Auswandern nach Island: Der komplette Guide für deinen Umzug

Letzte Aktualisierung: 29. Mai 2026
Michael Chapman
Verifizierter Experte
Letzte Aktualisierung: 29. Mai 2026

Luftaufnahme von Reykjavik

Ein Umzug nach Island bietet dir die Möglichkeit, in einer sicheren, gastfreundlichen und fortschrittlichen Gesellschaft zwischen Gletschern, Vulkanen und Nordlichtern zu leben. Dieser Guide informiert dich über Visa, Wohnraum und lokale Gepflogenheiten, damit du dein neues Leben mit Zuversicht beginnen kannst.

Angesichts der grenzenlosen Naturschönheit und der spektakulären Landschaften des Landes aus Feuer und Eis erfüllen sich viele Menschen den Traum einer Reise nach Island. Einige von ihnen möchten sich jedoch dauerhaft niederlassen und hier ein neues Leben aufbauen.

Warum du unseren Inhalten vertrauen kannst

Guide to Iceland ist die vertrauenswürdigste Reiseplattform Islands und hilft jedes Jahr Millionen von Besuchern. Alle unsere Inhalte werden von lokalen Experten verfasst und geprüft, die Island bestens kennen. Du kannst dich auf unsere aktuellen, verlässlichen und fundierten Reisetipps verlassen.

Ist es schwer, nach Island auszuwandern? Nicht unbedingt, aber der Prozess kann herausfordernd sein, wenn du dich nicht gut vorbereitest. Dieser Guide hilft dir, alle Hürden zu meistern und von Anfang an den isländischen Lebensstil zu genießen.

Wichtige Dinge, die du vor dem Umzug nach Island wissen solltest

  • Um nach Island zu ziehen, benötigst du das richtige Visum oder eine Aufenthaltserlaubnis. Die Anforderungen variieren je nach Herkunftsland und Umzugsgrund.

     
  • Wohnraum ist besonders in Reykjavik sehr begehrt. Es ist daher ratsam, sich frühzeitig, am besten bereits vor der Ankunft, um eine Unterkunft zu kümmern.

  • Wenn du die Lebenshaltungskosten, das Gesundheitssystem und den Arbeitsmarkt kennst, kannst du deinen Umzug finanziell besser planen.

  • Isländisch zu lernen und die lokalen Gepflogenheiten zu übernehmen, erleichtert die Integration – auch wenn Englisch weit verbreitet ist.

Wer zieht nach Island? Aktuelle Daten und Trends

Sitzbereich am Flughafen Keflavik mit ankommenden Passagieren – relevant für Auswanderer nach Island.Fotoquelle: Wikimedia, Creative Commons, von Antony-22. Keine Änderungen vorgenommen.

Zu wissen, wer nach Island zieht und wo sich die Menschen niederlassen, kann dir dabei helfen, deine eigene Auswanderung gezielter zu planen. Die Statistiken zeigen, in welchen Regionen der Arbeitsmarkt wächst, welche Gemeinden besonders vielfältig sind und mit welchen Altersgruppen du bei deiner Ankunft am ehesten in Kontakt kommst.

  • Laut den aktuellen offiziellen Migrationsdaten von Statistics Iceland sind 2024 mehr als 19.000 Menschen nach Island gezogen – das ist die dritthöchste Zahl, die je verzeichnet wurde. Den Höchststand gab es 2022 mit über 22.000 Zuzügen.

  • Die meisten ausländischen Zuzügler kamen aus Polen und der Ukraine.

  • Das häufigste Alter der Neuankömmlinge lag bei 25 Jahren, über 38 % der Migranten waren zwischen 20 und 29 Jahre alt.

  • Die Hauptstadtregion verzeichnete den größten Zuwachs durch internationale Migration, während die Südregion das stärkste Wachstum durch Binnenmigration aufwies.

Warum Menschen nach Island ziehen

Wasserfall Gullfoss unter Nordlichtern – Natur als Grund für einen Umzug nach Island.Aktuelle Migrationsdaten zeigen, dass Island mehr Zuzügler als je zuvor anzieht – die Gründe dafür liegen auf der Hand. Das Land zählt regelmäßig zu den sichersten und lebenswertesten der Welt. Es verfügt über eine starke Wirtschaft, niedrige Kriminalitätsraten und exzellente öffentliche Dienstleistungen.

Die Natur in Island prägt den Alltag und bietet einen Lebensrhythmus, den viele als wohltuend empfinden. Außerdem sind die Isländer freundlich, offen und tolerant. Englisch wird fast überall gesprochen, was Neuankömmlingen die Integration erleichtert, während sie Isländisch lernen.

Reykjavik bietet als moderne Hauptstadt Kultur, Service und viele Möglichkeiten, bewahrt aber die Herzlichkeit und Sicherheit einer Kleinstadt. Außerhalb der Hauptstadt findest du in kleineren Orten und ländlichen Regionen ein ruhigeres Leben und enge Gemeinschaften.

Eine stabile Wirtschaft, ein starkes Sozialsystem und der nationale Fokus auf Nachhaltigkeit machen Island zu einem attraktiven Ort, um sich langfristig niederzulassen. Zusammen mit der hohen Lebensqualität und der guten Anbindung an das europäische Reisenetzwerk zieht das Land weiterhin Menschen aus aller Welt an.

Wie du nach Island ziehst

Ein Umzug nach Island erfordert einige wichtige Schritte. Dieser Guide hilft dir, den Ablauf zu verstehen und zu wissen, was dich in jeder Phase erwartet.

Diese Karte zeigt die Länder des EWR und der EFTA.Fotoquelle: Wikimedia, Creative Commons, von Ssdd.11. Keine Änderungen vorgenommen.

Schritt 1: Sichere dir eine Aufenthaltserlaubnis und alle erforderlichen rechtlichen Dokumente

Die Karte oben zeigt die Länder der Europäischen Union (blau) und des Europäischen Wirtschaftsraums (grün). Ob dein Heimatland zu diesen Gruppen gehört, ist entscheidend für deinen Umzug nach Island.

Dürfen EU-Bürger in Island leben?

Wenn du Bürger eines EU-, EWR- oder EFTA-Landes bist, ist der Umzug nach Island relativ unkompliziert. Du kannst ohne spezielle Genehmigung einreisen und bis zu drei Monate legal bleiben, um zu arbeiten oder Arbeit zu suchen.

Dieser Aufenthalt kann für Arbeitssuchende auf sechs Monate verlängert werden. Nach drei Monaten Arbeit musst du eine Steuerkarte beantragen.

Für einen dauerhaften Aufenthalt musst du das Formular „Anmeldung eines EWR- oder EFTA-Ausländers“ ausfüllen. Damit beantragst du deine isländische ID-Nummer (kennitala) und meldest deinen offiziellen Wohnsitz an.

Bei Schwierigkeiten mit den nötigen Unterlagen kannst du dich direkt an EURES (European Job Mobility Portal) oder das Multikulturelle Informationszentrum wenden. Deinen Wohnsitz meldest du beim Nationalen Melderegister an und musst nachweisen, dass du dich selbst finanzieren kannst.

Umzug nach Island aus den USA, Großbritannien und anderen Nicht-EU-Ländern

Ein Icelandair-Flugzeug startet zu einem Flug nach Island.Fotoquelle: Wikimedia, Creative Commons, von Adrian Pingstone. Keine Änderungen vorgenommen.

Für Bürger aus Ländern außerhalb des EWR oder der EFTA ist der Weg zu einer langfristigen Aufenthaltsgenehmigung in Island zwar komplexer, aber dennoch möglich. Es gibt drei Hauptwege:

  1. Heirat: Durch die Heirat mit einem isländischen Staatsbürger erhältst du das Recht, in Island zu leben.

  2. Studentenvisum: Ein Studium an einer isländischen Universität ist besonders bei jüngeren Bewerbern beliebt. Es bietet dir die Möglichkeit, vor Ort Kontakte zu knüpfen. Deine Bildungsziele sollten aber wirkliches Interesse widerspiegeln – melde dich also nicht nur zum Schein an!

  3. Arbeitserlaubnis: Ein Jobangebot und eine Arbeitserlaubnis sind ein weiterer Weg. Allerdings musst du dabei bürokratische Hürden und das isländische Einwanderungsrecht meistern, das Einheimische und EWR-Bürger bevorzugt (Artikel 12 des Ausländergesetzes). Es gibt drei Hauptkategorien von Arbeitserlaubnissen:

    • Fachkräfte: Bewerber müssen eine anerkannte Berufsausbildung auf Hochschul- oder technischem Niveau nachweisen. Die Arbeit muss zu einem dauerhaften Bereich gehören, in dem es in Island an Arbeitskräften mangelt, und du musst belegen, dass deine Qualifikation die von lokalen oder EWR-Bewerbern übertrifft.

    • Sportler: Trainer und Sportler, die dem Nationalen Olympischen und Sportverband Islands angehören, können eine Erlaubnis erhalten.

    • Vorübergehender Arbeitskräftemangel: Für Berufe mit temporärem Arbeitskräftemangel gibt es befristete Genehmigungen, die nur einmal verlängert werden können und strengen Bedingungen unterliegen. Die Arbeitsdirektion veröffentlicht eine Liste temporärer Arbeitsvermittlungen.

Die Einwanderungsbehörde bearbeitet alle Anträge auf Aufenthaltskarten und -genehmigungen sowie ID-Anfragen. Beachte, dass du deine Arbeitserlaubnis nur vor der Einreise nach Island beantragen kannst. Sobald sowohl Arbeits- als auch Aufenthaltserlaubnis genehmigt sind, kannst du ins Land einreisen.

Kennitala (Isländische ID-Nummer)

Die kennitala ist die isländische Personenkennziffer, vergleichbar mit der Sozialversicherungsnummer. Du benötigst sie für fast alles in Island, beispielsweise für die Miete einer Wohnung, die Eröffnung eines Bankkontos, die Nutzung des Gesundheitssystems oder das Ausleihen von Büchern in der Bibliothek.

Beispiel einer kennitala, der isländischen Personenkennziffer.Fotoquelle: Wikimedia, Creative Commons, von Siqurdur. Keine Änderungen vorgenommen.

Die kennitala besteht aus 10 Ziffern: Die ersten sechs sind dein Geburtsdatum (TTMMJJ), die letzten vier sind zufällig vergeben. Die Vergabe erfolgt durch Registers Iceland, das offizielle Melderegister des Landes.

Du kannst bis zu drei Monate ohne kennitala in Island leben, benötigst sie aber für viele Dienstleistungen. Die Beantragung kann entweder persönlich oder durch den Arbeitgeber bzw. eine Organisation erfolgen.

Bürger außerhalb des EWR oder der EFTA können die kennitala nicht selbst beantragen; der Antrag muss durch den Arbeitgeber oder eine Organisation gestellt werden. Wenn du zum Beispiel eine kennitala für eine Krankenversicherung benötigst, übernimmt die Versicherungsgesellschaft den Antrag für dich.

Wichtig: Die Beantragung der kennitala ist nicht dasselbe wie die Anmeldung deines Wohnsitzes in Island, auch wenn beide Vorgänge oft gemeinsam bei Registers Iceland erledigt werden.

Selbst wenn du bereits eine nationale ID hast, erhältst du erst mit einer Aufenthaltserlaubnis und der offiziellen Wohnsitzanmeldung alle Rechte im Land.

Schritt 2: Wohnraum finden und den richtigen Wohnort wählen

Ein Umzug nach Island erfordert eine sorgfältige Planung, um das passende Zuhause und die richtige Region zu finden. Von der pulsierenden Hauptstadt Reykjavik bis zu ruhigen ländlichen Gegenden bietet jede Region unterschiedliche Jobchancen, Mietpreise und Lebensstile.

In diesem Abschnitt stellen wir die wichtigsten Regionen Islands vor, zeigen ihre Vor- und Nachteile und geben praktische Tipps, wie du Wohnraum in Island findest und dich reibungslos einlebst.

Hauptstadtregion (Reykjavik und Umgebung)

Lebendige Straßenszene in Reykjavik – zeigt das lokale Leben und die Gemeinschaft in Island.Reykjavik, Heimat von 70 % der isländischen Bevölkerung, ist das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Landes. Hier findest du vielfältige Jobmöglichkeiten in den Bereichen Technik, Finanzen, Gesundheit, Bildung und Tourismus – ideal für Kreative, IT-Fachkräfte oder Beschäftigte im Gastgewerbe.

Das Leben in der Hauptstadt bedeutet ein pulsierendes Kulturleben, gute öffentliche Dienstleistungen und zuverlässige Verkehrsanbindungen. Allerdings ist der Mietmarkt sehr umkämpft und die Mieten sind landesweit am höchsten. Eine Einzimmerwohnung kostet in der Regel zwischen 200.000 und 250.000 ISK pro Monat.

Hier sind die durchschnittlichen Monatsmieten in beliebten Stadtteilen Reykjaviks:

  • Midbaer – Innenstadt 101: Zentrale Lage mit Restaurants, Bars und Geschäften. Hier sind die Mieten am höchsten, im Schnitt etwa 210.000 ISK pro Monat für eine 85-Quadratmeter-Wohnung.

  • Vesturbaer (Weststadt): Ruhiger, mit guter Busanbindung ins Zentrum. Die Miete liegt bei durchschnittlich 190.000 ISK pro Monat für eine 85-Quadratmeter-Wohnung.

  • Austurbaer/Hlidar: Östlich der Innenstadt, familienfreundlich, mit guter Infrastruktur. Die Mietpreise ähneln denen in Vesturbaer, etwa 190.000 ISK pro Monat.

  • Laugardalur: Nordöstlich der Innenstadt, mit Sportanlagen, Schwimmbädern, Unternehmen und Reykjaviks Hauptcampingplatz. Zwei- bis Dreizimmerwohnungen kosten etwa 160.000–190.000 ISK pro Monat.

Südwesten (Reykjanes-Halbinsel)

Wohngebiet in Keflavik mit Blick auf Berge und Meer in Island.Die Reykjanes-Halbinsel im Südwesten Islands, nahe dem Flughafen Keflavik, bietet Jobs in Logistik, Produktion und Tourismus.

Hier findest du größere Wohnungen oder Häuser zu niedrigeren Preisen als in der Hauptstadt. Eine Einzimmerwohnung kostet meist zwischen 150.000–180.000 ISK pro Monat.

Die Region bietet zwar weniger kulturelle Vielfalt als Reykjavik und hat ein eingeschränkteres öffentliches Verkehrsnetz, punktet aber mit wachsendem Arbeitsmarkt und günstigeren Mieten.

Südisland

Das Bild zeigt Häuser und eine Kirche in Vik mit Blick aufs Meer und gibt einen Einblick in das Kleinstadtleben in Island.Südisland ist für seine spektakulären Landschaften bekannt, zu denen schwarze Strände und Wasserfälle gehören. Hier gibt es Jobs in den Bereichen Landwirtschaft, Tourismus und erneuerbare Energien. Saisonale Stellen gibt es in der Landwirtschaft oder als Guide, beispielsweise in Vik.

Die Mieten sind relativ günstig, Einzimmerwohnungen kosten zwischen 120.000–160.000 ISK. Die Lebenshaltungskosten sind niedriger und die Natur ist einzigartig. Allerdings können manche Orte abgelegen wirken und es gibt weniger ganzjährige Jobmöglichkeiten.

Nordosten (Akureyri)

Häuser in Akureyri mit Blick auf den Eyjafjördur: Wohnmöglichkeiten in Island.Akureyri, die zweitgrößte Stadt Islands, verbindet Kleinstadtcharme mit urbaner Infrastruktur. Sie ist ein Zentrum für Bildung, Gesundheit und Tourismus und bietet zunehmend Chancen in den Bereichen Fischerei und Start-ups.

Der Wohnungsmarkt ist weniger angespannt als in Reykjavik, Einzimmerwohnungen kosten in der Regel 130.000–170.000 ISK pro Monat. Zwar sind die Winter kälter als im Süden, doch das starke Gemeinschaftsgefühl und die niedrigeren Kosten machen Akureyri für viele Menschen attraktiv.

Westfjorde und Nordwesten

Hafen von Stykkisholmur – Wohnen an der Küste in Island.Die Westfjorde und der Nordwesten Islands sind ideal für alle, die ein ruhiges Leben suchen. Jobs gibt es vor allem in der Fischerei, im kleinen Tourismus und im Handwerk – perfekt für Remote-Arbeiter.

Hier sind die Mieten am niedrigsten: Manche Wohnungen kosten nur 100.000 ISK pro Monat. Zwar sind die Infrastruktur und die Dienstleistungen eingeschränkt, doch die niedrigen Lebenshaltungskosten und die Ruhe der Fjorde sind große Pluspunkte.

Tipps zur Wohnungssuche in Island

Der Mietmarkt in Island, besonders in Reykjavik, ist angespannt – vor allem wegen der hohen Nachfrage und der vielen Kurzzeitvermietungen wie Airbnb. Viele Vermieter nutzen diese Plattformen, um höhere Gewinne zu erzielen, wodurch das Angebot an Langzeitmietwohnungen geschrumpft ist.

Dadurch kommt es manchmal zu Kündigungen und es ist schwieriger, eine dauerhafte Bleibe zu finden. Deshalb ist ein unterschriebener, rechtlich bindender Mietvertrag für alle, die langfristig in Island wohnen möchten, unerlässlich. Ein ordentlicher Mietvertrag schützt deine Rechte als Mieter.

Isländische Häuser in malerischer Landschaft: Wohnmöglichkeiten für Auswanderer, die nach Island ziehen.Mit diesen Strategien erhöhst du deine Chancen auf eine Mietwohnung in Island:

  • Nutze verschiedene Plattformen wie Fasteignir, MBL.is, Leiguland, Igloo und Ivera, um Angebote aus verschiedenen Regionen zu finden.

  • Beginne 3–6 Monate im Voraus mit der Suche, um eine größere Auswahl und bessere Verhandlungsmöglichkeiten zu haben.

  • Schalte einen Makler ein, besonders auf dem angespannten Markt in Reykjavik.

  • Tritt Expats-Gruppen und -Foren bei, um frühzeitig von Angeboten zu erfahren und Kontakte zu Vermietern zu knüpfen.

  • Besuche Orte direkt, erkunde Stadtviertel, kontaktiere Gemeindeverwaltungen in ländlichen Regionen und vernetze dich mit Arbeitgebern oder Tourismusagenturen, um wohnungsgebundene Angebote zu erhalten.

  • Wenn du in eine ländliche Region wie die Westfjorde ziehst, prüfe, ob schnelles Internet für die Remote-Arbeit verfügbar ist.

  • Informiere dich über Gehälter, um sicherzustellen, dass die Miete bezahlbar ist – die Löhne sind an die Lebenshaltungskosten angepasst.

Zwar erscheinen die Mieten auf den ersten Blick hoch, doch dank der geothermischen Energie sind die Nebenkosten für Strom, Heizung und Wasser in Island relativ niedrig. Das macht die monatlichen Gesamtkosten überschaubar und ist ein weiterer positiver Aspekt bei einem Umzug nach Island.

Reykjavik vor dem Umzug besuchen

Vogelperspektive auf die Hallgrimskirkja und das umliegende Reykjavik – Neuankömmlinge können die Stadt erkunden.Bevor du dich endgültig entscheidest, empfiehlt es sich, Reykjavik zu besuchen, um die Stadtteile, Angebote und den Lebensstil kennenzulernen. Stadtführungen in Reykjavik sind eine tolle Möglichkeit, die Stadt zu entdecken und gleichzeitig Geschichte und Kultur zu erkunden:

  1. Reykjavik Food Walk Tour – Entdecke Reykjavik mit einem erfahrenen Guide und probiere dabei lokale Spezialitäten.

  2. Viking Walking Tour durch Reykjavik – Spaziere durch die Straßen Reykjaviks und erfahre mehr über die Geschichte der Stadt und Islands Wikinger-Vergangenheit.

  3. Privater Stadtrundgang durch Reykjavik mit lokalem Guide und optionalen isländischen Spezialitäten – Entdecke auf dieser privaten Tour Reykjaviks berühmte Sehenswürdigkeiten und koste lokale Gerichte.

Schritt 3: Jobmöglichkeiten erkunden

Einheimische Frauen bei der Arbeit in einer kleinen Fabrik – ein Beispiel für Beschäftigungsmöglichkeiten in Island.Island hat eine Beschäftigungsquote von 99 % – darauf ist das Land stolz. Dank der geringen Bevölkerungszahl, einer florierenden Wirtschaft und hochqualifizierter Arbeitskräfte hat sich der Arbeitsmarkt weit über die traditionellen Bereiche Fischerei und Landwirtschaft hinaus entwickelt.

Heute gibt es Karrieremöglichkeiten in den Bereichen Finanzen, Tourismus, Gastronomie, Wissenschaft, Bildung, Bauwesen, Technik und in den kreativen Branchen. Für EU-Bürger ist der Einstieg oft leichter, da weniger Arbeitserlaubnisse nötig sind.

Als Ausländer in Island Arbeit zu finden, ist jedoch immer eine Herausforderung, besonders wenn man kein Isländisch spricht. Das heißt aber nicht, dass es unmöglich ist. Viele, die hierherziehen, erleben Island als offene Gesellschaft, die Einheimische und Zugezogene gleichermaßen willkommen heißt.

Hier findest du nützliche Websites für die Jobsuche in Island:

Tipps für die Jobsuche in Island

Arbeiter reinigt Schiffsrumpf mit Hochdruck – ein Beispiel für einen maritimen Job in Island.

Hier sind einige praktische Tipps, wie du dich abhebst und einen Job in Island findest:

  • Netzwerk aufbauen: In Island zählt oft, wen du kennst – nicht nur, was du kannst. Echte Kontakte öffnen Türen, die Online-Bewerbungen allein nicht öffnen können.

  • Englischsprachige Unternehmen ansprechen: Das zeigt Eigeninitiative und hilft dir, Beziehungen zu potenziellen Arbeitgebern oder deren Netzwerken aufzubauen – auch wenn aktuell keine Stellen ausgeschrieben sind.

  • Ständig weiterbilden: Ob durch Selbststudium, Kurse, Job-Shadowing, Coaching oder strukturierte Entwicklungspläne – Engagement für die eigene Entwicklung macht dich für Arbeitgeber attraktiv.

  • Freiwilligenarbeit: Ehrenamtliche Tätigkeiten sind eine tolle Möglichkeit, Erfahrung zu sammeln, neue Leute kennenzulernen und sich einzubringen. Auch wenn sie unbezahlt sind, zeigen sie Engagement und Fähigkeiten, die Arbeitgeber schätzen.

Leben und Arbeiten in Island als Ausländer

Viele, die nach Island gezogen sind, bereuen diesen Schritt nicht.

Wer sich darauf einlässt, findet ein offenes, vielfältiges und entspanntes Leben. Das Tempo ist gemächlicher als in anderen Ländern, was mehr Raum für Reflexion, Beobachtung und persönliche Entwicklung lässt.

Viele empfinden die kleine Bevölkerung der Insel, rund 340.000 Menschen, als überraschenden Vorteil. Die überschaubare Größe fördert das Gemeinschaftsgefühl und sorgt für Fairness und Akzeptanz im Alltag.

Natürlich gibt es auch Herausforderungen: Manche tun sich schwer mit der fischlastigen Ernährung, der begrenzten Markenauswahl oder den langen, dunklen und kalten Wintern.

Insgesamt überwiegen jedoch die Vorteile deutlich. Mit jedem Tag fühlt sich Island mehr wie ein Zuhause an.

Schritt 4: Isländisch lernen und die lokale Kultur leben

Kaffeebar-Besucher in Reykjavik, Island, die das soziale Leben und alltägliche isländische Begegnungen zeigen.

Die isländische Sprache kann anfangs einschüchternd wirken, ist aber eng mit der Identität des Landes verbunden. Sie zu lernen, ist eine der lohnendsten Möglichkeiten, um mit Einheimischen in Kontakt zu kommen. Die Isländer selbst sind für jede Mühe dankbar.

Ein kurzer Überblick über die isländische Sprache

Isländisch gehört zum nordischen Zweig der germanischen Sprachfamilie und unterscheidet sich deutlich von den anderen skandinavischen Sprachen (Dänisch, Norwegisch oder Schwedisch). Es ähnelt stark dem Altnordischen und weist keltische Einflüsse auf.

Die Sprache wird vergleichsweise schnell gesprochen, wobei die Betonung fast immer auf der ersten Silbe liegt – eine Besonderheit, die weltweit eher selten ist. Wie jede Sprache hat auch das Isländische im Laufe der Geschichte viele Veränderungen durchlaufen.

So wurden insbesondere während der Christianisierung Lehnwörter aus dem Französischen, Lateinischen, Dänischen und Norwegischen übernommen, um neue religiöse Begriffe zu bilden. Dennoch hat sich die geschriebene Sprache so wenig verändert, dass viele Einheimische noch heute Sagas aus dem 11. Jahrhundert lesen können.

Beispiel isländischer Handschrift, relevant für das Erlernen der Sprache beim Umzug nach Island.Fotoquelle: Wikimedia, Creative Commons, von Max Naylor. Keine Bearbeitung vorgenommen.

Die Sprache bewahrt zwei altnordische Buchstaben, die im Englischen nicht mehr verwendet werden: Das „thorn“ (þ) wird wie das „th“ in „thing“ ausgesprochen und das „eth“ (ð) wie das „th“ in „this“. Diese Zeichen sowie die komplexe Aussprache können für Anfänger eine Herausforderung sein. Es gibt jedoch viele Kurse, in denen Isländisch oft kostenlos unterrichtet wird.

Muss man Isländisch sprechen, um hier zu leben?

Englisch ist weit verbreitet und die meisten Isländer sprechen es fließend, da es in der Schule unterrichtet wird. Wer sich jedoch ausschließlich darauf verlässt, verpasst eine tiefere kulturelle Verbindung. Isländisch zu lernen gilt als Zeichen des Respekts gegenüber den Traditionen des Landes.

Tipps zum Isländischlernen für Neuankömmlinge

Für viele Neuankömmlinge ist Isländisch anfangs eine Herausforderung, da die Laute, Grammatikregeln und Buchstaben für Menschen aus anderssprachigen Ländern ungewohnt sind. Die gute Nachricht: Mit regelmäßiger Übung und etwas Geduld wird es mit der Zeit deutlich leichter.

Wer sich früh mit dem isländischen Alphabet und den Sprachgrundlagen vertraut macht, hat es später leichter. Hier ein paar Tipps für den Einstieg:

  • Kostenlose oder günstige Kurse besuchen: Viele Gemeinden bieten Sprachkurse für Einwanderer an. Die Stadtbibliothek Reykjavik und Mímir Lifelong Learning sind gute Anlaufstellen.

  • Apps und Online-Tools nutzen: Teste „Íslenska fyrir alla“, Drops oder Memrise für tägliches Üben.

  • Mit Einheimischen üben: Schon einfache Begrüßungen wie „Góðan daginn“ (Guten Tag) oder „Takk fyrir“ (Danke) kommen gut an.

  • Auf Isländisch lesen und hören: Kinderbücher, lokale Nachrichten oder isländische Musik helfen, sich an Klang und Rhythmus zu gewöhnen.

Jedes neue Wort öffnet dir in Island eine weitere Tür – sei es beim gemeinsamen Lachen im Café, beim Verstehen eines lokalen Witzes oder wenn die isländischen Sagas in ihrer Originalsprache lebendig werden.



Leben in Island als Einwanderer: Was du wissen und erwarten solltest

Das Leben in Island hat sein eigenes Tempo, seine eigenen Bräuche und einen besonderen Gemeinschaftsgeist. Für Einwanderer ist es entscheidend, die lokale Kultur zu verstehen, Kontakte zu knüpfen und den Alltag zu meistern, um sich wirklich zu Hause zu fühlen.

In diesem Abschnitt erfährst du, wie der Alltag aussieht – von gesellschaftlichen Normen und saisonalen Veränderungen bis hin zu Freizeitaktivitäten und Engagement in der Gemeinschaft. Wer weiß, was ihn erwartet, kann sich leichter anpassen, Kontakte knüpfen und den isländischen Lebensstil genießen.

 Unterwegs in Island       

Ein SUV in einer verschneiten isländischen Landschaft – so lassen sich Reisen zu Orten wie Akureyri, Husavík und Myvatn unternehmen.

Die weiten Landschaften Islands mit ihren Bergen, Lavafeldern und Schotterstraßen erfordern eine sorgfältige Reiseplanung. Zwar gibt es keine Bahnverbindungen, aber es gibt Möglichkeiten, in Island unterwegs zu sein: von Inlandsflügen und Fähren bis zu Taxis und Fahrgemeinschaften.

Inlandsflüge verbinden das ganze Jahr über Orte wie Akureyri, Egilsstadir und Isafjördur, sodass lange Autofahrten oft entfallen. Einige Ziele, wie die Westmännerinseln, werden nur saisonal angeflogen, weshalb es sich lohnt, die Flugpläne im Voraus zu prüfen.

Wer sich in Reykjavik niederlässt, kann sowohl die bekannten Sehenswürdigkeiten als auch die ruhigeren Viertel bequem ohne Auto erkunden. Die Stadtbusse in Reykjavik sind sauber, zuverlässig und einfach zu nutzen. Die Klappid-Bus-App ist ein hilfreiches Tool für den Nahverkehr in der Hauptstadt und liefert aktuelle Fahrpläne.

Außerhalb der Hauptstadt sind die öffentlichen Verkehrsmittel eingeschränkter. Wer auf dem Land lebt oder die Natur erkunden möchte, kommt um ein eigenes Auto kaum herum.

Malerische Straße in Island: Das Autofahren ist ein wichtiger Teil der Fortbewegung.

Das Autofahren in Island unterscheidet sich oft stark von den heimischen Verhältnissen – besonders auf vereisten Winterstraßen. Ein Allradfahrzeug bietet auf Schotterpisten und rutschigen Straßen mehr Sicherheit und Komfort.

Taxiunternehmen wie Hreyfill und Angebote wie Hopp sind weit verbreitet. Zudem verbinden Fähren Inseln wie die Westmännerinseln und abgelegene Küstenorte.



Die Natur in Island

Nordlichter über einer Gletscherlagune – sie zeigen Islands beeindruckende Landschaften.

Die atemberaubende Natur Islands ist für viele der Hauptgrund, hierher zu ziehen – und sie prägt den Alltag oft stärker, als Neuankömmlinge erwarten. Um sich wirklich heimisch zu fühlen, ist es wichtig, die Natur des Landes zu verstehen.

In diesem Abschnitt erfährst du mehr über die Regionen und die Geografie Islands, damit du den für dich passenden Wohnort findest. Du erfährst, wie das Klima den Alltag beeinflusst, warum Erdwärme zum täglichen Leben gehört und welche Outdoor-Aktivitäten den isländischen Lebensstil prägen.

Islands Regionen und Geografie

Die eindrucksvolle und unberührte isländische Natur zeigt, was das Land einzigartig macht.Island besteht aus mehreren Regionen: Ostisland, Westisland, Südisland, Nordisland, die Westfjorde, die Reykjanes-Halbinsel und das Hochland. Jede Region bietet spektakuläre Natur und ihre ganz eigenen Highlights.

Der Süden ist bekannt für seine Wasserfälle, Gletscher und schwarzen Sandstrände. Das Hochland lockt mit weiten Vulkanwüsten und rauen Wanderwegen, die sich am besten im Sommer erkunden lassen. Die Westfjorde bieten abgelegene Fjorde und eine reiche Tierwelt, während der Norden für seine Geothermalgebiete und einige der besten Ski- und Wintersportmöglichkeiten des Landes bekannt ist.

Tipps für Neuankömmlinge

Wer die regionalen Unterschiede kennt, kann Wochenendausflüge besser planen, die richtige Ausrüstung wählen und die beste Reisezeit für jede Gegend bestimmen.

  • Plane deine Ausflüge mit Karten von Island, denn die Entfernungen sind oft größer als gedacht.

  • Reise im Winter möglichst auf den Hauptstraßen, es sei denn, du hast ein Fahrzeug mit Allradantrieb und Erfahrung im Winterfahren.

  • Bewahre dir Touren ins isländische Hochland für den Sommer auf, wenn die Straßen geöffnet und die Bedingungen sicher sind.

Wetter und Klima: Wie du dich auf Islands Jahreszeiten vorbereitest

Die Eishöhle im Langjökull ist Teil der faszinierenden Gletscherlandschaft Islands.

Dank des Golfstroms ist das Klima in Island relativ mild, aber das Wetter kann sehr wechselhaft sein. Es ist ganz normal, an einem Tag Sonne, Regen und sogar Schnee zu erleben.

Im Sommer gibt es lange, helle Tage mit einer Durchschnittstemperatur von etwa 8,9 °C im Juni. Die Winter sind dunkler und kälter, mit Temperaturen um −0,5 °C im Januar sowie häufig Schnee und vereisten Straßen.

Die Isländer unterscheiden im Allgemeinen kaum zwischen Herbst und Frühling – für sie gibt es einen langen, hellen Sommer und einen langen, dunklen Winter. Angesichts des starken Kontrasts zwischen dunklen, stürmischen Wintern und endlosen Sommertagen macht das durchaus Sinn.

Tipps für Neuankömmlinge

Die extremen Jahreszeiten beeinflussen weit mehr als nur Reisepläne. Kleidung, Tagesabläufe und sogar der Schlafrhythmus passen sich dem Licht und den Wetterbedingungen an.

  • Mehrlagige Kleidung ist das ganze Jahr über Pflicht, ebenso wie eine wasserdichte Jacke und festes Schuhwerk. Das sind die Basics für deine Island-Packliste – für Komfort und Sicherheit bei jedem Wetter.

  • Im Sommer helfen Verdunkelungsvorhänge beim Schlafen während der Mitternachtssonne.

  • Im Winter gleichen Vitamin-D-Präparate den Lichtmangel aus.

  • Prüfe täglich die Wettervorhersage auf zuverlässigen Seiten wie Vedur.is, besonders wenn du Auto fährst oder dich draußen aufhältst.



Outdoor-Leben in Island: Natur und Gemeinschaft erleben

Geothermalbäder wie die Secret Lagoon sind fester Bestandteil des isländischen Lebensstils.Outdoor-Aktivitäten sind ein zentraler Bestandteil des isländischen Lebens. Sie fördern Fitness, soziale Kontakte und das Wohlbefinden. Für Einwanderer sind Wanderungen, Campingausflüge oder auch kurze Abendspaziergänge eine tolle Möglichkeit, Leute kennenzulernen und sich an das Klima zu gewöhnen.

Beliebte Sommeraktivitäten in Island sind das Besuchen von Wasserfällen, das Baden in natürlichen heißen Quellen und das Erkunden von Vulkangebieten. Dank der endlosen Helligkeit sind auch nächtliche Wanderungen, Camping oder Angeln möglich.

Zu den besten Wintererlebnissen in Island zählen Skifahren, Schneemobilfahren und Nordlichter-Touren.

Am besten startest du mit einfachen Wanderungen oder geführten Touren, bei denen du oft die nötige Ausrüstung und Sicherheitshinweise erhältst. Outdoor-Clubs und Gemeinschaftsgruppen heißen Neuankömmlinge willkommen und bieten viele Veranstaltungen speziell für Einsteiger.

Zwei Wanderer an einem geothermischen Kratersee beim Vulkan Askja zeigen Islands Outdoor-Lifestyle.Hier sind einige der vielen geführten Outdoor-Abenteuer, die du für deine ersten Wandererlebnisse in Island buchen kannst:

  1. Atemberaubende 5-tägige Wanderung von Landmannalaugar nach Thorsmörk mit Transfer ab Reykjavik – Entdecke die faszinierende Schönheit des Thorsmörk-Tals und der Landmannalaugar-Region auf dieser unvergesslichen fünftägigen Wanderreise.

  2. Geführte Nachmittags- oder Abendwanderung zum Vulkangebiet auf der Halbinsel Reykjanes – Auf dieser Tour wanderst du zum neu entstandenen Lavafeld nach dem jüngsten Ausbruch am Sundhnukagigar.

  3. Wandern mit Huskys in Nordisland mit optionalem Transfer ab Akureyri – Gemeinsam mit einem Husky und deinem Guide erkundest du malerische Wanderwege in Nordisland.

Wer viel draußen ist, kommt auch mit den Jahreszeiten besser zurecht: Tageslicht im Winter hebt die Stimmung, und im Sommer genießt du die langen Tage in der Natur besonders intensiv.



Nachhaltigkeit und Alltag: Leben mit Islands Werten

Das Geothermalkraftwerk und die heißen Quellen in der Region Namafjall am Myvatn zeigen, wie nachhaltig Energie in Island genutzt wird.Island ist Vorreiter bei erneuerbaren Energien: Fast alle Häuser und Gebäude werden mit Erdwärme beheizt.

Für Neuankömmlinge bedeutet das niedrigere Heizkosten, aber auch einige Besonderheiten: So kann warmes Leitungswasser wegen der geothermischen Quellen einen leichten Schwefelgeruch haben.

Mülltrennung und Ressourcenschonung werden ernst genommen und die Gemeinden geben genaue Anweisungen zur Abfalltrennung. Fischerei und Landwirtschaft sind streng reguliert, um die Natur zu schützen. Das beeinflusst auch die Auswahl und die Preise vieler Lebensmittel.

Umweltschutz prägt den Alltag: Die Isländer achten beispielsweise darauf, empfindliches Moos nicht zu beschädigen und in der Natur nach dem „Leave no trace“-Prinzip zu handeln.

Tipps für Neuankömmlinge

In Island ist Umweltbewusstsein Teil des Alltags – von der Erdwärme bis zur Mülltrennung. Wer diese Werte versteht, findet leichter Anschluss und trägt zur Gemeinschaft bei.

  • Informiere dich über die Mülltrennungsregeln deiner Gemeinde.

  • Gehe sparsam mit Warmwasser um und wundere dich nicht über den natürlichen Schwefelgeruch.

  • Nimm an lokalen Aufräumaktionen teil, um Nachbarn kennenzulernen und die Umwelt zu unterstützen.



Lebenshaltungskosten in Island

Wer nach Island zieht, muss sich auf einige der höchsten Lebenshaltungskosten weltweit einstellen. Dies ist vor allem auf die abgelegene Lage, die hohen Importkosten und die begrenzte Markenauswahl zurückzuführen. Die Preise können anfangs überraschen, doch mit einer cleveren Planung und der Anpassung an lokale Gewohnheiten finden viele Neuankömmlinge schnell ihren Weg.

 Geld und Zahlungsgewohnheiten der Isländer

Nahaufnahme isländischer Kronen-Münzen – ein Symbol für Finanzen und Lebenshaltungskosten in Island.Fotoquelle: Wikimedia, Creative Commons, von Thorsten Schmidt. Keine Bearbeitung vorgenommen.

Die Isländische Krone ist die Landeswährung. Es gibt Banknoten zu 500, 1.000, 5.000 und 10.000 ISK sowie Münzen zu 1, 5, 10, 50 und 100. Mit etwas Sparen wird man in Island schnell zum Millionär – allerdings ist das weniger beeindruckend als anderswo.

Wie in anderen nordischen Ländern auch zahlen Isländer fast alles mit der Debitkarte. Kontaktloses Bezahlen und mobile Apps sind üblich, und es gibt Geldautomaten in den Städten und an Tankstellen.

Bankwesen in Island

Isländische Kronen in Landmannalaugar stehen symbolisch für die Lebenshaltungskosten in Island.Wer in Island eine neue Heimat findet, sollte möglichst früh ein lokales Bankkonto eröffnen. Gehälter werden in der Regel per Überweisung gezahlt und viele Vermieter bevorzugen Mietzahlungen direkt aufs Konto.

Zu den größten Banken Islands zählen Landsbankinn, Islandsbanki und Arion Banki. Die meisten von ihnen bieten Online- und Mobile-Banking auf Englisch sowie Debitkarten für kontaktloses und internationales Bezahlen.

Für die Kontoeröffnung benötigst du in der Regel:

  • einen gültigen Reisepass oder Ausweis

  • eine isländische Kennitala (Personenkennziffer)

  • einen Adressnachweis in Island

Alltägliche Kosten und Budgetplanung

Besuchern in Island fallen sofort die hohen Lebenshaltungskosten auf. Leider ist das die Realität auf einer abgelegenen Insel im Nordatlantik.

Besonders teuer sind Lebensmittel, vor allem importierte Waren. Die Markenauswahl ist kleiner als gewohnt. Manche Produkte sind nicht das ganze Jahr über erhältlich und die Auswahl an Alternativen ist oft begrenzt.

Die Lebenshaltungskosten in Island liegen etwa 55 % über denen der USA, und die Mieten sind im Durchschnitt 26 % höher. Insgesamt zählt Island zu den teuersten Ländern der Welt.

Die Harpa in Reykjavik steht sinnbildlich für das moderne Stadtleben in Island.Eine alleinstehende Person in Reykjavik sollte durchschnittlich mit mindestens 208.000 ISK (etwa 1.400 EUR) pro Monat für die grundlegenden Lebenshaltungskosten rechnen. Für Familien fallen die Kosten entsprechend höher aus.

Geschätzte monatliche Kosten für eine Einzelperson in Reykjavik:

  • Miete (1-Zimmer-Wohnung): 170.000–250.000 ISK (ca. 1.120–1.630 EUR)

  • Nebenkosten und Internet: 15.000–25.000 ISK (ca. 100–165 EUR)

  • Lebensmittel: 50.000–80.000 ISK (ca. 325–525 EUR)

  • Transport: 12.000–20.000 ISK (ca. 80–130 EUR)

  • Sonstige Ausgaben: 20.000–40.000 ISK (ca. 130–260 EUR)

Auch wenn die Preise auf den ersten Blick abschreckend wirken, gewöhnen sich viele Einwanderer schnell an das langsamere Konsumtempo und setzen auf Qualität statt Quantität.

Tipps für Neuankömmlinge

Das Stadtzentrum von Reykjavik mit seinen Büros und Geschäften vermittelt einen Eindruck vom urbanen Leben und den Lebenshaltungskosten in Island.Um sich an die Lebenshaltungskosten in Island zu gewöhnen, ist etwas Strategie erforderlich – vor allem, wenn du neu bist und erst herausfinden musst, wo du am besten einkaufst und was sich lohnt, von zu Hause mitzubringen. Diese Tipps helfen dir, dein Budget zu schonen:

  • Clever einkaufen: Bónus und Krónan sind günstige Supermärkte zum Lebensmitteleinkauf in Island. Hagkaup bietet eine größere Auswahl, ist aber teurer.

  • Lokale Märkte nutzen: Saisonale Produkte und lokale Lebensmittel sind auf Bauernmärkten oft günstiger als im Supermarkt.

  • Second-Hand kaufen: Online-Marktplätze wie Bland.is oder Second-Hand-Läden wie Góði Hirðirinn bieten günstige Möbel und Kleidung.

  • Für den Winter planen: Rechne in der kalten Jahreszeit mit höheren Ausgaben für Heizung und Indoor-Aktivitäten.

  • Öffentliche Verkehrsmittel clever nutzen: In Reykjavik sind Busse zuverlässig – ein Monats- oder Jahresticket lohnt sich, wenn du oft pendelst.

  • Wichtige Dinge mitbringen: Spezialitäten wie bestimmte Gewürze, Kosmetik oder Elektronik sind in Island teuer oder schwer zu bekommen.

  • Ausgaben im Blick behalten: Führe ein einfaches Budget, um teure Posten zu erkennen und deine Gewohnheiten frühzeitig anzupassen. Mit Apps wie Meniga behältst du den Überblick.

  • Community-Gruppen oder Foren beitreten: In lokalen Facebook-Gruppen oder Expat-Netzwerken erhältst du Tipps zu Angeboten, Dienstleistungen und Second-Hand-Artikeln.



Gesundheitswesen in Island

Stethoskop mit isländischer Flagge, symbolisiert Gesundheitsdienste in Island.Island bietet eine universelle Gesundheitsversorgung, die hauptsächlich über Steuern finanziert wird. Das bedeutet, dass die meisten Einwohner – einschließlich Einwanderer nach der Anmeldung – Zugang zu bezahlbaren medizinischen Leistungen haben. Die Eigenbeteiligung beschränkt sich auf geringe Gebühren für Arztbesuche, Rezepte oder Untersuchungen.

Die medizinische Versorgung erfolgt über sechs regionale Krankenhäuser und 16 Gesundheitseinrichtungen, zu denen Kliniken und Lehrkrankenhäuser zählen. Es gibt keine Privatkliniken und private Krankenversicherungen sind unüblich.

Erwähnenswert ist außerdem, dass Island eine der höchsten Lebenserwartungen weltweit hat (83 Jahre), was die hohe Qualität der medizinischen Versorgung widerspiegelt.

Gesundheitsversorgung für Einwanderer

Außenansicht eines Krankenhausgebäudes in Island, das die medizinische Versorgung für Neuankömmlinge illustriert.Fotoquelle: Wikimedia, Creative Commons, von Vera de Kok. Keine Bearbeitung vorgenommen.

In der Regel müssen Neuankömmlinge in Island sechs Monate im Land leben, bevor sie Anspruch auf die staatliche Krankenversicherung haben. Während dieser Wartezeit ist es wichtig, eine Übergangsversicherung zu besitzen. Folgende Möglichkeiten gibt es:

  • Verwendung der Europäischen Krankenversicherungskarte (EHIC), wenn du EU-/EWR-Bürger bist.

  • Verlängerung des privaten Versicherungsschutzes aus deinem Heimatland.

  • Abschluss einer kurzfristigen isländischen Versicherungspolice.

Sobald du registriert bist, hast du denselben Zugang zum Gesundheitssystem wie isländische Staatsbürger. Dann solltest du dich auch bei einem örtlichen Gesundheitszentrum (heilsugaesla) anmelden, wo dir ein Hausarzt (GP) zugewiesen wird. Die meisten Kliniken und Krankenhäuser verfügen über Personal, das Englisch spricht, sodass die Verständigung für Neuankömmlinge selten ein Problem darstellt.

So meldest du dich bei einem isländischen Gesundheitszentrum (Heilsugaesla) an

Jeder Einwohner muss sich bei einem primären Gesundheitszentrum (heilsugaesla) anmelden. Dies ist deine erste Anlaufstelle für die meisten medizinischen Anliegen, wie beispielsweise Arztbesuche, Impfungen, Vorsorgeuntersuchungen und Überweisungen zu Fachärzten.
So funktioniert die Anmeldung:

  • Du benötigst deine isländische Personenkennziffer (kennitala) und einen Nachweis deiner isländischen Adresse.

  • Du kannst dich online über das Ísland.is-Portal registrieren.

  • Alternativ kannst du dich auch persönlich in deinem örtlichen Gesundheitszentrum anmelden. Du kannst einen Hausarzt wählen oder dir wird einer zugewiesen, falls keine Präferenz möglich ist.

Nach der Anmeldung kannst du Termine mit deinem Hausarzt telefonisch oder über Heilsuvera, das Online-Patientenportal, buchen. Über das Portal kannst du auch Rezepte erneuern und sicher mit medizinischem Personal kommunizieren.

Solltest du eine Übersetzung in deiner Sprache benötigen, kannst du das bei der Terminvereinbarung angeben. Das Gesundheitszentrum organisiert dies in der Regel im Voraus für deinen Besuch.

Notfall- und Bereitschaftsversorgung

Ein Rettungshubschrauber im Einsatz!Fotoquelle: Wikimedia, Creative Commons, von Andrew W. Lusi. Keine Bearbeitung vorgenommen.

Gerade beim Einleben in einem neuen Land ist es wichtig zu wissen, wen man im Notfall erreichen kann. In Island sind die Notfall- und Bereitschaftsdienste sehr gut organisiert, und es gibt englischsprachige Unterstützung.

Hier sind die wichtigsten Nummern, die jeder Neuankömmling griffbereit haben sollte:

  • Notrufnummer: Wähle 112 für Rettungswagen, medizinische Notfälle oder lebensbedrohliche Situationen.

  • Medizinische Hilfe (kein Notfall): Rufe während der Öffnungszeiten in Reykjavik die Nummer 544-4114 an.

  • Ärztlicher Bereitschaftsdienst: Wähle 1700, um mit einer englischsprachigen Krankenschwester zu sprechen. Sie berät dich, weist dich an eine Nachtklinik weiter oder organisiert einen Hausbesuch.

  • Zahnärztlicher Notdienst: Rufe außerhalb der regulären Zeiten die Nummer 575-0505 an.

Angesichts der weiten und dünn besiedelten Landstriche Islands stehen bei Bedarf Rettungshubschrauber und Flugzeuge zur Verfügung. Diese sind in Akureyri und Reykjavik stationiert und werden von der isländischen Küstenwache unterstützt.



Bildung in Island

Die Außenansicht der ältesten Schule Islands steht für Bildung und Geschichte.Fotoquelle: Wikimedia, Creative Commons, von HerbertG. Keine Bearbeitung vorgenommen.

Bildung ist ein zentraler Bestandteil des Ankommens in Island, insbesondere wenn du mit Kindern umziehst oder selbst ein Studium planst. Das System ist inklusiv und staatlich finanziert, sodass alle Menschen unabhängig von ihrer Herkunft, Nationalität oder finanziellen Lage Zugang haben.

Schulstufen in Island

Das isländische Bildungssystem ist in vier Stufen gegliedert:

  • Vorschule (Leikskoli, 1–6 Jahre): Die frühkindliche Bildung ist nicht verpflichtend, wird aber von vielen genutzt. Besonders in Reykjavik sind die Plätze begrenzt. Daher sollten sich Neuankömmlinge frühzeitig bei der jeweiligen Gemeinde (sveitarfelag) anmelden, sobald sie eine Meldeadresse haben. Wartelisten sind üblich.

  • Pflichtschule (Grunnskoli, 6–16 Jahre): Für alle Kinder verpflichtend. Die Anmeldung erfolgt über die Gemeinde, die eine Schule in Wohnortnähe zuweist. Für Kinder, die Isländisch als Zweitsprache lernen, gibt es Unterstützung.

  • Weiterführende Schule (Framhaldsskoli oder Menntaskoli, 16–20 Jahre): Nicht verpflichtend, aber von den meisten besucht. Es gibt akademische und berufsbildende Zweige, einige Programme werden auf Englisch angeboten. Die Bewerbung erfolgt direkt bei den Schulen.

  • Hochschulbildung (Haskoli): Island hat sieben Universitäten, die meisten sind staatlich und verlangen nur eine Einschreibegebühr. Private Hochschulen erheben Studiengebühren. Einige Programme, vor allem auf Master-Niveau, werden auf Englisch angeboten.

Während der Pflichtschulzeit werden zahlreiche Fächer unterrichtet, darunter Sprachen (Dänisch, Englisch und andere nordische Sprachen), Ethik, Mathematik, Kunst, Sport, Geografie, Geschichte und Sozialwissenschaften.

Sprachförderung für Neuankömmlinge

Das Gebäude der Reykjavik International School – eine Schuloption für ExpatsFotoquelle: Wikimedia, Creative Commons, von Andrew.butterworth. Keine Bearbeitung vorgenommen.

Die Unterrichtssprache ist Isländisch. Kinder von Einwanderern erhalten jedoch oft spezielle Förderklassen, um die Sprache zu erlernen.

Die Lehrkräfte passen den Unterricht so an, dass auch Nicht-Isländischsprachige schrittweise integriert werden. Einige Gemeinden bieten zudem Isländisch-als-Zweitsprache-Kurse für Eltern an, was das Einleben für Familien erleichtert.

Englisch wird von den meisten Isländern schon früh gelernt und ist weit verbreitet, was die Verständigung in der Übergangszeit erleichtert.

Internationale Schulen

Für Familien, die einen englischsprachigen Lehrplan wünschen, bietet die International School of Iceland im Großraum Reykjavik Unterricht gemäß dem britischen Schulsystem an. Die Schule ist bei Expats beliebt. Im Gegensatz zu staatlichen Schulen erhebt sie jedoch Schulgebühren.

Hochschulbildung für internationale Studierende

Veranstaltung an der Universität Reykjavik mit internationaler Studierendengemeinschaft und Flaggen.Fotoquelle: Wikimedia, Creative Commons, von IcelandEngineer. Keine Bearbeitung vorgenommen.

Island heißt internationale Studierende willkommen. Die Universität Island ist die größte und traditionsreichste Einrichtung des Landes. Die Bewerbung erfolgt in der Regel direkt online über die Website der jeweiligen Hochschule.

Hier findest du eine Übersicht der Universitäten des Landes mit Links zu den jeweiligen Websites:

  • Universität Island – Gegründet 1911 in Reykjavik. Die größte und älteste staatliche Universität des Landes mit einem breiten Fächerangebot in allen wichtigen Disziplinen.

  • Universität Reykjavik – 1998 in der Hauptstadt gegründet. Eine private Hochschule mit einem breiten Angebot in den Bereichen Technik, Wirtschaft und Recht.

  • Universität Akureyri – 1987 im Norden Islands gegründet. Eine staatliche Hochschule mit Schwerpunkten in Gesundheitswissenschaften, Pädagogik und Sozialwissenschaften. Besonders beliebt ist das Fernstudienangebot.

  • Kunstuniversität Island – Ebenfalls 1998 in Reykjavik gegründet. Eine private Hochschule für Bildende Kunst, Design, Theater, Musik und Tanz.

  • Universität Bifrost – 1918 in Bifrost, einer kleinen Siedlung im Borgarfjördur-Gebiet in Westisland, gegründet. Eine private Hochschule mit Fokus auf Wirtschaft, Recht und Sozialwissenschaften.

  • Landwirtschaftsuniversität Island – 2005 in Hvanneyri gegründet. Eine staatliche Hochschule mit Spezialisierung auf Agrar- und Umweltwissenschaften.

  • Universität Holar – Eine der ältesten Schulen Europas (gegründet 1106) mit Sitz in Holar in Hjaltadalur. Staatliche Hochschule mit Schwerpunkten in Aquakultur, Pferdewissenschaften und Tourismus.

Studierende aus Nicht-EWR-Staaten müssen in der Regel eine gültige Aufenthaltsgenehmigung oder ein Visum sowie je nach Studiengang einen Nachweis über ihre Englisch- oder Isländischkenntnisse vorlegen. Die meisten Hochschulen haben ihre Bewerbungsfristen für Studiengänge, die im Herbst beginnen, im frühen Frühjahr, meist zwischen Januar und März.

Da die meisten Hochschulen in Island staatlich finanziert sind, fällt in der Regel lediglich eine jährliche Einschreibegebühr von etwa 75.000 ISK (rund 520 EUR) an. Private Bildungseinrichtungen erheben hingegen Studiengebühren, deren Höhe je nach Studiengang variiert.



Kriminalität und Sicherheit in Island

Zu sehen ist die Rückansicht eines isländischen Polizisten in taktischer Uniform mit der Aufschrift „Logreglan Police” auf dem Rücken. Er steht während einer Übung an der abgelegenen H-2-Radaranlage auf der Langanes-Station in Island.

Island genießt einen exzellenten Ruf als sicheres Land und belegt Platz eins unter den sichersten Ländern der Welt im Jahr 2025. Das macht es zu einem beruhigenden Ort für Neuankömmlinge – ganz gleich, ob sie mit Kindern kommen, zum Studieren oder für einen neuen Job.

Alltägliche Sicherheit in Island

Die Menschen in Island fühlen sich in der Regel auch nachts auf den Straßen sicher, und Kinder gehen oft selbstständig zur Schule. Nach nordischer Tradition ist es üblich, Babys zum Mittagsschlaf draußen stehen zu lassen – ein Zeichen für das große Vertrauen und die niedrige Kriminalitätsrate im Land.

Gewaltdelikte sind äußerst selten; die meisten Straftaten sind Verkehrsdelikte, Diebstähle oder alkoholbedingte Vorfälle. Taschendiebstähle können in belebten Touristengebieten vorkommen, stellen aber kein großes Problem dar. Durch einfache Vorsichtsmaßnahmen wie die Beaufsichtigung der eigenen Sachen in der Öffentlichkeit bleibt es sicher.

Verhaltensweisen, die das Gesetz ernst nimmt

Polizeifahrzeug in Island – ein Beispiel für Sicherheitsmaßnahmen für die Einwohner.Fotoquelle: Wikimedia, Creative Commons, von Dickelners. Keine Bearbeitung vorgenommen.

Auch wenn Island ein sehr sicheres Land ist, hilft das Verständnis der lokalen Gesetze, Schwierigkeiten zu vermeiden. Die Behörden ahnden folgende Verhaltensweisen streng:

  • Drogenbesitz oder -konsum: Schon geringe Mengen können zu Geldstrafen von bis zu 30.000 ISK (ca. 210 EUR) oder einer strafrechtlichen Verfolgung führen. Schwerwiegendere Verstöße werden härter bestraft.

  • Öffentliche Trunkenheit: Dies kann zu Polizeieinsätzen, Geldstrafen oder vorübergehender Ingewahrsamnahme führen.

  • Bedrohliches oder gewalttätiges Verhalten: Körperverletzungen werden streng verfolgt und können je nach Schwere mit Haftstrafen geahndet werden.

  • Belästigung oder sexuelle Übergriffe: Täter müssen mit Geldstrafen, Haft oder beidem rechnen.

  • Verkehrsdelikte: Zu schnelles Fahren, Alkohol am Steuer und andere Verkehrsverstöße führen zu Geldstrafen, Punkten oder in schweren Fällen zu Haft.

  • Verstöße gegen das Aufenthaltsrecht: Wer gegen Visums- oder Aufenthaltsbestimmungen verstößt, muss mit Geldstrafen, Ausweisung oder anderen rechtlichen Konsequenzen rechnen.

Hasskriminalität und Antidiskriminierungsgesetze

In Island werden Straftaten aufgrund von Rasse, Religion, sexueller Orientierung, Geschlechtsidentität oder anderen geschützten Merkmalen sehr konsequent verfolgt. Diskriminierung, Belästigung und gewaltmotivierte Vorfälle sind illegal und können mit Geldstrafen oder Haft geahndet werden.

Nach isländischem Recht sind alle Menschen vor Diskriminierung bei der Arbeit, beim Wohnen, in der Bildung und beim Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen geschützt. Betroffene können Vorfälle bei der Polizei melden oder sich an staatliche Stellen wenden, die sich für Gleichstellung und Menschenrechte einsetzen.

Opfer oder Zeugen von Hasskriminalität werden ermutigt, die Polizei zu informieren. Es stehen Unterstützungsangebote wie Beratung und Dolmetscherdienste zur Verfügung, damit jeder unabhängig von Sprache oder Herkunft Hilfe erhält.

Respekt für Vielfalt ist ein zentraler Bestandteil der isländischen Gesetzgebung und Kultur. Das macht Island zu einem sicheren und offenen Land für Neuankömmlinge.



Die isländische Polizei und Community Policing

Isländische Polizisten in ihrer typischen Einsatzkleidung.Die isländische Polizei (Logreglan) ist für die öffentliche Sicherheit zuständig, verfolgt Straftaten und unterstützt Opfer. Die Polizei ist gut ausgebildet, bürgernah und die meisten Beamten sind unbewaffnet. Seit 2023 dürfen sie jedoch Schlagstöcke, Reizgas und Taser einsetzen.

Island setzt auf Community Policing: Die Polizei ist sichtbar präsent, sucht den Kontakt zu den Menschen und arbeitet eng mit den Nachbarschaften zusammen, um Kriminalität vorzubeugen. Die örtlichen Polizeistationen sind in der Regel von 8:15 bis 16:00 Uhr geöffnet.

Island hat keine Armee, die Polizei ist rein zivil organisiert.

 Religion, Spiritualität und Atheismus in Island

Island ist ein säkularer Staat mit großer religiöser und spiritueller Vielfalt. Einwanderer finden hier ein offenes Umfeld, das alle Glaubensrichtungen respektiert und die Freiheit und Unterstützung bietet, den eigenen Glauben oder die eigene Weltanschauung zu leben.

Religiöse Landschaft Islands

Bei einer Zeremonie der Asatruarfelagid in Thingvellir zeigen Menschen lokale Religion und Bräuche.Fotoquelle: Wikimedia, Creative Commons, von Lenka Kovářová. Keine Bearbeitung vorgenommen.

Die meisten Isländer gehören der Evangelisch-Lutherischen Kirche Islands an, die meisten von ihnen werden bei der Geburt in die Kirche eingetragen. Auf dem zweiten Platz liegt die römisch-katholische Kirche. Viele Menschen gehören jedoch anderen Religionen an oder geben keine bestimmte Weltanschauung an.

In Island gibt es auch kleine, aber aktive muslimische, jüdische und neuheidnische Gemeinschaften, darunter die Asatruarfelagid, eine zeitgenössische heidnische Glaubensrichtung, die sich an der nordischen Spiritualität orientiert.

Für alle, die eine säkulare Alternative suchen, bietet die Isländische Humanistenvereinigung soziale Unterstützung, Gemeinschaft und Ressourcen für Neuankömmlinge. Die Organisation ist als Weltanschauungsgemeinschaft staatlich anerkannt und kann wie Religionsgemeinschaften staatliche Mittel erhalten.

Kulturelle Normen und Integration von Einwanderern

Die Isländer zeigen sich zwar tolerant gegenüber unterschiedlichen religiösen Praktiken, die Gesellschaft ist jedoch überwiegend säkular geprägt. Weniger als 10 % der Bevölkerung besuchen monatlich einen Gottesdienst, Spiritualität wird meist privat gelebt.

Für Einwanderer bedeutet das: Sie können ihren Glauben frei ausüben, religiöse Feiertage begehen oder ein säkulares Leben führen – ohne Einschränkungen. Das isländische Recht schützt die Religionsfreiheit und verbietet Diskriminierung aufgrund des Glaubens.

Tipps für die Religionsausübung in Island

Außenansicht der Hallgrimskirkja in Reykjavik, Symbol für isländisches religiöses und kulturelles Erbe.Es ist hilfreich zu wissen, wie du deinen Glauben oder deine Weltanschauung respektvoll und selbstbewusst leben kannst. Die folgenden Tipps helfen dir, lokale Gepflogenheiten zu verstehen, Anschluss zu finden, deine Überzeugungen zu feiern – und dabei die isländische Kultur zu erleben.

  • Finde eine Gemeinschaft: Schließe dich lokalen Religionsgemeinschaften, Kulturzentren oder Weltanschauungsgruppen an, um Unterstützung und soziale Kontakte zu knüpfen.

  • Feiere frei: Begeh religiöse Feiertage, besuche Gottesdienste oder veranstalte Treffen, ganz wie du möchtest. Große Feiertage wie Weihnachten, Ostern, Ramadan oder Jom Kippur werden vor allem innerhalb der jeweiligen Gemeinschaften gefeiert.

  • Gottesdienste & Gebetsräume: In Reykjavik und anderen Städten gibt es Moscheen, Synagogen, Kirchen und neuheidnische Versammlungsorte. Der Beitritt zu diesen Gemeinschaften ist eine gute Möglichkeit, Einheimische und andere Zugezogene kennenzulernen.

  • Respektiere lokale Gepflogenheiten: Die öffentliche Religionsausübung ist erlaubt, aber die meisten Isländer leben ihren Glauben privat. Achte auf den kulturellen Kontext.

  • Interreligiöse Aktivitäten: Kulturelle Feste, Workshops und Gemeindeveranstaltungen bieten Gelegenheiten, Einheimische und Menschen anderer Glaubensrichtungen kennenzulernen.

  • Entdecke isländisches Erbe: Lerne mehr über lokale Sagen, nordische Mythologie und historische Bräuche – ein spannender Weg, Islands Kultur kennenzulernen und deinen Glauben zu leben.

Erfahre mehr über isländische Folklore und Geschichte

Alfholt ist eine Reihe kleiner hölzerner Elfenhäuser in einem Garten in Akranes und ein Beispiel für isländische Folklore.Du möchtest die isländische Sagenwelt und Mythologie entdecken? Dann sind diese spannenden Touren genau das Richtige für dich:

  1. Folklore-Stadtrundgang durch Reykjavik mit Geschichten über Trolle, Elfen & verborgene Wesen — Beim Spaziergang durch die Altstadt von Reykjavik erfährst du alles über die Elfen, Trolle und das verborgene Volk Islands.

  2. Reittour mit Elfen & Folklore ab Reykjavik — Entdecke die einzigartige Sagenwelt Islands hoch zu Ross auf dieser magischen Reittour.

  3. Eintrittskarte für das Viking World Museum auf der Halbinsel Reykjanes — Wenn du mehr über die Wikinger erfahren möchtest, die Island besiedelt haben, solltest du das Viking World Museum besuchen.

Isländische Feiertage

Die Hallgrimskirkja in Reykjavik ist ein Symbol für lokale Traditionen und Festlichkeiten – auch an Silvester.

Die wichtigsten Feiertage Islands zu kennen, hilft Neuankömmlingen dabei, ihren Alltag zu planen, Traditionen zu erleben und Anschluss an die Gemeinschaft zu finden.

In Island werden das ganze Jahr über verschiedene Anlässe gefeiert – von Weihnachten und Silvester im Winter bis zum Biertag im Sommer. Diese Feste geben Einblicke in die isländische Kultur und laden dazu ein, das lebendige gesellschaftliche Leben mitzuerleben. Da viele Büros, Geschäfte und Dienstleistungen an Feiertagen geschlossen sind, beeinflussen sie auch den Alltag.

Im Folgenden findest du eine Übersicht über die gesetzlichen Feiertage in Island mit Tipps für Neuankömmlinge:

Winterfeiertage in Island

  • 1. Januar – Neujahr

Feiere mit den Einheimischen bei Feuerwerk und Familientreffen. Die meisten Geschäfte und Büros bleiben geschlossen.

  • 24. Dezember – Heiligabend, 25. Dezember – Weihnachten, 26. Dezember – Zweiter Weihnachtsfeiertag

Weihnachten in Island ist geprägt von Kerzenlicht, traditionellen Speisen und den 13 Weihnachtsgesellen. Viele öffentliche Einrichtungen schließen, daher solltest du rechtzeitig planen.

  • 31. Dezember – Silvester

Feuerwerk und öffentliche Feiern machen diesen Tag zu einem besonderen Erlebnis mit den Einheimischen.

Frühlingsfeiertage in Island

  • Gründonnerstag, Karfreitag, Ostersonntag & Ostermontag (März/April)

Religiöse Feiertage mit der Möglichkeit, die Natur im frühen Frühling zu erkunden. Viele Geschäfte bleiben an diesen Tagen geschlossen.

  • Erster Donnerstag nach dem 18. April – Erster Sommertag

Eine besondere isländische Tradition, die den „Sommerbeginn“ mit Umzügen und Festen im Freien markiert.

  • 1. Mai – Tag der Arbeit

Umzüge und Veranstaltungen feiern die Rechte der Arbeitnehmer – eine gute Gelegenheit, Einheimische kennenzulernen.

Spätfrühling & Frühsommer in Island

  • Christi Himmelfahrt, Pfingstsonntag & Pfingstmontag (Mai/Juni)

Familienfeiertage mit öffentlichen Veranstaltungen und Aktivitäten im Freien.

  • 17. Juni – Unabhängigkeitstag

Der patriotischste Feiertag Islands mit Umzügen, Musik und Nationalstolz – ideal, um die isländische Identität kennenzulernen.

Sommer- & Herbstfeiertage in Island

  • Erster Montag im August – Tag des Handels

Märkte, Volksfeste und lokale Veranstaltungen präsentieren isländische Produkte und Handwerkskunst.

  • Biertag (Ende März)

Feiere das Ende des Bierverbots mit ausgelassenen Events in Bars und Kneipen – eine tolle Gelegenheit, um Kontakte zu knüpfen und Einheimische kennenzulernen.

Nach Island auszuwandern ist eine Herausforderung – aber es lohnt sich

Ein fröhliches Vorschulmädchen spielt auf der Regenbogenstraße Laugavegur in Reykjavik und zeigt das familienfreundliche Stadtleben.Ein Umzug nach Island erfordert eine sorgfältige Vorbereitung und viel Geduld. Selbst wenn Visum, Wohnung und Arbeitsplatz gesichert sind, stehen Neuankömmlinge oft vor der emotionalen Herausforderung, sich an eine neue Kultur, ein anderes Klima und einen ungewohnten Lebensstil zu gewöhnen.

Gefühle von Isolation, Heimweh oder Unsicherheit gegenüber ungewohnten Speisen oder dem isländischen Humor sind dabei ganz normal. Doch das Leben in Island hält einzigartige Belohnungen bereit, die die anfänglichen Schwierigkeiten bei Weitem übertreffen.

Die atemberaubenden Naturlandschaften, die fröhlichen Kulturfeste und die herzlichen Gemeinschaften bieten täglich neue Möglichkeiten, etwas zu entdecken, zu lernen und sich persönlich weiterzuentwickeln. Jeder Tag bietet die Chance, mit der Kultur in Kontakt zu kommen, neue Menschen kennenzulernen und spannende Fakten über Island zu entdecken.

Der Umzug in ein neues Land ist nie ganz einfach. Wer sich jedoch auf das Abenteuer einlässt, nach Island auszuwandern, kann sein Leben um spannende, bereichernde und unvergessliche Erfahrungen bereichern.

Häufig gestellte Fragen
Ist es schwierig, nach Island einzuwandern?
Wie schwierig die Einwanderung nach Island ist, hängt in erster Linie von deiner Staatsangehörigkeit ab. Bürger der EU und des EWR haben nur mit wenig Bürokratie zu rechnen und benötigen keine Arbeitserlaubnis. Staatsangehörige von Ländern außerhalb des EWR – etwa aus den USA oder Kanada – müssen dagegen eine Aufenthaltserlaubnis über eine Arbeitsstelle, ein Studium oder familiäre Bindungen beantragen. Dieser Prozess kann langwierig und schwierig sein. Wer die erforderlichen Unterlagen frühzeitig vorbereitet, verbessert seine Chancen jedoch deutlich.
Lohnt es sich, nach Island zu ziehen?
Für viele Menschen lohnt sich ein Umzug nach Island auf jeden Fall. Island gehört regelmäßig zu den sichersten Ländern der Welt und bietet hervorragende öffentliche Dienstleistungen, eine gute Work-Life-Balance und eine außergewöhnliche Natur. Zu den größten Herausforderungen zählen die hohen Lebenshaltungskosten und für Menschen außerhalb des EWR das komplexe Einwanderungsverfahren. Besonders wohl fühlen sich hier oft diejenigen, die das Leben in der Natur, Gemeinschaft und Lebensqualität höher schätzen als Bequemlichkeit.
Was sind die Nachteile des Lebens in Island?
Zu den am häufigsten genannten Nachteilen zählen die hohen Lebenshaltungskosten, der angespannte Wohnungsmarkt – insbesondere in Reykjavik –, die langen und dunklen Winter, die geografische Abgeschiedenheit sowie das anspruchsvolle Einwanderungsverfahren für Staatsangehörige von Ländern außerhalb des EWR. Importierte Waren sind teuer, und für viele Stellen werden zumindest grundlegende Isländischkenntnisse erwartet, auch wenn Englisch weit verbreitet ist.
Welche Berufe sind in Island besonders gefragt?
Zu den Branchen mit dem größten Bedarf an Arbeitskräften zählen das Gesundheitswesen, die IT- und Softwareentwicklung, der Tourismus und das Gastgewerbe, die Geothermie sowie das Bauwesen. Besonders gefragt sind Fachkräfte in den Bereichen Pflege, Softwareentwicklung, Cybersicherheit und Ingenieurwesen. Viele Arbeitgeber in diesen Branchen stellen auch internationale Bewerber ein.
Ist die Gesundheitsversorgung in Island kostenlos?
Die Gesundheitsversorgung in Island ist nicht vollständig kostenlos, wird jedoch überwiegend über Steuern finanziert. Nach sechs Monaten rechtmäßigem Aufenthalt werden alle Einwohner automatisch in das öffentliche Krankenversicherungssystem aufgenommen und zahlen für die meisten Leistungen lediglich geringe Eigenanteile. Neuankömmlinge aus Ländern außerhalb des EWR müssen für die ersten sechs Monate eine private Zusatzversicherung abschließen, bis der Anspruch auf die öffentliche Krankenversicherung beginnt.
Muss ich nach meinem Umzug nach Island einen neuen Führerschein beantragen?
Wer nach Island zieht, kann seinen ausländischen Führerschein bis zu sechs Monate lang nutzen. Wer länger im Land bleiben möchte, muss ihn anschließend in einen isländischen Führerschein umtauschen, sofern das Herkunftsland im Rahmen der isländischen Vorschriften anerkannt wird.
Kann ich mein Haustier mit nach Island bringen?
Ja, Haustiere dürfen nach Island mitgebracht werden. Der Prozess ist jedoch streng geregelt und erfordert eine sorgfältige Vorbereitung. So müssen Haustiere bestimmte Gesundheits- und Impfanforderungen erfüllen und nach ihrer Ankunft eine zweiwöchige Quarantäne durchlaufen.

Interessierst du dich dafür, nach Island zu ziehen? Bist du vielleicht bereits aus einem anderen Land nach Island ausgewandert? Was reizt dich an Island, und über welche Aspekte des Landes möchtest du mehr erfahren? Teile es uns gerne unten in den Kommentaren mit.

Michael Chapman
Michael Chapman
Verifizierter Experte
Über den Autor

Michael Chapman is a British travel writer living in Reykjavík. A former scuba and lava cave guide, he draws on firsthand experience to write about Iceland’s nature and culture. He’s also the author of Hidden Iceland (2020).

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