Das Islandpferd | Ein umfassender Guide

Islandpferde in der Mitternachtssonne

Das Islandpferd ist für sein freundliches Wesen, seinen einzigartigen Gang und seine seit über 1.000 Jahren bewahrte reine Blutlinie bekannt. Es nimmt einen besonderen Platz im Herzen der Isländer ein. Lies weiter und erfahre, warum dieses Pferd so beliebt, einmalig und unvergesslich ist.

Robust, temperamentvoll und voller Geschichte – diese bemerkenswerte Rasse ist weit mehr als nur ein Fortbewegungsmittel. Sie ist ein Nationalschatz. Das Islandpferd ist so sehr Teil dieses vulkanischen Landes wie seine Menschen. Es kam mit den ersten Siedlern auf ihren Schiffen und ist seither ein treuer Freund und unverzichtbarer Helfer.

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Das Islandpferd hat einen besonderen Platz im Herzen der Menschen, und wenn du einem begegnest, weißt du sofort, warum. Es ist neugieriger, intelligenter und unabhängiger als viele andere Rassen – Eigenschaften, die Reittouren in Island zu einem ganz besonderen Erlebnis machen.

Doch was unterscheidet das Islandpferd wirklich von anderen Rassen? Ist es gerechtfertigt, es als Pony zu bezeichnen, oder verlangen seine Kraft und sein Temperament nach einem anderen Titel? Und wenn du davon träumst, auf dem Rücken eines Islandpferdes durch die raue Landschaft zu reiten – wo solltest du das tun? Zum Glück findest du zahlreiche Unterkünfte in Island in der Nähe beliebter Reitregionen.

 

In diesem Artikel haben wir die wichtigsten Informationen über dieses großartige Tier zusammengestellt. Wir beleuchten die Geschichte der Rasse, ihre besonderen Merkmale und die enge Beziehung zu den Menschen in Island.

Wichtige Fakten über das Islandpferd

  • Uralte und reine Rasse: Islandpferde sind seit der Wikingerzeit isoliert, Kreuzungen mit anderen Rassen sind verboten.

  • Klein, aber stark: Ponygröße, aber kraftvoll – es wird wegen seiner Stärke und Ausdauer immer als Pferd bezeichnet.

  • Fünf Gänge: Neben Schritt, Trab und Galopp beherrschen Islandpferde zwei einzigartige Gänge: den sanften Tölt und den schnellen Rennpass.

  • Für Island gemacht: Robust, trittsicher und mit dichtem Fell ausgestattet, um raues Gelände und widriges Wetter zu meistern.

  • Kultsymbol: Sie sind ein geliebtes Nationalsymbol, das in Sagas, Kunst und Alltag präsent ist.

  • Freundlich und klug: Bekannt für ihr ruhiges Wesen und die enge Bindung zu Menschen.

  • Reiten durchs Land: Beliebt für Touren durch Lavafelder, schwarze Sandstrände, grüne Täler und mehr.

Der Umgang mit Islandpferden

Beim Besuch der Sehenswürdigkeiten entlang der Ringstraße in Island wirst du oft Islandpferde sehen. Selbst wenn das Wetter nicht mitspielt, sind sie bestens für die Herausforderungen des isländischen Winters gerüstet. Wenn du ihnen begegnest, beachte bitte folgende Hinweise:

  • Vermeide es, die Pferde zu streicheln, da sie beißen oder ausschlagen könnten. Dieses Verhalten kann zu schlechten Angewohnheiten führen, die aufwendiges Training zunichtemachen und das Reiten später erschweren.

  • Füttere die Pferde nicht. Auch das kann Trainingserfolge zunichtemachen und gefährliche Verhaltensweisen gegenüber Menschen fördern. Sie haben ausreichend Futter, und zusätzliche Leckereien könnten ihrer Gesundheit schaden.

  • Gehe nicht auf Privatgelände, um Islandpferde zu sehen – sie werden überwiegend auf privatem Land gehalten.

  • Reite niemals ein Pferd ohne ausdrückliche Erlaubnis des Besitzers.

  • Nicht abrupt anhalten oder an gefährlichen Stellen parken. Parke nicht an Orten mit eingeschränkter Sicht, auf vereisten Straßen oder auf Privatgrundstücken, nur um Islandpferde zu sehen.

Wenn du Pferde in Island fotografieren möchtest, parke dein Auto legal und gut sichtbar. Um den Tieren wirklich nahe zu kommen, brauchst du die Erlaubnis des Landbesitzers – oder du buchst eine Reittour.

Die besten Reittouren

Eine Reihe von Islandpferden.

Du hast die Möglichkeit, einen Ausritt auf einem Islandpferd zu deiner Mietwagenreise hinzuzufügen oder ein Reisepaket zu buchen, bei dem du deinen Urlaub um ein Reiterlebnis bereichern kannst.

Infografik der besten Aktivitäten in Island, darunter Gletscherabenteuer, heiße Quellen und Reiten.

Die Geschichte des Islandpferdes

Islandpferd und sein Reiter

Die ersten Vertreter der Rasse kamen zwischen 860 und 935 n.Chr. mit den Wikingerschiffen der norwegischen Siedler nach Island. Auch wenn die Quellen über die genaue Abstammung uneinig sind, lassen sich viele Merkmale auf diese Ursprünge zurückführen.

Manche behaupten, die Tiere seien wegen ihrer kleinen, aber kräftigen Statur, die an ein „Islandpony“ erinnert, ausgewählt worden – ideal für die Überfahrt. Wenn man darüber nachdenkt, ist es in der Tat einfacher, ein Schiff voller Islandponys über den Ozean zu bringen, die trittsicher sind und weniger Platz benötigen.



Islandpferd im Sonnenuntergang

Seitdem hat gezielte Zucht das Islandpferd zu dem gemacht, was es heute ist. Es hat sich auch an die Umwelt angepasst und trägt im Winter ein dickes Fell, das es im Frühjahr wieder abwirft.

Starke Winde und Schneestürme machen dem Islandpferd nichts aus – es meistert beeindruckende Herausforderungen wie das Durchqueren von Gletscherflüssen und unwegsamem Gelände.

Im Jahr 982 n.Chr. erließ das isländische Parlament, das Althingi, ein Gesetz, das die Einfuhr anderer Pferderassen verbot. So blieb die Rasse über 1.000 Jahre isoliert auf der Insel.

Deshalb gilt das Islandpferd als eine der reinsten Pferderassen der Welt. Einzelne Tiere dürfen zwar exportiert werden, aber sie dürfen nie wieder zurückkehren.

Ein Islandpferd streckt sein Bein auf einer Sommerwiese.

Im Durchschnitt kann ein Islandpferd bis zu 40 Jahre alt werden, das älteste bekannte Exemplar wurde sogar 59. Doch nicht nur die körperliche Leistungsfähigkeit macht das Islandpferd so beliebt – auch sein temperamentvoller und zugleich sanfter Charakter wird von den Isländern sehr geschätzt.

Diese Tiere sind in ihrer natürlichen Umgebung nie Raubtieren begegnet. Deshalb sind sie kaum schreckhaft – und daher besonders zutraulich und freundlich.

Was sind die besonderen Merkmale des Islandpferdes?

Reite nicht namenlos durch Islands schwarze Wüste.

Die Eigenschaften des Islandpferdes sind einzigartig. Besonders hervorzuheben sind die fünf Gänge. Andere Pferderassen verfügen dagegen meist nur über die drei Grundgangarten Schritt, Trab und Galopp. Das Islandpferd beherrscht zusätzlich zwei weitere Gänge: den Tölt und den Rennpass („Skeid”). Die Fähigkeit, diese beiden Gänge zu zeigen, ist entscheidend für den Wert eines Pferdes.

Was sind das für Gangarten? Wie funktionieren sie? Und vor allem: Wie fühlen sie sich an?

Der Tölt ist ein Viertakt-Gang, der für seine Geschwindigkeit und seinen außergewöhnlichen Reitkomfort bekannt ist. Stell dir einen besonders sanften Trab vor, bei dem du schnell und bequem vorankommst.

Der Rennpass („skeid”) hingegen ist ein schneller Zweitakt-Gang, bei dem alle vier Hufe kurzzeitig in der Luft sind. Dieser rasante Gang fühlt sich an wie Fliegen – mit Geschwindigkeiten von bis zu 48 Kilometern pro Stunde.

Neben den besonderen Gangarten zeichnet sich das Islandpferd auch durch seine große Vielfalt an Fellfarben aus. Es gibt über 40 Grundfarben und mehr als 100 Variationen. Die Isländer glauben sogar, dass die Fellfarbe etwas über den Charakter des Pferdes aussagt. Doch nicht nur die Farbe macht das Islandpferd einzigartig.

Rot, braun, weiß und rosa sind einige der vielen Grundfarben des Islandpferdes.

Nun ist es an der Zeit, die große Frage zu klären: Ist das Islandpferd ein Pony oder ein Pferd? Unser Tipp: Stelle diese Frage niemals einem Isländer!

Aber da wir schon dabei sind: Ponys sind kleiner als Pferde (unter 144 Zentimeter) und stämmiger, mit dichterer Mähne, Fell und Schweif. Die Isländer argumentieren jedoch leidenschaftlich, dass das Islandpferd die Intelligenz, Kraft und Eigenschaften eines echten Pferdes besitzt.

Das Islandpferd in Mythologie und Folklore

Vier Islandpferde galoppieren frei über eine blühende Wiese.Der Nationalstolz auf das Islandpferd reicht bis in die Zeit der Besiedlung zurück. Das Pferd ist mehr als nur ein Fortbewegungsmittel – es ist ein Symbol der kulturellen Identität. Mit den ersten Siedlern kamen nicht nur die Pferde, sondern auch Geschichten, Mythen und Verehrung, die das Verhältnis der Isländer zu diesen Tieren bis heute prägen.

Im Laufe der Geschichte wurde das Islandpferd als zuverlässiger Helfer, treuer Gefährte und spirituelle Präsenz gefeiert. Laut Gragas, dem ersten isländischen Gesetzbuch, gehörte Pferdediebstahl zu den schwersten Vergehen und wurde mit Verbannung bestraft.

In der Wikingerzeit konnten Gesetzlose auf der Stelle getötet werden. Dass Pferdediebstahl mit derart harten Strafen geahndet wurde, zeigt, wie tief dieses Tier im Leben und Überleben der Menschen in Island verwurzelt war.

Holzskulptur eines Islandpferdes vor verschneiten Bergen.In der nordischen Mythologie galten Pferde als kosmische Wesen. Odins achtbeiniges Pferd Sleipnir konnte sowohl die reale als auch die spirituelle Welt durchqueren. Laut isländischer Sage soll Sleipnirs Hufabdruck die hufeisenförmige Schlucht von Asbyrgi im Norden Islands geformt haben – ein Ort, der bis heute für seine mystische Schönheit verehrt wird.

Auch im Tod spielte das Pferd eine Rolle: Bei Wikingerbestattungen wurden nur Könige und Häuptlinge mit ihren Pferden begraben – ein heiliger Akt, der die spirituelle Bedeutung des Tieres unterstrich. In einer Gesellschaft, die glaubte, dass die Toten in eine andere Welt reisen, galt das Pferd als idealer Begleiter.

Islandpferde grasen auf grüner Wiese vor einem Wasserfall mit Regenbogen.Die Isländer verehren ihr Nationalpferd bis heute. Diese Wertschätzung zeigt sich in Geschichten, Namensgebung und Reittraditionen – ein Zeichen für die tiefe Verbundenheit zwischen Mensch und Pferd.

Von Pferden und Menschen – Wo du Islandpferde sehen kannst

Wie heiße ich?

Früher war das Pferd für das Überleben der Isländer unverzichtbar – es war das wichtigste und oft lebensrettende Transportmittel.

Viele Geschichten berichten von Reitern, die sich in Schneestürmen in Islands Wildnis verirrten. In diesen Erzählungen hielt das Pferd sie warm, bis Hilfe kam, oder fand selbst den Weg nach Hause und brachte den erschöpften Reiter in Sicherheit.

Mit dem Ausbau der Straßen und neuen Transportmitteln im 20. Jahrhundert wurde das Pferd zwar weniger gebraucht, doch es spielt weiterhin eine wichtige Rolle im Leben der Isländer.

Heute werden Islandpferde noch immer zum Schaftrieb im Hochland eingesetzt, viele werden auch zum Freizeit- und Sportreiten gehalten. Reitunterricht ist bei Kindern in der Stadt und auf dem Land beliebt, und seit dem späten 19. Jahrhundert gibt es jährlich Wettbewerbe im Rennen und Showreiten.

Moderne isländische Freizeitreiter am Skogafoss

Mit dem Tourismusboom ist die Nachfrage nach guten Reitpferden stark gestiegen. Wer Island wirklich erleben will, sollte die Natur einmal vom Rücken eines Islandpferdes aus genießen!

Reittouren bieten die Möglichkeit, Islands einzigartige Landschaften zu erkunden.
So kannst du das Land erleben wie die ersten Siedler – eine Tradition, die bis heute fortlebt.

FAQs zum Islandpferd

Noch Fragen zum Islandpferd? Hier findest du Antworten auf die häufigsten Fragen rund um die ikonische isländische Pferderasse.

Sind Islandpferde leicht zu reiten?

Ja. Ihr ruhiges Wesen und der bequeme Gang machen sie sowohl für Anfänger als auch für erfahrene Reiter ideal.

Wo kann man in Island am besten Islandpferde reiten?

Rund um Reykjavik, durch Lavafelder oder an den schwarzen Stränden bei Vik findest du tolle Reittouren. Viele Reisepakete bieten die Möglichkeit, Reiten hinzuzubuchen.

Stimmt es, dass Islandpferde nach dem Export nie zurückkehren dürfen?

Ja. Zum Schutz der Rasse und zur Vermeidung von Krankheiten verbietet das isländische Gesetz die Wiedereinfuhr exportierter Pferde.

Dürfen Kinder Islandpferde reiten?

Absolut. Ihre geringe Größe und das freundliche Wesen machen sie ideal für Kinder und Familien.

Haben die Namen der Islandpferde eine Bedeutung?

Ja. Die Namen spiegeln oft Farbe, Charakter oder Mythologie wider. Ein nationales Namenskomitee regelt sogar, wie sie heißen dürfen. Zwei der beliebtesten Namen sind Perla (weiblich, Perle) und Blesi (männlich, bezeichnet eine helle Stelle im Gesicht des Pferdes).

Islandpferde erleben

Im Winter auf einer isländischen Bergstraße unterwegs

Islandpferde sind mehr als nur eine Rasse – sie sind ein lebendiges Zeugnis für Islands Geschichte, Kultur und Geist. Ihre besonderen Gangarten, ihre Robustheit und ihr freundliches Wesen machen sie zu beliebten Begleitern und Symbolen isländischen Stolzes.

Bist du schon einmal auf einem Islandpferd geritten? Teile deine Erfahrungen unten in den Kommentaren!

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