Das Islandpferd | Ein umfassender Guide

Letzte Aktualisierung: 8. Mai 2026
Salvör Bergmann
Verifizierter Experte
Letzte Aktualisierung: 8. Mai 2026

Islandpferde ruhen sich auf einer grünen Wiese aus. Im Hintergrund sind bei Sonnenuntergang Berge und ein goldener Himmel zu sehen.

Entdecke das Islandpferd, eine der ältesten und reinsten Pferderassen der Welt. Mit seinem sanften Wesen, den einzigartigen Gangarten und seiner kompakten Größe bietet es ein Reiterlebnis wie keine andere Rasse. Erfahre, was das Islandpferd so besonders macht und wie du beim Reiten durch Islands Landschaften unvergessliche Eindrücke sammeln kannst.

Die meisten Besucher begegnen Islandpferden zum ersten Mal auf Reittouren in Island. Beliebte Routen führen durch Lavafelder bei Reykjavik, entlang der schwarzen Sandstrände von Vik und durch weite Täler bei Hveragerdi.

Du kannst eine Reittour ganz einfach zu den meisten Mietwagenreisen in Island hinzufügen oder in Unterkünften nahe beliebter Reitgebiete übernachten.

Islandpferde haben ein ganz besonderes Wesen, das sich deutlich von anderen Rassen unterscheidet. Sie sind neugierig, ruhig und erstaunlich zutraulich. Diese Pferde leben seit Jahrhunderten ohne natürliche Feinde, was sich in ihrem Umgang mit Menschen widerspiegelt.

Warum du unseren Inhalten vertrauen kannst

Guide to Iceland ist die vertrauenswürdigste Reiseplattform Islands und hilft jedes Jahr Millionen von Besuchern. Alle Inhalte werden von lokalen Experten verfasst und geprüft, die Island bestens kennen. Du kannst dich auf aktuelle, genaue und verlässliche Reisetipps verlassen.

Bist du bereit, deinen Ausritt zu planen? Lies weiter und erfahre mehr über die Geschichte der Rasse, ihre einzigartigen Merkmale und die besten Orte, um Islandpferde im ganzen Land zu erleben.

 

Wichtige Fakten über das Islandpferd

  • Islandpferde sind reinrassig. Sie sind seit der Wikingerzeit von allen anderen Rassen isoliert.

  • Sie sind klein, werden aber immer als Pferde bezeichnet – niemals als Ponys.

  • Pferde in Island beherrschen fünf Gangarten, darunter zwei, die keine andere Rasse hat: den sanften Tölt und den schnellen Rennpass (Skeid).

  • Islandpferde haben ein doppellagiges Fell, einen kompakten Körperbau und sind trittsicher – perfekt angepasst an Islands raues Gelände und wechselhaftes Wetter.

  • Das Islandpferd ist ein Nationalsymbol und taucht in Sagas, der nordischen Mythologie sowie in isländischer Kunst und Tradition auf.

  • Diese Pferde sind für ihre ruhige, neugierige und menschenfreundliche Art bekannt und eignen sich für Reiter aller Erfahrungsstufen.

  • Geführte Reittouren werden in ganz Island angeboten – von vulkanischen Lavafeldern über Küstenstrände bis zu Tälern im Hochland.

Der Umgang mit Islandpferden

Während du die Sehenswürdigkeiten entlang der Ringstraße passierst, wirst du oft Islandpferde sehen. Selbst bei schlechtem Wetter grasen sie unbeeindruckt – geformt von tausend Jahren isländischem Winter.

Wenn du ihnen wirklich nahekommen möchtest, ist eine geführte Reittour die beste Wahl. Wenn du ihnen am Straßenrand begegnest, beachte bitte folgende Hinweise:

  • Vermeide es, die Pferde zu streicheln. Sie könnten beißen oder ausschlagen, und unerwünschter Kontakt kann teure Ausbildungen zunichtemachen und gefährliche Gewohnheiten für künftige Reiter schaffen.

  • Füttere die Pferde nicht. Zusätzliches Futter kann ihrer Gesundheit schaden und ihre Ausbildung ebenso beeinträchtigen wie Streicheln.

  • Betritt kein Privatgrundstück, um Islandpferde zu beobachten. Die meisten Tiere stehen auf privatem Land.

  • Reite niemals ein Pferd ohne ausdrückliche Erlaubnis des Besitzers.

  • Halte nicht abrupt an oder parke gefährlich, um die Pferde aus der Nähe zu sehen. Vermeide Stopps auf vereisten Straßen, an unübersichtlichen Stellen oder auf Privatgrundstücken.

Wenn du Pferde in Island fotografieren möchtest, suche dir einen legalen Parkplatz mit guter Sicht. Um den Tieren wirklich nahe zu kommen, benötigst du entweder die Erlaubnis des Landbesitzers oder du buchst eine Reittour.

Die Geschichte des Islandpferdes

Ein Reiter auf einem Islandpferd galoppiert über einen schwarzen Sandstrand, während sich die Berge im flachen Wasser spiegeln.Die Geschichte des Islandpferdes ist eng mit der Besiedlung Islands verbunden. Von Wikingern vor über tausend Jahren eingeführt, ist die Rasse bis heute nahezu unverändert geblieben – geprägt von Isolation, rauen Bedingungen und einer tiefen Verbindung zur isländischen Kultur.

Die ersten Tiere kamen zwischen 860 und 935 n. Chr. mit den Wikingerschiffen der nordischen Siedler nach Island. Über die genaue Abstammung gibt es unterschiedliche Meinungen, doch viele der prägenden Merkmale lassen sich auf diese ersten Tiere zurückführen.

Einige Berichte deuten darauf hin, dass die Pferde auch wegen ihrer kompakten Größe ausgewählt wurden – sie waren als Fracht auf offener See einfach praktischer. Ein kleineres, robustes Tier ließ sich leichter über den Nordatlantik transportieren.



Ein Islandpferd steht auf einer Wiese bei Sonnenuntergang

Seit ihrer Ankunft haben gezielte Zucht und natürliche Anpassung das Islandpferd zu dem gemacht, was es heute ist. Es bekommt jedes Jahr ein dickes Winterfell und verliert es im Frühling. Starke Winde und Schneestürme machen ihm nichts aus. Es kann durch Gletscherflüsse waten und Gelände überwinden, das andere Rassen stoppen würde.

Im Jahr 982 n. Chr. erließ das isländische Parlament, das Althingi, ein Gesetz, das die Einfuhr anderer Pferderassen verbot. So blieb das Islandpferd über tausend Jahre isoliert und ist heute eine der reinsten Pferderassen der Welt.

Ein durchschnittliches Islandpferd kann bis zu 40 Jahre alt werden, das älteste bekannte erreichte sogar 59 Jahre. Einzelne Tiere dürfen exportiert werden, aber wenn sie Island einmal verlassen haben, dürfen sie nie wieder zurückkehren. Diese Regel schützt die Rasse vor Krankheiten und erhält die Blutlinie.

Mythologie und Folklore rund um das Islandpferd

Vier Islandpferde galoppieren frei über eine Wiese voller weißer Wildblumen.

Der Nationalstolz auf das Islandpferd reicht bis in die Zeit der Besiedlung Islands zurück. Das Pferd war nie nur ein Fortbewegungsmittel, sondern auch ein Symbol der kulturellen Identität. Die ersten Siedler brachten Geschichten und Ehrfurcht mit, die das Verhältnis der Isländer zu diesen Tieren bis heute prägen.

Im Laufe der Geschichte wurde das Pferd als treuer Diener, loyaler Gefährte und als spirituelle Präsenz gefeiert. Laut Gragas, dem ersten isländischen Gesetzbuch, galt Pferdediebstahl als eines der schwersten Vergehen und wurde mit Verbannung bestraft.

In der Wikingerzeit durften Gesetzlose auf der Stelle getötet werden – ein Zeichen dafür, wie eng das Pferd mit dem Überleben und dem Alltag der Isländer verwoben war.

Holzskulptur eines Islandpferdes in einer malerischen isländischen Landschaft mit schneebedeckten Bergen im Hintergrund.

In der nordischen Mythologie waren Pferde kosmische Wesen. Odins achtbeiniges Pferd Sleipnir konnte sowohl die physische als auch die spirituelle Welt durchqueren. Laut lokaler Legende entstand die hufeisenförmige Schlucht Asbyrgi in Nordisland durch Sleipnirs Hufabdruck – ein Ort, der bis heute für seine mystische Schönheit verehrt wird.

Bei Wikingerbestattungen wurden nur Könige und Häuptlinge mit ihren Pferden begraben – ein heiliger Akt, der die spirituelle Bedeutung des Tieres unterstrich. Ein vertrautes Pferd galt als idealer Begleiter auf dem Weg ins Jenseits.

Islandpferde grasen auf grünem Gras nahe eines Wasserfalls mit Nebel und Regenbogen im Hintergrund.

Diese Ehrfurcht lebt bis heute in Namensgebungen, Reitkultur und Geschichten weiter – ein stilles, aber beständiges Band zwischen modernen Isländern und ihren Vorfahren.

Wo du Islandpferde in Island sehen und reiten kannst

Moderne isländische Freizeitreiter auf Pferden nahe dem Skogafoss-Wasserfall an der Südküste

Islandpferde findest du im ganzen Land, nicht nur in einer bestimmten Region. Ob du die Ringstraße entlangfährst oder eine bestimmte Gegend erkundest – du wirst immer wieder an Weiden und Höfen vorbeikommen, auf denen sie frei grasen.

Hier sind die wichtigsten Regionen, in denen du Islandpferde erleben kannst – entweder auf einer Tour oder beim Vorbeifahren:

  • Reykjavik. Rund um die Hauptstadt gibt es mehrere Reithöfe. Für Einsteiger ist dies der zugänglichste Ort, um in Island zu reiten. Die Touren führen meist durch Lavafelder und entlang der Küste, nur eine kurze Fahrt von Reykjavik entfernt.

  • Die Südküste. Entlang der Südküste zwischen Reykjavik und Vik gibt es zahlreiche Reithöfe. Hier kannst du an schwarzen Sandstränden reiten und Gletscher sowie Wasserfälle bestaunen – eine der landschaftlich schönsten Regionen für Reittouren.

  • Die Westfjorde. Die Westfjorde haben eine lange Pferdetradition. Viele Höfe züchten seit Generationen Islandpferde, und die unberührte, abgelegene Landschaft macht das Reiten hier zu einem unvergesslichen Erlebnis.

  • Nordisland. Die weiten Täler und offenen Flächen rund um Akureyri und Myvatn sind beliebt für mehrtägige Reittouren. Hier befinden sich einige der traditionsreichsten Pferdehöfe Islands.

  • Das Hochland. Im Hochland werden Pferde noch heute für die Arbeit genutzt, besonders beim jährlichen Schafabtrieb im Herbst. Reittouren ins Landesinnere bieten die dramatischsten Landschaften Islands.

  • Ostisland. Die Ostfjorde sind ruhiger und weniger besucht, aber überall findest du Pferdehöfe. Ideal für Reisende, die den Osten der Ringstraße erkunden.

Reitunterricht ist bei isländischen Kindern sehr beliebt. Seit Ende des 19. Jahrhunderts finden jährlich Pferderennen und Reitvorführungen statt. Mit dem Tourismusboom der letzten Jahrzehnte ist das Reiten auf Islandpferden eine der authentischsten Möglichkeiten geblieben, das Land zu erleben.

Die besten Reittouren in Island

Eine Reihe von Islandpferden, gesattelt und bereit für Reiter bei einer Reittour in Reykjavik

Du kannst einen Reitausflug zu vielen Mietwagenreisen hinzufügen oder Reisepakete buchen, bei denen das Reiten in Island bereits im Programm enthalten ist. Hier drei besonders beliebte Optionen:

Die einzigartigen Merkmale und Gangarten des Islandpferdes

Nahaufnahme eines Islandpferdes mit dichter Mähne auf einer Wiese mit Wasserfall und Hügeln im Hintergrund

Das Islandpferd unterscheidet sich deutlich von fast allen anderen Rassen weltweit. Seine Gangarten, körperlichen Merkmale und sein Charakter sind das Ergebnis von über tausend Jahren Inselleben. Das macht es so einzigartig:

  • Fünf Gangarten, davon zwei einzigartig. Die meisten Rassen kennen drei: Schritt, Trab und Galopp. Das Islandpferd beherrscht zusätzlich den Tölt – einen sanften Viertaktgang – und den Skeid, einen schnellen Zweitakt-Rennpass, bei dem alle vier Hufe gleichzeitig den Boden verlassen.

  • Über 40 offizielle Fellfarben und mehr als 100 anerkannte Variationen. Isländer glauben, dass die Fellfarbe den Charakter widerspiegelt – viele Namenstraditionen drehen sich darum.

  • Klein, aber niemals Islandpony genannt. Genetik, Intelligenz und Kraft machen das Islandpferd eindeutig zum Pferd – das sieht auch die internationale Reiterwelt so.

  • Von Natur aus ruhig und menschenbezogen. Ohne natürliche Feinde in Island sind diese Pferde kaum schreckhaft und suchen oft selbst den Kontakt zu Fremden.

  • Bekannt für enge Bindungen zu ihren Menschen. Das ist einer der Gründe, warum das Reiten auf einem Islandpferd sich so besonders anfühlt.

  • Langlebig und für harte Bedingungen gemacht. Doppellagiges Fell, kompakter Körperbau und Trittsicherheit sorgen für Ausdauer selbst im anspruchsvollsten Gelände Islands.

Besuche das Islandpferd

Eine Gruppe von Islandpferden mit Reitern folgt einem Bergpfad im winterlichen Island

Islandpferde sind mehr als nur eine Rasse – sie sind ein lebendiges Stück isländischer Geschichte, Kultur und Identität. Ihre fünf Gangarten, ihre Widerstandsfähigkeit und ihr ausgeglichener Charakter machen sie zu beliebten Begleitern und zu einem der beständigsten Symbole Islands.

Ob du sie grasend an der Ringstraße siehst, ihnen auf Südküsten-Touren begegnest oder selbst bei Reykjavik aufsattelst – eine Begegnung mit dem Islandpferd bleibt unvergesslich.

Häufig gestellte Fragen
Sind Islandpferde ideale Pferde für Anfänger?
Ja, das Islandpferd ist aufgrund seines ruhigen und freundlichen Wesens perfekt für Anfänger geeignet. Da sich die Rasse ohne natürliche Feinde entwickelt hat, erschrecken Islandpferde seltener als viele andere Pferderassen. Außerdem sorgt der weiche Tölt dafür, dass das starke Auf und Ab eines klassischen Trabes entfällt, sodass auch unerfahrene Reiter bequem und sicher im Sattel sitzen können. Viele Reittouren in Island sind speziell für Anfänger konzipiert.
Wo sind die besten Orte zum Reiten in Island?
Die besten Orte zum Reiten in Island befinden sich außerhalb von Reykjavik, an den schwarzen Sandstränden der Südküste und in den weiten Tälern Nordislands. Reitställe in der Nähe der Hauptstadt bieten leicht erreichbare Tagestouren an, während die Gegend rund um Vik besonders für Ausritte entlang der Küste bekannt ist.
Können Kinder an Reittouren in Island teilnehmen?
Ja, Kinder können an Reitausflügen in Island teilnehmen. Durch ihr sanftes Wesen und ihre kleinere Größe sind Islandpferde ideal für Kinder geeignet. Viele Reitställe bieten familienfreundliche Touren an, wie zum Beispiel diesen Ausritt durch die Lavafelder ab Reykjavik, bei dem das Mindestalter bei 6 Jahren liegt.
Stimmt es, dass Islandpferde nicht mehr zurückkehren dürfen, wenn sie Island einmal verlassen haben?
Ja. Nach isländischem Gesetz darf kein Pferd nach Island zurückkehren, sobald es das Land verlassen hat. Diese Regel schützt die Rasse vor Krankheiten und bewahrt die reine Blutlinie, die seit über 1.000 Jahren isoliert geblieben ist. Aus demselben Grund darf auch Ausrüstung, die im Ausland verwendet wurde, nicht wieder nach Island eingeführt werden.
Was bedeuten die Namen von Islandpferden?
Die Namen von Islandpferden beschreiben meist die Fellfarbe des Pferdes, eine Charaktereigenschaft oder eine Figur aus der nordischen Mythologie. Blesi ist zum Beispiel ein häufiger Name für einen Hengst mit einer weißen Blesse im Gesicht, während Perla („Perle“) oft für hellfarbige Stuten verwendet wird. Interessanterweise werden Pferdenamen von einem nationalen Namenskomitee reguliert, um sicherzustellen, dass sie den isländischen Sprachtraditionen entsprechen.

Bist du schon einmal auf einem Islandpferd geritten? In welchem Teil Islands warst du unterwegs und würdest du wieder in Island reiten? Teile deine Erfahrungen unten in den Kommentaren!

Salvör Bergmann
Salvör Bergmann
Verifizierter Experte
Über den Autor

I’m a writer and filmmaker from Reykjavík with a background in film studies and directing. I focus on stories that give voice to overlooked perspectives—both in my short films and in my writing about Iceland’s culture, places, and people.

Mehr vom Autor
Link to appstore phone
Installiere Islands größte Reise-App

Lade Islands größten Reisemarktplatz auf dein Handy herunter, um deine gesamte Reise an einem Ort zu verwalten

Scanne diesen QR-Code mit der Kamera deines Handys und klicke auf den angezeigten Link, um Islands größten Reisemarktplatz in deine Tasche zu laden. Füge deine Telefonnummer oder E-Mail-Adresse hinzu, um eine SMS oder E-Mail mit dem Download-Link zu erhalten.