Informationen über: Hvalfjördur

Letzte Aktualisierung: 3. Sept. 2026
9.4
191 Geprüfte Rezensionen
Letzte Aktualisierung: 3. Sept. 2026
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Berge, Täler, Flüsse, Fjorde, Höhlen, Kulturelle Attraktionen, Schluchten, Strand, Vogelbeobachtungen, Seen, Wälder
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Icelandic
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Sommer und Winter
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Die Route 47 verläuft am Ufer des Hvalfjördur in Westisland unterhalb eines Bergrückens, der Schneestreifen aufweist.

Der Hvalfjördur ist ein 30 Kilometer langer Fjord in Westisland, etwa 40 Minuten nördlich von Reykjavik. Hier befinden sich der Wasserfall Glymur, die Hvammsvik Hot Springs und Ruinen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Lies weiter und plane deinen Besuch.

Der Hvalfjördur, der „Walfjord“, schneidet sich 30 Kilometer tief in die Westküste Islands zwischen Mosfellsbaer und Akranes. An seiner breitesten Stelle ist er etwa 5 Kilometer breit und an seiner tiefsten Stelle rund 84 Meter tief. Die meisten Reisenden, die auf der Ringstraße unterwegs sind, fahren in sieben Minuten durch einen Tunnel unter ihm hindurch und bekommen ihn gar nicht zu sehen.  

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Nimm stattdessen die Route 47, die am Ufer entlangführt, und entdecke eine der lohnendsten Attraktionen des Landes. Am Fjord liegen Glymur, Islands zweithöchster Wasserfall, die direkt am Meer gelegenen Hvammsvik Hot Springs, die Betonreste eines britischen Marinestützpunkts und ein bewirtschafteter Schafhof, der seit 1887 im Besitz derselben Familie ist.

All diese Sehenswürdigkeiten liegen nah genug an der Hauptstadt für einen halbtägigen Ausflug. Der Hvalfjördur liefert somit allen, die mit einem Mietwagen unterwegs sind, einen idealen ersten Eindruck von Westisland. Der folgende Reiseführer erklärt dir, was der Name bedeutet, was es an beiden Ufern zu sehen gibt, wie sich der Tunnel und die alte Straße unterscheiden und wann du deinen Besuch am besten planst.

 

Wichtige Fakten über den Hvalfjördur

  • Lage: Westisland, zwischen Mosfellsbaer und Akranes, mit Öffnung zur Faxafloi-Bucht

  • Koordinaten: 64,383 N, 21,667 W

  • Größe: 30 Kilometer lang und etwa 5 Kilometer breit

  • Maximale Tiefe: etwa 84 Meter

  • Entfernung von Reykjavik: etwa 34 Kilometer bis zur Fjordmündung, ungefähr 40 Minuten

  • Aussprache: ungefähr KWAL-fjör-thür, mit einem „kw“-Laut am Anfang und einem „th“-Laut (wie im englischen Wort „the“) zu Beginn der letzten Silbe. Der Name bedeutet „Walfjord“.

  • Panoramastraße: Die Route 47 führt auf etwa 61 Kilometern rund um das Ufer und dauert ungefähr eine Stunde länger als die Fahrt durch den Tunnel

  • Hvalfjördur-Tunnel: 5,77 Kilometer lang, seit September 2018 mautfrei

  • Wichtigste Sehenswürdigkeiten: Kriegsruinen von Hvitanes, Hvammsvik Hot Springs, Wasserfall Glymur, War and Peace Museum

Wie der Hvalfjördur zu seinem Namen kam

Die Straße führt am Hvalfjördur entlang und auf der gegenüberliegenden Seite des Wassers sind schneebedeckte Berge zu sehen.

Hvalfjördur bedeutet „Walfjord“, doch warum, weiß niemand so genau. Heute sind Wale hier selten und die moderne Walfangstation am Fjord entstand erst Jahrhunderte nach der Namensgebung.

Die verbreitetste Erklärung lautet, dass frühe Siedler eine Gruppe gestrandeter Wale im flachen Wasser des Fjords fanden. Ein einziger Wal bedeutete tonnenweise Fleisch und Öl auf einmal und stellte somit einen enormen Gewinn dar – insbesondere in einem Land, in dem Lebensmittel oft knapp waren. Das isländische Wort „hvalreki“ bedeutet bis heute sowohl „gestrandeter Wal“ als auch „Glücksfall“.

Eine zweite Theorie bezieht sich eher auf das Land als auf das Wasser. Der Hvalfjall, also der „Walberg“, erhebt sich am Ende des Fjords. Sein langes, buckliges Profil könnte dem gesamten Meeresarm seinen Namen gegeben haben.

Dann gibt es noch die Geschichte, die sich die Einheimischen erzählen – eine von vielen Sagen der isländischen Folklore, die Ortsnamen erklären sollen. In der Legende von Raudhofdi wird eine Elfenfrau von ihrem menschlichen Geliebten verstoßen, nachdem sie sein Kind zur Welt gebracht hat. Daraufhin verflucht sie ihn und verwandelt ihn in einen rothaarigen Wal.

Stich aus dem 19. Jahrhundert, der die Flucht von Menschen vor einem monströsen Wal zeigt und die Legende von Raudhofdi darstellt.

Illustration von Wikimedia, gemeinfrei. Gestochen von George Pearson nach Johann Baptist Zwecker, 1864.

Das Wesen ließ sich im Hvalfjördur nieder und zerstörte über Jahre hinweg Schiffe, bis ein blinder Priester es den Fluss Botnsa hinauf zum See Hvalvatn lockte, wo es schließlich starb. Angeblich wurden am See Walknochen gefunden – so blieb die Geschichte lebendig.

Manche Reisende suchen den Fjord unter dem Namen „Walbucht“. Es handelt sich um denselben Ort; auf den Verkehrsschildern wirst du jedoch den isländischen Namen sehen.

Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten am Hvalfjördur

Zwei Wanderer am Canyonrand oberhalb des Wasserfalls Glymur am Ende des Hvalfjördur.Die besten Aktivitäten am Hvalfjördur verteilen sich auf beide Ufer. Die folgende Reihenfolge orientiert sich daher am Straßenverlauf und nicht an einer Rangliste. Biege auf die Route 47 ab: Sie führt am Südufer nach Osten, umrundet das Ende des Fjords und verläuft am Nordufer wieder nach Westen.

Zwischen den wichtigsten Stationen liegen zwei kleinere Zwischenstopps. Unweit der Hvammsvik Hot Springs neben der alten Straße am Südufer steht Stedji, ein fast 3 Meter hoher, kelchförmiger Felsen. Am äußersten Ende der Rundfahrt bewacht die Stadt Akranes die Fjordmündung mit zwei Leuchttürmen und dem Gudlaug-Hot-Pot an ihrem Strand.

Hvammsvik Hot Springs (Südufer)

Ein Badegast steigt in das Gezeitenbecken der Hvammsvik Hot Springs am Hvalfjördur.

Nach etwa 20 Kilometern auf der Route 47 erreichst du die Hvammsvik Hot Springs, die meistbesuchte Sehenswürdigkeit am Fjord. Sie gehören zu den besten heißen Quellen Islands und sind die erste größere Station der Fahrt. Acht natürliche Becken liegen direkt an der Gezeitenlinie auf einem Anwesen, dessen Geschichte bis ins 12. Jahrhundert zurückreicht. 

Das Besondere ist das Wasser. Geothermisches Wasser steigt aus einer Tiefe von etwa 1.400 Metern auf und vermischt sich mit dem Atlantik. Dadurch verändern sich Temperatur und Wasserstand der Becken mit den Gezeiten. Das wärmste Becken hat eine Temperatur von etwa 39 bis 42 °C, während das Gezeitenbecken manchmal vollständig im Meer verschwindet.

Der Eintritt zu den Hvammsvik Hot Springs umfasst auch eine Sauna, ein Dampfbad, ein Kaltwasserbecken und eine Swim-up-Bar. Gäste müssen mindestens 10 Jahre alt sein. Handtücher und Badeschuhe können vor Ort gemietet werden. Das Stormur Bistro serviert vor Ort leichte Gerichte mit regionalen Zutaten. Besonders beliebt ist die Fischsuppe.

Die Besucherzahl ist begrenzt, daher solltest du im Voraus buchen. Du kannst auch eine Tour zu den Hvammsvik Hot Springs mit Transfer ab Reykjavik unternehmen, wenn du nicht selbst fahren möchtest.

Hvitanes und die Kriegsruinen (Südufer)

Zu sehen sind die Überreste des Kriegspiers und die Fundamente von Hvitanes am Hvalfjördur.Einige Kilometer weiter östlich liegt Hvitanes, eine flache Landzunge, die vom Südufer in den Fjord ragt. Während des Zweiten Weltkriegs errichtete die Royal Navy dort mehr als 250 Gebäude, darunter Unterkünfte, Werkstätten, ein Krankenhaus, ein Kino und ein Freizeitzentrum.

Heute steht davon fast nichts mehr. Erhalten sind Betonreste: Fundamente, der Stumpf eines Piers und Geschützstellungen, die über Weideland verstreut liegen, auf dem nun Schafe Schutz suchen. 

Eine Informationstafel am Aussichtspunkt an der Straße, direkt westlich der Landzunge, erklärt den Aufbau. Von dort siehst du Hvitanes unterhalb des Aussichtspunkts, Hvammsvik weiter westlich am Ufer und Midsandur auf der gegenüberliegenden Seite des Wassers. In Midsandur errichteten die Amerikaner ihr Versorgungsdepot; dort befindet sich auch Islands einzige noch betriebene Walfangstation.

Da sich viele der Kriegsbauten auf Privatgrundstücken befinden, halte dich bitte an die markierten Bereiche. Die Landzunge ist außerdem einer der besseren Orte am Fjord, um nach Robben und Küstenvögeln Ausschau zu halten.

Bei einer geführten Tour zum Zweiten Weltkrieg ab Reykjavik werden Hvitanes sowie das „War and Peace Museum“ und eine amerikanische Kaserne aus dem Jahr 1942 – die älteste noch genutzte Quonset-Hütte – besucht. Die Tour findet von Mai bis August statt.

Wasserfall Glymur (Ende des Fjords)

Der Wasserfall Glymur stürzt am Ende des Hvalfjördur zwischen moosbewachsenen Canyonwänden hinab.Der Glymur stürzt 198 Meter tief in einen moosbewachsenen Canyon, wo der Fjord endet. Er galt als Islands höchster Wasserfall, bis der Morsarfoss aus einem zurückweichenden Gletscher hervortrat und 2011 vermessen wurde. Der Glymur ist weiterhin der höchste von Islands Top-Wasserfällen, die man zu Fuß erreichen kann.

Der Rundweg vom Parkplatz Botnsdalur aus ist etwa 6,9 Kilometer lang, mittelschwer und nimmt etwa drei Stunden in Anspruch. Damit gehört er zu den lohnendsten Wanderungen Islands in der Nähe der Hauptstadt.

Der Weg führt durch eine kurze Höhle hinauf zum Rand der Schlucht und überquert zweimal den Fluss Botnsa. Die erste Überquerung erfolgt über einen einzelnen Baumstamm, der mit einem Führungsseil gesichert ist. 

Ein Wanderer überquert den Fluss Botnsa auf dem saisonalen Baumstamm mit Führungsseil am Glymur-Wanderweg.Dieser Baumstamm ist saisonabhängig. Er wird Mitte bis Ende Juni angebracht und Anfang Oktober wieder entfernt. Daher ist die Route eher eine Sommerwanderung als eine ganzjährige Tour. Der Canyon ist im Winter tatsächlich gefährlich: Auf dem steilen Gelände liegt Eis, die Flussüberquerung fehlt und in der Schlucht kommt es ständig zu Steinschlag.

Trage deshalb geeignete Wanderschuhe und packe für die obere Flussüberquerung Wasserschuhe ein. Prüfe außerdem die Wettervorhersage, bevor du losgehst. Nimm Essen und Wasser mit, denn am Ausgangspunkt findest du keine Verpflegungsmöglichkeiten. 

In der Nähe des Gipfels gibt es keine Geländer an den Klippen, daher ist die Route nicht für kleine Kinder geeignet. Nach starken Regenfällen kann der Fluss zu hoch sein, um den Rundweg zu bewältigen. Kehre in diesem Fall auf demselben Weg zurück. 

Die Glymur-Wanderung ist nicht die einzige in dieser Gegend. Nahe dem Ende des Fjords beginnen zwei längere Routen: Sildarmannagotur führt nach Norden in Richtung Skorradalur-Tal, und Leggjabrjotur, der „Beinbrecher“, steigt nach Osten in Richtung Thingvellir-Nationalpark an. Beide Wege sind anspruchsvoller und länger als der Glymur-Rundweg, und keiner ist vom Parkplatz aus ausgeschildert.

Wenn du die Fahrt und die Flussüberquerung lieber einem Guide überlassen möchtest, sind zwei Touren besonders empfehlenswert. Die private Glymur-Wanderung ab Reykjavik oder dem Flughafen Keflavik dauert sieben Stunden und führt über die Route 47 um den Fjord statt durch den Tunnel – die Fahrt ist also Teil des Erlebnisses. Die kürzere private sechsstündige Wanderung ab Reykjavik eignet sich für alle, die weniger Zeit haben.

War and Peace Museum in Hladir (Nordufer)

Im War and Peace Museum in Hladir sind Werkzeuge, eine Gasmaske und Gegenstände aus der Kriegszeit ausgestellt.Auf der Rückfahrt nach Westen am Nordufer ist das War and Peace Museum in Hladir der perfekte Ort, um mehr über die Ruinen zu erfahren, an denen du zuvor vorbeigekommen bist. Das im Jahr 2012 eröffnete Museum behandelt die Besatzungsjahre von 1940 bis 1945 mithilfe von Fotografien, Fahrzeugen, Uniformen und Alltagsgegenständen.

Die Ausstellung ist thematisch statt chronologisch aufgebaut. Es gibt Räume, die sich den britischen und amerikanischen Streitkräften, der isländischen Küstenwache, der Krankenpflege und dem zivilen Leben widmen. Das Museum ist klein, aber persönlich zusammengestellt und besser, als es seine Größe vermuten lässt. 

Zum Museum gehört ein Café, dessen Waffeln einen eigenen Ruf genießen. Eintrittskarten für das War and Peace Museum können im Voraus gebucht werden.

In Hladir gibt es außerdem ein Gemeindezentrum, einen Campingplatz und ein Freibad mit Whirlpools. Damit ist der Ort ein praktischer Ausgangspunkt, wenn du mehr als nur einen Tag am Fjord verbringen möchtest.

Hof Bjarteyjarsandur (Nordufer)

Bjarteyjarsandur ist ein bewirtschafteter Schafhof am Nordufer, der seit 1887 derselben Familie gehört und von Generation zu Generation weitergegeben wurde. Die Familie züchtet isländische Schafe mit nachhaltigen Methoden und führt die Hoftouren selbst durch. Dadurch zählt der Hof zu den authentischeren Höfen, die in Island besichtigt werden können. Gäste sind das ganze Jahr über willkommen.

In einem kleinen Laden werden Pullover, Mützen und Fäustlinge verkauft, die aus der eigenen Wolle des Hofes gestrickt wurden. Im Sommer gibt es Gerichte mit Erzeugnissen des Hofes und Lammfleisch, und je nach Jahreszeit darfst du vielleicht sogar mit anpacken.

Die Küste unterhalb des Hofes ist ein Brutgebiet für Eiderenten, deren Daunen in Island seit Jahrhunderten gesammelt werden. Bewege dich im Frühsommer vorsichtig, und vielleicht siehst du Entenmütter, die ihre Küken aufziehen.

Der Campingplatz bleibt ganzjährig geöffnet und ist bei Reisenden beliebt, die die Rundfahrt unternehmen. Es gibt eine warme Gemeinschaftsküche und Hofhunde, die herauskommen, um dich zu begrüßen.

Fahrt auf der Route 47 rund um den Hvalfjördur

Bis zur Eröffnung des Tunnels im Jahr 1998 war die Route 47 Teil der Ringstraße. Sie führt noch immer auf etwa 60 Kilometern am gesamten Ufer des Hvalfjördur entlang. Die Rundfahrt dauert etwa eine Stunde länger als die Fahrt durch den Tunnel, bietet dafür aber genau das, weshalb du hierherkommst.

Von Reykjavik aus folgst du der Route 1 durch Mosfellsbaer etwa 34 Kilometer nach Norden. Die Abzweigung zur Route 47 befindet sich kurz vor dem Tunneleingang, achte daher auf das entsprechende Schild.

Die Straße ist asphaltiert, ruhig und wird das ganze Jahr über instand gehalten. Da fast alle Stationen in diesem Reiseführer direkt an ihr liegen, solltest du die Route 47 eher als das Highlight deiner Reise betrachten und nicht als Umweg. Breite Ausweichstellen machen sie zu einem der angenehmeren Straßenabschnitte für alle, die zum ersten Mal in Island Auto fahren.

Plane mit Zwischenstopps drei bis vier Stunden für die Rundfahrt ein oder einen ganzen Tag, wenn du zum Glymur wandern möchtest. Das Ende des Fjords und der Parkplatz Botnsdalur liegen etwa eine Stunde von der Stadt entfernt. Wenn du aus Reykjavik kommst, nimm zuerst das Südufer; von Borgarnes aus beginnst du am Nordufer.

Es gibt keine öffentlichen Verkehrsmittel zum Fjord. Du brauchst einen Mietwagen, einen Campervan oder einen Platz auf einer geführten Tour. Kommst du am Flughafen Keflavik an? Dann fahre auf der Route 41 in Richtung Hauptstadt und anschließend auf der Route 1 nach Norden. Insgesamt dauert die Fahrt etwa eineinhalb Stunden.

Der Hvalfjördur-Tunnel

Der südliche Eingang des Hvalfjördur-Tunnels unter dem Fjord in Westisland.

Foto von Wikimedia, Creative Commons, von Eysteinn Gudni Gudnason. Keine Bearbeitung vorgenommen.

Der Hvalfjördur-Tunnel, auf Isländisch Hvalfjardargong, verläuft auf einer Länge von 5,77 Kilometern unter dem Fjord und führt die Route 1. Er wurde am 11. Juli 1998 als Islands erster Unterseestraßentunnel eröffnet und verkürzte die Fahrt nach West- und Nordisland um 45 Kilometer. Die Durchquerung des Fjords dauert nun nur noch sieben Minuten statt etwa einer Stunde.

Etwa 3,75 Kilometer des Tunnels liegen unter dem Meeresboden. Der tiefste Punkt befindet sich 165 Meter unter dem Meeresspiegel, wobei mindestens 40 Meter Gestein über der Tunneldecke liegen. An dieser Stelle ist das Wasser selbst nur etwa 40 Meter tief, sodass der größte Teil des Abstiegs durch festen Basalt führt.

Im Inneren besteht der Tunnel aus einer einzigen Röhre mit zwei Fahrspuren, die sich beim Anstieg auf der Nordseite auf drei erweitern. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 70 Kilometer pro Stunde. Seit 2024 gibt es Kameras zur Messung der Durchschnittsgeschwindigkeit, und die Haltebuchten sind ausschließlich für Notfälle vorgesehen. Im Sommer fahren täglich etwa 11.000 Fahrzeuge durch den Tunnel, im Winter sind es rund 6.700.

Es gibt keine Maut. Der Hvalfjördur-Tunnel ist seit dem 28. September 2018 kostenlos, als er vom privaten Betreiber Spolur an die isländische Straßenverwaltung überging. Island erhebt jedoch weiterhin auf andere Weise Gebühren für die Straßennutzung. Informiere dich daher vor der Fahrt über Mautgebühren in Island.

Wenn du schnell vorankommen willst, ist der Tunnel eine praktische Wahl. Wenn du Zeit hast, ist die Route 47 darüber der eigentliche Grund, hierherzukommen.

Landschaft und Tierwelt am Hvalfjördur

Drei isländische Schafe am Straßenrand oberhalb des Hvalfjördur in Westisland.Gletscher haben den Hvalfjördur aus Basalt geformt, der sich vor etwa drei Millionen Jahren bildete. Beim Bau des Tunnels durchquerten die Arbeiter diese Schichten und stießen alle paar hundert Meter auf Verwerfungen und vulkanische Gänge – schmale Schichten aus erstarrtem Magma. Oberirdisch entstand dadurch ein von steilen Wänden gesäumter Meeresarm mit breiten Seitentälern.

Berge rahmen die Strecke auf beiden Seiten ein. Der Berg Esja erhebt sich im Süden, während der Berg Thyrill steil vom Nordufer aufragt. Das Skardsheidi-Gebirge liegt hinter Akranes weiter im Landesinneren. Am Ende des Fjords erhebt sich der Berg Hvalfell über dem Tal Botnsdalur, durch das der Glymur-Wanderweg hinaufführt. 

Oberhalb des Wasserfalls liegt der 4,1 Quadratkilometer große und 180 Meter tiefe See Hvalvatn. Damit ist der See tiefer als der Fjord, in den er entwässert. Der Fluss Botnsa führt sein Wasser durch das Tal und stürzt bei Glymur hinab.

Zwei weitere Flüsse, die beide Fossa heißen, überqueren die Route 47 und bilden eine Reihe von Kaskaden. Die westliche Fossa ist leicht zu übersehen, da ihr Hauptfall unterhalb der Straße in ein Waldgebiet stürzt.

Dieser zweistufige Wasserfall befindet sich im Tal Brynjudalur am Hvalfjördur.

Einige hundert Meter weiter überquert die Route 47 den Fluss Brynjudalsa im Tal Brynjudalur. Angler kommen wegen der Lachse und Meerforellen hierher. Kurz vor der Brücke ist der Skorhagafoss, benannt nach dem nahe gelegenen Hof Skorhagi, von der Straße aus zu sehen. 

Anglern ist die Laxa i Kjos bekannt, ein Lachsfluss, der im landwirtschaftlich geprägten Bezirk Kjos das Südufer überquert. Südlich davon liegt der von Sommerhäusern umgebene See Medalfellsvatn – die kleinen Hütten, die viele isländische Familien für Wochenenden außerhalb der Stadt besitzen.

Vor der Nordwestküste liegt die Insel Geirsholmi, ein kleiner Felsen mit nahezu senkrechten Seiten. Im 13. Jahrhundert, während des Bürgerkriegs zwischen den isländischen Herrscherfamilien, der als Zeitalter der Sturlungen bekannt ist, besetzte eine Gruppe Gesetzloser die Insel und überfiel von dort aus Höfe rund um den Fjord.

Trotz seines Namens sind Wale hier selten. Fast eine Generation lang wurden keine gesichtet, bis im Jahr 2025 eine kleine Gruppe Buckelwale zurückkehrte. Meistens kannst du andere Wildtiere Islands beobachten. Robben kommen auf den Sandflächen nahe dem Fjordende an Land, um sich auszuruhen. Bei Ebbe kannst du sie am besten bewundern – damit ist dies einer der einfacheren Orte für Robbenbeobachtungen in Island.

Schneehuhn auf dem Wanderweg zum Wasserfall Glymur am Hvalfjördur.

Foto von Wikimedia, Creative Commons, von Jakub Halun. Keine Bearbeitung vorgenommen.

Hvalfjardareyri, die lange Sandbank an der Südseite, ist der beste Ort, um die isländische Vogelwelt zu beobachten. Küstenseeschwalben und Eiderenten suchen dort den ganzen Sommer über im flachen Wasser nach Nahrung. Der Austernfischer, ein schwarz-weißer Watvogel mit leuchtend orangefarbenem Schnabel, ist so laut, dass man ihn hört, bevor man ihn sieht. 

Das innerste Ende des Fjords ist grüner als die meisten anderen Regionen Islands. Birken und Nadelbäume haben sich dort neben Lupinen, Moos und Wildblumen angesiedelt – als Teil von Aufforstungsprojekten, die seit Jahrzehnten laufen.

Geschichte und Kultur des Hvalfjördur

Für einen so ruhigen Fjord hat der Hvalfjördur eine bewegte Geschichte. Mittelalterliche Händler nutzten ihn als Route ins Landesinnere, alliierte Konvois suchten in seinen geschützten Gewässern Zuflucht und die Kirchenlieder, die die Isländer noch heute singen, wurden an seinem Südufer verfasst. Bis heute werden an seiner Küste zwei der schärfsten Auseinandersetzungen des Landes geführt – über Walfang und Schwerindustrie.

Der Hvalfjördur im Zweiten Weltkrieg

Im Jahr 1942 liegen britische und amerikanische Kriegsschiffe der Begleitflotte PQ 17 im Hvalfjördur vor Anker.

Foto von Wikimedia, gemeinfrei, vom National Museum of the U.S. Navy.

Zwischen 1940 und 1945 zählte der Hvalfjördur zu den strategisch wichtigsten Orten im Nordatlantik. Seine Tiefe und sein natürlicher Schutz machten ihn zu einem idealen Ankerplatz. Hier sammelten sich alliierte Konvois, bevor sie zu einer Überfahrt aufbrachen, die viele Schiffe nicht überlebten.

Der britische Stützpunkt in Hvitanes wurde als HMS Baldur in Dienst gestellt und diente als Hauptquartier des Befehlshabers der britischen Streitkräfte in Island. Vor Hvammsvik lagen große Flotten vor Anker. Die US-Armee errichtete dort ein Munitionslager und ein Freizeitzentrum für die Besatzungen der Kriegsschiffe.

Am Nordufer in Midsandur betrieben die Amerikaner ein Treibstoff-, Versorgungs- und Reparaturdepot. Einige der alten Quonset-Hütten werden noch heute von einem ortsansässigen Unternehmen genutzt.

Die dunkelste Episode in der Geschichte des Fjords ist der Geleitzug PQ-17, der im Juni 1942 von hier auslief. Von den 35 Handelsschiffen erreichten nur elf den sowjetischen Hafen Archangelsk.

Nachdem die Alliierten die Oberhand über die deutsche U-Boot-Flotte gewonnen hatten, kamen weniger Schiffe. Die Briten hielten Hvitanes bis zum Kriegsende besetzt und ließen die Stützpunkte anschließend leer zurück. Der Großteil der Ausrüstung ging als Entschädigung für die Landschäden an die isländische Regierung und die Höfe kehrten zur Landwirtschaft zurück.

Die Walfangstation in Midsandur

Neben der Walfangstation im Hvalfjördur liegen zwei ausgemusterte Walfangschiffe von Hvalur am Strand.

Foto von Wikimedia, Creative Commons, von Vincent van Zeijst. Keine Bearbeitung vorgenommen.

Islands einzige Walfangstation befindet sich in Midsandur am Nordufer. Sie wurde 1948 auf einem Pier errichtet, den die US Navy zurückgelassen hatte. Die Station gehört Hvalur hf., dem letzten Unternehmen Islands für den kommerziellen Finnwalfang.

Der Walfang findet hier mit Unterbrechungen statt. Hvalur erlegte 2023 insgesamt 24 Finnwale, im Vorjahr waren es 148. 2024 fand kein Fang statt, da die Genehmigung für die Saison zu spät erteilt wurde. Auch 2025 fand kein Fang statt, da das Unternehmen diesen als wirtschaftlich nicht tragfähig bezeichnete.

Im Juni 2026 wurde der Walfang wieder aufgenommen. Das Schiff „Hvalur 9“ brachte zwei Finnwale zur Station – die ersten, die seit drei Jahren in isländischen Gewässern gefangen wurden. Hvalur verfügt über eine Ende 2024 erteilte Lizenz mit einer Laufzeit von fünf Jahren, die den Fang von bis zu 209 Finnwalen pro Jahr erlaubt. 

Für 2026 empfahl Islands Meeres- und Süßwasserforschungsinstitut eine Höchstzahl von 150 Tieren – 28 Prozent weniger als in seiner vorherigen Empfehlung. Außerdem teilte es mit, dass die Zahl später im Jahr überprüft werde.

Die Praxis bleibt umstritten. Wie der nationale Rundfunksender RÚV berichtet, hat Hanna Katrín Friðriksson, Ministerin für Industrie, den kommerziellen Walfang als nicht im öffentlichen Interesse stehend bezeichnet und einen Gesetzentwurf zu seinem Verbot angekündigt. Zugleich wies sie auf die bestehende Genehmigung als rechtliche Einschränkung für die Zwischenzeit hin. Ein mögliches Verbot könnte erst nach Ablauf der aktuellen Lizenz im Jahr 2029 in Kraft treten.

Du kannst auf der Route 47 an der Station vorbeifahren. Es gibt keinen Zugang für Besucher, und die Verarbeitung ist nur dann von der Straße aus zu sehen, wenn ein Fang angelandet wird.

Hallgrímur Pétursson und die Hallgrimskirkja in Saurbaer

Die Hallgrimskirkja-Kirche befindet sich in Saurbaer oberhalb des Südufers des Hvalfjördur.

Foto von Wikimedia, Creative Commons, von Christian Bickel. Keine Bearbeitung vorgenommen.

Hallgrímur Pétursson, einer der bekanntesten Dichter Islands, wurde 1651 nach Saurbaer am Südufer versetzt und betreute die Gemeinde, bis ihn eine Lepraerkrankung 1669 zum Rücktritt zwang. Hier schrieb er die Passionshymnen, einen Zyklus aus 50 Gedichten über das Leiden Christi, die bis heute zu den Grundpfeilern der isländischen Literatur gehören. Er starb 1674 in Ferstikla weiter fjordeinwärts.

In Saurbaer stehen seit dem Mittelalter Kirchen. Die heutige Kirche wurde im Juli 1957 geweiht und ihm gewidmet. Dank ihrer Buntglasfenster und ihrer ruhigen Lage oberhalb des Wassers ist sie ein lohnender Zwischenstopp.

Sie wird ebenfalls Hallgrimskirkja genannt – genauso wie die berühmte Kirche in Reykjavík. Deshalb nehmen Reisende manchmal fälschlicherweise an, das Gebäude in der Hauptstadt markiere den Ort, an dem er wirkte. Die Hallgrimskirkja in Reykjavik sollte 1974, am 300. Todestag des Dichters, eröffnet werden, wurde jedoch erst 1986 fertiggestellt.

Am Fjord lebte außerdem Sveinbjörn Beinteinsson, Dichter, Rímur-Sänger und erster Hochpriester des isländischen Heidenverbands.

Mariuhöfn, ein mittelalterlicher Hafen

Budasandur im Hvalfjördur ist der Ort, der gewöhnlich als der mittelalterliche Hafen Mariuhöfn identifiziert wird.

Foto von Wikimedia, Creative Commons, von Steinninn. Keine Bearbeitung vorgenommen.

Lange bevor der Tunnel gebaut wurde, war der Hvalfjördur eine wichtige Seeroute. In mittelalterlichen Handschriften wird von Schiffen berichtet, die in den Fjord hinein- und wieder hinausfuhren. Mariuhöfn, das sich auf einer Landzunge am Südufer befand, gehörte zu den bedeutenderen Häfen und Handelsplätzen des Landes.

Der Ort wird gewöhnlich mit Búðasandur an der Bucht Laxárvogur gleichgesetzt. Archäologen äußern sich jedoch sowohl zu dieser Zuordnung als auch zur Frage, wie viel vom Hafen noch nachvollzogen werden kann, vorsichtig. Heute ist nur wenig zu sehen.

Mariuhöfn trägt außerdem eine düstere Besonderheit. Der Schwarze Tod erreichte Island im Jahr 1402 und kam der Überlieferung zufolge an Bord eines Schiffes hierher. Die Seuche wurde demnach durch eine Stofflieferung übertragen, die Einar Herjólfsson gehörte. Dies erinnert daran, dass dieser ruhige Fjord einst eine wichtige Verkehrsader war.

Das Industriegebiet Grundartangi

Zu sehen sind das Industriegebiet und der Hafen von Grundartangi nahe der Mündung des Hvalfjördur.

Foto von Wikimedia, Creative Commons, von Steinninn. Keine Bearbeitung vorgenommen.

Grundartangi liegt am Nordufer nahe der Fjordmündung und ist eines der wichtigsten Industriegebiete Islands. Es liegt etwa 45 Kilometer vom Hauptstadtgebiet und 15 Kilometer von Akranes entfernt. Der Tiefwasserhafen kann die größten Frachtschiffe und Tanker aufnehmen.

Zwei Schwerindustriebetriebe prägen die Region. Ein Ferrosiliziumwerk ist seit 1979 in Betrieb und die Aluminiumhütte wurde 1998 eröffnet. Seit 2004 wird sie unter dem Namen „Nordural” von Century Aluminum betrieben. Die Hütte beschäftigt rund 600 Menschen und verfügt über eine Kapazität von 320.000 Tonnen Primäraluminium pro Jahr.

Beide Anlagen waren bereits bei ihrer Errichtung umstritten und sind es bis heute. Neben Walfang und Wasserkraftausbau stehen Schmelzhütten und Siliziumwerke im Zentrum der schärfsten Umweltdebatten Islands.

Heute verfolgt das Gebiet eine andere Ausrichtung. Die Unternehmen in Grundartangi haben eine gemeinsame Nachhaltigkeitsrichtlinie unterzeichnet und arbeiten an einem Industriepark der Kreislaufwirtschaft. In diesem sollen Nebenprodukte wiederverwendet und erneuerbarer Strom genutzt werden. 

Im Januar 2026 sicherte sich Carbon Iceland dort mehr als 60 Acres Land für eine Anlage, die Kohlendioxid aus der bestehenden Industrie auffangen und in erneuerbares E-Methanol für die Schifffahrt und Luftfahrt umwandeln soll.

Wann du den Hvalfjördur besuchen solltest

Sonnenuntergang über dem stillen Wasser des Hvalfjördur mit Bergen am gegenüberliegenden Ufer.Der Hvalfjördur ist ganzjährig zugänglich, und die Straßen werden auch im Winter instand gehalten. Dennoch bieten die beiden Jahreshälften sehr unterschiedliche Reiseerlebnisse.

Der Sommer von Juni bis August ist die einzige wirklich sinnvolle Zeit für die Wanderung zum Glymur, da dann die Holzbrücke über den Fluss vorhanden und der Weg trocken ist. Die durchschnittlichen Höchsttemperaturen liegen bei etwa 11 bis 14 °C, die Höfe und das Museum sind vollständig geöffnet, und es gibt genügend Tageslicht, um auch nach dem Abendessen noch eine Rundfahrt zu unternehmen. 

Ein Datum sticht in diesem Jahr besonders hervor: Die totale Sonnenfinsternis am 12. August 2026 zieht über Westisland hinweg. In Akranes an der Fjordmündung dauert die Totalität etwa eine Minute. Rechne daher auf beiden Seiten dieses Datums mit einer hohen Nachfrage nach Unterkünften und Mietwagen.

Der Winter von Oktober bis März ersetzt die Wanderung durch einen dunklen Himmel und leere Straßen. Die durchschnittlichen Höchsttemperaturen liegen bei etwa 1 bis 4 °C. Prüfe vor der Abfahrt die Straßenverhältnisse und lass die Schlucht vollständig aus.

Frühling und Herbst sind die ruhigsten Jahreszeiten. Im Mai und September sind die Sehenswürdigkeiten geöffnet, die Besucherzahlen geringer, und es besteht eine gute Chance auf angenehmes Wanderwetter sowie frühe oder späte Polarlichter.

Polarlichter über dem Fjord

Ein grüner Polarlichtbogen über dem schneebedeckten Skardsheidi-Gebirge im Hvalfjördur.Der Hvalfjördur zählt zu den besten Orten für Polarlichtfotografie in Westisland. Er ist einer der am nächsten an Reykjavik gelegenen Orte mit dunklem Himmel – etwa 40 Minuten entfernt und dennoch frei vom Lichtschein der Stadt. Das Skardsheidi-Gebirge und die umliegenden Berge schirmen Streulicht ab und rahmen die Polarlichter über dem Wasser ein.

Wenn du selbst fährst, findest du entlang der Route 47 zahlreiche breite und sichere Haltebuchten. Du kannst dort parken und warten, ohne die Straße zu blockieren. Prüfe jedoch zuerst die Polarlichtvorhersage, denn ein klarer Himmel ist wichtiger als ein bestimmter Standort.

Die Polarlichtsaison in Island dauert ungefähr von September bis April. Bei geführten Polarlichttouren musst du dich weder um das Fahren noch um die Vorhersage kümmern. Das ist besonders hilfreich in Nächten, in denen der Himmel nur in eine Richtung klar ist.

Übernachten und essen am Hvalfjördur

Am Fjord selbst gibt es keine Ortschaft, und die wenigen Unterkünfte bieten in der Regel auch Verpflegung an. Die meisten Besucher unternehmen einen Tagesausflug von Reykjavík oder legen auf dem Weg nach Borgarnes einen Zwischenstopp am Hvalfjördur ein. Eine Übernachtung ist jedoch an beiden Ufern möglich.

Am Südufer liegt das Hvammsvik Nature Resort. Gäste können die Pools auch dann noch nutzen, wenn die Tagesbesucher abgereist sind, und im Stormur Bistro werden leichte Gerichte mit regionalen Zutaten serviert. Das Hotel Laxarbakki ist eine familiengeführte Anlage mit Apartments zur Selbstverpflegung an der Route 1 nahe dem Nordufer. Sie verfügt über eine Sauna, einen Whirlpool mit Blick auf die Polarlichter und ein Restaurant mit hausgemachten Gerichten und Grillangeboten.

Das Hotel Glymur liegt auf einem Hügel oberhalb des Fjords in Hvalfjardarsveit. Es bietet 22 Zimmer, zwei Whirlpools im Freien und ein Restaurant mit Blick auf das Wasser. Trotz seines Namens liegt es etwa 18 Kilometer vom Wanderweg zum Glymur entfernt.

Der Bauernhof Bjarteyjarsandur betreibt ganzjährig einen Campingplatz mit Gemeinschaftsküche. Im Sommer serviert die Hofküche eigenes Lammfleisch und Produkte aus eigenem Anbau. Auch in Hladir gibt es neben dem Kriegs- und Friedensmuseum einen Campingplatz sowie ein Freibad, Whirlpools und ein Museumscafé.

Die meisten Übernachtungsmöglichkeiten befinden sich außerhalb des Fjords in den umliegenden Ortschaften. Die nächstgelegenen Hotels in Westisland findest du in Akranes an der Fjordmündung und in Borgarnes im Norden. Mosfellsbaer liegt etwa eine halbe Stunde südlich.

Warum sich ein Abstecher zum Hvalfjördur lohnt

Nur wenige Orte in Island bieten auf so kleinem Raum eine derartige Vielfalt – und noch weniger liegen nur eine Stunde von der Hauptstadt entfernt. In derselben ruhigen Bucht befinden sich einer der höchsten Wasserfälle des Landes, geothermisch beheizte Pools direkt am Ufer, Betonrelikte aus der Kriegszeit im Gras und ein mittelalterlicher Hafen.

Der Tunnel ist für Menschen, die es eilig haben. Überlass ihn diesen und nimm stattdessen die Route 47. Widme dem Fjord die zwei oder drei Stunden, die er verdient. Unterwegs wirst du verstehen, warum der Hvalfjördur zu den lohnendsten Fjorden Islands zählt.

Von hier aus führt die Straße weiter nach Borgarnes und zur Halbinsel Snaefellsnes. Der Hvalfjördur eignet sich somit sowohl für einen halbtägigen Ausflug von der Stadt aus als auch als erster Stopp auf einer längeren Reise durch Westisland. Touren durch Westisland folgen derselben Straße. 

Häufig gestellte Fragen
Wie spricht man Hvalfjördur aus?
Hvalfjördur wird ungefähr KWAL-fjör-thür ausgesprochen – mit einem „kw“-Laut am Anfang und einem „th“-Laut (wie im englischen Wort „the“) zu Beginn der letzten Silbe. Der Name bedeutet auf Isländisch „Walfjord“. Die Einheimischen verstehen jeden vernünftigen Versuch, du musst es also nicht perfekt aussprechen.
Wie tief ist der Hvalfjördur?
Der Hvalfjördur ist an seiner tiefsten Stelle etwa 84 Meter tief, die durchschnittliche Tiefe liegt bei rund 80 Metern. Diese Tiefe war einer der Gründe, warum die alliierten Seestreitkräfte den Fjord während des Zweiten Weltkriegs als Ankerplatz für Konvois auswählten, da große Kriegsschiffe dort sicher liegen konnten.
Wie lauten die Koordinaten des Hvalfjördur?
Hvalfjordur liegt ungefähr bei 64,383° nördlicher Breite und 21,667° westlicher Länge in Westisland zwischen Mosfellsbaer und Akranes. Die Fjordmündung liegt an der Ringstraße etwa 34 Kilometer nördlich von Reykjavik, und das Fjordende ist ungefähr eine Autostunde von der Stadt entfernt.
Was gibt es am Hvalfjördur zu sehen?
Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten liegen entlang der Straße 47, die um das Gewässer herumführt: die Kriegsruinen bei Hvitanes, die Hvammsvik Hot Springs am Südufer, der Glymur am Fjordende sowie das „War and Peace Museum” und der Bauernhof Bjarteyjarsandur an der Nordseite.
Wie lang ist der Hvalfjördur-Tunnel?
Der Hvalfjördur-Tunnel verläuft über eine Länge von rund 5,77 Kilometern unter dem Fjord hindurch und erreicht an seiner tiefsten Stelle eine Tiefe von 165 Metern unter dem Meeresspiegel. Er wurde im Juli 1998 eröffnet und verkürzte die Fahrt nach West- und Nordisland um 45 Kilometer. Die Durchquerung des Fjords dauert nun nur noch etwa sieben Minuten, während man früher eine Stunde benötigte.
Gibt es eine Maut für den Hvalfjördur-Tunnel?
Nein, der Hvalfjördur-Tunnel ist seit dem 28. September 2018 mautfrei. An diesem Tag ging er vom privaten Betreiber Spolur an die isländische Straßenverwaltung über. Der einzige mautpflichtige Tunnel Islands ist der Vadlaheidi-Tunnel im Norden. Die aktuellen Gebühren findest du in unserem Reiseführer zur Maut auf Islands Straßen.
Wie lange dauert es, den Hvalfjördur mit dem Auto zu umrunden?
Die Straße 47 führt auf einer Strecke von etwa 60 Kilometern um die Küste und erfordert etwa eine Stunde reine Fahrzeit – rund eine Stunde länger als die Fahrt durch den Tunnel. Plane insgesamt drei bis vier Stunden ein, um Zeit für die wichtigsten Stopps zu haben, oder einen ganzen Tag, wenn du eine Wanderung zum Glymur planst.
Kann man im Hvalfjördur Wale sehen?
Selten, trotz seines Namens. Die Wale waren über einen Großteil einer Generation hinweg aus dem Hvalfjördur verschwunden, doch im Jahr 2025 kehrte eine kleine Gruppe von Buckelwalen zurück. Robben sind deutlich häufiger anzutreffen, besonders bei Ebbe in den flachen Uferbereichen nahe dem Fjordende. Wenn du zuverlässige Sichtungen erleben möchtest, kannst du an einer Walbeobachtungstour ab Reykjavik teilnehmen oder Richtung Norden nach Husavik fahren.
Kann man den Hvalfjördur im Winter besuchen?
Ja. Die Straßen rund um den Hvalfjördur werden ganzjährig instand gehalten, und der dunkle Himmel macht die Region von September bis April zu einem der besten Orte für Nordlichter in der Nähe von Reykjavik. Eine Ausnahme ist die Wanderung zum Glymur: Im Winter wird der Baumstamm, der sonst zur Überquerung des Flusses dient, entfernt und die Schlucht wird gefährlich.
Lohnt sich ein Besuch am Hvalfjördur?
Ja, besonders, wenn du nur wenig Zeit hast. Der Hvalfjördur vereint einen bedeutenden Wasserfall, Thermalquellen am Meer, Kriegsgeschichte und Tierwelt und ist innerhalb einer Stunde von Reykjavik aus zu erreichen. Die landschaftlich reizvolle Straße bleibt selbst im Hochsommer ruhig. Außerdem liegt der Fjord direkt auf der Route nach Westisland.
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