Von Reykjavik geht es nach Borgarnes. Die knappen 80 km sind in einer Stunde zu bewältigen. Auf der Strecke liegt ein knapp 6 Kilometer langer Tunnel der mautpflichtig ist. Das verkürzt die Fahrzeit doch erheblich. Wer jedoch genug Zeit im Gepäck hat, umfährt den Tunnel entlang der Straße 47 und genießt die schöne Aussicht bei der Umfahrung des Foraging – Hvalfjörður. Besonders geeignet ist diese um etwa eine Stunde längere Route für die Zeiten der langen, hellen Tage.

Direkt hinter der Brücke nach Borgarnes gibt es das Geirabakari Kaffihus. Hier gibt es neben den wahrscheinlich besten Rosinenbällchen auch hervorragendes Brot. Und weil die Hälfte des Weges geschafft ist, kann man sich hier auch eine Tasse Kaffee gönnen. Jetzt noch nebenan bei Bonus die Vorräte auffüllen (einige Dinge sind tatsächlich dezent günstiger als in Reykjavik) und weiter geht die Reise auf der Straße 54 in Richtung der Halbinsel Snæfellsnes. Für Freunde ausgedehnter alter Lavafelder und für Pferdeliebhaber empfiehlt sich ein Abstecher in linkseitig abgehenden Seitenstraßen in Richtung Strand. Hier befindet man sich auf frühem Siedlungsgrund und findet in näherer Umgebung auch tatsächlich noch einige Überreste von Siedlungen aus dem 10. Jahrhundert. Besonders zu empfehlen ist die Straße 532 mit ihrem wunderschönen Ende im Nichts - hier geht es dann nur noch am Strand entlang - oder die Straße 533, die eine hübsche Runde durch das flache, sehr alte Lavafeld macht, vorbei an einigen Gehöften und Pferdekoppeln und letztlich wieder auf der Straße 54 endet.

Snaefellsnes - Route 533

Weil Tageslicht im Winter knapp ist geht es nun schnurstracks in Richtung des 1446 Meter hohen Stratovulkans Snæfellsjökull. Im Winter nicht ohne Weiteres befahrbar, im Sommer mit einem entsprechend geländegängigen Fahrzeug zu bewältigen, fährt man nun, das Bergmassiv bereits beeindruckend vor Augen, auf die Straße F570. Auf dem weiteren Weg zur Spitze der Insel liegen zuerst die einsame Kirche Búðakirkja (ersterbaut 1703 / wiedererbaut 1987), im weiteren Verlauf der berühmte „Felsen mit dem Loch“ Gatklettur an der Steilküste und das verlassene Farmhaus Dagverðará, das ein beliebtes und bekanntes Fotomotiv ist. Jetzt hat man den Nationalpark auch erreicht und kann wandern oder einfach die Spitze der Halbinsel umrunden, vorbei an der Höhle Vatnshellir und am nördlichen Ende den Klippen Skarðsvík.

Snaefellsnes

Da es aber Winter ist und diese Straße gesperrt ist, heben wir uns diese Tour besser für den Sommer auf und kehren an dieser Stelle um oder folgen der Straße 54 nordwärts (im Winter oft gesperrt) nach Grundarfjörður, vorbei am Wasserfall Kirkjufellsfoss, weiter nach Osten und nehmen die Route 56 oder 55 in südlicher Richtung, um wieder auf den südlichen Teil der Straße 54 zurückzukehren, die uns wieder über Borgarnes und die Ringstraße nach Reykjavik bringt.

Ob die Straßen, die man sich für einen schönen Ausflug ausgesucht hat, auch befahrbar sind, erfährt man hier: www.road.is. Hier sollte man vor jedem Fahrtantritt, vor allem im Winter, die Wetter- und Straßenbedingungen checken.

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