Für diese Tagestour um die Halbinsel Snæfellsnes sollte man gut und gerne 8-10 Stunden einplanen. Los geht es in Reykjavik auf der Ringstraße 1 bis nach Borgarnes. Im Geirabakari Kaffihus, gleich hinter der Brücke, könnte man noch schnell frühstücken oder man packt sich alles für ein Picknick an der frischen Luft ein. Möglichkeiten für eine Rast und ein Picknick an der frischen Luft gibt es im weiteren Verlauf der Tour reichlich, gastronomische Einrichtungen dagegen, sind rar gesät. Weiter geht die Fahrt bis zum Abzweig auf die Straße 60. Auf dem Weg dorthin wäre der Wasserfall Glanni des Flusses Norðurá nordöstlich von Bifröst, ein erstes lohnendes Ziel. Die Straße 60 führt schließlich in nördlicher Richtung durch die Berge. Für Freunde von Landschaftsfotos und Sonnenaufgängen bieten sich entlang dieser Straße viele Gelegenheiten, um die Einzigartigkeit Islands im Bild festzuhalten.

Blick von der Strasse 60

Nachdem uns die Straße 60 aus dem Höhenzug hinausgeführt hat biegt man links auf die Straße 54 ab, die uns auf ihrer nördlichen Route um die Halbinsel führt. Ist noch genügend Zeit, sollte man den Abzweig  einfach ignorieren, fährt noch ein kleines Stück geradeaus, biegt rechts auf die Straße 586 ab und besucht das Museum Eiríksstaðir (1. Juni – 31. August, 9-18 Uhr, 1250 ISK) und taucht in das Leben der Wikinger zu Zeiten „Erik des Roten“ ein.

Wir jedoch folgen der Straße 54 westwärts, verlassen schon bald die asphaltierte Straße und fahren am Hvammsfjörður (dt. Muldenfjord), einem Seitenfjord des Breiðafjörður, entlang. Entlang der Küste gibt es nun reichlich nun reichlich Motive für landschaftsbegeisterte Islandfotografen, für kleine Pause, das Picknick und für kurze Wanderungen. Wir sehen die Inseln Öxney, Brokey und Olafsey, umrunden den Álftafjörður und passieren schließlich an Kreuzung zur Straße 56. Wem die Zeit bereits zu fortgeschritten ist, der biegt hier links ab, hat noch einen überaus schönen Blick auf das Vulkanmassiv an der Spitze von Snæfellsnes (besonders im Abendlicht ein schönes Fotomotiv) und fährt über die die südliche Straße zurück nach Borgarnes.

Álftafjörður

Wer nun aber ganz, ganz mutig ist, der folgt der 54 und biegt rechts auf den Helgafellssveitarvegur (577) und folgt der Beschilderung (oder dem Geruch) zum Bjarnarhöfn Shark Museum. Hier erfährt man alles über die ungewöhnliche isländische Spezialität Hákarl, dem fermentiertem Fleisch des Grönlandhais. Das Museum zeigt dessen traditionelle Herstellung. Und wer den Rundgang absolviert hat, der erfährt nicht nur etwas über den „Stinkefisch“, sondern bekommt auch einen guten Einblick in das harte Leben der isländischen Fischer. Zu guter Letzt „muss“ natürlich noch gekostet werden. Mutige vor! Es lohnt sich.

Harkal - Shark Museum

Und weiter geht die wilde Fahrt. Immer der Straße 54 folgen. Diese führt irgendwann wieder in südliche Richtung und bringt uns nach Borganes zurück. Folgen wir ihr, bekommen wir den östlichen Rücken des 1446 Meter hohen Vulkans Snæfellsjökull zu sehen. Übriges: Teile des 2008 gedrehten Films „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“ mit Brandon Fraser wurde hier gedreht.

Snaefellsnes

Fahren wir aber auf der Straße 574 weiter in Richtung Ólafsvík, einem kleinen Fischerort, können wir die Westspitze der Halbinsel umrunden und die vielfältige Schönheit hautnah erleben. Es gibt hier alles, was man als Besucher Islands erwartet: natürlich Schafe, Klippen, Meer, Wasserfälle, Lavafelder und Lavahöhlen, den Gletscher… Allein hier kann man Tage verbringen und würde immer etwas Neues entdecken. Wer ein wenig mehr Zeit hat, der kann vom Hafen in Ólafsvík zu Walbeobachtungstouren aufbrechen.

Wir jedoch müssen den Rückweg antreten folgen der Straße 574 und stoßen auf schließlich auf den südlichen Teil der 54, die uns in schönem Abendrot und durch alte Lavafelder wieder nach Borgarnes bringt, von wo  aus es über die Ringstraße zurück nach Reykjavik geht.

Ob die hier aufgeführten Straßen Wetter bedingt auch befahrbar sind, kann unter www.road.is geprüft werden. Sollte man, vor allem im Winter, vor jedem Fahrtantritt tun.

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