innenstadt immer mehr Menschen zum Wahrzeichen von Reykjavik, der Hallgrimskirkja, um sich dort gemeinsam das Feuerwerk anzusehen und das neue Jahr zu begrüßen.

Ehrlich, die Isländer können Feuerwerk. Da hat man uns nicht zu viel versprochen. Und die Isländer können auch “entspannt”. Nicht ein Polizist war zu sehen. Und diese entspannte Art färbt gleich auf die vielen Besucher aus aller Herren Länder mit ab. So eine schöne friedliche und freundliche Feierstimmung habe zu Silvester in Deutschland noch nicht erlebt. Und dass mir ein unbekanntes junges Paar aus Indien ein gesundes neues Jahr wünscht und man sich umarmt, hätte ich nicht erwartet.

Feuerwerk

Nach dem Feuerwerk zieht man in die Clubs und Bars der Stadt oder zumindest versucht man es. Für uns endete der Abend damit, dass wir mehrmals vor die Wahl gestellt wurden,  uns entweder in die Schlange der Wartenden einzureihen oder einfach zu Hause weiter zu feiern…

Mehr zur Kirche: https://guidetoiceland.is/travel-iceland/drive/hallgrimskirkja?a=64893

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