Photo credit Iceland Airwaves
Vor ein paar Tagen wurden in Reykjavík die Kraumur Award Winners 2015 verkündet. Kraumur ist ein nicht kommerzieller Fond der sich zum Ziel gesetzt hat, junge, aufstrebende isländische Musiker und Bands zu fördern und ihren Bekanntheitsgrad zu steigern.Die Liste vergangener Gewinner liest sich wie das who is who der isländischen Musikszene. Da finden sich z.B. Namen wie Ásgeir, Mammút, Hjaltalín, Agent Fresco, FM Belfast, Sin Fang, Samaris oder Retro Stefson. Die Leute bei Kraumur haben also offensichtlich ein gutes Händchen und deshalb ist es immer wieder spannend, welche Künstler/-innen den Preis in Empfang nehmen dürfen.
Diesmal ist unter den Preisträgern eine Künstlerin, deren Debütalbum bei 12 tónar erschienen ist und momentan in Island hohe Wellen schlägt: Sigurlaug Gísladóttir aka Mr. Silla. Es ist zwar das Debütalbum, unbekannt ist Sigurlaug in der isländischen Musikszene aber keineswegs. War sie doch bereits mit bekannten Formationen wie múm oder Low Roar auf der Bühne gestanden. Auch wenn sie live von Tyler Ludwick an der Gitarre unterstütz wird, kann man Mr. Silla nun aber als ihr Solo-Projekt bezeichnen. Stilistisch zeichnet sich ihre Musik durch atmosphärische, teilweise schon fast minimalistische elektronische Klänge aus, welche hier und da, auch während ihrer Live-Auftritte, von Gitarren ergänzt werden. Dabei schwingt oft der für viele isländische Bands charakteristische, düster-melancholische Unterton mit, der in elektrisierendem Kontrast zu Sigurlaugs ruhiger und warmer Stimme steht. Ein Album über Trennung und Auseinanderleben sei es, wie sie mal in einem Interview mit dem Szenemagazin Reykjavík Grapevine verriet. Das intensive, unheimliche Musikvideo zu “Breath” macht schonungslos klar, dass es keine Trennung im Guten ist.
Nicht alle Songs aber klingen so bedrohlich wie “Breath”. “Holding on” begeistert mit wunderschönen mehrlagigen Stimmarrangements und der Letzte der insgesamt neun Songs, “I want all” verbreitet schon fast ein wenig Euphorie. Auch live ist Mr. Silla ein Erlebnis, wovon man sich in den vergangenen Wochen überzeugen konnte, als sie auf Tour als Support von Sóley auch in ein paar deutschen Städten vorbei kam. Vielleicht hat sie der eine oder andere von euch ja gesehen? Wenn nicht, dann solltet ihr unbedingt ein Auge und Ohr offen halten für diese spannende Musikerin und sie bei der nächsten Gelegenheit keinesfalls verpassen!
Steffi ist die eine Hälfte. Ich die Andere. Zusammen haben wir die Seite tónlist.de ins Leben gerufen. Auf tónlist.de und in unserem Blog hier auf Guide to Iceland dreht sich alles um ein Thema: Musik aus Island! Warum wir das machen? Islands Musikszene ist unglaublich reich an phantastischen Bands aller Stilrichtungen. Aber leider sind diese Bands außerhalb des Landes, natürlich von einigen großartigen Ausnahmen abgesehen, oft nur sehr wenigen bekannt. Dabei gibt es so viel Wunderbares, Einzigartiges, Abwechslungsreiches und manchmal auch Skurriles zu entdecken! Und zwar in einer Menge, die selbst jemanden, der sich schon etwas genauer damit beschäftigt, hin und wieder ungläubig staunen lässt. Steffi und ich sind beide sowohl einigermaßen Island- als auch Musik-verrückt. Sie studiert sogar Musikmanagement in Berlin, während es mich als Geograph in die Nähe von München verschlagen hat. Nach Island reisen wir so oft es geht, denn dort lassen sich die isländischen Bands auf Festivals wie dem Airwaves, Sonar oder Secret Solstice am besten bewundern. Aber da es uns ja vor allem darum geht, diese Bands auch in Þýskaland bekannter zu machen, findet ihr bei uns Konzertberichte und -hinweise, Platten- und Songtipps, Reviews, Interviews und alles was uns sonst noch zum Thema einfällt!






