
Island ist bekannt für seine zahlreichen Naturwunder, zu denen geothermische Attraktionen wie heiße Quellen, Geysire und von Vulkanen geformte Landschaften gehören. Geothermie, also Energie aus der inneren Wärme der Erde, deckt den Großteil des isländischen Strom- und Wärmebedarfs. Doch warum gibt es in Island so viel davon?
Auch wenn Island als kühles Land gilt, wurde das Leben auf der Insel und das ihrer Bewohner maßgeblich von der Wärme unter der Oberfläche geprägt. Ob du dir in deiner Unterkunft in Island gerade die Hände wäschst oder auf einer Mietwagenreise die schönsten heißen Quellen des Landes besuchst – Geothermie wird während deiner Reise eine große Rolle spielen!
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In diesem Artikel tauchen wir in die Wissenschaft der Geothermie ein, beschäftigen uns mit den innovativen Nutzungsmöglichkeiten in Island und betrachten die ökologischen und wirtschaftlichen Vorteile, die dieses nordische Land an die Spitze der grünen Energietechnologie gebracht haben.
Warum ist Island geothermisch so aktiv?
Island ist das einzige Land der Welt, das direkt auf dem Mittelatlantischen Rücken liegt – dem Graben, an dem die nordamerikanische und die eurasische Kontinentalplatte aufeinandertreffen. Diese geologische Besonderheit sorgt für eine Fülle an geothermischer Aktivität und ist der Grund für die zahlreichen Vulkane, Geysire und heißen Quellen Islands. Dadurch ist Island auch ein idealer Standort für die Nutzung von Geothermie.
Die geothermische Energie des Landes wird durch den Zugriff auf natürlich vorkommende Heißwasser- und Dampfvorkommen unter der Erdoberfläche gewonnen. Diese Reservoirs entstehen durch die Hitze des Erdmantels und den geothermischen Gradienten.
Dank seiner reichen geothermischen Ressourcen hat Island massiv in die Nutzung dieser erneuerbaren Energiequelle investiert und ist heute weltweit führend. Über 90 Prozent der Energie in Island stammen aus Geothermie!
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Geschichte der Nutzung von Geothermie in Island

Fotoquelle: Wikimedia, Creative Commons, von TommyBee. Keine Änderungen vorgenommen.
Die geothermische Kraft Islands ist seinen Bewohnern seit der Besiedlung bekannt. So soll Ingolfur Arnarson, Islands erster Siedler, der Hauptstadt Reykjavik ihren Namen gegeben haben – der „Rauchbucht“ bedeutet. Er sah Dampf aus heißen Quellen aufsteigen und hielt ihn für Rauch.
In den isländischen Sagas wird erzählt, wie Menschen im ganzen Land heiße Quellen zum Baden aufsuchten. Das ursprüngliche Snorralaug-Becken in Reykholt, das dem berühmten isländischen Schriftsteller Snorri Sturluson gehörte, war angeblich so groß, dass es bis zu 50 Personen fasste. Das muss bei gesellschaftlichen Anlässen ein beliebter Treffpunkt gewesen sein!
Über die Jahrhunderte nutzten die Isländer das heiße Wasser zum Baden und Wäschewaschen. Erst in jüngerer Zeit begannen sie jedoch, die geothermische Energie wirklich zu nutzen.
- Siehe auch: Die komplette Geschichte Islands

Fotoquelle: Wikimedia, Creative Commons, von Pjt56. Keine Änderungen vorgenommen.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts begannen die Isländer erstmals, heißes Quellwasser zur Beheizung von Gebäuden umzuleiten. Nach einer Energieknappheit in Reykjavik im Jahr 1920 suchte man nach Möglichkeiten, die Erdwärme rund um die Stadt zu nutzen. Die ersten Versuche waren erfolglos, doch 1967 wurde das erste Geothermiekraftwerk, Bjarnarflag, in der Nähe des Myvatn-Sees eröffnet.
Heute gibt es in Island mehrere Geothermiekraftwerke, die etwa 65 Prozent des Energiebedarfs des Landes decken, während die Wasserkraft rund 20 Prozent beiträgt. Das bedeutet, dass 85 Prozent der Primärenergie Islands aus erneuerbaren Quellen stammen!
Vorteile der Geothermie
Geothermische Energie stammt aus der natürlichen Wärme der Erde und wird durch natürliche Prozesse ständig erneuert. Im Gegensatz zu fossilen Brennstoffen, die endlich sind und die Umwelt belasten, ist die Geothermie eine nachhaltige Ressource, die sich nicht erschöpft, wenn sie über Jahrtausende genutzt wird.
Bei der Stromerzeugung aus Geothermie entstehen im Vergleich zu fossilen Brennstoffen nur minimale Treibhausgasemissionen. Zwar verbraucht Island pro Kopf mehr Energie als die meisten anderen Länder, doch ist es wichtig zu wissen, dass diese aus nachhaltigen und erneuerbaren Quellen stammt. Das bedeutet, dass die Umweltbelastung deutlich geringer ist als in Ländern, die stark auf fossile Brennstoffe setzen.
Die Isländer haben die Geothermie in viele Bereiche ihres Alltags integriert. Hier einige Beispiele:
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Stromerzeugung: Wie bereits erwähnt, erzeugen Islands Geothermiekraftwerke den Großteil des im Land benötigten Stroms.
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Heizung: Geothermie ist für die Beheizung von Wohnhäusern in Island unverzichtbar und macht den größten Teil des Energieverbrauchs eines Haushalts aus. Über 90 % der isländischen Häuser werden mit Geothermie beheizt, wodurch sich die Heizkosten in Island auf einige der niedrigsten der Welt belaufen. Sogar manche Straßen werden beheizt, um Eisbildung zu verhindern!
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Schwimmbäder: Sie sind ein wichtiger Bestandteil der isländischen Kultur und werden durch das heiße Wasser ermöglicht, das überall auf der Insel Innen- und Außenbecken beheizt. Viele halten die öffentlichen Schwimmbäder in Island für die besten der Welt und die isländische Badekultur wurde sogar für die Aufnahme in die Liste des immateriellen Kulturerbes der UNESCO nominiert!
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Gewächshäuser: Man würde vielleicht nicht erwarten, dass das kühle Klima Islands den Anbau von Obst, Gemüse und Blumen ermöglicht – doch dank Geothermie ist der ganzjährige Anbau in Gewächshäusern möglich.
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Tourismus: Islands geothermische Besonderheiten, wie heiße Quellen und Geysire, sowie seine vulkanischen Landschaften sind die Hauptattraktionen für Reisende. Viele Besucher kommen, um in natürlichen heißen Quellen zu baden, geothermische Gebiete zu erkunden und mehr über Islands einzigartige Geologie und nachhaltige Energiegewinnung zu erfahren.
Besuch eines Geothermiekraftwerks in Island
Das Geothermiekraftwerk Hellisheidi in der Nähe von Reykjavik ist eines der größten seiner Art weltweit. Es nutzt die geothermischen Ressourcen des nahegelegenen Vulkangebiets Hengill und produziert sowohl Strom als auch heißes Wasser.
In dem Kraftwerk befindet sich die Geothermie-Ausstellung, ein interaktives Besucherzentrum. Bei Führungen, Ausstellungen und Videos erfahren Gäste dort alles über Geothermie, Islands Geologie und den Betrieb des Kraftwerks.
Bei einer 30-minütigen, selbstgeführten Audiotour durch die Geothermal-Ausstellung erfährst du mehr über Islands Geologie, die Geschichte der Geothermie und die Erzeugung und Verteilung von Heißwasser und Strom. Außerdem lernst du die innovativen Methoden des isländischen Projekts Carbfix kennen, das CO₂ einfängt und durch Mineralisierung in Stein verwandelt.
Die besten Geothermalgebiete Islands
Hier findest du einige der besten Orte, um die Kraft der Geothermie in Island hautnah zu erleben.
Blaue Lagune
Die Blaue Lagune (Blue Lagoon) ist die berühmteste und beliebteste Attraktion Islands. Sie liegt unweit von Reykjavik und ist bekannt für ihr milchig-blaues, mineralreiches Wasser, das einen starken Kontrast zu den dunklen Lavafeldern in der Umgebung bildet.
Die Geschichte der Blauen Lagune ist spannend: Die heiße Quelle und das Spa entstanden durch das abfließende Wasser des nahegelegenen Kraftwerks Svartsengi, das sich ab 1976 dort sammelte. Überraschenderweise fand man heraus, dass sich das Wasser hervorragend zum Baden eignet – und so wurde die Blaue Lagune zu der Attraktion, die sie heute ist.
Die Blaue Lagune steht heute auf fast jeder Island-Reiseroute. Buche dein Ticket für die Blaue Lagune unbedingt frühzeitig, denn die Plätze sind begrenzt und die Nachfrage ist hoch!
Halbinsel Reykjanes
Die Blaue Lagune ist bei Weitem nicht die einzige geothermische Sehenswürdigkeit auf der Halbinsel Reykjanes, die für ihre dramatischen Landschaften und geothermischen Wunder bekannt ist. In den letzten Jahren kam es auf Reykjanes zu zwölf Vulkanausbrüchen – und es könnten noch mehr werden.
In den Geothermalgebieten Krysuvik und Seltun führen Stege und Aussichtsplattformen die Besucher an zahlreichen Schlammtöpfen, heißen Quellen und dampfenden Öffnungen vorbei. Die Kraft der Geothermie zeigt sich in den leuchtenden Farben der umliegenden Landschaft. Erkunde diese außergewöhnlichen Orte auf einer 6-stündigen Kleingruppentour auf Reykjanes.
Goldener Kreis
Der Goldene Kreis ist die beliebteste Sightseeing-Route Islands und bietet mehrere beeindruckende Sehenswürdigkeiten in kurzer Fahrdistanz zur Hauptstadt Reykjavik. Zu den drei klassischen Stopps des Goldenen Kreises zählen der Wasserfall Gullfoss, der Nationalpark Thingvellir und das Geothermalgebiet Geysir.
Das Geothermalgebiet Geysir ist die Heimat des Großen Geysirs, der allen anderen Geysiren weltweit seinen Namen gab. Zwar ist der Große Geysir heute inaktiv, doch der nahegelegene Strokkur bricht alle paar Minuten aus und schießt kochendes Wasser bis zu 30 Meter in die Höhe. Die Gegend ist geprägt von zahlreichen heißen Quellen, Fumarolen und farbenfrohen Geothermalpools – eine Landschaft wie aus einer anderen Welt.
Du kannst Geysir auf einer der vielen Touren zum Goldenen Kreis erleben.
Myvatn-See
Der Myvatn-See in Nordisland ist ein faszinierendes Naturwunder, das für seine atemberaubende Schönheit und seine vielfältigen Ökosysteme bekannt ist. Die durch einen Vulkanausbruch vor über 2.000 Jahren entstandene Region beeindruckt mit ihren Lavafeldern, Geothermalgebieten und Vulkankratern.
Eines der Geothermalgebiete in der Nähe des Myvatn-Sees ist Namaskard mit seiner spektakulären, fast außerirdisch anmutenden Landschaft. Hier kannst du faszinierende Formationen bestaunen, die durch die Hitze der Erde entstanden sind. Auffällige Mineralablagerungen sorgen für eine surreale Farbpalette von leuchtendem Orange und Gelb bis zu tiefem Rot und Grün.
Nach der Erkundung der Gegend empfehlen wir dir, ein Ticket für die Earth Lagoon zu buchen und in den geothermischen Gewässern zu entspannen, während du die beeindruckende Natur ringsum genießt. Es gibt auch viele tolle Hotels am Myvatn, die sich perfekt eignen, um die ländliche Schönheit Nordislands zu entdecken.
Landmannalaugar
Landmannalaugar liegt im Hochland und ist bekannt für seine farbenprächtigen Rhyolithberge, seine geothermischen heißen Quellen und seine spektakulären Wanderwege. Die Landschaft besticht durch ein Farbenspiel von Rot und Orange bis Grün und Blau – ein Paradies für Outdoor-Fans!
Besucher können durch Lavafelder wandern, in natürlichen heißen Quellen baden und die von Vulkanen geformte, fast unwirkliche Umgebung erkunden. Landmannalaugar ist ein beliebter Ausgangspunkt für mehrtägige Wanderungen, beispielsweise auf der Laugavegur- und Fimmvorduhals-Route, die perfekte Möglichkeiten bieten, Islands wilde Natur hautnah zu erleben.
Landmannalaugar ist nur im Sommer zugänglich, da die Straßen ins Hochland im Winter gesperrt sind. Du benötigst außerdem ein 4x4-Fahrzeug, da die Strecke anspruchsvoll ist und eine Flussdurchquerung beinhaltet. Wenn du dir diesen Aufwand ersparen möchtest, kannst du auch eine Landmannalaugar-Superjeep-Tour mit Abholung in Reykjavik buchen.
Reykjadalur und Hveragerdi
Hveragerdi ist eine Stadt im Südwesten Islands. Sie ist für ihre geothermische Aktivität und heißen Quellen bekannt und wird oft als „Hauptstadt der heißen Quellen“ bezeichnet. Schon bei der Ankunft sieht man oft Dampfschwaden aufsteigen. Zahlreiche Wanderwege führen durch das geothermische Gebiet.
Nach einer kurzen Wanderung von Hveragerdi aus erreichst du Reykjadalur, das „Tal des Dampfes“. Hier fließt ein heißer Fluss, in dem Besucher sogar baden können. In den umliegenden Hügeln gibt es außerdem zahlreiche heiße Quellen.
Nach dem Besuch von Reykjadalur empfehlen wir dir auf dem Rückweg nach Hveragerdi einen Abstecher ins The Greenhouse. Dieser spannende Ort ist perfekt, um eine Kleinigkeit zu essen oder lokale Produkte zu kaufen. Du kannst sogar ein Zimmer im Greenhouse Hotel buchen. Es ist der ideale Ausgangspunkt, um die Südküste Islands zu erkunden.
Wir hoffen, du hast etwas über Geothermie in Island gelernt. Hast du schon einmal ein geothermisches Gebiet in Island besucht? Wie war deine Erfahrung? Teile sie gerne in den Kommentaren!

Hi, I’m Arnar Tómas, a storyteller with a background in journalism and content creation. I’ve worked with top Icelandic media and travel organizations, and I’m into fantasy football, pro wrestling, and travel.








