Silvester in Island

Wie sieht das Weihnachtsfest in Island aus? Wie feiern die Isländer Weihnachten? Warum gibt es in Island 13 Weihnachtsmänner? Was passiert in Island an Silvester?

Immer mehr Leute verbringen ihre Weihnachtsferien in Island – und noch mehr feiern hier Silvester. Was erwartet die Besucher, die in dieser Urlaubssaison nach Island reisen?

Islandbesuch an Weihnachten und Silvester

Schnee in Reykjavik im November 2015

Dies ist die dunkelste Zeit des Jahres in Island – aber auch eine sehr spannende Zeit voller Abenteuer im Winterwunderland! Die Chancen auf weiße Weihnachten stehen in Island ziemlich gut, eine Garantie gibt es jedoch nicht (besonders wenn man Weihnachten in Reykjavík verbringt). Im Jahr 2015 gab es Anfang Dezember allerdings Rekord-Schneefälle in Reykjavík – mit einer 42 cm dicken Schneedecke!

Hier erfährst du Näheres zu Wetter und Jahreszeiten in Island – sowie zu den Nordlichtern!

Isländische Winterzeit in Reykjavik

Wer zur Weihnachts- oder Silvesterzeit nach Island kommt, sollte so früh wie möglich einen Tisch in einem Restaurant für Heiligabend, den 1. Weihnachtsfeiertag oder Silvester reservieren. Hier findest du eine Liste mit den Öffnungszeiten der Restaurants über Weihnachten und Silvester 2017 (auch der Museen, Schwimmbäder und anderen Attraktionen). HINWEIS: Nur sehr wenige Restaurants haben über die Feiertage geöffnet und diese sind in der Regel komplett ausgebucht!

Es gibt nicht viele Weihnachtstouren im Angebot, dafür aber einige Neujahrstouren.

Diese Weihnachts- und Neujahrstour findet von November bis Januar statt – die Teilnehmer erfahren etwas über den isländischen Weihnachtsmann und hören Live-Musik in einem isländischen Wohnzimmer.

Für Silvester kannst du diese Bonfire- und Feuerwerk-Tour buchen, die dich an einen Aussichtspunkt mit Blick über die Stadt bringt. Wer die Stadt lieber aus der Ferne bestaunen möchte, kann auch an einer der folgenden Bootsfahrten teilnehmen: New Year's Eve Firework Cruise oder New Year's Eve Celebration at Sea!

Eishöhle in einem Gletscher im Südosten Islands

Diese dreitägige Südküsten-Tour ist bestens geeignet für einen Sightseeing-Trip während deiner Freizeit in Island; sie bietet Gelegenheit, über Gletscher zu wandern und eine Eishöhle zu besuchen –  was könnte es im Urlaub Schöneres geben?! Und sie passt perfekt zwischen Weihnachten und Neujahr. Wer weniger Zeit zur Verfügung hat, kann die Eishöhle auch im Rahmen dieser zweitägigen Südküsten-Tour  besichtigen.

Koste deine Tage in Island voll aus und erkunde nicht nur die Südküste, den Golden Circle und Reykjavík, sondern – sofern genug Zeit bleibt – auch die Halbinsel Snæfellsnes. Hier kannst du den wunderschönen Berg Kirkjufell, malerische Wasserfälle und den Gletscher Snæfellsjökull bewundern.

Schwarze Kirche auf der Snæfellsnes-Halbinsel

Yuletide in Island

Weihnachten heißt auf Isländisch „Jól“ – ein Wort, das „Yule“ ähnlicher ist als dem englischen Begriff „Christmas“. Jól war schon lange vor der Christianisierung Islands ein Fest und bezog sich ursprünglich auf den 21. Dezember, den kürzesten Tag des Jahres. In heidnischen Zeiten feierte man, dass die Tage danach wieder länger wurden – daher die Bezeichnung Lichterfest.

Nach dem Einzug des Christentums wurde das „Lichterfest“ mit Jesus assoziiert und einige neue Bräuche etablierten sich. Die isländischen Weihnachtsfeierlichkeiten wurden zudem von dänischen und amerikanischen Gepflogenheiten beeinflusst – insbesondere in Sachen Essen. Viele Einheimische verwenden dänische Dekoration und essen beispielsweise „Ris a l'amande“; und eines der „traditionellsten“ isländischen Weihnachtsgerichte ist Schweinebraten mit Coca-Cola-Glasur und Coca-Cola-Soße! Der dicke, rot gekleidete amerikanische Weihnachtsmann tauchte vor ein paar Jahren zum ersten Mal auf – und gesellte sich zu den 13 eher mageren isländischen Troll-Weihnachtsmännern, die schon seit Jahrhunderten jedes Jahr in die Stadt kommen.

Die Isländer sind zum Großteil Lutheraner; daneben gibt es noch einige Atheisten, Muslime und Angehörige anderer Religionen – z.B. Heiden, die die altnordischen Götter verehren. Die Isländer feiern Weihnachten auf viele verschiedene Arten – die Mehrheit jedoch serviert an Heiligabend, am 24. Dezember, um 18 Uhr ein üppiges Weihnachtsmahl.

Und nach dem Abendessen gibt‘s Geschenke.

Nach der Bescherung gehen manche zur Mitternachtsmesse, wo sie Nachbarn und Freunde treffen; andere wiederum bleiben zu Hause und widmen sich ihren Gaben: Sie lesen Bücher oder spielen Karten und knabbern nebenbei Schokolade. Früher wurden zu Weihnachten meist Kerzen oder Spielkarten geschenkt, inzwischen erhält fast jeder mindestens ein Buch – denn die Isländer sind besessen von Büchern, vor allem während der Weihnachtstage!

Der 1. Weihnachtstag wird im Kreise der Familie verbracht; man entspannt sich, isst leckere Sachen, spielt Spiele, schaut Filme oder geht zu großen Familientreffen. Am 2. Weihnachtsfeiertag ist es ähnlich, außer dass an diesem Tag viele auch abends ausgehen und feiern – die Bars haben bis spät in die Nacht geöffnet.

Silvester in Reykjavík

Reykjavíks Feuerwerke an Silvester, Bild von Jonathan Hood(Bild von Jonathan Hood)

Ich berichte, wie Silvester in Reykjavík gefeiert wird – nicht im Rest des Landes (Den Jahreswechsel habe ich bisher nur in Reykjavík erlebt und nirgendwo sonst in Island!)

Gleich vorneweg: Stell dich auf eine RIESENMENGE an Feuerwerken ein. Stell dir vor, wie viele unter Umständen möglich sind, und multipliziere das mit Tausend. Isländer geben jedes Jahr unglaublich viel Geld für Feuerwerkskörper aus – auch weil sie Feuerwerke lieben, aber in erster Linie weil sie die Icelandic Search and Rescue Teams unterstützen möchten, die stark auf die Einnahmen aus den jährlichen Feuerwerks- und Weihnachtsbaumverkäufen angewiesen sind.

Schon einige Tage vor Silvester beginnen die Leute, Feuerwerkskörper abzuschießen, und das geht bis zum 6. Januar so weiter – aber das größte Spektakel gibt es natürlich an Silvester um Mitternacht zu sehen.

An Silvester – vor Mitternacht – gönnt man sich ein schönes Abendessen, strömt zu Lagerfeuern in der ganzen Stadt und schaut dann gegen 22:00 Uhr eine satirische Comedy-Show im Fernsehen an (diese lässt sich kaum jemand entgehen – und sie ist später beliebtes Gesprächsthema auf den Silvesterpartys).

Nach dem Feuerwerk um Mitternacht (du kannst die Feuerwerkskörper überall in der Stadt abschießen, an fast jeder Straßenecke wird gezündelt) gehen die meisten zu lokalen Hauspartys. Die Bars haben bis sehr spät nachts geöffnet (oder bis früh am Morgen – je nachdem, wie man es sieht) und kosten keinen Eintritt – allerdings gibt es oft lange Warteschlangen. Die Läden schließen in der Regel um 5:00 Uhr früh, an Silvester bleiben manche aber auch etwas länger geöffnet.

Folgende Plätze empfehlen sich, um Feuerwerke abzuschießen oder zu beobachten: Am Perlan, von wo aus sich ein Blick über die Stadt bietet, oder vor der zentraler gelegenen Hallgrímskirkja-Kirche, wo es viele Einheimische und ausländische Besucher hinzieht. Bring eine Flasche Champagner mit, zieh deine besten Kleider an (unter dicken Woll- oder Pelzschichten) und such dir eine Party, um mitzufeiern!

Weihnachtstraditionen in Island

Isländisches Weihnachtskonfekt – Sarah‘s(Bild von Dísukökur - Weihnachtsrezepte)

Isländer lieben die Weihnachtszeit und haben zahlreiche Gebräuche. Viele dieser Traditionen hängen mit dem Essen zusammen: In Island gibt es eine große Auswahl an leckeren Weihnachtsspeisen, die man kosten kann! 

Die „prestigeträchtigste“ Süßspeise ist das „Sara“-Gebäck, das sehr aufwendig zubereitet wird. Dieses Mandelmakronen-Plätzchen mit Schoko-Sahne-Füllung und Schokoladenüberzug ist nach der berühmten französischen Schauspielerin Sarah Bernhardt benannt. Eigentlich sind die Kekse jedoch eine dänische Erfindung: Sie wurden im Jahr 1911 von dem dänischen Konditor Johannes Steen kreiert – zu Ehren von Sarah, die damals Dänemark besuchte, um ihre Memoiren auf Dänisch vorzustellen. Am besten serviert man sie leicht gefroren.

Und in den hiesigen Bäckereien, Geschäften und Privatwohnungen finden sich noch jede Menge anderer leckerer Süßigkeiten. Isländer backen zudem gern Lebkuchen, Schokokekse, Lakritzspitzen und viele weitere Konfekte. Es ist von Haus zu Haus verschieden, wie viel Aufwand beim Plätzchenbacken betrieben wird. Manche legen sich richtig ins Zeug und beginnen schon Anfang Dezember (oder sogar früher), die verschiedensten Sorten zu backen. Andere lassen es etwas ruhiger angehen und kaufen ihre Kekse einfach im Laden.

Die meisten hier haben das Gefühl, die Weihnachtssaison beginne bereits vier Sonntage vor Heiligabend – am ersten Advent. Es ist üblich, aus Tannenbaumästen, Blättern, Beeren und Tannenzapfen (oder aus was auch immer, ganz wie man möchte, der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt!) einen Kranz zu binden und vier Kerzen hineinzustecken. Am ersten Adventssonntag leuchtet die erste Kerze, am zweiten Sonntag werden die erste und zweite Kerze angezündet und so weiter, sodass am Ende vier verschieden große Kerzen den Kranz schmücken - ganz genauso wie im deutschsprachigen Raum.

Isländische Weihnachts-Laufabrauð-Muster(Bild von diesem Blog – und weitere Informationen über Laufabrauð)

Eine weitere Tradition besteht darin, Muster in ein dünnes Brot namens „Laufabrauð“ („Laubbrot“) zu schneiden. Die Muster ähneln oft Blättern – daher der Name. Der Teig für dieses Brot ist äußerst dünn und rund, etwa so wie ein Pfannkuchen. Sobald die hübschen Muster fertig sind, wird das Brot in Fett ausgebacken und danach mit Butter serviert. Die Konsistenz des Brotes erinnert an knuspriges Papadum, nachdem es frittiert wurde – der Geschmack ist allerdings anders.

Wenn Isländer von „Weihnachten“ sprechen, meinen sie in der Regel den 24. Dezember. Der isländische Name für diesen Tag ist „Aðfangadagur“. Der 25. Dezember ist der erste Weihnachtsfeiertag („Jóladagur“) und der 26. ist der „Zweite (Tag) an Weihnachten“ („Annar í jólum“). Weihnachten wird am 24. ab 18 Uhr gefeiert, am ersten und zweiten Weihnachtsfeiertag treffen sich die meisten dann zum Abendessen im größeren Familienkreis. Daneben gibt es noch viele andere Traditionen, die am 24. tagsüber begangen werden – oder auch schon am Vortag, am 23. Dezember, der „Þorláksmessa“ (auf Deutsch „Thorlaksmesse“) genannt wird.

An Þorláksmessa sind die Geschäfte bis spät geöffnet, in der Regel bis 22 Uhr oder sogar bis Mitternacht. Die Bars schließen um 1 Uhr nachts (wie üblich), und man schmeißt sich gern in Schale und mischt sich in der Stadt unter die Leute. Einige kaufen noch Geschenke in letzter Minute, andere heben sich das letzte Geschenk absichtlich bis zu diesem Abend auf; und viele kommen einfach ins Stadtzentrum, um andere zu sehen oder gesehen zu werden – Einheimische verbringen den Großteil des Abends damit, Freunde zu begrüßen und in den Bars und Cafés einen Schoppen oder heiße Schokolade zu trinken. 

Der Stadtbummel am Þorláksmessa-Abend ist die Tradition, auf die sich einige am meisten freuen – mich eingeschlossen.

Davor gibt es an Þorláksmessa meist Fisch zum Abendessen, insbesondere einen Fisch namens Gammelrochen. Dieser riecht extrem stark, und man merkt sofort, wenn ihn jemand zu Hause hatte. Der Geschmack ist allerdings ganz anders als der Geruch – das habe ich mir zumindest sagen lassen; ich selbst habe noch nie welchen gegessen, weil meine Mutter ihn nicht mag und auch nicht möchte, dass das ganze Haus danach riecht! Ich werde ihn aber bestimmt bald mal kosten und empfehle dir, dasselbe zu tun, wenn du Gelegenheit dazu hast!

Weihnachtsessen in Island

Isländisches Weihnachtsessen – Hangikjöt

Ich habe bereits einige traditionelle isländische Speisen genannt, wie z.B. Süßwaren, Laufabrauð, Gammelrochen und den dänischen Ris a l'amande (Reispudding) – aber es gibt noch viele mehr!

An Heiligabend, am ersten Weihnachtsfeiertag und an Silvester werden ein paar Gerichte serviert, die als Weihnachtsspezialitäten gelten, und die meisten Isländer essen eines, zwei oder auch drei davon.

„Hangikjöt“, übersetzt „Hängefleisch“, ist das am meisten verbreitete Mahl. Es besteht aus geräuchertem Lammfleisch und hat einen ziemlich salzigen, sehr kräftigen Geschmack. Hangikjöt kann entweder warm oder kalt gegessen werden und wird serviert mit: Laufabrauð, einer weißen Kartoffelsoße namens „Uppstúfur“, Erbsen, Rotkohl und einem Weihnachtsgetränk (alkoholfrei) namens Weihnachts-Ale (Jólaöl). Das Weihnachts-Ale ist allerdings eine Mischung aus Appelsín (Orangenlimonade) und Malz – ganz ohne Ale.

Isländisches Weihnachtsessen – Hamborgarhryggur(Bild von DV)

Süß und salzig: „Hamborgarhryggur“ – ein weiteres beliebtes Gericht – ist im Grunde ein Schweinebraten. Das gesalzene Fleisch wird mit einer süßen Glasur überzogen und mit einer süßen Coca-Cola-Soße serviert. Dazu gibt es karamellisierte Kartoffeln, eingelegte rote Zwiebeln, Gemüse und – z.B. in meiner Familie – Waldorfsalat.

Wild (z.B. Rentiere und Schneehühner) zählt ebenfalls zu den begehrten Speisen. Rentiere gibt es nur im Osten Islands, aber Schneehühner („Rjúpa“ auf Isländisch) finden sich überall im Land – und sie liefern das beliebteste Wildfleisch. Für einige gibt es keine Weihnachten ohne dieses Gericht! Die Zahl der Schneehühner, die pro Jahr geschossen werden dürfen, ist jedoch begrenzt.

Dies sind die am weitesten verbreiteten Gerichte, aber es gibt noch andere, die stark im Kommen sind: z.B. Truthahn, hochwertige Stücke vom Rind, Gans und luxuriöse Meeresfrüchte wie Langusten (isländischer Hummer) oder Lachs. Meeresfrüchtesuppe und Hummersuppe sind ebenfalls beliebt – als Vor- und als Hauptspeise. 

Wer zu einem Weihnachtsbüffet in Island geht, kommt in den Genuss von Hangikjöt, Gravlax, Laufabrauð, Flatkökur (Faldenbrot) und verschiedenen Heringsarten.

Die 13 isländischen Weihnachtsgesellen

Darstellung der isländischen Weihnachtsgesellen von Comedian Hugleikur Dagsson(Bild von Hugleikur Dagsson)

Die isländischen Weihnachtsmänner, oft auch „Weihnachtsgesellen“ genannt (auf Isländisch „Jólasveinar“), sind insgesamt 13 und allesamt nach ihrer jeweiligen Charakteristik benannt. Die isländischen Weihnachtsgesellen leben im Hochland mit ihren Troll-Eltern Grýla und Leppalúði – und ihrer enormen, schwarzen Katze, die schlicht „Weihnachtskatze“ heißt („Jólakötturinn“). 

Die Mutter Grýla ist eine riesige Schreckgestalt, die am liebsten freche, unartige Kinder in einem großen Topf kocht und danach verspeist. Ihre korpulente Statur lässt darauf schließen, dass sie jedes Jahr einige ungezogene Kinder in ihre Finger bekommt. Die meisten Kinder fürchten sich jedoch so sehr vor ihr, dass sie sich gar nicht erst schlecht benehmen...

Der Vater Leppalúði – eher ein Nichtsnutz – ist weniger darauf aus, Kinder zu verschlingen. Er ist ein magerer Troll, der eigentlich nur das tut, was Grýla ihm sagt – so holt er oft unartige Kinder ab, die dann im Kochtopf seiner Frau landen.

Und auch die Katze findet Gefallen am Geschmack von Menschenfleisch – ganz gleich ob die Menschen frech waren oder nicht. Die einzigen, die von der Katze gefressen werden, sind jedoch diejenigen, die vor Weihnachten kein neues Kleidungsstück zu präsentieren haben! Wer also vermeiden möchte, dass seine Liebsten von einem riesigen isländischen Troll verspeist werden, sollte ihnen zumindest ein Paar neue Socken geben! 

Hier kannst du hören, wie Islands berühmteste Sängerin Björk die isländische Weihnachtskatze besingt – und die englische Übersetzung des Texts lesen.

Grýla und Leppalúði haben 13 Kinder, allesamt männlich – die 13 isländischen Weihnachtsmänner! Sie sind ein bisschen ungehobelt, haben sich in den letzten Jahren aber gebessert und legen inzwischen auch Geschenke in die Schuhe, die die Kinder jeden Abend ins Fenster stellen.

13 Tage vor Heiligabend (in der Nacht vom 11. Dezember) kommt der erste Weihnachtsmann in die Stadt – der Pferchposten („Stekkjastaur“). Er hat ein Holzbein und erschreckt gerne die Schafe der Bauern.

12 Tage vor Weihnachten taucht der Schluchtenkobold auf.

Isländische Weihnachtsgesellen

In der nächsten Nacht kommt der Knirps, der kleinste von allen. Und so geht es immer weiter: Jede Nacht erreicht ein anderer Weihnachtsmann die Stadt, und wer brav war, findet danach ein Geschenk in seinem Schuh (denk dran, deinen schönsten Schuh auf die Fensterbank zu stellen) – wer allerdings ungezogen war, wird mit einer faulen Kartoffel bedacht. Nach dem Knirps kommt der Kochlöffellecker, dann der Topfschaber, Essnapflecker, Türzuschläger, Quark-Gierschlund, Wurststibitzer, Fensterglotzer, Türschlitzschnüffler, Fleischkraller und Kerzenschnorrer.

Nach Weihnachten (d.h. nach dem isländischen Weihnachten am 24. Dezember) machen sich die Weihnachtsgesellen – einer nach dem anderen – wieder auf den Weg nach Hause. Der erste, der ankam, ist auch der erste, der wieder geht (am 1. Weihnachtsfeiertag), und so weiter, bis schließlich der Kerzenschnorrer am 6. Januar die Stadt verlässt. Dann sind die Feiertage offiziell vorbei. Der Tag wird „der Dreizehnte“ („Þrettándinn“) genannt. An diesem Tag ist es üblich, Lagerfeuer im ganzen Land zu veranstalten, und viele zünden noch ihre letzten Überreste vom Silvesterfeuerwerk.

Fröhliche Weihnachten und einen guten Rutsch! :)

Nordlichter über Thingvellir in Island