Schluchtenkobolt, der Weihnachtsgeselle.

Weihnachten in Island: Traditionen, Essen und mehr | Der ultimative Guide

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Nordlichter über Thingvellir in IslandErfahre alles über Weihnachten in Island. Was sind die wichtigsten isländischen Weihnachtstraditionen? Warum gibt es in Island 13 Weihnachtsgesellen, und entsprechen sie dem Weihnachtsmann? Wie wird Weihnachten in Island gefeiert? Wie sieht Weihnachten in Reykjavik aus? Was sind die traditionellen Weihnachtsgerichte in Island? Lies weiter, um Antworten auf diese Fragen und mehr zu finden.


  • Ist es in Island im Dezember kalt? Lies über Island im Dezember, um mehr zu erfahren. 

  • Wenn du vorhast, deinen Weihnachtsurlaub in Island zu verbringen, erfährst du hier alles, was du über Silvester in Island wissen musst.



 

Was macht Weihnachten in Island so besonders?


Ist Island ein guter Ort, um Weihnachten zu verbringen? Die Antwort ist „ja“! Es gibt so viele wunderbare Dinge, die man in Island an Weihnachten erleben kann:

  • Weihnachten in Island dauert 26 Tage

  • In Island gibt es 13 Weihnachtsgesellen (das entspricht 13 Weihnachtsmännern!)

  • Weiße Weihnachten sind in Island fast garantiert

  • Die Nordlichter erscheinen oft in der Weihnachtszeit in Island

  • Du kannst in deinem Weihnachtsurlaub in Island Eishöhlen besuchen, Gletscherwanderungen unternehmen oder Schneemobil fahren

  • Das isländische Weihnachtsessen ist köstlich

  • An Silvester gibt es in Reykjavik mehrstündige Feuerwerke


Dezember ist die dunkelste Zeit des Jahres in Island. Doch die Dunkelheit wird mit Weihnachtslichtern erhellt, oft begleitet von einer wunderschönen Schneedecke. In klaren Nächten kann man sogar die Nordlichter in grünen, weißen, rosa und violetten Streifen über den Himmel tanzen sehen. In dieser faszinierenden Zeit des Jahres wird die Natur des Winters lebendig.

Reykjavik zur Weihnachtszeit

Foto von Nanna Gunnarsdóttir 

Die Chancen auf weiße Weihnachten stehen in Island ziemlich gut, eine Garantie gibt es jedoch nicht (besonders wenn man Weihnachten in Reykjavík verbringt). Die Schneedecke kann im Dezember in Reykjavik bis zu 40 Zentimeter dick werden! Je weiter im Norden oder auf dem Lande du dich aufhältst, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass du weiße Weihnachten erlebst.

Und wann ist Weihnachten in Island? Weihnachten (oder Yule) dauert in Island 26 Tage, vom 11. Dezember bis zum 6. Januar. In Island gibt es 13 Weihnachtsgesellen oder Yule Lads. Die Weihnachtszeit beginnt, wenn der erste Yule Lad 13 Tage vor Heiligabend in der Stadt eintrifft. Einer nach dem anderen kommen die 13 Gesellen danach jeden Abend – bis Weihnachten – in die Stadt. Die Weihnachtszeit gilt als beendet, wenn der letzte Yule Lad am 6. Januar in die Berge zurückkehrt.

Eine isländische Besonderheit im Dezember ist die Weihnachtsbeleuchtung, die in der winterlichen Dunkelheit wunderschön erstrahlt. Reykjavik ist in eine bunte Palette von Weihnachts- und Adventslichtern getaucht, sowohl in den Geschäftsvierteln im Stadtzentrum als auch in den Vororten und Nachbarstädten. Die Menschen beginnen schon im Oktober mit der Dekoration, um die langen Nächte bis zum ersten Weihnachtstag zu erhellen.

Auroras in Island im WinterIm Dezember gibt es in Island Weihnachtsmärkte zu entdecken, eine Eislaufbahn in der Innenstadt und Weihnachtskonzerte in der ganzen Stadt. Du kannst auch ein traditionelles Weihnachtsbuffet besuchen und köstliche isländische Weihnachtsgerichte probieren. 



Was man an Weihnachten in Island unternehmen kann

Isländische Winterzeit in Reykjavik

Wer zur Weihnachts- oder Silvesterzeit nach Island kommt, sollte so früh wie möglich einen Tisch in einem Restaurant reservieren. Nur wenige Restaurants haben über die Feiertage geöffnet und diese sind in der Regel komplett ausgebucht! Die Öffnungszeiten werden für jede Attraktion im November und Dezember aktualisiert, wenn es auf Weihnachten zugeht.

In der Weihnachtszeit gibt es viele tolle Winteraktivitäten: Du kannst zum Beispiel auf einer Schneemobil-Tour über Gletscher sausen oder bei einer Eishöhlenerkundung das Innere eines Gletschers erforschen. Schlittschuhlaufen, Skifahren und Gletscherwandern sind ebenfalls beliebte Aktivitäten.

Natürlich ist ein Besuch in Island im Dezember nicht vollständig, ohne die Nordlichter zu sehen (oder sie zumindest zu suchen). Wir bieten eine große Auswahl an Nordlichter-Touren und bringen dich an die besten Orte, um die schwer fassbaren Lichter am Himmel mit eigenen Augen zu betrachten.

Andere kulturelle Weihnachtsaktivitäten in Island sind:

  • Aufwärmen in einem der vielen geothermischen Schwimmbäder des Landes

  • Weihnachtsbiere in den örtlichen Bars probieren

  • Nach Herzenslust essen und traditionelle Weihnachtsgerichte am Weihnachtsbuffet genießen

  • Weihnachtseinkäufe in einem der Weihnachtsdörfer oder auf einem der Weihnachtsmärkte

Wintertouren in Island

Diese 3-tägige Nordlichter-Tour an der Südküste ist bestens geeignet für einen Sightseeing-Trip während deiner Freizeit in Island. Außerdem gibt es dieses 5-tägige Reisepaket für den Winter. Sie beinhalten eine Gletscherwanderung und den Besuch einer Eishöhle – was könnte besser zu den Feiertagen passen?! Die Touren füllen die Zeit zwischen Weihnachten und Silvester perfekt aus.

Wer weniger Zeit zur Verfügung hat, kann die Eishöhle auch im Rahmen dieser 2-tägigen Eishöhlentour an der Südküste besuchen.

Koste deine Tage in Island voll aus und erkunde auch die Halbinsel Snaefellsnes. Du kannst den wunderschönen Berg Kirkjufell, malerische Wasserfälle und den Gletscher Snaefellsjokull bewundern. Dieser 7-tägige Nordlichter- und Eishöhlen-Winterurlaub bietet ein atemberaubendes Abenteuer.

 

Unterkünfte in Island an Weihnachten

Reykjavik bei Nacht ist schön erleuchtet.

Für einen Bilderbuch-Weihnachtsurlaub in der verschneiten Landschaft solltest du dich in einem örtlichen Lebensmittelgeschäft mit isländischem Weihnachtsessen eindecken. Du kannst eine Hütte auf dem Lande für einen romantischen Ausflug oder ein paar schöne Stunden mit der Familie buchen. Du hast die Wahl zwischen kleinen und großen Hütten in ganz Island, um deinen perfekten Platz in der wunderschönen verschneiten Landschaft zu finden.

Viele der isländischen Hütten haben einen Hot Pot auf der Veranda, in dem du dich in den langen Nächten entspannen kannst – perfekt, um die Nordlichter in einer gemütlichen Umgebung zu beobachten.

Oder vielleicht möchtest du dich lieber mit einem heißen Kakao und einem guten Buch inmitten der Weihnachtsbeleuchtung einkuscheln? In Reykjavik gibt es eine Vielzahl von Hotels, die zentral gelegen sind, umgeben von tollen Restaurants und lokalen Geschäften. Wenn du im Norden Islands übernachten möchtest, kannst du dir unsere Auswahl an Hotels in Akureyri ansehen.



Weihnachten in Reykjavik

Weihnachtsbaumverkauf in Reykjavik.

 Foto von Nanna Gunnarsdóttir 

Es gibt viele Dinge, die das Weihnachtsfest in Reykjavik so attraktiv machen. Verpasse keinesfalls die Weihnachtskonzerte, bei denen Engelschöre oder beliebte isländische Musiker auftreten!

Eislaufen ist manchmal möglich, wenn der kleine See Tjörnin im Stadtzentrum im Winter zufriert. Es gibt zudem eine Eislaufbahn im Stadtzentrum auf dem Ingolfstorg-Platz – direkt neben einem festlichen Weihnachtsmarkt.

Wenn du zur Weihnachtszeit in Reykjavik bist, kannst du durch die Straßen des Zentrums schlendern, dich an den Dekorationen erfreuen und vielleicht erspähst du dabei einen der Weihnachtsgesellen. Vom Turm der Hallgrimskirkja-Kirche aus hast du einen tollen Blick auf Reykjavik. Es lohnt sich auch, Weihnachtseinkäufe in der Stadt zu machen, und nur einen kurzen Spaziergang vom Stadtzentrum entfernt liegt der Alte Hafen, wo du eine Whale-Watching-Tour unternehmen kannst.

Weihnachten in Island: Traditionen, Essen und mehr | Der ultimative Guide

Foto von Fred Heap

Ebenfalls zu empfehlen ist ein Abstecher ins Freilichtmuseum Arbaejarsafn, um zu erfahren, wie Weihnachten in Island früher aussah: Die Besucher können Kerzen ziehen, traditionelle isländische Leckereien probieren und sich mit einer Tasse heißer Schokolade aufwärmen.

Apropos heiße Schokolade: Reykjavik ist voller gemütlicher Cafés, in denen du dich auf einen Kaffee (oder ein Bier) hinsetzen und Brettspiele spielen oder Live-Musik hören kannst. Ein Besuch in den Buchläden ist ebenfalls ein Muss, denn Bücher sind bei den Isländern ein sehr beliebtes Weihnachtsgeschenk. Die Fülle an Büchern, die in Island um die Feiertage herum veröffentlicht werden, wird manchmal auch als Weihnachtsbuchflut (Jolabokaflodid) bezeichnet!



Was macht man in Island zu Weihnachten? | Yuletide in Island

Weihnachten heißt auf Isländisch „Jól“ – ein Wort, das auf denselben Ursprung wie der englische Begriff Yule zurückgeht. Jól wurde in Island und den anderen nordischen Ländern schon lange vor der Christianisierung der Region gefeiert. In heidnischen Zeiten zelebrierte man, dass die Tage nach der Wintersonnenwende – die auf den 20. bis 23. Dezember fällt – wieder länger wurden.

Nach dem Einzug des Christentums wurde das Fest der Wintersonnenwende mit verschiedenen christlichen Traditionen verknüpft, z.B. dem Anzünden der Adventskerzen an den letzten vier Sonntagen vor Weihnachten und dem Besuch der Messe am ersten Weihnachtstag.

Die isländischen Weihnachtsfeierlichkeiten wurden zudem von einigen dänischen und amerikanischen Gepflogenheiten beeinflusst – insbesondere in Sachen Weihnachtsgerichte. Viele Einheimische verwenden dänische Dekoration und essen beispielsweise „Ris a l'amande“; eine Nachspeise aus Milchreis. Obwohl die Yule Lads ausschließlich isländischen Ursprungs sind und nichts mit der Figur des Weihnachtsmannes zu tun haben, sieht man sie manchmal in der roten Coca-Cola-Farbe des Weihnachtsmannes, und sie beschenken die Kinder ähnlich wie der traditionelle Nikolaus.

Wenn du Island in der Weihnachtszeit besuchst, ist es gut zu wissen, wie „Frohe Weihnachten“ auf Isländisch heißt: „Gledileg jol!“



Die Isländer sind zum Großteil Lutheraner; daneben gibt es noch einige Atheisten und Angehörige anderer Religionen – z.B. Heiden, die die Tradition der altnordischen Götter verehren. Das „offizielle“ Weihnachtsfest in Island findet genau um 18 Uhr an Heiligabend statt, wenn der staatliche Rundfunk die Kirchenglocken im Radio läutet und allen Isländern ein frohes Weihnachtsfest wünscht.

Heiligabend in Island

Der Tag vor Heiligabend wird „Þorláksmessa“ (auf Deutsch „Thorlaksmesse“) genannt. Er ist ein traditioneller Feiertag zu Ehren des Schutzpatrons von Island, Thorlak Thorhallsson, obwohl Island nicht mehr katholisch ist. Die Menschen treffen sich mit ihren Familien und essen fermentierten Rochen- und Haferbrei. Manchmal wird irgendwo im Brei eine Mandel versteckt, und wer sie findet, gewinnt einen Preis.

Und wie sieht Heilig Abend in Island aus? Die meisten Isländer feiern Heiligabend mit einem beeindruckenden, selbst gekochten, mehrgängigen Abendessen im Kreise der Familie. Und nach dem Essen gibt‘s Geschenke.

Nach der Bescherung gehen manche zur Mitternachtsmesse, wo sie Nachbarn und Freunde treffen. Andere wiederum bleiben zu Hause und widmen sich ihren Gaben: Sie lesen Bücher oder spielen Karten und knabbern nebenbei Schokolade und Snacks.

Kerzen oder Spielkarten sind traditionelle isländische Weihnachtsgeschenke, und zudem erhält fast jeder mindestens ein Buch – denn die Isländer sind besessen von Büchern, vor allem während der Weihnachtstage!

1. und 2. Weihnachtsfeiertag in Island

Der 1. Weihnachtstag („Jóladagur“) wird im Kreise der Familie verbracht. Man entspannt sich, isst, spielt Spiele oder schaut Weihnachtsfilme. Viele gehen zu größeren Familientreffen, tragen dazu ihre besten Weihnachtskleider und bringen leckere Brötchen und isländische Weihnachtsplätzchen mit. Der 26. Dezember bzw. 2. Weihnachtstag („Annar í jólum“) ist ein gesetzlicher Feiertag. An diesem Tag geht es etwas lockerer zu – er verläuft weniger traditionell als die drei Tage davor. Viele stürzen sich abends ins Getümmel, treffen ihre Freunde und besuchen Partys und nächtliche Veranstaltungen.



Weihnachtstraditionen in Island

Die Isländer lieben die Weihnachtszeit, und es gibt viele Weihnachtstraditionen in Island! Die meisten hier haben das Gefühl, die Weihnachtssaison beginne bereits vier Sonntage vor Heiligabend – am ersten Advent. Das Anzünden der Adventskerzen ist eine alte Weihnachtstradition in Island und besteht aus diesen einfachen Schritte:

  • Bastle einen Kranz aus Tannenzweigen, Blättern, Beeren und Tannenzapfen (oder aus was auch immer, ganz wie man möchte, der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt!) .

  • Stelle vier Kerzen in den Kranz.

  • Am ersten Adventssonntag leuchtet die erste Kerze, am zweiten Sonntag werden die erste und zweite Kerze angezündet und so weiter, sodass am Ende vier verschieden große Kerzen den Kranz schmücken – ganz genauso wie im deutschsprachigen Raum.

Eine weitere Tradition besteht darin, Muster in ein dünnes Brot namens „Laufabrauð“ („Laubbrot“) zu schneiden. Die Muster ähneln oft Blättern – daher der Name!

Der Teig für dieses Brot ist äußerst dünn und rund, etwa so wie ein Pfannkuchen. Sobald die hübschen Muster fertig sind, wird das Brot in Fett ausgebacken und danach mit Butter serviert. Die Konsistenz des Brotes erinnert an knuspriges Papadum, nachdem es frittiert wurde – der Geschmack ist allerdings anders.

Warum wird Weihnachten in Island am 24. Dezember gefeiert?

Wenn Isländer von „Weihnachten“ sprechen, meinen sie in der Regel den 24. Dezember. Der isländische Name für diesen Tag ist „Aðfangadagur“. Die Isländer feiern Weihnachten am 24. Dezember, weil nach dem alten isländischen Kalender ein neuer Tag mit dem Sonnenuntergang beginnt. Wenn also die Sonne am 24. Dezember gegen 18 Uhr untergeht, beginnt nach dem alten Kalender der Weihnachtstag – und somit das Weihnachtsfest.

Am 23. Dezember sind die Geschäfte bis spät geöffnet, in der Regel bis 22 Uhr oder sogar bis Mitternacht. Die Bars schließen um 1 Uhr nachts (wie üblich), und man schmeißt sich gern in Schale und mischt sich in der Stadt unter die Leute.

Einige kaufen noch Geschenke in letzter Minute, andere heben sich das letzte Geschenk sogar absichtlich bis zu diesem Abend auf. Und viele kommen einfach ins Stadtzentrum, um andere zu sehen oder gesehen zu werden – Einheimische verbringen den Großteil des Abends damit, Freunde zu begrüßen und in den Bars und Cafés Bier oder heiße Schokolade zu trinken. Die Weihnachtsgesellen laufen umher, um die Leute zu begrüßen (und Streiche zu spielen), und vielleicht lässt sich sogar ihre schreckliche Mutter Gryla blicken.

Der Stadtbummel am Þorláksmessa-Abend ist die Tradition, auf die sich einige am meisten freuen!

Weihnachtsspeisen in Island

Isländisches Weihnachtskonfekt - Sarah's

Foto von Wikimedia, Creative Commons, von Janet Hudson. Es wurden keine Bearbeitungen vorgenommen.

Essen ist mit vielen isländischen Weihnachtstraditionen verbunden.

Süßigkeiten spielen eine wichtige Rolle unter den Weihnachtsspeisen in Island. Eines der beliebtesten Weihnachtsdesserts in Island ist das „Sara“-Gebäck, das sehr aufwendig zubereitet wird. Dieses Mandelmakronen-Plätzchen mit Schoko-Sahne-Füllung und Schokoladenüberzug wurde nach der berühmten französischen Schauspielerin Sarah Bernhardt benannt.

Eigentlich sind die Kekse jedoch eine dänische Erfindung: Sie wurden im Jahr 1911 von dem dänischen Konditor Johannes Steen kreiert – zu Ehren von Sarah, die damals Dänemark besuchte, um ihre Memoiren auf Dänisch vorzustellen. Sie sind köstlich und werden am besten leicht gefroren serviert!

Lebkuchen ist beliebt in Island.

Foto von Dario Mingarelli

Und in den hiesigen Bäckereien, Geschäften und Privatwohnungen finden sich noch jede Menge anderer leckerer Süßigkeiten. Isländer backen zudem gern Lebkuchen, Schokokekse, Lakritzspitzen und viele weitere Konfekte.

Es ist von Haus zu Haus verschieden, wie viel Aufwand beim Plätzchenbacken betrieben wird. Manche legen sich richtig ins Zeug und beginnen schon Anfang Dezember (oder sogar früher), Kekse zu backen. Andere lassen es etwas ruhiger angehen und kaufen ihre Kekse einfach in den Läden oder Bäckereien.

Weihnachtsdinner in Island

Das isländische Weihnachtsdinner ist ein Highlight des Jahres.

Foto von Jed Owen

In Island gibt es eine ganze Reihe traditioneller Gerichte, wie z.B. das bereits erwähnte Laufabrauð, Gammelrochen und Milchreis. Einige davon werden an Heiligabend, am ersten Weihnachtsfeiertag und an Silvester serviert, und die meisten Isländer essen eines, zwei oder auch drei davon.

Geräuchertes Lamm, „Hangikjöt“ (übersetzt „Hängefleisch“) ist das am meisten verbreitete Mahl. Es wird mit Pferdemist geräuchert und hat einen salzigen, kräftigen Geschmack. Hangikjöt kann entweder warm oder kalt gegessen werden und wird serviert mit: Laufabrauð, Erbsen, Rotkohl und einer weißen Kartoffelsoße namens „Uppstúfur“, die einer Béchamelsoße ähnelt. Dazu gibt es ein alkoholfreies Weihnachtsgetränk namens „Jólaöl“ (Weihnachts-Ale), eine Mischung aus Malz und einer sprudelnden Orangenlimonade namens „Appelsin“.

Isländisches Weihnachtsdinner - Hamborgarhryggur

Foto von Wikimedia, Creative Commons, von Martin Sønderlev ChristensenEs wurden keine Bearbeitungen vorgenommen.

„Hamborgarhryggur“ – ein weiteres beliebtes Gericht – ist im Grunde ein Schweinebraten. Die süße Glasur und Soße bilden hier einen angenehmen Kontrast zum gesalzenen Fleisch. Dazu gibt es karamellisierte Kartoffeln, eingelegte rote Zwiebeln und Gemüse.

Wild (z.B. Rentiere und Schneehühner) zählt ebenfalls zu den begehrten Speisen. Rentiere gibt es nur im Osten Islands, aber Schneehühner („Rjúpa“ auf Isländisch) finden sich überall im Land – und sie liefern das beliebteste Wildfleisch. Für einige gibt es keine Weihnachten ohne dieses Gericht! Die Zahl der Schneehühner, die pro Jahr geschossen werden dürfen, ist jedoch begrenzt.

Zu den weniger verbreiteten – aber dennoch beliebten – Gerichten gehören: Truthahn, hochwertige Stücke vom Rind, Gans und luxuriöse Meeresfrüchte wie Langusten (isländischer Hummer) oder Lachs. Meeresfrüchtesuppe und Hummersuppe sind ebenfalls begehrt – als Vor- und als Hauptspeise. 

Wer zu einem Weihnachtsbüffet in Island geht, kommt in den Genuss von Hangikjöt, Gravlax, Laufabrauð, Flatkökur (Fladenbrot) und verschiedenen Heringsarten.

Die 13 isländischen Weihnachtsgesellen

Kochlöffellecker, ein isländischer Weihnachtsgeselle.

Bild von Haukur Valdimar Pálsson

Wer ist der Weihnachtsmann in Island? Die kurze Antwort lautet: Es gibt keinen Weihnachtsmann! Dafür gibt es 13 „Weihnachtsgesellen“ (auf Isländisch „Jólasveinar“), die allesamt nach ihren jeweiligen Eigenschaften benannt sind. Die isländischen Weihnachtsgesellen leben im Hochland mit ihren Troll-Eltern Grýla und Leppalúði – und ihrer enormen, schwarzen Katze, die „Jólakötturinn“ („Weihnachtskatze“) heißt. 

Die Mutter Grýla ist ein riesiger, furchterregender Troll, der freche, unartige Kinder in einem großen Topf kocht und danach verspeist. 

Der Vater Leppalúði – eher ein fauler Troll – ist weniger darauf aus, Kinder zu verschlingen. Er ist ein ziemlich nichtsnutziger Geselle, der eigentlich nur das tut, was Grýla ihm sagt – so sammelt er oft unartige Kinder ein, die dann im Kochtopf seiner Frau landen.

Und auch die Katze findet Gefallen am Geschmack von Menschenfleisch – ganz gleich ob die Menschen frech waren oder nicht. Die einzigen, die von der Katze gefressen werden, sind jedoch diejenigen, die vor Weihnachten kein neues Kleidungsstück zu präsentieren haben. Wer also vermeiden möchte, dass seine Liebsten von einem riesigen isländischen Troll verspeist werden, sollte ihnen zumindest ein Paar neue Socken geben! 

Jedes Jahr wird eine riesige Skulptur der Weihnachtskatze auf dem Laekjartorg-Platz in der Innenstadt von Reykjavik aufgestellt (siehe Bild unten), die du dir unbedingt ansehen solltest.

Yule-Katze

Foto von TKSnaevarr, von Wikimedia Creative Commons

Grýla und Leppalúði haben 13 Söhne – die „Yule Lads“ ! Diese sind ein bisschen ungehobelt, haben sich in den letzten Jahren aber gebessert. Die Kinder stellen ihre Schuhe auf die Fensterbank, damit ihnen die Weihnachtsgesellen allmorgendlich an den 13 Tagen vor Weihnachten Geschenke bringen. Wer aber unartig war, bekommt nur eine faule Kartoffel !

Warum gibt es in Island 13 Weihnachtstage und nicht 12? Was sind die 13 Weihnachtstage in Island?

13 Tage vor Heiligabend (in der Nacht vom 11. Dezember) kommt der erste Weihnachtsgeselle in die Stadt – der Pferchposten („Stekkjastaur“). Er hat ein Holzbein und erschreckt gerne die Schafe der Bauern.

In der darauffolgenden Nacht taucht der Schluchtenkobold auf, der dafür bekannt ist, den Kühen die Milch direkt aus dem Euter zu stehlen!

Schluchtenkobolt, der Weihnachtsgeselle.

Bild von Haukur Valdimar Pálsson

In der nächsten Nacht kommt der Knirps, der kleinste von allen. Und so geht es immer weiter. Nach dem Knirps kommt der Kochlöffellecker, dann der Topfschaber, Essnapflecker, Türzuschläger, Quark-Gierschlund, Wurststibitzer, Fensterglotzer, Türschlitzschnüffler, Fleischkraller und – schließlich – der Kerzenschnorrer.

Nach dem 24. Dezember kehren die Weihnachtsgesellen wieder zurück nach Hause. Der erste von ihnen, der Pferchposten, reist am 1. Weihnachtsfeiertag ab, und einer nach dem anderen macht sich auf den Weg ins Hochland, bis die Weihnachtszeit offiziell vorbei ist. Der Kerzenschnorrer verlässt schließlich am 6. Januar die Stadt. Der Tag wird „der Dreizehnte“ („Þrettándinn“) genannt.

An diesem Tag ist es üblich, Lagerfeuer im ganzen Land zu veranstalten, und manchmal schlendert eine Parade von Trollen, Elfen und anderen Kreaturen die Hauptstraße entlang. Viele Isländer verbrauchen auch die Reste ihres Silvesterfeuerwerks, um die Weihnachtszeit bis zum nächsten Dezember „wegzublasen“.

Wir hoffen, es hat dir gefallen, etwas über Weihnachten in Island zu erfahren. Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch – Gleðileg jól og farsælt komandi ár!