Wo liegt Island?

Letzte Aktualisierung: 19. Mai 2026
Arnar Tómas Valgeirsson
Verifizierter Experte
Letzte Aktualisierung: 19. Mai 2026

Eine Karte von Island mit markanten Orten.Island ist als außerirdisch anmutende Insel voller Naturwunder bekannt und hat sich in den letzten Jahren zu einem äußerst beliebten Reiseziel entwickelt. Doch wo genau liegt diese Insel?

„Wo liegt Island?“ ist eine Frage, die Isländer überraschend häufig hören, wenn sie ins Ausland reisen.  Der kleine Inselstaat stand bereits mehrfach im internationalen Rampenlicht – unter anderem wegen Naturphänomenen wie dem Vulkan Eyjafjallajökull, der vor einigen Jahren den Flugverkehr lahmlegte, oder wegen atemberaubender Aufnahmen der Nordlichter, die in den sozialen Medien kursieren. Dennoch scheint der genaue Standort Islands für manche ein Rätsel zu bleiben.

Island liegt im Nordatlantik.

Bild von Wikimedia, Creative Commons, von Mdf.

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Dort liegt Island auf der Weltkarte – direkt neben Grönland. Island, oft als „Land aus Eis und Feuer“ bezeichnet, ist eine kleine Inselnation, die für ihre atemberaubenden Landschaften, ihr reiches Wikinger-Erbe und ihre beeindruckende Natur bekannt ist.

Island ist das Traumziel für alle, die spektakuläre Sehenswürdigkeiten wie die Eisberge der Jökulsarlon-Gletscherlagune oder die rohe Kraft des Dettifoss-Wasserfalls erleben möchten. Manche Reisende erkunden das Land gerne, indem sie ein Auto mieten oder eine der vielen fantastischen Mietwagenreisen unternehmen. Andere wiederum bevorzugen die Begleitung eines lokalen Experten – besonders praktisch bei Tagestouren zu aktiven Vulkanen.

 

In diesem Artikel gehen wir der Frage nach, wo Island liegt – und zwar aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln. Am Ende bist du fast schon ein Island-Experte. Los geht’s!

Wo liegt Island geografisch?

Die Brücke zwischen den Kontinenten symbolisiert die Verbindung zwischen Eurasien und Nordamerika.

Island liegt im Nordatlantik, nordwestlich von Großbritannien und Irland, westlich von Norwegen und südöstlich von Grönland. Geologisch gesehen befindet sich Island auf dem Mittelatlantischen Rücken, einer tektonischen Grenze zwischen der Nordamerikanischen und der Eurasischen Platte.

Der Mittelatlantische Rücken verläuft durch Island.

Foto von Wikimedia, Creative Commons, von USGS.

Der Mittelatlantische Rücken verläuft mitten durch Island, von Südwesten nach Nordosten, und macht die Insel zu einem der wenigen Orte auf der Welt, an denen man diese Plattengrenze über dem Meeresspiegel sehen kann.

Das Auseinanderdriften dieser beiden Kontinentalplatten ist im Thingvellir-Nationalpark sichtbar, wo die große Spalte Almannagja die östliche Grenze der Nordamerikanischen Platte markiert. Die Brücke zwischen den Kontinenten auf der Reykjanes-Halbinsel symbolisiert die Verbindung zwischen den beiden Kontinenten.

Der Berg Litli-Hrutur und der Vulkanausbruch 2023 mit starker Gasentwicklung

Islands Lage auf diesem Graben ist der Grund für die einzigartige geologische Aktivität – darunter zahlreiche aktive Vulkane und die Nutzung von Erdwärme. Die beiden tektonischen Platten driften auseinander, bewegen sich also voneinander weg. Dabei steigt Magma aus dem Erdmantel auf und füllt den entstehenden Spalt, was zu Vulkanausbrüchen führt.

Es gibt etwa 130 Vulkane in Island, von denen die meisten aktiv sind. Jeder dieser Vulkane ist einzigartig und kann ganz unterschiedliche Ausbruchsarten hervorbringen.

Der jüngste Ausbruch in Island ereignete sich auf der Reykjanes-Halbinsel, als sich am Fuß des kleinen Berges Litli-Hrutur, Islands jüngstem Vulkan, eine Erdspalte öffnete.



Eine Karte der tektonischen Platten. Beachte Islands Lage auf dem Mittelatlantischen Rücken.

Bild von Wikimedia, Creative Commons, von M. Bitton.

Die vulkanische Aktivität ist auch der Grund für die enorme geothermische Energie in Island. Mit dieser erzeugen die Isländer Strom und beheizen ihre Häuser. Die Blaue Lagune, Islands beliebteste Attraktion, entstand durch das Abwasser eines Geothermalkraftwerks.

Neben der vulkanischen Aktivität haben viele weitere Naturkräfte zur spektakulären Landschaft Islands beigetragen, für die das Land berühmt ist. Die Fjadrargljufur-Schlucht ist ein Beispiel für eine von einem Fluss geformte Schlucht – ihre gewundene Form ist beeindruckend!

Liegt Island im Polarkreis?

Der größte Teil Islands liegt nicht innerhalb des Polarkreises, der bei etwa 66,5 Grad nördlicher Breite beginnt. Die kleine Insel Grimsey, die zu Island gehört und vor der Nordküste der Hauptinsel liegt, befindet sich jedoch innerhalb des Polarkreises.

Islands nördliche Lage sorgt dafür, dass das Land die Mitternachtssonne erleben kann. Dieses Naturphänomen tritt in den Sommermonaten in Regionen nahe des Polarkreises oder des antarktischen Kreises auf. Dort bleibt die Sonne auch um Mitternacht noch sichtbar.

In Island ist die Mitternachtssonne von Ende Mai bis Ende Juli zu beobachten. Der längste Tag des Jahres fällt auf die Sommersonnenwende um den 21. Juni, wenn die Sonne kaum untergeht. In dieser Zeit ist es sogar um Mitternacht hell genug, um draußen zu lesen!

Wann wurde Island entdeckt?

Eine alte Illustration von Island.

In der antiken und mittelalterlichen Literatur wurde der Name Thule für den damals nördlichsten bekannten Ort verwendet – eine Insel irgendwo nördlich von Großbritannien. Dieser ferne Ort jenseits der bekannten Welt wurde unterschiedlich interpretiert, etwa als Orkney-Inseln, Grönland oder eben Island.

Island war den Europäern bis ins späte 9. Jahrhundert unbekannt, als es von nordischen Entdeckern gesichtet wurde.

Als erster Entdecker Islands gilt Naddodd, ein Wikinger aus Norwegen. Auf dem Weg von Norwegen zu den Färöern geriet er in schlechtes Wetter, kam vom Kurs ab und landete an der Ostküste Islands. Er ließ sich dort zwar nicht nieder, gab der Insel aber den Namen Snaeland, also „Schneeland“.

Nach Naddodds Entdeckung segelte der schwedische Wikinger Gardar Svavarsson als Erster gezielt nach Island. Er umrundete die Insel, stellte fest, dass es sich tatsächlich um eine Insel handelte, und verbrachte dort einen Winter – ließ sich aber nicht dauerhaft nieder. Er nannte sie „Gardars Insel“ oder „Gardarsholmur“ im Altisländischen. Nicht gerade bescheiden, oder?

Eine Statue von Ingolfur Arnarson, Islands erstem Siedler, auf dem Arnarholl in Reykjavik.Floki Vilgerdarson war der erste Nordmann, der gezielt nach Island segelte, um sich dort niederzulassen. Seine Geschichte erklärt auch, warum Island „Island“ heißt.

Als „Raben-Floki“ bekannt, nutzte er drei Raben, um die Insel auf seiner Reise zu finden. Nach einem harten Winter und mangelhafter Vorbereitung entschied er sich jedoch, wieder abzureisen. Er nannte das Land Island (englisch: Iceland, also „Eisland“) – eine Anspielung auf die eisigen Bedingungen, die er dort vorfand.

Als erster dauerhafter Siedler Islands gilt Ingolfur Arnarson, der mit seiner Familie und seinem Besitz aus Norwegen kam, inspiriert von den Berichten früherer Entdecker. Er ließ sich im Jahr 874 n.Chr. im Südwesten der Insel nieder, an dem Ort, der heute als Reykjavik, die Hauptstadt Islands, bekannt ist.

Gehört Island zu Skandinavien?

Blick auf die Innenstadt von Reykjavík von der Kirche Hallgrimskirkja aus.Island ist ein nordisches Land mit engen historischen, kulturellen, sprachlichen und politischen Verbindungen zu den anderen nordischen Ländern – Dänemark, Norwegen, Schweden und Finnland – sowie zu den autonomen Gebieten Åland, Grönland und den Färöern. Seit 1262 stand Island zunächst unter norwegischer und später unter dänischer Herrschaft. Erst 1904 erhielt es Selbstverwaltungsrechte von Dänemark und wurde 1944 vollständig unabhängig.

Der Begriff „Skandinavien“ wird oft als Synonym für die nordischen Länder verwendet, bezeichnet technisch gesehen aber nur Dänemark, Norwegen und Schweden. Aufgrund der kulturellen und historischen Verbindungen werden im weiteren und internationalen Verständnis jedoch auch Finnland und Island häufig dazugezählt.

Island ist Mitglied im Nordischen Rat und im Nordischen Ministerrat – zwei Foren, die die Zusammenarbeit der nordischen Länder in Bereichen wie Kultur, Forschung und Politik fördern.

Welche Sprache spricht man in Island?

Die Flaggen der nordischen Länder.Als Island besiedelt wurde, sprachen die Bewohner Skandinaviens eine gemeinsame Sprache: das Altnordische. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich daraus eine Vielzahl moderner Sprachen wie Schwedisch, Dänisch, Norwegisch, Färöisch und Isländisch.

Die isländische Sprache hat von allen germanischen Sprachen die größten Ähnlichkeiten mit dem Altnordischen bewahrt, sowohl in der Grammatik als auch im Wortschatz. Das liegt unter anderem daran, dass die Isländer im Vergleich zu ihren skandinavischen Nachbarn isolierter lebten und somit weniger fremde Einflüsse auf ihre Sprache wirkten.

Moderne Isländer können altnordische Texte noch immer recht gut lesen und verstehen, was ein Beweis für die konservative Entwicklung der isländischen Sprache ist.

Unter den nordischen Sprachen ähnelt Färöisch dem Isländischen am meisten, sodass Sprecher beider Sprachen sich teilweise verständigen können. Das gegenseitige Verständnis fällt beim Lesen meist leichter als beim Hören, da sich die Aussprache unterscheidet.

Aktivitäten in Island

Hier sind einige der Dinge, die du während einer Islandreise erleben kannst.

Entspanne in wunderschönen heißen Quellen

Badegäste in den Hvammsvik Hot Springs.Island ist voller heißer Quellen, die für fantastische Badeerlebnisse sorgen. Es gibt nichts Schöneres, als in geothermisch erwärmtem Wasser zu entspannen und dabei die spektakuläre Landschaft zu genießen. Besonders beliebt sind die Blaue Lagune und die Sky Lagoon und die neu eröffneten Hvammsvik Hot Springs. Sie alle bieten einzigartige Highlights, die du mit Touren zu heißen Quellen buchen kannst.



Bestaune die Nordlichter

Die Nordlichter sind ein spektakuläres Naturphänomen.Zu den spektakulärsten Erlebnissen in Island zählt das farbenfrohe Schauspiel der Nordlichter am Nachthimmel. Sie sind nur außerhalb der Sommermonate sichtbar und zählen zu den Hauptgründen, warum Menschen aus aller Welt nach Island reisen, um an Nordlichter-Touren teilzunehmen. Denke daran, dich von der Lichtverschmutzung der Städte zu entfernen, um die Polarlichter in voller Pracht zu sehen.



Erkunde den Goldenen Kreis

Das Geysir-Geothermalgebiet ist Teil des Goldenen Kreises.

Der Goldene Kreis ist eine beliebte Sightseeing-Route zu drei der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Islands: dem heißen Quellgebiet Geysir, dem majestätischen Gullfoss-Wasserfall und dem Thingvellir-Nationalpark. Eine Golden-Circle-Tour ist eine tolle Möglichkeit, diese Naturwunder zu erleben.

Besuche eine Eishöhle

Hast du schon einmal eine Eishöhle betreten?

In den zahlreichen Gletschern Islands verbergen sich faszinierende Eishöhlen – beeindruckende Naturwunder, die einen Einblick in die Kunst der Natur bieten. Eine Eishöhlen-Tour ist ein einzigartiges Abenteuer in einer gefrorenen Welt.

Spaziere über den schwarzen Sandstrand Reynisfjara

Reynisfjara wirkt wie von einem anderen Planeten.

Die meisten Strände in Island bestehen aus schwarzem Sand – ein Ergebnis der vulkanischen Aktivität der Insel. Der berühmteste dieser Strände ist zweifellos Reynisfjara mit seinen markanten Basaltsäulen. Wenn du bisher nur weiße Sandstrände kennst, solltest du dir unbedingt den surrealen schwarzen Sandstrand Reynisfjara anschauen!

Besuche die Ausbruchsstelle eines aktiven Vulkans

Ein Mann bewundert den Vulkan Fagradalsfjall.Vulkanausbrüche lassen sich zwar nicht planen, doch in den letzten Jahren gab es mehrere Eruptionen in Island, deren Ausbruchsstätten für Besucher zugänglich waren. Wenn du das Glück hast, Island während eines Ausbruchs zu besuchen, solltest du dir eine Vulkan-Tour nicht entgehen lassen, um die Urkräfte der Erde hautnah zu erleben.

Häufig gestellte Fragen zu Island

Der Polarfuchs ist das einzige heimische Säugetier Islands.Hier findest du Antworten auf die häufigsten Fragen zu Island.

Wo liegt Island?

Island ist eine Inselnation im Nordatlantik zwischen Europa und Nordamerika, die nordwestlich von Großbritannien und südöstlich von Grönland liegt.

Gehört Island zur Europäischen Union?

Nein, Island ist kein Mitglied der Europäischen Union, gehört aber zum Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) und zum Schengen-Raum.

Wird in Island viel Englisch gesprochen?

Ja, die meisten Isländer sprechen fließend Englisch, besonders in Städten und an beliebten Sehenswürdigkeiten.

Wo liegt Reykjavik?

Islands Hauptstadt Reykjavik liegt im Südwesten des Landes an der Südküste der Faxafloi-Bucht. Sie ist die nördlichste Hauptstadt der Welt und wird von beeindruckenden Bergen und dem Nordatlantik umgeben.

Damit endet unser ausführlicher Guide zur Lage Islands. Haben wir noch Fragen offen gelassen? Bist du dir immer noch nicht sicher, wo Island liegt? Schreib uns gerne unten in die Kommentare.

Arnar Tómas Valgeirsson
Arnar Tómas Valgeirsson
Verifizierter Experte
Über den Autor

Hi, I’m Arnar Tómas, a storyteller with a background in journalism and content creation. I’ve worked with top Icelandic media and travel organizations, and I’m into fantasy football, pro wrestling, and travel.

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