Feiertage in Island 2026: Termine & Traditionen

Letzte Aktualisierung: 24. Juni 2026
Andri Gunnar Hauksson
Verifizierter Experte
Letzte Aktualisierung: 24. Juni 2026

Menschen feiern die Feiertage in Reykjavik

Welche gesetzlichen Feiertage gibt es in Island und an welchen Tagen finden sie statt? Haben Geschäfte und Restaurants an offiziellen Feiertagen in Island geöffnet? Erfahre in diesem Guide alles über die isländischen Feiertage und die dazugehörigen Traditionen.

Der isländische Kalender zählt zahlreiche gesetzliche Feiertage – insgesamt gibt es nicht weniger als sechzehn freie Tage im Jahr. Die meisten Einheimischen verbringen diese Tage im Kreise von Familie und Freunden. Das bedeutet, dass viele Geschäfte im ganzen Land geschlossen sind, wobei es je nach Feiertag Unterschiede geben kann.

Ein Urlaubspaket in Island rund um einen dieser Feiertage zu buchen, ist eine großartige Gelegenheit, das Land zu erkunden. Achte darauf, dein Hotel in Island rechtzeitig zu reservieren, wenn du während eines beliebten Feiertags reisen möchtest.

Du kannst die vielen Feierlichkeiten auf dem Land besuchen, indem du ein Auto in Island mietest und selbst hinfährst. Oder du entscheidest dich für eine der Kulturreisen in Island, um noch tiefere Einblicke zu gewinnen.

Warum du unseren Inhalten vertrauen kannst

Guide to Iceland ist die vertrauenswürdigste Reiseplattform in Island und hilft jedes Jahr Millionen von Besuchern. Alle unsere Inhalte werden von lokalen Experten verfasst und geprüft, die Island bestens kennen. Du kannst dich auf genaue, aktuelle und verlässliche Reisetipps verlassen.

Viele Feiertage in Island sind von einzigartigen Traditionen geprägt und das gemeinsame Erleben dieser Bräuche stärkt das Gemeinschaftsgefühl.

In diesem Artikel stellen wir dir alle gesetzlichen Feiertage des isländischen Kalenders vor. Wir erklären, warum sie gefeiert werden, welche Traditionen es gibt und inwieweit Geschäfte und Restaurants an diesen Tagen geschlossen sind.

 

Liste der gesetzlichen Feiertage in Island 2026

Im isländischen Kalender gibt es noch viele weitere Feiertage. Die untenstehende Tabelle enthält jedoch nur die gesetzlichen Feiertage.

Datum

Feiertag

Informationen

1. Januar

Neujahrstag

 

2. April

Gründonnerstag

Donnerstag vor Ostersonntag

3. April

Karfreitag

Freitag vor Ostersonntag

5. April

Ostersonntag

 

6. April

Ostermontag

 

23. April

Erster Sommertag

Donnerstag nach dem 18. April

1. Mai

Tag der Arbeit

 

14. Mai

Christi Himmelfahrt

40 Tage nach Ostern

25. Mai

Pfingstmontag

7. Montag nach Ostern

17. Juni

Unabhängigkeitstag

Islands Nationalfeiertag

3. August

Handelstag

Erster Montag im August

24. Dezember

Heiligabend

Feiertag ab 13 Uhr

25. Dezember

1. Weihnachtstag

 

26. Dezember

2. Weihnachtstag

 

31. Dezember

Silvester

 

Gesetzliche Feiertage in Island

Alle unten aufgeführten Tage sind gesetzliche Feiertage in Island. Das heißt, Arbeitgeber und Schulen geben ihren Beschäftigten bzw. Schülern an diesen Tagen frei. Die meisten dieser Feiertage haben eine lange Tradition im isländischen Kalender und viele davon sind christlichen Ursprungs.

Neujahrstag (1. Januar)

Die Skyline von Reykjavik bei NachtDer Neujahrstag ist ein sehr wichtiger Feiertag in Island – es wäre schließlich gemein, die Menschen nach einer ausgelassenen Silvesternacht direkt wieder arbeiten zu lassen.

Silvester in Island ist berühmt für seine elektrisierende Atmosphäre, besonders in Reykjavik. Die Stadt ist bekannt für ihre ausgelassenen Feiern zum Jahreswechsel: Überall werden Feuerwerke gezündet und um Mitternacht, wenn die Uhr 00:00 schlägt, erreicht die Nacht ihren Höhepunkt. Die Partys dauern oft bis in die frühen Morgenstunden, und die Innenstadt ist voller Menschen, die das neue Jahr begrüßen.

Traditionell waren am 1. Januar alle Geschäfte geschlossen, und das Zentrum von Reykjavik glich einer Geisterstadt. Mittlerweile haben jedoch immer mehr Restaurants und Bars geöffnet, und die armen Seelen, die an diesem Tag arbeiten müssen, bekommen doppelten Lohn... Bitte sei freundlich zu ihnen!

Gründonnerstag

Strandarkirkja-Kirche im Südwesten IslandsDer Gründonnerstag erinnert an die Fußwaschung der zwölf Jünger durch Jesus Christus vor dem letzten Abendmahl und markiert den Beginn der Osterzeit.

Bei jungen Isländern ist dieser Tag auch beliebt, um sich in der Nationalkirche Islands konfirmieren zu lassen. Das wird mit der Großfamilie, einer großen Torte und vielen Geschenken gefeiert.

Der Mittwoch vor Gründonnerstag wird in Reykjavik wie ein Wochenende behandelt: Die Bars haben bis 3:00 oder 4:30 Uhr morgens geöffnet, da die meisten am nächsten Tag frei haben (unter der Woche schließen Bars normalerweise um 1:00 Uhr).

Das ist die perfekte Gelegenheit, das abwechslungsreiche und aufregende Nachtleben von Reykjavik kennenzulernen. Aber denk daran, vorher einzukaufen – die Geschäfte öffnen erst wieder am Samstag!

Viele Schwimmbäder in Reykjavik sind am Gründonnerstag geöffnet, und die Isländer lieben es, ihre freien Tage in den heißen Becken – und manchmal sogar in der Sonne – zu verbringen.

Karfreitag

Idyllische Kirche auf dem Land.

Der Karfreitag ist ein stiller Feiertag, an dem der Kreuzigung Jesu Christi gedacht wird. Zusammen mit dem 1. Weihnachtstag ist dies der strengste Tag in Island, was die Öffnung von Geschäften und die Verfügbarkeit von Dienstleistungen betrifft.

Traditionell ist der Karfreitag gesetzlich als Tag der Besinnung festgelegt: Tanzen, Glücksspiel, Alkoholkonsum oder Kinobesuche waren früher streng verboten und sogar offiziell illegal. Diese Gesetze werden sehr ernst genommen: Bars müssen am Gründonnerstag um Mitternacht schließen und dürfen erst 24 Stunden später, nach Ende des Karfreitags, wieder öffnen.

Auf Isländisch heißt dieser Tag „Föstudagurinn langi“, also „Der lange Freitag“ – vermutlich, weil sich der Tag so lang anfühlt, da es nichts zu tun gibt.

Trotz der allgemein ruhigen Atmosphäre gibt es eine bemerkenswerte Ausnahme: das „Aldrei Fór Ég Suður“-Musikfestival, das in Isafjördur in den Westfjorden über Karfreitag und das Osterwochenende stattfindet. Seit 2004 treten dort isländische Künstler bei kostenlosen Konzerten auf und das Festival ist heute ein kulturelles Highlight der Feiertage.



Ostersonntag

Der Ostersonntag erinnert an die Auferstehung Jesu und ist ein gesetzlicher Feiertag. In den Kirchen finden Gottesdienste statt, darunter eine festliche Ostermesse in der Hallgrimskirkja um 11 Uhr. Neben der christlichen Bedeutung wird in Island auch der Frühling gefeiert – das bekannteste Symbol ist das Osterküken.

In den Wochen vor Ostern verkaufen alle Läden, Kioske, Supermärkte und sogar Tankstellen Schokoladeneier in verschiedenen Größen. Die Eier gibt es in den Größen 2 bis 8 – das größte könnte eine ganze Familie eine Woche lang versorgen!

Früher bestanden die Eier aus einfacher Vollmilchschokolade, inzwischen gibt es viele Varianten – mit Lakritzstückchen, Knusperpuffs, Salzkaramell oder Marzipan. Und als wäre das nicht genug, sind die Schokoladeneier auch noch mit jeder Menge isländischer Süßigkeiten gefüllt!

Am Ostersonntagmorgen verstecken Eltern die Eier ihrer Kinder irgendwo im Haus, sodass diese sie suchen müssen. Abgesehen von den Unmengen an Süßigkeiten enthält jedes Ei auch ein isländisches Sprichwort – das ist das Highlight beim Öffnen dieser Schokoladenschätze. Nachdem die Kinder das Sprichwort laut vorgelesen haben, werden die älteren Familienmitglieder meist gebeten, die oft rätselhaften Sprüche zu erklären.

Am Nachmittag wird traditionell mit einem selbst gekochten Essen gefeiert, meist gibt es Lammbraten mit allem Drum und Dran. In Reykjavik öffnen die Bars nach Mitternacht und schließen erst in den frühen Morgenstunden. Keine Sorge, am nächsten Tag kann man ausschlafen!

Ostermontag

Osterdekorationen in Island mit gehäkelten KükenAuch Ostermontag ist ein gesetzlicher Feiertag. Perfekt, um den Rest der Schokoladeneier vom Vortag zu genießen – wobei man sie besser auf eine Woche oder zwei verteilt, um keinen Zuckerschock zu bekommen.

Schwimmbäder sind meist geöffnet, und einige Supermärkte haben eingeschränkte Öffnungszeiten.

Erster Sommertag (Sumardagurinn fyrsti)

„Sumardagurinn fyrsti“, der Erste Sommertag, ist seit 1971 ein gesetzlicher Feiertag. Seine Geschichte reicht jedoch viel weiter zurück, bis in die Zeit, in der die Isländer noch nach dem alten nordischen Kalender lebten. Vor der Einführung des julianischen Kalenders im 11. Jahrhundert zählte man die Tage nach einem Mondkalender mit 13 Monaten. Es gab nur zwei Jahreszeiten: Sommer und Winter – und dieser Tag markierte den Sommerbeginn.

Auch wenn das Wetter im April meist alles andere als sommerlich ist, werden die Tage länger und alle freuen sich darauf, den Winter hinter sich zu lassen. Als erster wirklicher Sommertag gilt der Tag, an dem der Goldregenpfeifer (Lóa) zur Brut nach Island zurückkehrt. Es ist eine tolle Zeit, um das Land auf einer Sommertour durch Island zu erkunden.

Obwohl das Wetter am ersten Sommertag traditionell schlecht sein kann, feiern die Isländer mit Umzügen, die von Blaskapellen und Pfadfindern angeführt werden, mit Sportveranstaltungen im Freien und mit Live-Unterhaltung im ganzen Land.

Es gibt einen alten Aberglauben: Fällt die Temperatur in der Nacht vor dem Ersten Sommertag unter null Grad, verheißt das einen guten Sommer. Dann heißt es, die beiden Jahreszeiten „frieren zusammen“ – ein gutes Omen.

Eltern schenken ihren Kindern an diesem Tag oft ein Sommergeschenk – eine isländische Tradition, die 400 Jahre älter ist als das Schenken zu Weihnachten. Das Geschenk ist meist etwas, das draußen im Sommer Spaß macht, wie ein Basketball, ein Frisbee oder – für die Glücklichsten – ein Trampolin!



1. Mai (Tag der Arbeit)

Eine Demonstration in Reykjavik am 1. Mai 1963

Eine Demonstration in Reykjavik am 1. Mai 1963.

Wie in vielen anderen Ländern weltweit ist der 1. Mai, der Tag der Arbeit, ein Tag der Proteste. In Reykjavik gehen die Menschen auf die Straße, um gegen Missstände zu demonstrieren. Angeführt von einer Blaskapelle ziehen sie auf der Haupteinkaufsstraße Laugavegur entlang.

Diese Tradition geht vor allem auf die Zeit des Kalten Krieges zurück, als es in Island eine aktive Gemeinschaft kommunistischer Sympathisanten gab, die diesen Brauch von anderen linksgerichteten Gruppen aus Europa übernahmen.

Die erste Demonstration dieser Art fand jedoch bereits 1932 statt, als gegen die hohe Wochenarbeitszeit protestiert wurde. Veranstaltungen gibt es im ganzen Land, die größte Demonstration findet jedoch in Reykjavik statt.

Christi Himmelfahrt

Eine Torfkirche in Island.

Christi Himmelfahrt erinnert an die Aufnahme Christi in den Himmel und wird 40 Tage nach Ostersonntag gefeiert. Der Feiertag fällt immer auf einen Donnerstag zwischen dem 30. April und dem 4. Juni.

Es ist einer der ältesten christlichen Feiertage Islands und einer der wenigen katholischen Feiertage, die nach der Einführung des Protestantismus im Jahr 1550 im Kalender verblieben sind. Während Schulen und Arbeitsplätze geschlossen bleiben, haben Restaurants und Bars im Zentrum von Reykjavik geöffnet.

Pfingstsonntag

Die Hvalsneskirkja ist eine wunderschöne Kirche in IslandPfingstsonntag ist ein gesetzlicher Feiertag, der an die Offenbarung des Heiligen Geistes gegenüber den Aposteln und anderen Anhängern Jesu Christi erinnert. Er fällt immer auf den zehnten Tag nach Christi Himmelfahrt und liegt somit zwischen dem 10. Mai und dem 13. Juni.

Pfingstmontag

Das Pfingstwochenende in Island ist beliebt für Reisen durchs Land

Wie der Name schon sagt, fällt der Pfingstsonntag immer auf einen Sonntag, der ohnehin für die meisten arbeitsfrei ist. Daher ist er als gesetzlicher Feiertag eher unbedeutend. Der Pfingstmontag (Annar í hvítasunnu) ist hingegen ein echter Feiertag und beschert den Menschen ein langes Wochenende.

Je nachdem, wie nah das Wochenende am Sommer liegt, nutzen viele die Gelegenheit, um nach dem langen Winter das Land zu bereisen und die Natur zu genießen.

Isländischer Nationalfeiertag (17. Juni)

Der isländische Nationalfeiertag am 17. Juni erinnert an die Unabhängigkeitserklärung Islands von Dänemark im Jahr 1944. Von 1262 bis 1944 stand Island unter der Herrschaft skandinavischer Königreiche – erst Norwegen, dann Dänemark. Die nach 682 Jahren errungene Unabhängigkeit war ein riesiger Meilenstein.

Das Datum, der 17. Juni, hat auch eine besondere Bedeutung im isländischen Unabhängigkeitskampf: An diesem Tag wurde 1944 im Thingvellir-Nationalpark die Verfassung Islands bei einer nationalen Zeremonie unterzeichnet. Zudem ist es der Geburtstag von Jón Sigurdsson (1811–1879), Islands wichtigstem Unabhängigkeitskämpfer. Mehr über ihn und die Geschichte Islands erfährst du beim Besuch eines Museums.

Auch wenn Jón die Unabhängigkeit Islands nicht mehr selbst erleben konnte, wird er als Nationalheld gefeiert und ist auf dem 500-Kronen-Schein abgebildet. Seine Statue steht zudem prominent auf dem Austurvöllur-Platz direkt vor dem isländischen Parlament.

Der 500-Kronen-Schein zeigt Jón Sigurdsson, Islands Unabhängigkeitsheld

Jón Sigurdsson ist auf dem 500-Kronen-Schein abgebildet

Jedes Jahr am 17. Juni wird an seiner Statue ein Kranz niedergelegt, um seinen Beitrag zum Unabhängigkeitskampf zu ehren.

An diesem Tag sind die meisten Geschäfte geschlossen und im ganzen Land wird gefeiert. Es gibt Konzerte und Aufführungen sowie zahlreiche Kinderattraktionen wie Hüpfburgen und Kletterwände. Darüber hinaus gibt es Foodtrucks und Stände mit allerlei Leckereien. Ein weiterer Höhepunkt ist der Festumzug, der von der Blaskapelle der isländischen Pfadfinder angeführt wird.

Eine der ältesten Traditionen ist die Ansprache der „Frau vom Berge“ (Fjallkonan), einer weiblichen Personifikation Islands. Jedes Jahr wird in jeder Stadt und jedem Dorf eine Frau zur Fjallkonan des Nationalfeiertags gewählt. Sie trägt ein besonderes Kostüm, das dieser Rolle entspricht.

Es ist auch üblich, dass Männer und vor allem Frauen an diesem Tag ihre Nationaltracht (sofern vorhanden) in der Öffentlichkeit tragen, um die Geschichte des Landes zu ehren.



Handelstag (Frídagur verslunarmanna)

Am Handelstagswochenende gibt es in Island viele Festivals im ganzen Land

Der Handelstag ist ein einzigartiger isländischer Feiertag, der ursprünglich den Kaufleuten Islands gewidmet war, heute jedoch von allen gefeiert wird.

Er geht auf das Jahr 1894 zurück, als die Kaufleute der großen Geschäfte in Reykjavik ihren Angestellten einen freien Tag zum Feiern schenkten. Seit 1931 fällt dieser Feiertag auf den ersten Montag im August und beschert ein langes Sommerwochenende.

Dieses Feiertagswochenende wird Verslunarmannahelgi genannt, und viele verlassen die Stadt, um zu campen, im Sommerhaus zu entspannen oder eines der vielen Festivals mit Livemusik und Feuerwerk zu besuchen. Besonders junge Isländer reisen in Scharen an – ausgestattet mit isländischen Lopapeysa-Pullovern, Gitarren und bester Laune (sowie anderen Spirituosen).

Das Þjóðhátíð-Festival wird seit über 100 Jahren auf den Westmännerinseln gefeiert

Das Þjóðhátíð-Festival wird seit über 100 Jahren auf den Westmännerinseln gefeiert. Das Foto stammt aus dem frühen 20. Jahrhundert.

Das bekannteste dieser Festivals ist das Þjóðhátíð („Nationalfest“), das auf den malerischen Westmännerinseln stattfindet. Hier treten viele der bekanntesten Musiker und Bands Islands auf. Ein Höhepunkt ist das gemeinsame Singen klassischer isländischer Pop- und Volkslieder auf einem Hügel, gefolgt von einem großen Lagerfeuer zum Abschluss. Das Festival findet 2026 vom 31. Juli bis zum 3. August statt.

Es lohnt sich, diese charmante Insel auch außerhalb des Festivals zu besuchen, wenn sie nicht voller Menschen ist, etwa im Rahmen von Westmännerinseln-Touren. Es gibt viele Aktivitäten auf den Westmännerinseln, darunter fantastische Möglichkeiten, Papageientaucher zu beobachten.

Wer das Wochenende lieber in der Stadt verbringen möchte, kann vom 31. Juli bis 2. August das Innipúkinn-Festival („Stubenhocker-Festival“) mit zahlreichen Konzerten und Veranstaltungen in Reykjavik besuchen.

Weiter nördlich feiert auch Akureyri während des Verslunarmannahelgi mit seinem Familienfestival und den „Iceland Summer Games”, die vom 31. Juli bis zum 3. August 2026 stattfinden. Das Event vereint Livemusik, Sport und Aktivitäten, die vor allem auf Familien und lokale Gemeinschaften ausgerichtet sind.

Ironischerweise müssen ausgerechnet die Angestellten im Handel, denen der Tag eigentlich gewidmet ist, oft arbeiten – denn es ist eines der größten Reise- und Einkaufswochenenden des Jahres.

Heiligabend (24. Dezember)

Der „Oslo-Baum“ auf dem Austurvöllur-Platz wird jedes Jahr im Dezember in Reykjavik erleuchtetWie in anderen nordischen Ländern ist der Heiligabend der Höhepunkt der Weihnachtszeit in Island: Die Familien packen Geschenke aus und genießen ein festliches Abendessen. Der offizielle Feiertag beginnt nachmittags, und der öffentliche Nahverkehr in Reykjavik stellt gegen 16 Uhr den Betrieb ein. Danach ist nahezu alles geschlossen – Geschäfte und Restaurants eingeschlossen.

Wer am Morgen noch arbeitet, eilt nach Hause, um sich auf den Abend vorzubereiten. Der Heiligabend ist ein eher formeller Anlass: Man wäscht sich, zieht sich schick an, und die Häuser sind innen wie außen festlich geschmückt – isländische Weihnachtslieder klingen durch die Winteracht.

Der Heiligabend wird meist zu Hause gefeiert und beginnt offiziell um 18 Uhr, wenn die Glocken der Hallgrimskirkja läuten. Diese Fanfare wird im Radio übertragen, und die Familien versammeln sich, um voller Vorfreude auf das kommende Weihnachtsfest zu lauschen. Nachdem sich alle ein frohes Fest („Gleðileg Jól“) gewünscht haben, setzt man sich zum Weihnachtsessen zusammen.

Am 24. Dezember kommt der letzte Weihnachtsgeselle, der berüchtigte Kerzenschnorrer

Am 24. Dezember kommt der letzte der Weihnachtswichtel in die Stadt, der berüchtigte Kerzenschnorrer.

Zu den traditionellen Weihnachtsgerichten des Landes gehören Schneehuhn (rjúpa), geräuchertes Schweinefleisch (hamborgarhryggur), isländisches Lamm und manchmal auch Rentier. Dazu gibt es Rotkohl, grüne Erbsen, karamellisierte Kartoffeln und weitere Beilagen. Zum Trinken wird ein alkoholfreies Weihnachtsgetränk namens „Weihnachtsbier” (jólaöl) serviert, eine Mischung aus isländischer Orangenlimonade (Appelsín) und einem malzigen Getränk (ganz einfach „Malt“ genannt).

Nach dem Essen ist es Zeit, die Geschenke zu öffnen. Jetzt stehen die Kinder im Mittelpunkt, denn die meisten Geschenke unter dem Weihnachtsbaum sind für sie bestimmt.

Alle Kinder bekommen mindestens ein Kleidungsstück, denn es gibt den scherzhaften Aberglauben, dass Kinder, die zu Weihnachten keine Kleidung bekommen, von der gefürchteten Weihnachtskatze (Jólakötturinn) gefressen werden!

Die Weihnachtskatze ist die tierische Begleiterin der gefürchteten Trollfrau Grýla, die am liebsten ungezogene Kinder in einem großen Kessel kocht und anschließend verspeist. Sie ist bei isländischen Kindern sehr gefürchtet und dient als effektives Druckmittel, damit sie sich benehmen.

Grýla ist die Mutter der 13 Weihnachtsgesellen, schelmische Gestalten, die zur Weihnachtszeit aus den Bergen kommen, um braven Kindern Geschenke zu bringen und ungezogene mit faulen Kartoffeln zu bestrafen. Während der 13 Tage bis einschließlich Heiligabend legen diese lebhaften Brüder den Kindern Geschenke in die Schuhe auf der Fensterbank. Sie übernehmen eine ähnliche Rolle wie der Weihnachtsmann – nur gibt es eben 13 von ihnen!

Wenn alle Geschenke geöffnet sind, entspannen die Familien, spielen Spiele oder lesen Bücher, während die Kinder mit ihren neuen Spielsachen spielen.



1. Weihnachtstag (25. Dezember)

Der gesamte 1. Weihnachtstag ist ein gesetzlicher Feiertag, und die Isländer verbringen ihn meist mit der Familie, spielen Spiele oder schauen Filme. Manche nutzen den Tag auch, um mit der Großfamilie zu feiern und große Buffets bei Verwandten zu besuchen oder selbst auszurichten. Wenn du planst, Island zu dieser Zeit zu besuchen, schau dir die Weihnachts-Reisepakete für Island an und mache daraus einen unvergesslichen Urlaub.

Supermärkte und Geschäfte sind geschlossen, aber es haben mehr Bars und Restaurants geöffnet als am Vorabend. Es empfiehlt sich jedoch, Tische im Voraus zu reservieren.

Nach der ausgiebigen Familienzeit gehen viele abends feiern, denn die Bars bleiben lange geöffnet und am nächsten Tag muss niemand arbeiten.



2. Weihnachtstag (26. Dezember)

Die Eisbahn am Ingolfstorg-Platz ist im Dezember in Reykjavik sehr beliebtDer 2. Weihnachtstag (Annar í jólum) ist ebenfalls ein gesetzlicher Feiertag, der ähnlich wie der 1. Weihnachtstag begangen wird. Supermärkte bleiben weiterhin geschlossen, Restaurants und Bars im Zentrum von Reykjavik haben jedoch meist normal geöffnet.

Der Grund, warum dieser Tag als „2. Weihnachtstag“ bezeichnet wird, ist, dass Weihnachten, oder „Jól“, in Island insgesamt 13 Tage dauert. Es heißt, dass die Weihnachtsgesellen nach und nach an den Tagen nach Heiligabend in die Berge zurückkehren. Der letzte Weihnachtsgeselle verlässt am 6. Januar die Stadt – das ist der 13. und letzte Weihnachtstag, der einfach „Der Dreizehnte“ (Þrettándinn) genannt wird.

Silvester (31. Dezember)

An Silvester erstrahlt die Stadt Reykjavik in einem Meer aus Feuerwerk.Reykjavik ist einer der besten Orte der Welt, um Silvester zu feiern. Hier darf jeder Feuerwerk zünden – und viele tun es auch. So entsteht eines der spektakulärsten und atemberaubendsten Feuerwerke, das du je erleben wirst.

Wie an Heiligabend ist der Nachmittag am Silvestertag in Island ein gesetzlicher Feiertag, und der öffentliche Nahverkehr in Reykjavik fährt meist bis 16 Uhr. Geschäfte sind geschlossen, und wer auswärts essen möchte, sollte unbedingt vorher reservieren.

Die Isländer genießen ein festliches Mehrgänge-Menü mit der Familie, bevor sie hinausgehen, um die wohlige Wärme eines Lagerfeuers zu spüren. Im ganzen Land werden die Silvesterfeuer (Áramótabrennur) entzündet – eine alte Tradition, um das alte Jahr zu verabschieden und das neue zu begrüßen. Hier feiert man gemeinsam mit Nachbarn und Freunden und wärmt sich am Feuer.

Ein abendliches Lagerfeuer an Silvester in Reykjavik

Den ganzen Abend über ist das Grollen und Pfeifen der Feuerwerkskörper zu hören. Doch um 22:30 Uhr kehrt plötzlich Stille ein, denn dann beginnt die Comedy-Show Áramótaskaupið im Fernsehen. In dieser Sendung wird das vergangene Jahr satirisch aufs Korn genommen. Diese 50-minütige Sendung wird seit 1966 ausgestrahlt, und über 90 % der Isländer schalten jedes Jahr ein.

Sobald Áramótaskaup vorbei ist, beginnt das eigentliche Feuerwerk – und erreicht um Mitternacht seinen Höhepunkt. Wenn du selbst kein Feuerwerk zündest, solltest du versuchen, auf eine Anhöhe zu gelangen, um dieses spektakuläre Schauspiel zu bestaunen.

Kurz nach Mitternacht öffnen die meisten Bars ihre Türen und viele zieht es in die Innenstadt, um weiterzufeiern. Andere feiern auf Hauspartys bis in die frühen Morgenstunden.

Traditionelle Feiertage in Island

In Island gibt es viele Feiertage, aber nicht alle bedeuten einen freien Tag von der Arbeit oder Schule. Die zuvor genannten Feiertage sind gesetzliche Feiertage – das heißt, Arbeitgeber und Schulen sind per Gesetz verpflichtet, ihren Mitarbeitenden bzw. Schülern an diesen Tagen freizugeben.

Die folgenden Feiertage werden zwar ebenfalls gefeiert, gelten aber nicht als gesetzliche Feiertage und sind in der Regel keine arbeitsfreien Tage. Das hält die Isländer jedoch nicht davon ab, diese besonderen Feste zu feiern!

Þrettándinn (6. Januar)

Der erste traditionelle Feiertag des Jahres ist Þrettándinn, was „der Dreizehnte“ bedeutet. Er markiert das Ende der Weihnachtszeit in Island. Laut isländischer Folklore verlässt an diesem Tag der letzte Weihnachtsgeselle die Stadt und kehrt in die Berge zurück, wo er mit seinen Troll-Eltern und der kinderfressenden Katze lebt.

Der letzte Weihnachtsgeselle, der heimkehrt, ist Kertasníkir (Kerzenschnorrer): Er kommt an Heiligabend in die Stadt und bringt den Kindern in der Regel das beeindruckendste Geschenk von allen. Dieser Feiertag in Island hat sich aus dem Dreikönigstag entwickelt, der in manchen katholischen Ländern gefeiert wird. Er erinnert an die Heiligen Drei Könige, die dem Jesuskind Geschenke brachten. Seine religiöse Bedeutung ist jedoch völlig verschwunden – heute dreht sich alles um Elfen, Trolle und die Weihnachtsgesellen.

An diesem Tag werden Lagerfeuer und Feuerwerk gezündet, während eine Parade aus Trollen, Elfen und anderen Kreaturen durch die Stadt zieht, Kinder und Erwachsene erschreckt und dann in die Berge zurückkehrt – bis zum nächsten Weihnachten.

Männertag (Bóndadagur)

Ein traditionelles Torfhaus in Island

Bóndadagur markiert den ersten Tag des Monats Þorri im alten nordischen Kalender. An diesem Tag werden die wichtigsten Männer im Leben gefeiert. Er fällt immer zwischen den 19. und 25. Januar. Im Jahr 2026 ist es Freitag, der 23. Januar.

Ehefrauen überreichen ihren Männern ein Geschenk und kochen etwas Leckeres für sie. Es ist jedoch kein rein romantischer Feiertag: Auch Kinder feiern an diesem Tag ihren Vater und schenken ihm eine Kleinigkeit oder einfach eine herzliche Umarmung.

Manchmal wird dieser Tag auch direkt als „Bauern-Tag“ übersetzt. Doch „Bóndi“ ist ein altes Wort, das ursprünglich „Haushaltsvorstand“ bedeutete (verwandt mit dem englischen „husband“), auch wenn der Begriff heute meist für Bauern verwendet wird. Der Tag markiert außerdem den Beginn der Þorri-Zeit, in der die Isländer ihre Vorfahren ehren, indem sie bei Festen oder Firmenfeiern – den sogenannten Þorrablót – traditionelle isländische Speisen genießen.

In den Wochen nach dem Bóndadagur finden in ganz Island zahlreiche Þorrablót-Feiern statt, darunter große öffentliche Feste wie das „Þorrablót Víkings“ in Reykjavik am 31. Januar sowie regionale Þorrablót-Feste in Städten wie Akureyri und anderen Gemeinden Ende Januar und Anfang Februar. Diese Veranstaltungen verbinden traditionelle Þorri-Speisen, Livemusik, Reden und geselliges Beisammensein. Ergänzend gibt es kleinere private Þorrablót von Unternehmen, Vereinen und Familien.

Jetzt sieht man in den Supermarktregalen wieder Spezialitäten wie Widderhoden, Schafskopf-Pastete, Blutwurst und fermentierten Hai.

Die Þorri-Zeit dauert etwa einen Monat, bis zum ersten Tag des nächsten Monats im alten nordischen Kalender, Góa.

Sahnebollentag (Bolludagur)

Dieser Tag geht traditionell der christlichen Fastenzeit voraus, die vor allem im Katholizismus begangen wird. Island war bis 1550 katholisch, bevor es protestantisch wurde. Während der 40-tägigen Fastenzeit verzichtete man, wie Jesus in der Wüste, auf Essen und widerstand den Versuchungen des Teufels.

Die religiöse Bedeutung ist heute zwar verschwunden, die Tradition, sich an diesem Tag mit Essen und Süßem vollzustopfen, ist jedoch geblieben. In den meisten katholischen Ländern geschieht das nur am Dienstag vor Aschermittwoch. Die Isländer schlagen jedoch gleich doppelt zu und schlemmen zwei Tage lang.

Bolludagur, der „Tag der Sahnebollen“ (eine Art Windbeutel), fällt immer auf einen Montag, sieben Wochen vor Ostern, und wie der Name schon sagt, dreht sich dann alles um Bollen! Im Jahr 2026 ist Bolludagur am Montag, den 16. Februar.

Schon in den Tagen davor backen Bäckereien im ganzen Land Sahnebollen, die traditionell mit Sahne und Marmelade gefüllt sind, es gibt aber auch viele andere Varianten.

Eine weitere, heute fast verschwundene Tradition ist es, dass Kinder Stöcke mit buntem Papier und anderen Dingen schmücken, um sich dann an ihre Eltern heranzuschleichen und sie mit den Worten „Bolla, bolla, bolla!” zu versohlen.

Diese seltsame Tradition könnte auf den katholischen Gottesdienst in der Fastenzeit zurückgehen, bei dem der Priester mit einem Stab Weihwasser auf die Gemeinde sprengt ... Aber wer weiß das schon?!



Tag des Platzens (Sprengidagur)

Typisches gesalzenes Fleisch und Erbsensuppe mit Kartoffeln in Island am SprengidagurSprengidagur, der „Tag des Platzens“, folgt direkt auf den Sahnebollentag und fällt immer auf einen Dienstag, sieben Wochen vor Ostern. Er liegt demnach zwischen dem 3. Februar und dem 9. März. Im Jahr 2026 ist es der 17. Februar.

Auch an diesem Tag gilt es, sich vor der Fastenzeit noch einmal richtig satt zu essen – diesmal aber mit gesalzenem Fleisch und Erbsensuppe!

Die Tradition, an diesem Tag Fleisch zu essen, stammt vermutlich vom französischen Mardi Gras („Fetter Dienstag“), an dem man sich mit reichhaltigen, fettigen Speisen wie Fleisch auf die Fastenzeit vorbereitet.

In Island gibt es dazu eine herzhafte Erbsensuppe mit Kartoffeln, Karotten und Steckrüben, serviert mit gesalzenem Lammfleisch – entweder separat oder direkt in der Suppe. Da sowohl die Suppe als auch das Fleisch sehr salzig sind, trinkt man dazu meist ein großes Glas kaltes Wasser, denn dieses Essen macht besonders durstig.

An diesem Tag singen die Leute oft ein kurzes Lied über die Erbsensuppe: „Saltkjöt og baunir, túkall!“, was so viel wie „Gesalzenes Fleisch und Erbsen, zwei Kronen!“ bedeutet. Das Lied war so fest im Gedächtnis der Nation verankert, dass seine Herkunft fast in Vergessenheit geriet – bis es im Jahr 2010 wiederentdeckt wurde. Damals fand man heraus, dass es erstmals 1954 auf einem Comedy-Album des isländischen Bauchredners Baldur Georg aufgenommen wurde. Faszinierend!

Aschermittwoch (Öskudagur)

Aschesäckchen, die Kinder früher Erwachsenen am Aschermittwoch anhängten

Der Aschermittwoch markiert den Beginn der 40-tägigen Fastenzeit, einer Tradition der katholischen Kirche. Er fällt immer auf einen Mittwoch zwischen dem 4. Februar und dem 10. März. Im Jahr 2026 ist es der 18. Februar.

Obwohl Island seit 1550 nicht mehr katholisch ist, gibt es noch einige Überbleibsel katholischer Bräuche – der Aschermittwoch ist einer davon, auch wenn er heute kaum noch christlich geprägt ist.

Eine einzigartige isländische Tradition an diesem Tag war es, dass Kinder Erwachsenen heimlich kleine Aschesäckchen ansteckten. Dieser Brauch, der im 18. Jahrhundert entstand, ist heute leider fast verschwunden. Er stellt eine recht eigenwillige Variante des katholischen Brauchs dar, ein Aschekreuz auf die Stirn zu zeichnen.

Dafür verkleiden sich die Kinder an diesem Tag, gehen in Geschäfte und singen für die Ladenbesitzer – als Belohnung gibt es Süßigkeiten. Da Halloween in Island immer beliebter wird, haben isländische Kinder nun gleich zwei Tage im Jahr, an denen sie ihre Taschen mit Süßigkeiten füllen können.

Frauentag (Konudagur)

Eine Zeitungsanzeige zum Frauentag (Konudagur) von 1971

Eine Zeitungsanzeige des Hótel Borg zum Frauentag (Konudagur), 1971.

Konudagur ist das weibliche Gegenstück zum Bóndadagur und markiert das Ende der Þorri-Zeit. Der Frauentag fällt immer zwischen den 18. und 25. Februar – im Jahr 2026 ist es der 22. Februar, ein Sonntag.

Wie am Männertag werden an diesem Tag die wichtigsten Frauen im Leben gefeiert – egal ob Ehefrau, Freundin, Mutter, Schwester oder Tochter. Die Männer überreichen ihren Frauen Blumen und ein Geschenk und kochen entweder ein tolles Essen zu Hause oder laden sie zum Essen ein.

Dieser Tag ist der erste Tag des Monats Góa im alten nordischen Kalender und somit das Ende der Þorri-Zeit.



Tag der Fischer (Sjómannadagur)

Eine Statue zu Ehren der Fischer in Isafjördur, Island.Der Tag der Fischer wird am ersten Sonntag im Juni gefeiert, um die vielen großartigen Fischer Islands – früher wie heute – zu ehren, die sich auf das offene Meer wagen, um das Land zu ernähren oder Fisch zu exportieren. Im Jahr 2026 fällt dieser Tag auf den 7. Juni.

Island war schon immer eine Fischernation, und ohne diesen wertvollen Rohstoff wäre das Überleben in Island in den harten Zeiten schlicht unmöglich gewesen.

Dieser Tag wurde erstmals 1938 offiziell begangen, doch Fischer wurden in Island schon immer für ihren Mut geehrt – denn bevor Radar und andere moderne Navigationsmittel erfunden wurden, ertranken sie nur allzu häufig auf See, wo es kalt, stürmisch und oft stockdunkel war.

An diesem Tag wird in Häfen und an Docks im ganzen Land gefeiert. Es ist wohl der einzige Feiertag, an dem außerhalb von Reykjavik mehr los ist als in der Hauptstadt. Da Reykjavik heute keine große Fischerstadt mehr ist, feiern die kleineren Orte und Dörfer – die noch stark von der Fischerei leben – diesen Tag ausgelassener als die Hauptstädter.

Mittsommernacht, 23. Juni (Jónsmessunótt)

Gras und Kräuter in den Westfjorden IslandsDies ist die Nacht vor Jónsmessa (Johannistag), der an Johannes den Täufer erinnert, der Jesus im Neuen Testament taufte.

Dieser Tag fällt jedoch auch in die Mittsommerzeit – eine Feier der Sonnenwende. Obwohl die Mittsommerfeste in Skandinavien weit ausgeprägter sind als in Island, rankt sich um diesen Tag viel isländisches Brauchtum und Volksglauben. Eine wunderbare Möglichkeit, das Land zu dieser Zeit zu erkunden, bieten die zahlreichen verfügbaren Mitternachtssonne-Touren in Island.

Eine der alten Geschichten über Jónsmessa besagt, dass der Tau in dieser Nacht alle möglichen Hautleiden heilen kann – deshalb rollen sich manche Menschen nackt im taunassen Gras, um die Wirkung voll auszukosten, während andere einfach barfuß durch die Wiese laufen.

Auch bestimmten Kräutern wird nachgesagt, dass sie in dieser Nacht besondere Heilkräfte haben, zum Beispiel pinguicula vulgaris, auf Isländisch lyfjagras, was wörtlich „Heilkraut“ bedeutet. Ähnliche Geschichten gibt es über Heilsteine, die in dieser Nacht als besonders magisch galten.

Manche Volksmärchen erzählen, dass in dieser Nacht die Tiere auf den Bauernhöfen für einen Tag sprechen können.

Am nächsten Tag ist dann Jónsmessa selbst (24. Juni), der aber kaum gefeiert wird – im Mittelpunkt steht die Nacht davor!



Hundstage (Hundadagar)

Die Flagge Islands während der kurzen Herrschaft von Jørgen Jørgensen

Eine Nachbildung der Flagge, die Jørgen während seiner Herrschaft in Island verwendet haben soll. Foto von Wikimedia, Creative Commons.

Der Begriff „Hundstage” stammt ursprünglich aus der Astronomie und bezeichnet das Aufgehen des Sternsystems Sirius („Hundsstern”) in der Mitte des Sommers auf der Nordhalbkugel. Dieser Zeitraum liegt zwischen dem 13. Juli und dem 23. August.

In Island wird diese Zeit jedoch mit dem dänischen Abenteurer Jørgen Jørgensen in Verbindung gebracht. Er erklärte am 25. Juni 1809 Island für unabhängig von der dänischen Krone, ernannte sich selbst zum „Protektor“ Islands und versprach, den Althing wieder einzusetzen, damit die Isländer sich selbst regieren konnten.

Diese unblutige Revolution endete einen Monat später, am 22. August: Er wurde von den britischen Behörden gefasst, die ihn unter Bewährung gestellt hatten. Anschließend wurde Jørgensen nach England gebracht und wegen Bruchs seiner Bewährungsauflagen als Kriegsgefangener ins Gefängnis gesteckt.

Ein Porträt von Jørgen JørgensenZwei Jahre später wurde er wieder freigelassen und führte fortan ein abenteuerliches Leben. Er war unter anderem Zeuge der Schlacht von Waterloo im Jahr 1815 und wurde 1825 nach Australien deportiert, nachdem seine Todesstrafe in eine lebenslange Haftstrafe umgewandelt worden war.

Die dänische Königsfamilie war alles andere als erfreut über diesen verwegenen Draufgänger, der sich in Island die Macht unter den Nagel riss. Und auch die Isländer selbst standen damals kaum hinter ihm – viele wussten nicht einmal, dass dieser Unbekannte einfach die Beziehungen zur dänischen Krone abgebrochen hatte. Dennoch blicken die Isländer heute mit Stolz und Bewunderung auf seine Kühnheit und seinen Mut zurück.

Tag der isländischen Natur (16. September)

Die isländische Natur ist schützenswert.Der Tag der isländischen Natur ist der jüngste Feiertag in dieser Liste und wird erst seit 2010 gefeiert.

Wie der Name schon sagt, ist es ein Tag, um die wunderschöne und einzigartige Natur Islands zu feiern und zu erleben – zum Beispiel auf einer der vielen Naturtouren in Island. Das Datum wurde gewählt, weil es der Geburtstag des isländischen Komikers, Musikers, Entertainers und späteren Naturfreundes Ómar Ragnarsson ist.

Ómar begann seine Karriere als einer der beliebtesten Entertainer Islands, wurde später jedoch zu einer der bedeutendsten Stimmen für die Aufklärung der Isländer über die isländische Natur und deren Schutz.

Jedes Jahr wird an diesem Tag ein Isländer ausgezeichnet, der sich besonders für den Schutz oder die Bekanntmachung der isländischen Natur eingesetzt hat.

Tag der Präsidentenflagge (Forsetafánadagur)

Die Flagge des Präsidenten von Island

Die offizielle Flagge des Präsidenten von Island. Sie zeigt das isländische Wappen im Zentrum des Kreuzes.

In Island gibt es strenge Regeln, die festlegen, an welchen Tagen die isländische Flagge gehisst werden darf. Einer dieser Tage ist der Geburtstag des amtierenden Präsidenten von Island.

Daher ändert sich das Datum dieses Tages je nach Präsident. Derzeit ist Halla Tomasdottir Präsidentin. Da sie am 11. Oktober Geburtstag hat, ist dieser Tag in Island derzeit ein offizieller Flaggentag.

Tag der isländischen Sprache (16. November)

Eine alte isländische HandschriftDer Tag der isländischen Sprache, oder Dagur islenkrar tungu (wörtlich „Tag der isländischen Zunge“), wird jedes Jahr am 16. November gefeiert.

Dieses Fest wurde im Jahr 1995 ins Leben gerufen, als das isländische Parlament beschloss, der isländischen Sprache einen jährlichen Ehrentag zu widmen. Als Datum wurde der Geburtstag des isländischen Dichters und Schriftstellers Jónas Hallgrímsson (1807–1845) gewählt, der mit seiner romantischen Lyrik den isländischen Nationalismus förderte.

Ihm wird zugeschrieben, viele einzigartige isländische Wörter geprägt zu haben, die bis heute verwendet werden. Er entschied sich dafür, neue Begriffe zu schaffen, anstatt Wörter und Ausdrücke aus anderen Sprachen zu übernehmen. Diese Tradition der Wortneuschöpfung besteht in Island bis heute fort, auch wenn es im Zeitalter des Internets manchmal schwierig ist, sich damit durchzusetzen.

Die 10.000-Kronen-Banknote mit Jónas Hallgrímsson

Die 10.000-Kronen-Banknote zeigt Jónas Hallgrímsson.

Zu den von Jónas geschaffenen Wörtern zählen unter anderem die isländischen Begriffe für Schwerkraft, Geologie, Lichtgeschwindigkeit, Metallurgie, Papagei, Waise, Pinguin, Elektrizität, Meeresspiegel, Sonnensystem, Säugetier, Shorts, Schwarzes Loch, Sonnenfinsternis, Kreislaufsystem ... und viele, viele mehr.

Neben der Feier des Tags der isländischen Sprache an Jónas Hallgrímssons Geburtstag wurde ihm auch mit einer prominenten Statue im Hljomskalagardur-Park in Reykjavik und durch die Abbildung auf der 10.000-Kronen-Banknote Ehre erwiesen.

An diesem Tag wird vor allem in Schulen im ganzen Land Kindern und Erwachsenen die Bedeutung der Bewahrung der isländischen Sprache und ihres 1000-jährigen Erbes vermittelt.

Jedes Jahr verleiht das isländische Bildungsministerium einen Preis an eine Person, die sich besonders um die isländische Sprache verdient gemacht hat – sei es durch Kunst, Bildung oder auf andere Weise.



Tag der Souveränität (1. Dezember)

Die Feier anlässlich der isländischen Souveränität im Jahr 1918

Menschen feiern die Souveränität Islands am 1. Dezember 1918 in Reykjavik.

An diesem Tag wird die am 1. Dezember 1918 erreichte Souveränität Islands gefeiert. Dies war das Ergebnis eines Abkommens zwischen Island und Dänemark, das nach einem jahrzehntelangen Kampf um die Unabhängigkeit geschlossen wurde. Dänemark erkannte Island daraufhin offiziell als souveränen Staat und eigenständiges Königreich an. Das Land erhielt den Namen „Königreich Island”. Allerdings regierte derselbe dänische König beide Königreiche.

In der Praxis war dies ein viel größerer Schritt hin zur Selbstbestimmung der Isländer als die Unabhängigkeitserklärung am 17. Juni 1944, die heute jährlich gefeiert wird – und zwar deutlich mehr als dieser Tag.

Als Island schließlich ein unabhängiger Staat wurde, waren die Isländer bereits weitgehend autonom und regelten ihre eigenen Angelegenheiten; lediglich die Bereiche Landesverteidigung und Außenpolitik wurden noch von Dänemark bestimmt.

Der Ausbruch des Vulkans Katla im Jahr 1918 in Island

Der Ausbruch des Vulkans Katla trübte die Feierlichkeiten 1918.

An diesem Tag im Jahr 1918 wurde die heutige Flagge Islands offiziell eingeführt: ein rotes Kreuz mit weißen Rändern auf blauem Grund. Obwohl dies ein bedeutender Tag war, fielen die Feierlichkeiten damals eher bescheiden aus. Der Grund: Der Winter 1918 war besonders kalt mit Temperaturen bis zu minus 38 Grad. Zudem war im Oktober desselben Jahres der Vulkan Katla ausgebrochen, sodass noch Asche in der Luft lag. Auch die Spanische Grippe hatte das Land erreicht und viele Menschen infiziert.

Vielleicht ist es den besonders harten Umständen dieses Tages im Jahr 1918 geschuldet, dass sich keine Tradition zur Feier dieses Tages in Island etablieren konnte.

2018 gab es im ganzen Land Feierlichkeiten zum 100-jährigen Jubiläum der isländischen Souveränität und der Flagge. In diesem Jahr wurde im Parlament ein Gesetzesentwurf eingebracht, um den 1. Dezember zum gesetzlichen Feiertag zu erklären und den Tag somit endlich gebührend zu feiern. Leider erreichte der Vorschlag jedoch nicht die nötige Mehrheit im Parlament.

Kürzlich hat Premierministerin Kristrún Frostadóttir vorgeschlagen, den Tag der Souveränität als offiziellen Feiertag („roter Tag”) in Island einzuführen, wodurch die öffentliche Diskussion über einen nationalen Feiertag am 1. Dezember neu entfacht wurde.



Ankunft der Weihnachtsgesellen (13. Dezember)

Der erste Weihnachtskerl, Stekkjastaur, kommt in die Stadt

Streng genommen ist der 13. Dezember kein „Feiertag“, dennoch ist er ein sehr wichtiger Tag für isländische Kinder und Erwachsene, die im Herzen Kinder geblieben sind. An diesem Tag stellen die Kinder einen Schuh ins Fenster. Der erste der 13 Weihnachtsgesellen kommt in der Nacht und legt ihnen ein kleines Geschenk hinein.

Der erste Weihnachtsgeselle ist ein übermütiger Bursche namens Stekkjastaur. Sein Hauptmerkmal ist, dass er versucht, den armen, ahnungslosen Schafen die Milch zu stehlen. Mit seinen zwei Holzbeinen fällt ihm das allerdings ziemlich schwer und es sieht sehr unbeholfen aus.

Einer nach dem anderen kommen diese Trollbrüder aus den Bergen in die isländischen Siedlungen, um den Kindern bis zum Heiligabend jede Nacht Geschenke zu bringen. Auch wenn der 13. Dezember kein offizieller Feiertag ist, wird er von einem Großteil der isländischen Bevölkerung mit Spannung erwartet – er markiert den Beginn der Weihnachtszeit!

Island durch seine Feiertage erleben

Goldene Feuerwerke über Reykjavik an Silvester.Wie du siehst, ist der isländische Kalender voller lebendiger gesetzlicher Feiertage und traditioneller Feste, die sowohl die Geschichte des Landes als auch seinen einzigartigen kulturellen Geist widerspiegeln. Von christlichen Festen wie Ostern und Weihnachten bis hin zu alten Bräuchen wie Bolludagur und Jónsmessunótt – jeder Feiertag bietet dir die Möglichkeit, das isländische Leben auf besondere Weise zu erleben.

Wenn du deine Reise rund um einen dieser Feiertage planst, kannst du unvergessliche kulturelle Erlebnisse in deinen Island-Trip integrieren. Bedenke aber, dass an Feiertagen die Öffnungszeiten und Serviceangebote im ganzen Land eingeschränkt sein können. Mit etwas Planung kannst du sowohl die Festlichkeiten als auch den isländischen Alltag genießen – vom entspannten Baden in geothermischen Pools an ruhigen Feiertagen bis hin zum ausgelassenen Feiern in Reykjavik.

Planst du, Island während eines dieser Feiertage zu besuchen? Welche Erfahrungen hast du mit Festen in Island gemacht? War dieser Artikel hilfreich für dich? Teile deine Gedanken und Fragen gerne im Facebook-Kommentarfeld unten mit.

Andri Gunnar Hauksson
Andri Gunnar Hauksson
Verifizierter Experte
Über den Autor

I’m Andri Gunnar Hauksson, a marketing specialist, travel writer, and copywriter from Keflavík who specializes in Icelandic travel, local culture, and destination storytelling. I’m an expert in the Reykjanes Peninsula and passionate about sharing the region’s volcanic landscapes, coastal scenery, hidden spots, and cultural history through engaging and informative content. Now based in downtown Reykjavík, I write about travel, music, culture, and local experiences while helping businesses communicate through clear, effective copywriting and marketing.

Mehr vom Autor
Link to appstore phone
Installiere Islands größte Reise-App

Lade Islands größten Reisemarktplatz auf dein Handy herunter, um deine gesamte Reise an einem Ort zu verwalten

Scanne diesen QR-Code mit der Kamera deines Handys und klicke auf den angezeigten Link, um Islands größten Reisemarktplatz in deine Tasche zu laden. Füge deine Telefonnummer oder E-Mail-Adresse hinzu, um eine SMS oder E-Mail mit dem Download-Link zu erhalten.