Am gestrigen Sonntag fand der Safe-Travel Day statt. Anlass ist natürlich der Sommeranfang und das damit erhöhte Reiseaufkommen. Damit sind nicht nur die vielen Touristen angesprochen, sondern auch die Einheimischen, die sich ebenso auf den Weg zu ihren Sommerhütten machen. Und damit alle Reisenden gut durch das Land kommen, verteilen Rettungsteams der Slysavarnafélagið Landsbjörg Informationsmaterial. Gleichzeitig war es auch der Tag, an dem Rettungsteams ins Hochland aufbrechen, um die dortigen Rettungsstationen permanent zu besetzen.

Save Travel

Selbstverständlich ist das auch Werbung in eigener Sache, denn die mehr als 100 Rettungsteams, zu Lande, zu Wasser und in der Luft sind eine reine Freiwilligenorganisation, die keinerlei finanzielle Unterstützung vom Staat erhalten. Daher sind sie dringend auf Spenden angewiesen, um ihre Arbeit unter den schwierigsten Bedingungen auch weiterhin leisten zu können. Die Alarmzahlen steigen beständig. Zu viele Reisende überschätzen zumeist sich selbst und unterschätzen die Wetterbedingungen oder starten gar völlig unvorbereitet in ein Abenteuer in unbekanntem Terrain. Selbst bei einem Tagesausflug in die nähere Umgebung von Reykjavik, kann einem die Natur Steine in den Weg legen. Und das ist durchaus wörtlich zu nehmen. Seit Jahren bittet die Slysavarnafélagið Landsbjörg darum, dass auch Autoverleiher und Reiseveranstalter in Sachen Aufklärung mehr in die Pflicht genommen werden. Mitunter arbeiten die Rettungsteams bereits an der Grenze ihrer Belastbarkeit.

Björgunarsveitin Ársæll

Am ehesten jedoch kann jeder, der mit dem Mietwagen oder einem Camper durch das Land reist oder der wandert, selbst dazu beitragen, das Gefahrenpotential zu verringern.

Es ist kein Problem, die Routen einer möglichen Reise, eines Ausflug oder Wanderung im Vorfeld zu checken. In der Regel ist man mit einem 4x4 SUV weitgehend gut beraten. Wer auch außerhalb der bekannten touristischen Wege, zum Bsp. im Hochland oder den Westfjorden unterwegs sein möchte, der sollte sich schon einen „richtigen“ Geländewagen oder gar einen Superjeep mieten. Allerdings gilt es auch hier, seine Grenzen und die des Fahrzeugs zu kennen. Sicher ein großer Spaß, aber nichts für Fahranfänger. Ungeübte finden auf Off-Road-Webseiten erste nützliche Tipps mit solchen Fahrzeugen zu operieren. Auf eine detaillierte Einweisung beim Autoverleiher sollte man ebenfalls nie verzichten. Ausreichend zu Essen und Getränke gehören ebenso ins Auto wie wetterfeste und warme Kleidung. Schließlich weiß man nie, wie lange man vielleicht irgendwo da draußen festhängt. Vor Fahrtantritt, ebenso wie vor dem Antritt einer Wanderung,  sollte man sich über Wetter- Straßenverhältnisse kundig machen. Sehr genaue Wetterangaben findet man unter www.vedur.is und die Straßenverhältnisse lassen sich unter www.road.is checken. Weitere nützliche Hinweise und Warnungen gibt es unter www.safetravel.is. Am nützlichsten hier ist es, wenn man in unzugänglichen und wenig befahrenen Gegenden unterwegs ist, seinen Reiseplan mit geplanter Abfahrt, Ankunft, Route und geplanten Zeiten anzugeben. Taucht man nicht zum geplanten Zeitpunkt am geplanten Ort wieder auf, können notfalls Such- und Rettungsteams in dem jeweiligen Gebiet auf den Weg gebracht werden. Die „112 Iceland App“ bietet diesen Service auch für das Smartphone.

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