Reisesicherheit in Island

Letzte Aktualisierung: 13. Juni 2026
Richard Chapman
Verifizierter Experte
Letzte Aktualisierung: 13. Juni 2026

Island und seine Hauptstadt sind für verantwortungsbewusste Besucher sichere Reiseziele.

Wie sicher ist das Reisen in Island? Sind die Straßen in Island gefährlich? Ist Reykjavik eine sichere Stadt? Und wie sieht es in den anderen Orten aus? Lies weiter und erfahre alles, was du über sicheres Reisen in Island wissen musst.



Island wurde in diesem Jahr zum elften Mal in Folge vom Global Peace Index als das sicherste Land der Welt eingestuft. Reykjavik zählt nach nahezu allen Maßstäben konstant zu den zwanzig sichersten Hauptstädten weltweit.

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Über 90 % der Isländer sind sich einig: Ihr Land ist ein sicheres Reiseziel mit einer der weltweit niedrigsten Kriminalitäts- und Mordraten unter souveränen Staaten. Kein Wunder also!

 

Trotz dieser vielversprechenden Statistiken sollten sich Island-Reisende vorbereiten und informieren, um nicht zur Ausnahme in der Statistik zu werden.

So friedlich Reykjavik auch ist, es bleibt eine Hauptstadt mit sozialen Problemen wie jede andere. Gewaltverbrechen sind zwar selten, kommen aber dennoch vor.

Reykjavik ist eine sichere Stadt und dennoch eine lebendige Hauptstadt.

Die größten Sicherheitsrisiken für Island-Reisende betreffen jedoch nicht die Menschen, sondern die Natur. Das Wetter ist unvorhersehbar und wechselt ständig. Die Landschaften sind rau und für Unvorbereitete gnadenlos. Ereignisse wie Erdrutsche, Überschwemmungen und Lawinen müssen unbedingt berücksichtigt werden, wenn du in die Regionen des Hochlands reist.

Auch Autofahrer müssen in Island besonders vorsichtig sein. Die Straßen sind zwar gut instand gehalten, aber oft vereist – selbst im Sommer. Manche Straßen bestehen aus Schotter oder sind sehr uneben und viele liegen so abgelegen, dass Rettungsdienste im Notfall Stunden brauchen könnten.

Mit etwas Vorbereitung und gesundem Menschenverstand kannst du Island jedoch ganz entspannt genießen. Ob in der Stadt oder draußen in der Natur – mit ein paar einfachen Tipps sorgst du dafür, dass du und deine Familie gesund und mit allem, was ihr dabeihabt, wieder nach Hause kommt.

Sicher unterwegs in den Städten

Reykjavík ist Islands lebendige, außergewöhnliche Hauptstadt.

Island hat nur eine echte Großstadt: Reykjavík. Mit etwas über 120.000 Einwohnern ist diese vergleichsweise klein. Dadurch entfallen viele Sicherheitsbedenken, die man aus größeren Hauptstädten kennt – insbesondere im Hinblick auf Terrorismus. Island ist kein Ziel für ausländische Terrorgruppen. Und auch wenn es im Land selbst extreme Randgruppen wie eine Nationalfront gibt, sind diese winzig, marginalisiert und verfügen kaum über Ressourcen.

Die relativ kleine Größe der Hauptstadt hat weitere Vorteile. Auch wenn das Viertel Breidholt scherzhaft als „das Ghetto“ bezeichnet wird, ist es keineswegs so wirtschaftlich benachteiligt wie echte Ghettos in anderen Städten und absolut sicher – auch nachts. Tatsächlich gibt es in Reykjavík kein Viertel, das als gefährlicher gilt als andere – abgesehen natürlich vom Stadtzentrum.

Das liegt einfach daran, dass hier das Nachtleben pulsiert und Island eine ausgeprägte Trinkkultur hat. Die meisten Isländer und Besucher sind zwar ausgesprochen freundlich, aber Alkohol kann Menschen verändern – und so kann es besonders an Wochenenden in den frühen Morgenstunden schon mal etwas lauter werden.

Der Sun Voyager ist eine Skulptur in Reykjavík.

Deshalb solltest du beim Ausgehen die gleichen Vorsichtsmaßnahmen treffen wie überall sonst: Trinke verantwortungsbewusst, halte dein Handy geladen, informiere dich darüber, wo du ein Taxi bekommst, und begegne anderen mit Respekt.

Auch wenn es ab und zu Schlägereien oder Überfälle gibt, eskaliert Gewaltkriminalität in Island kaum. Die Mordrate liegt bei lediglich 0,3 pro 100.000 Einwohner und Jahr – das ist zehnmal weniger als im europäischen Durchschnitt.

In Reykjavik müssen People of Color oder queere Personen keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen treffen. Island feiert Vielfalt, und die große Mehrheit der Bevölkerung lehnt Vorurteile entschieden ab. Jede Diskriminierung, sei es durch das Personal eines Lokals oder in schwereren Fällen durch die Polizei, wird schnell und konsequent verfolgt.



Die Harpa ist eines der markantesten Wahrzeichen Reykjavíks.

So traurig es ist: Frauen sind häufiger Opfer bestimmter Straftaten als Männer – ein Problem, das weltweit besteht. Island zählt jedoch nicht umsonst zu den weltweit gleichberechtigtsten Ländern. Wenn sich Frauen bedroht fühlen, können sie sich darauf verlassen, dass das Personal in Bars, Restaurants etc. – und auch die allermeisten Menschen auf der Straße – ihnen hilft und für ihre Sicherheit sorgt.

Viele Frauen empfinden Island daher als ideales Reiseziel für Solo-Reisen oder Reisen in kleinen Gruppen, denn die Risiken aufgrund des Geschlechts sind dort meist geringer als in der eigenen Heimatstadt.

In Island werden jährlich etwa 22 von 100.000 Menschen vergewaltigt – das sind 22 zu viel, aber im internationalen Vergleich ist diese Zahl niedrig, zumal immer mehr Betroffene Anzeige erstatten. Zum Vergleich: Im Vereinigten Königreich sind es 62 von 100.000, und die Dunkelziffer dürfte dort noch deutlich höher liegen.

Ein letzter Hinweis zur Sicherheit in Reykjavik: Es gibt keine Gegenden, in denen du Angst vor Taschendieben haben musst. Deine Sachen sind hier deutlich sicherer als in anderen Hauptstädten. Lässt du dein Handy oder deine Tasche in einer Bar liegen, wird sie mit großer Wahrscheinlichkeit abgegeben und nicht gestohlen.



Sicherheit für Kinder

Die Blaue Lagune und andere geothermische Schwimmbäder sind tolle Ausflugsziele mit Kindern.

Früher lebten die Isländer in Torfhäusern, die in die Erde gebaut wurden. Da diese Häuser feucht und rauchig waren, war es üblich, Babys zum Frischluftschnappen vor die Tür zu stellen.

Dass diese Tradition bis heute fortbesteht, spricht für die Sicherheit in Island. Es ist ganz normal, Babys im Kinderwagen vor der Haustür oder im Garten stehen zu sehen, während die Eltern sie durchs Fenster im Blick behalten.

Das mag für Außenstehende seltsam oder sogar verantwortungslos wirken, doch Kindesentführungen sind in Island praktisch unbekannt. Du kannst also mit gutem Gefühl mit deiner Familie reisen, solange du die üblichen Vorsichtsmaßnahmen beachtest.

Was du beim Reisen mit Kindern in Island beachten solltest: Altersgrenzen bei Touren bestehen aus gutem Grund und sind nicht verhandelbar. Es gibt jedoch eine Vielzahl familienfreundlicher Aktivitäten ohne oder mit sehr niedrigen Altersgrenzen – wähle am besten aus diesem Angebot.



Sicher unterwegs auf Islands Straßen

Eine Winterstraße unter den Nordlichtern in Island.

Wenn du in Island mit dem Auto unterwegs bist, solltest du besonders vorsichtig sein. Es wird empfohlen, nur dann einen Mietwagen zu nehmen, wenn man sich wirklich sicher am Steuer fühlt, denn die Straßenverhältnisse sind oft anspruchsvoller als in anderen Ländern.

Die Hauptstraßen wie die Ringstraße, die das Land umrundet, und die Straßen zu den Sehenswürdigkeiten des Goldenen Kreises sind gut ausgebaut und im Sommer mit normalen Autos und im Winter mit Allradfahrzeugen befahrbar. Viele Sehenswürdigkeiten liegen jedoch an Schlagloch- oder Schotterpisten, die nur mit Allradantrieb befahren werden sollten.

Selbst für einfache Fahrten in der Stadt solltest du im Winter ein Fahrzeug mit Allradantrieb mieten. Diese Fahrzeuge sind auch für die Fahrt auf den F-Straßen erforderlich, die ins Hochland führen und nur im Sommer befahrbar sind. Ist eine Straße gesperrt (egal ob saisonal oder aus anderen Gründen), darfst du sie auf keinen Fall befahren.

Straßen in Ostisland können selbst im Sommer vereist sein.

Andernfalls bringst du nicht nur dich und deine Mitfahrer in große Gefahr, sondern riskierst auch das Leben der Rettungskräfte, die dich im Notfall suchen müssen.

Beachte: Auch im Sommer können viele Straßen, vor allem Gebirgspässe, vereist sein und plötzlich von Schneestürmen heimgesucht werden. Du solltest daher immer ein geladenes Handy und Notfallnummern dabeihaben, den Wetterbericht kennen und dir deiner Route sicher sein.

Selbstverständlich gilt: Bleibe immer auf den Straßen. Offroad-Fahren ist sehr gefährlich, schadet Islands empfindlicher Natur und wird mit hohen Geldstrafen geahndet.

Eine sehr sichere Möglichkeit, Island zu bereisen, ist der Bus. Die Fahrer sind an die Bedingungen gewöhnt und bringen dich problemlos durch Reykjavik und auch weiter hinaus. Im Sommer ist auch Trampen beliebt und relativ sicher – aber natürlich besteht das Risiko, nicht mitgenommen zu werden und sich eine Unterkunft suchen zu müssen.



Sicher unterwegs in Islands Natur

Mit etwas Vorbereitung kannst du Islands Natur sicher erleben.

Die meisten Island-Besucher kommen wegen der einzigartigen Natur auf die Insel. Beim Erkunden und Staunen möchte man sich keine Sorgen um die Sicherheit machen müssen. Zum Glück gibt es einfache Regeln, die dir ein unbeschwertes Erlebnis ermöglichen.

Das Wichtigste ist gesunder Menschenverstand: Halte Abstand zu Klippen und kochenden Schlammtöpfen; gehe nur dort schwimmen, wo es ausdrücklich erlaubt ist; und informiere dich bei Wanderungen über Strecke, Länge und Schwierigkeitsgrad.

Unternimm nichts ohne Guide, wofür du nicht ausgebildet bist. Gletscherwanderungen solltest du nur mit Erfahrung und kompletter Ausrüstung in Angriff nehmen. Das Gleiche gilt für Schnorcheln in Silfra, Hochlandwanderungen und viele andere Aktivitäten.

Reisen ins Hochland erfordern viel Vorbereitung und Recherche.

Wenn du mit einem Guide unterwegs bist, folge unbedingt seinen Anweisungen. Die Reiseleiter sind geschult, kennen die Natur und wissen um unsichtbare Gefahren wie Gletscherspalten oder Felsen beim Rafting.

Bist du ohne Guide unterwegs, halte dich an alle Hinweisschilder. Am Reynisfjara-Strand etwa haben viele die Warnungen vor „Sneaker Waves“ ignoriert, sind zu nah ans Wasser gegangen und wurden ins Meer gezogen – manchmal mit tödlichen Folgen.

Ebenso solltest du die Warnschilder an der Jökulsarlon-Gletscherlagune ernst nehmen: Das Klettern auf Eisbergen ist lebensgefährlich, denn das Wasser ist eiskalt, es gibt starke Strömungen und die Eisberge bewegen sich ständig – du könntest leicht darunter eingeklemmt werden.

Das Klettern auf Eisbergen in Gletscherlagunen ist streng verboten.

Wer mehrere Tage ohne Guide unterwegs ist, etwa bei einer Hochlandwanderung, muss sich vorher intensiv vorbereiten. Dazu gehört, die Route zu planen, Sicherheitsausrüstung und Vorräte mitzunehmen, ein Funktelefon dabeizuhaben und die Route auf safetravel.is zu registrieren.

Du solltest außerdem gut über die Region Bescheid wissen, in die du reist: Niemand möchte am Myrdalsjökull wandern, wenn der Vulkan Katla darunter kurz vor einem Ausbruch steht – oder durch Hochland-Flussauen laufen, wenn es stark geregnet hat.

Das Wichtigste für sicheres Reisen in Islands Natur ist die richtige Kleidung. Das Wetter ist selbst im Sommer unberechenbar, weshalb du immer warme, wasserdichte Kleidung und feste Schuhe brauchst. Im Winter sind Thermounterwäsche, Mütze, Handschuhe, Schal und dicke Wollsocken Pflicht, selbst für einen Stadtbummel.

Es gibt ein passendes Sprichwort: „Wenn dir das Wetter in Island nicht gefällt, warte fünf Minuten.“ Lass dich also nicht von blauem Himmel am Morgen täuschen und sei auf alles vorbereitet.

Das ruhige Wetter am Kirkjufell hält oft nicht lange an...

Fazit: Island ist ein rundum sicheres Reiseziel – sofern du deinen gesunden Menschenverstand nutzt, Warnhinweise beachtest und aufmerksam bleibst. Ob du ins Hochland aufbrichst oder ein Partywochenende in Reykjavík planst: Bleib achtsam und genieße einen unvergesslichen Urlaub!

Richard Chapman
Richard Chapman
Verifizierter Experte
Über den Autor

Hi, I’m Richard. I lived in Iceland for a decade, during which I traveled the country extensively and worked as a guide for several leading travel companies. I’m passionate about writing and sharing the best travel experiences Iceland has to offer so visitors can discover and enjoy the magic of this incredible country just like I did.

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