Wie schon gesagt, wir leisteten und einmal den bezahlbaren Luxus einer privaten Tour. Einar, unser Guide, empfahl uns noch eine Tour rund um Borgarnes. Ganz besonders legte er uns die Rosinenbällchen ans Herz, die es in der Bäckerei gleich hinter Brücke, wenn man die Ringstraße von Reykjavik kommend nimmt, gibt. Meine Großmutter hätte sie nicht besser machen können. Ein guter Tipp für eine kurze Pause. Die besagte Brücke gibt einen tollen Blick auf den Borgarfjördur frei. Gerade im Morgenlicht ein schöner Fotospot. Wer sich nun aber für Autos interessiert, der kann auch im nahe gelegenen Borgarnes Transportation Museum vorbeischauen. Das ist was für Autoliebhaber.

Borgarfjördur

Unser erster Halt führt uns zu den heißen Quellen Deildartunguhver. Sie liegen am Ausgang des Tals Reykholtsdalur nach Nordwesten in Richtung Borgarnes. Es handelt sich um die wasserreichsten heißen Quellen des Landes. Sie haben einen Ausstoß von 180 Liter/Sek. an 100 Grad heißem Wasser. Für Geologie und Geothermiefans ein guter Ort. Es gibt mit Sicherheit schönere heiße Quellen in Island, aber einen Abstecher ist es alle Mal wert. 

Deindartunguhver

Deindartunguhver

Deindartunguhver

Hier hat sich in den letzten zwei Jahren einiges getan: Ein stählerner Zaun trennt nun die Besucher von den zischenden und blubbernden Wasserlöchern, wo es früher eine zwischen Holzpflöcken gespannte Schnur getan hat. Vor den Quellen selbst wurde ein Holzpodest errichtet, so dass man von oben hineinsehen kann. 

Aus dem Wasserdampf taucht hinter den heißen Quellen ein schwarzer, futuristisch anmutender Holzbau auf. Sicher könnte man in dem Café einfach nur einen Kaffee trinken, aber das wäre zugegeben langweilig, denn hier ist ein kleines Spa entstanden. Zum Kaffee gibt es quasi die angenehme Möglichkeit aus dem Hot Pot heraus, vom kleinen Hügel hinab,  auf die dampfenden Quellen zu blicken.

 

Rund um Borgarnes – Rosinenbällchen, Dampf und ein Wasserfall

Nur einen Katzenprung mit dem Auto entfernt liegt dann das eigentlich Ziel des Tages: Die Wasserfälle Hraunfossar des Flusses Hvítá in der Nähe der Orte Húsafell und Reykholt. In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich der Wasserfall Barnafoss. Für Wasserfall-Fans und Wasserfall-Fotografen ein wahres Eldorado für das man sich etwas Zeit nehmen sollte, um die verschiedenen Spielarten des Lichtes an einem Tag fotografisch ausnutzen zu können. 

Hraunfossar

Hraunfossar

In der Winterzeit - für diejenigen, die nicht selber fahren wollen - bietet sich auch folgende Tour an: Tagestour mit Besuch eines Eistunnels und des Hraunfossar in verschiedenen Sprachen oder eine private Tour

Weiter geht es nach Húsafell, genauer gesagt der Erholungs- und Freizeitkomplex Ferðaþjónusta Húsafell. Hier gibt es ein Geschäft, Hüttenunterkünfte und ein Zeltplatz. Bis auf das Geschäft ist das natürlich alles im Winter geschlossen. Aber dennoch eignet sich der große Parkplatz zu einer Rast, Kaffee gibt’s in dem kleinen Laden, bevor man vielleicht von dort aus zu einer kleinen Wanderung aufbricht. Wer in den Sommermonaten hier herkommt, der sollte die langen Tage genießen und sich eine Mitternachtssonnen-Tour gönnen.

Wer diese Tour nicht mit dem eigenen Auto oder dem Mietwagen unternehmen will findet verschiedene Tagesausflüge  oder mehrtägige Touren, die die Hraunfossar und Husafell mit einschließen. Alles in allem, mit Pausen und ohne Eile, mit Sonnenschein, Regen und Schneefall waren wir etwas mehr als sieben Stunden Unterwegs. Wenn die Tage nun wieder etwas länger werden, hat man etwas mehr vom Tageslicht und kann sich auch für die einzelnen Zwischenstopps mehr Zeit nehmen. Eine Tour, die wegen der sehr kurzen Fußwege sich auch für ältere Reisende gut eignet.

 

Kontaktiere Tobias