Neulich klingelt eine Freundin bei mir an. Sie sei nur knappe drei Tage in Reykjavik. Was man denn da so alles machen könnte, fragte sie mich und ich fragte zurück, was sie denn machen wolle? Ob sie die Sache eher entspannt angehen oder lieber so viel wie möglich erleben wolle? „So viel wie geht!“ Die Antwort kam prompt, denn sie wisse nicht, wann oder ob sie jemals wieder nach Island käme. Alles klar. Also machte ich mich daran, ihr eine Reihe von Vorschlägen zu unterbreiten. Und eine kleine Auswahl meiner Anregungen habe ich im Folgenden einmal aufgeführt:

Mitternachtssonne

Vom Flughafen Keflavik nimmt man den Flybus zum Busterminal BSI und von dort aus weiter zu seinem Hotel. (Bei der Abreise kann man diesen Flybus-Service natürlich auch vom Hotel zum Airport buchen.)  Ein toller Service, der sich damit in Reykjavik etabliert hat. (Tickets für den Flybus, lassen sich im Flugzeug, am Flughafen nach der Ankunft oder hier buchen.) Macht das Reisen ein wenig entspannter. Allerdings ist es damit  aber auch schon später Nachmittag. Da aber die Sonne hier in den Sommermonaten so gut wie nie untergeht, habe ich doch gleich einmal vorgeschlagen, dieses Erlebnis der Mitternachtssonne so richtig auszukosten. Dafür gibt es verschiedene Mitternachtssonne-Touren. Besonders ins Auge gestochen hat mir eine mitternächtliche Quad-Tour in die nähere Umgebung von Reykjavik(Im Winter bieten sich da natürlich diverse Schneemobil-Touren an.) Man wird von der Unterkunft abgeholt und fährt zum Berg Hafrafell, von dem man eine unglaublich schöne Aussicht genießt. Mein zweiter Vorschlag für den Ankunftsabend, wäre eine Walbebobachtungstour oder eine Papagaientaucher-Tour ab Reykjavik. Man könnte einen Besuch der kleinen Insel Viðey mit einer Walbeobachtungstour kombinieren. Im Winter lassen sich auf Viðey übrigens auch hervorragend Nordlichter beobachten.

Aufbruch zu einer abendlichen Walbeobachtungstour

Den zweiten, sagen wir, den ersten kompletten Tag, so mein Vorschlag, könnte man ja in der Stadt verbringen. Das Beste und Günstigste um die Stadt, die Schwimmbäder, den Zoo oder die zahlreichen Museen zu erkunden ist die Reykjavik City Card. Nach der Buchung der 24 Stunden gültigen Karte, kann man sich die City Card im Rathaus abholen und in den Tag starten. (Gibt es auch als 48 bzw. 72-Stunden-Karte.) Ebenfalls inklusive sind der Nahverkehr, es gibt diverse Rabatte für unterschiedliche Aktivitäten und Rabatte in Lokalen und Restaurants. Selbst die Fähre zur Insel Viðey ist mit inbegriffen. Zwischendurch bietet sich vielleicht noch eine Hop on – Hop Off – Stadtbesichtigung in einem der roten Doppeldeckerbusse an. Man ist ja flexibel.

Hop on - Hof off Sightseeing

Den Klassiker für Jeden, der hierher kommt, habe ich mir für den folgenden Tag aufgehoben: Eine Golden Circle Tour -  Nationalpark Þingvellir, Geothermalgebiet um den großen Geysir und dem mächtigen Wasserfall Gullfoss. Ob man die Tour in einer großen oder kleinen Gruppe oder vielleicht auch ganz exklusiv in einem Superjeep macht, ist jedem selbst überlassen, die Auswahl an Touren ist groß (im Winter auch mit dem Schneemobil oder dem Hundeschlitten.) Solch eine geführte Tour dauert etwa 8 Stunden und einige Touren werden auch in deutscher Sprache angeboten. Selbstverständlich geht das Ganze auch auf dem Rücken der berühmten Islandpferde. Was nach solch einem erlebnisreichen Tag noch zu tun bleibt ist, einen traditionellen isländischen Burger zu essen (das können die Isländer richtig gut) und sich einheimisches Bier zu gönnen. Mein Vorschlag dazu: Die Vita Bar. (Mehr Kultur gefällig? In der Húrra-Bar oder dem Gaukurinn gibt es an jedem Wochenende verschiedene Konzerte und Shows. Wer wissen will was aktuell so los ist in der Stadt, der schaut sich hier um: https://now.guidetoiceland.is/.)

Gullfoss

Geysier

Was am Abreisetag noch zu tun wäre, das ist ein Besuch in der Blauen Lagune. Quasi auf dem Weg zum Flughafen. Hierzu gibt es einen Shuttlebus von Reykjavik. Und auf Wunsch kann man von der Blauen Lagune auch gleich weiter zum Flughafen Keflavik fahren .Hier kann man sich im warmen Wasser noch einmal so richtig entspannen, bevor man wieder in den Flieger steigt. Der Eintritt in die Blaue Lagune ist nicht inklusive und da die Lagune oft ausgebucht ist, sollte man zwingend im Vorfeld beim Veranstalter buchen. Oder, wenn noch etwas Zeit bleibt, kann man auch einen Abstecher zur Lavahöhle Raufarhólshellir machen. Höhlentouren gibt es viele ab Reykjavik. Hier noch eine, die auch ein Drei-Tage-Reiseprogramm passt: Ein Besuch der Lavahöhle Leidarendi (Jan.-Mai).

Also ich glaube, viel mehr Island geht nicht in knapp drei Tagen. Ehrlich, ich bin ein bisschen neidisch...

Wem das jedoch alles zu viel des Guten ist und wer dennoch das Island-Feeling nicht missen möchte, dem Empfehle ich einen gemütlichen Spaziergang durch das Tal Elliðaárdalur (109 Reykjavik), einem Kleinod, versteckt mitten in der Stadt. Hier gibt es einem malerischen kleinen Fluss (inklusive Lachs & Forelle, die auch mit Lizenz geangelt werden können), ein wenig Wald, zwei Wasserfälle und einen schönen, ruhigen 10km langen Wanderweg um das Tal. Unter anderem gibt es hier eines der letzen Farmhäuser zu sehen. Die Tiere weisen Euch den Weg.

Tal Elliðaárdalur, 109 Reykjavik

 

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