
Plane deine Reise abseits von Islands Gletschern und Vulkanen und entdecke die oft übersehenen grünen Oasen des Landes. Wälder waren in Island einst nahezu verschwunden, nachdem Erosion und Abholzung große Teile zerstört hatten. Doch das Land hat große Fortschritte bei der Wiederaufforstung gemacht. So sind vielerorts neue Waldgebiete inmitten dramatischer Landschaften entstanden.
Viele dieser Wälder sind mit dem Auto erreichbar und lassen sich wunderbar in Mietwagenreisen abseits der Hauptrouten integrieren. Besonders häufig findest du sie im Osten und Norden, wo heimische Birken und importierte Baumarten unter günstigen Bedingungen gedeihen.
Warum du unseren Inhalten vertrauen kannst
Guide to Iceland ist die meistgenutzte Reiseplattform Islands und hilft jedes Jahr Millionen von Besuchern. Alle unsere Inhalte werden von lokalen Experten verfasst und geprüft, die Island bestens kennen. Du kannst dich auf aktuelle, verlässliche und ehrliche Reisetipps verlassen.
Im Osten liegt mit Hallormsstadaskogur eines der größten Waldgebiete Islands, direkt an Straßen, die bei vielen Ostfjorde-Touren befahren werden. Im Norden führen Diamond-Circle-Touren in die Nähe der Asbyrgi-Schlucht und des Vaglaskogur-Waldes, wo markierte Wege zu kurzen Spaziergängen und geführten Wanderungen einladen.
Kleinere Wälder findest du im Süden und Westen Islands, oft in der Nähe von Geothermalgebieten, Flüssen oder landwirtschaftlichen Flächen. Dazu zählen Birkenhaine wie Skogarreitur und wiederaufgeforstete Gebiete wie Thjorsardalur, Selskogur und Vatnshornsskogur. Thorsmörk, ein bewaldetes Tal zwischen Gletschern, erreichst du ebenfalls auf einer mehrtägigen Rundreise durch Islands Natur.
Lies weiter und erfahre mehr über Islands Wälder, ihre Besonderheiten und wie du sie auf deiner Reise erleben kannst.
Das Wichtigste auf einen Blick
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Islands Wälder sind klein, wachsen aber stetig: Trotz seines Rufs als Land endloser Weiten gibt es in Island mehrere Wälder, wobei Birkenwälder am häufigsten sind. Besonders in Gebieten wie Hallormsstadaskogur (Islands größter Wald) und Thorsmörk nimmt die Wiederaufforstung stetig zu.
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Abholzung durch frühe Siedler: Als die Wikinger vor über 1.000 Jahren nach Island kamen, waren bis zu 40 Prozent des Landes mit Birkenwäldern bedeckt. Doch durch den massiven Holzeinschlag für Brennholz und die Schaffung von Weideflächen wurde Island über Jahrhunderte nahezu baumlos.
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Aufforstung und Wiederaufforstung laufen weiter: Seit dem frühen 20. Jahrhundert pflanzen Umweltorganisationen und der Staat Bäume, um die Bodenerosion zu bekämpfen, die Artenvielfalt zu fördern und verlorene Wälder zurückzubringen. Auch nicht-heimische Arten wie Sitka-Fichte, Küsten-Kiefer und Lärche wurden eingeführt, um das Wachstum zu unterstützen.
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Beliebte Waldgebiete für Besucher: Wer in Island auf der Suche nach Grün ist, sollte den Hallormsstadaskogur im Osten, das Thorsmörk-Tal im südlichen Hochland und das Heidmörk-Naturschutzgebiet bei Reykjavik besuchen. Hier erwarten dich malerische Wanderwege, Campingplätze und eine reiche Vogelwelt.
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Islands Wälder helfen im Kampf gegen den Klimawandel: Da Island klimaneutral werden möchte, spielen Wälder eine wichtige Rolle bei der Bindung von CO₂. Ein zentraler Bestandteil der Umweltstrategie des Landes ist es, mehr Bäume zu pflanzen.
Ursprüngliche Wälder in Island
Geologische Funde zeigen, dass Island einst eine reiche Waldgeschichte hatte. Bäume aus warmen Klimazonen wie Mammutbäume und Magnolien dominierten einst die Landschaft, ebenso wie Buchenwälder. Später kamen kälteresistente Arten wie Kiefer, Fichte und Erle hinzu, gefolgt von Birke, Vogelbeere und Espe.
Als Island vor etwa 1.150 Jahren besiedelt wurde, bedeckten Birkenwälder und Weidengebüsch bis zu 40 Prozent der Landfläche.
Nur wenige Jahrhunderte nach der ersten Besiedlung waren die Wälder Islands durch Weideflächen, kargen Boden und junges Gras ersetzt. Dieser Wandel zählt zu den drastischsten Beispielen für Abholzung weltweit.
Die Abholzung Islands
Wie konnten Islands Wälder innerhalb von weniger als 300 Jahren verschwinden? Zwar spielten Faktoren wie das kälter werdende Klima während der Kleinen Eiszeit, Vulkanausbrüche und eisige Winde, die das Wachstum hoher Bäume erschweren, eine Rolle – jedoch nur eine untergeordnete. Hauptursache waren die menschlichen Siedler.
Für die frühen Isländer war Holz ein unverzichtbarer Brennstoff, um die kalten Winter zu überstehen. Es wurde außerdem für den Bau von Häusern, Booten und Zäunen benötigt.
Der Hauptgrund für die Abholzung war jedoch das Ausbleiben der natürlichen Wiederbewaldung wegen der Viehweide. Die Siedler brachten verschiedene Nutztiere mit und rodeten Wälder, um Weideflächen zu schaffen. Um mehr Platz für das Vieh und somit mehr Ressourcen für sich selbst zu gewinnen, wurden immer mehr Wälder gerodet.
Spätere Forschungen zeigten, dass dies eine bewusste wirtschaftliche Strategie der Siedler war, um die lokale Viehwirtschaft zu stärken. Doch das ständige Weiden verhinderte die natürliche Regeneration der Wälder und führte zu einem weiteren Rückgang der Waldflächen.
Den damaligen Siedlern kann man jedoch kaum einen Vorwurf machen. Der ständige Überlebenskampf zwang sie, alle verfügbaren Ressourcen zu nutzen. Die Folgen für die Umwelt konnten sie nicht absehen, ebenso wenig wie die Mühen, die eine spätere Wiederaufforstung mit sich bringen würde.
Sie konnten das Ausmaß der Umweltschäden nicht erahnen und wussten nicht, wie schwierig und langwierig Aufforstung und Wiederbewaldung sein würden.
Wälder in Island heute
Trotz der massiven und langanhaltenden Abholzung gibt es in Island heute eine Reihe wunderschöner Wälder und Waldgebiete.
Die isländischen Nationalparks werden vom Icelandic Forest Service betreut und sind unbedingt einen Besuch wert. Hier findest du unsere Liste der sehenswertesten Wälder Islands.
Es gibt noch viele weitere zu entdecken, aber dies sind die 26 Wälder, die vom Icelandic Forest Service betreut werden:
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Arnaldsstadaskogur: Dieser kleine, unberührte Wald im Osten Islands ist für sein sattes Grün und die Nähe zu historischen Bauernhöfen im südlichen Fljotsdalur-Tal bekannt.
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Asbyrgi-Wald: Der Wald gedeiht in der hufeisenförmigen Asbyrgi-Schlucht im Norden Islands, die eng mit der nordischen Mythologie verbunden ist.
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Furulundurinn: Islands erster erfolgreicher Wiederaufforstungsversuch begeistert heute mit ruhigen Spazierwegen und einer vielfältigen Vogelwelt.
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Grundarreitur im Eyjafjördur: Das weniger bekannte Waldgebiet an der Nordküste eignet sich ideal für entspannte Wanderungen in ruhiger Natur.
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Hallormsstadaskogur: Islands größter Wald vereint zahlreiche Baumarten, abwechslungsreiche Wanderwege und eine faszinierende Geschichte der Aufforstung.
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Haukadalsskogur: Im Haukadalur-Tal wachsen heimische Birken neben eingeführten Baumarten und schaffen eine abwechslungsreiche Landschaft.
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Jafnaskardsskogur: Ein abgelegenes Waldgebiet mit großer Artenvielfalt und ruhigen Wanderwegen, nur eine kurze Autofahrt von Reykjavik entfernt.
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Jorvikurskogur: Der malerische Wald im Osten Islands ist besonders für die isländische Blaue Espe bekannt.
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Kristnesskogur: Der gepflegte Wald in der Nähe von Akureyri ist ideal für entspannte Spaziergänge.
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Laugarvatnsskogur: Am Laugarvatn-See gelegen, bietet dieser Wald eine schöne Kulisse für Besucher der heißen Quellen der Region.
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Mela-Skuggabjargaskogur: Abgelegene Lage, raue Natur und eine große Vielfalt an Baumarten prägen dieses Waldgebiet.
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Mogilsa: Am Fuß des Esja-Bergs befindet sich die isländische Forstforschungsstation mit Versuchspflanzungen.
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Mulakot: Dieser kleine, aber historisch bedeutsame Wald im Süden Islands beherbergt seltene, alte Bäume.
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Nordurtunguskogur: Ein ruhiger Wald in der Region Borgarfjördur im Westen Islands.
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Reykjarholsskogur: Der Wald im Norden Islands ist für seine besondere Vegetation bekannt, die durch geothermisch erwärmte Böden begünstigt wird.
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Selskogur: Dieser friedliche Birkenhain mit Campingplatz im Westen Islands ist bei Wanderern und Naturfotografen beliebt.
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Sigridarstadaskogur: Der gut erhaltene Birkenwald zwischen Akureyri und dem Myvatn-See ist bekannt für seine leuchtenden Herbstfarben und die heimische Tierwelt.
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Skogarreitur: Ein idyllischer Waldhain im Süden Islands mit dem Systrafoss-Wasserfall.
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Stalpastadaskogur: Historische Verbindungen zu den ersten Aufforstungsprojekten Islands machen dieses ruhige Waldgebiet besonders interessant für Wanderer.
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Tumastadir: Das Land von Tumastadir war bis 1944 völlig waldfrei, bis der Icelandic Forest Service begann, es als Baumschule zu nutzen.
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Vaglaskogur: Einer der größten natürlichen Birkenwälder Islands ist zugleich Heimat des Icelandic Forest Service und ein beliebtes Ziel für Outdoor-Aktivitäten.
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Vaglir: Dieser forstwirtschaftlich und touristisch genutzte Wald liegt in der Nähe von Akureyri im Norden Islands.
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Vatnshornsskogur: Ein Waldgebiet im Westen Islands nahe Seen und Feuchtgebieten, das ein einzigartiges Ökosystem für Vögel und andere Tiere bietet.
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Thjorsardalur: Das wiederaufgeforstete Tal im Süden Islands verbindet Birken und Nadelbäume mit vulkanisch geprägten Landschaften.
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Thordarstadaskogur: Dieser Wald liegt im Fnjoskadalur-Tal in der Nähe des Godafoss-Wasserfalls.
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Thorsmork: Das berühmte bewaldete Tal im Süden Islands ist von Gletschern und Bergen umgeben und bekannt für seine üppige Vegetation und spektakulären Landschaften.
Hallormsstadaskogur-Nationalwald
Der Wald Hallormsstadaskogur in Ostisland entstand im Rahmen eines Projekts zur Förderung des Baumbewuchses auf isländischem Boden. Er gilt als eines der wichtigsten Beispiele für die Aufforstungsbemühungen des Landes und ist zugleich Islands erster Nationalwald. Diese Auszeichnung erhielt er im Jahr 1905, als die verbliebenen Birkenwälder rund um den Hof Hallormsstadur offiziell unter Schutz gestellt wurden.
Heute erstreckt sich Hallormsstadaskogur über mehr als 750 Hektar und beherbergt über 85 Baumarten aus mehr als 170 Regionen weltweit. Dank seiner insgesamt 40 Kilometer langen malerischen Wanderwege ist dieser Wald bei Naturfreunden und Wanderern gleichermaßen beliebt.
Im Park kannst du aus klaren Gletscherbächen trinken und Himbeeren, Johannisbeeren sowie essbare Pilze (Butterpilze, Lärchenröhrlinge und Birkenpilze) sammeln.
Da die dichte Baumdecke natürlichen Schutz vor größeren Raubtieren bietet, ist Hallormsstadaskogur auch ein Paradies für Vögel.
Viele verschiedene Vogelarten leben hier, darunter Birkenzeisige, Raben, Alpenschneehühner und Wintergoldhähnchen. Im Sommer kommen weitere Zugvögel wie Wiesenpieper, Rotdrosseln, Waldschnepfen, Bachstelzen und Bekassinen hinzu.
Der Wald bietet zudem ideale Bedingungen für Nistplätze und ausreichend Nahrung für die Tiere.
Im Juni findet der Skogardagurinn (Tag des Waldes) statt – ein Wochenende voller spannender Wettkämpfe, mitreißender Volksmusik und ausgelassener Feststimmung. Zu den Highlights zählen zwei Mini-Marathons (4 und 14 Kilometer), regionales BBQ-Lamm, verschiedene Kunstausstellungen und ein Holzfällerwettbewerb.
Wenn du Hallormsstadaskogur besuchen möchtest, findest du zahlreiche schöne Hotels im Osten Islands. Wer es rustikaler mag, kann einen der beiden Campingplätze im Wald ansteuern: Atlavik liegt im idyllischen Inneren des Waldes und Hofdavik bietet etwas mehr Komfort. Beide bieten ein tolles Camping-Erlebnis in Island.
Die nächste Stadt ist Egilsstadir, die größte Stadt im Osten Islands. Sie wurde 1947 als Verwaltungszentrum gegründet, hat über 2.000 Einwohner sowie ein Krankenhaus, einen Flughafen und ein College.
Egilsstadir ist ein idealer Zwischenstopp für alle, die den Osten der Insel erkunden möchten, und der perfekte Ort, um sich auf der Ringstraße zu erholen. Neben der Nähe zum Hallormsstadaskogur-Wald ist Egilsstadir auch ein idealer Ausgangspunkt für die abgelegenen und wenig besuchten Ostfjorde und den Vatnajökull-Nationalpark.
- Siehe auch: Wildtiere und Tiere in Island & Flüsse in Island
Oskjuhlid-Hügel und -Wälder
Der Oskjuhlid-Hügel, offiziell Oskjuhlidarskogur, liegt in der Hauptstadt Reykjavik und ist an zwei Dingen leicht zu erkennen: den hohen Birken, die in den Himmel ragen, und der glänzenden Kuppel des Perlan-Museums mit Aussichtsplattform.
Er ist der wichtigste Naherholungsraum Reykjaviks und bietet zahlreiche Wege für Wanderer und Mountainbiker. Einige Routen führen direkt zum geothermischen Strand Nautholsvik und weiter zur Seltjarnarnes-Halbinsel.
Vor 100 Jahren wäre der Oskjuhlid-Hügel kaum wiederzuerkennen gewesen. Zwar bot er schon damals einen tollen Blick über die Faxafloi-Bucht, doch ohne Aussichtsplattform, Picknickbänke, Skulpturen – und vor allem ohne die Bäume, für die er heute bekannt ist.
Damals bestand der Hügel fast nur aus Kies und Felsen. Das gesamte Gebiet wurde als Steinbruch genutzt, das Gestein wurde für den Bau des Alten Hafens in die Stadt transportiert. Der verlassene Steinbruch kann heute noch besichtigt werden.
Sein heutiges Gesicht erhielt der Oskjuhlid-Hügel in den 1950er Jahren, als Einheimische Fichten, Birken, Espen und Kiefern pflanzten, um das Gebiet wiederzubeleben. Heute wachsen hier über 80 Baumarten – ein Beweis, wie schnell und erfolgreich Aufforstung sein kann.
Oben auf dem Hügel kannst du im Perlan-Museum die Wunder Islands entdecken.
Ein weiteres Relikt der Vergangenheit sind die Bunker, die während des Zweiten Weltkriegs von den amerikanischen Besatzungstruppen gebaut wurden. Sie sind seit 1945 verlassen und unbeleuchtet, können aber noch heute besichtigt werden.
Kjarnaskogur-Waldgebiet
Das Kjarnaskogur-Waldgebiet liegt südlich von Akureyri, der „Hauptstadt des Nordens“. Die ersten Bäume wurden 1952 von der Gemeinde gepflanzt – mit dem Ziel, einen Wald zu schaffen, der Akureyri vollständig umschließt.
Seitdem wurden über eine Million Bäume gepflanzt, vor allem Birken und Lärchen. Das Gebiet ist für seine Vielfalt bekannt und beherbergt über 230 verschiedene Pflanzenarten.
Der rund 600 Hektar große Kjarnaskogur-Wald bietet beste Voraussetzungen für einen aktiven Tag in der Natur. Wanderer genießen fast sieben Kilometer beleuchtete Wege und zahlreiche Pfade im Hinterland.
Im Sommer gibt es eine zehn Kilometer lange Mountainbike-Strecke. Im Winter verwandeln sich viele Wege in Loipen für Skilanglauf und Snowboarden. Wer Vögel beobachten möchte, kann das spezielle Beobachtungsgebiet am Hundatjorn-Sumpf besuchen, wo zahlreiche Arten zu sehen sind.
Vinaskogur – der Freundschaftswald

Der Vinaskogur, auch Freundschaftswald genannt, ist streng genommen kein Wald, sondern ein zeremonieller Garten. Er wurde 1989 im Rahmen der nationalen Landgewinnungsinitiative Landgraedsluskogar angelegt, die sich der Wiederherstellung unfruchtbarer Böden und baumloser Ebenen verschrieben hat.
Die Landgraedsluskogar-Bewegung ist heute für das Pflanzen von über einer Million Setzlingen pro Jahr verantwortlich.
Der Freundschaftswald wurde zudem von Islands damaliger Präsidentin Vigdís Finnbogadóttir initiiert, um einen Treffpunkt für ausländische Staatsgäste zu schaffen. Viele internationale Würdenträger haben hier einen Baum gepflanzt, um ihre Verbundenheit mit Island zu zeigen.
Bei einem Spaziergang durch den Freundschaftswald fallen die zahlreichen Schilder an den Bäumen auf, die jeweils in der Sprache des Schenkenden verfasst sind.
Die Lage des Freundschaftswaldes soll an die Bedeutung von Frieden, Freundschaft und Verbundenheit erinnern. Er liegt tief im Westen Islands, in der Region Karastadir, auf dem Weg zum Thingvellir-Nationalpark.
Ellidaardalur-Tal in Reykjavik
Das Ellidaardalur-Tal ist ein wunderschöner Park, eingebettet zwischen zwei Armen des Ellidaa-Flusses. Trotz seiner Lage mitten in Reykjavík wirkt das Tal erstaunlich abgeschieden und unberührt.
Wenn du in der Gegend bist, solltest du unbedingt die nahegelegene Chromo-Sapiens-Kunstinstallation besuchen. Sie führt Besucher durch eine Reihe kunstvoll gestalteter Höhlen.
Husafellsskogur-Wald
Husafellsskogur ist ein wunderschöner Birkenwald in der Nähe der Husafell-Region, der für seine Wanderwege und die nahegelegenen Geothermalbäder bekannt ist. Da die Bäume hier besser vor Wind und Wetter geschützt sind, erreichen sie oft eine Höhe von bis zu vier Metern – für isländische Verhältnisse außergewöhnlich.
Die nahegelegene Ortschaft Husafell ist ein idealer Ausgangspunkt für Geothermalbäder, Gletscherwanderungen und Sightseeing. Viele Besucher genießen eine entspannende Tour zu den Husafell Canyon Baths. Abenteuerlustige entscheiden sich für diese beliebte 4-stündige Wanderung ins Herz des Langjökull-Gletschers.
Die Zukunft der isländischen Wälder
Aufforstung und der Kampf gegen die natürliche Degradation stehen aus mehreren Gründen im Mittelpunkt von Islands Umweltstrategie.
An erster Stelle steht die Bodenerosion, die dadurch verschärft wird, dass fast das gesamte Land als Weideland für Schafe genutzt wird. Durch das Weiden werden nahezu alle niedrig wachsenden Pflanzen abgefressen, die für eine fruchtbare Landschaft wichtig sind. In der Folge bleibt der Boden weitgehend unfruchtbar.
Diese Art der Bodenerosion kann sich großflächig ausbreiten und immer größere Regionen betreffen, wodurch auch noch bewohnbare Gebiete bedroht werden.
Ein weiterer Grund für die Umweltbemühungen Islands ist die Verbesserung der Lebensqualität. Wälder und Gehölze bieten eine wichtige Rückzugsmöglichkeit aus dem Stadtleben, um sich mit der Natur zu verbinden und mehr über die Umwelt zu lernen. Wälder ziehen zudem Besucher an, die sowohl aufregende Outdoor-Abenteuer als auch Ruhe und Erholung suchen.
Die Schaffung von Waldgebieten kommt somit Einheimischen und Touristen zugute.
Islands geringe Artenvielfalt ist vor allem auf den Mangel an Wäldern zurückzuführen. So fehlen beispielsweise Waldvögel wie der Zaunkönig und der Birkenzeisig, da ihnen der Lebensraum fehlt, um in großen Populationen zu überleben. Das gilt auch für viele andere Tier-, Vogel- und Pflanzenarten in Island.
Ein wichtiger Grund, das Aufforstungsprogramm in Island fortzusetzen und zu beschleunigen, ist der heimische Holzbedarf. Holz wird im Land für viele Zwecke benötigt, und der Mangel an diesem Rohstoff erschwert den Alltag.
Die meisten im Rahmen der Aufforstung gepflanzten Samen sind nicht heimische Arten. Zu den einheimischen Arten Islands zählen Birke, Espe und Vogelbeere. Diese gelten jedoch inzwischen als wenig geeignet, um dem immer wärmeren Klima standzuhalten.
Zu den weiteren zu berücksichtigenden Faktoren zählen die Widerstandsfähigkeit der Bäume im Sommer, ihre Anfälligkeit für plötzliche Temperaturschwankungen sowie ihre Trockenheitsresistenz. All diese Aspekte müssen bedacht werden, bevor der isländische Forstdienst ein neues Aufforstungsprogramm startet.
Dennoch pflanzen die Isländer jährlich rund drei Millionen Samen und der isländische Forstdienst möchte durch weitere Aufklärung diese Zahl noch steigern. Das Ziel besteht darin, bis zum Jahr 2100 zwölf Prozent Islands aufzuforsten. Im Vergleich zu den Zahlen vor der Besiedlung ist dies vielleicht nur ein Tropfen auf den heißen Stein, dennoch sollte dieser Fortschritt gefeiert werden.
- Siehe auch: Nachhaltiger Tourismus in Island
Islands Wälder entdecken
Es gibt viele großartige Möglichkeiten, die schönen Wälder Islands zu erkunden. Wähle eine Mietwagenreise, um die Straßen in deinem eigenen Tempo zu entdecken, oder buche eine mehrtägige geführte Tour oder ein Urlaubspaket, um die Reise ganz entspannt zu genießen.
Mietwagenreisen
Diese Touren führen dich zu einigen der spannendsten und landschaftlich schönsten Orte Islands – und du kannst alles in deinem eigenen Tempo erleben.
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Unternimm eine 10-tägige Mietwagenreise entlang der Ringstraße und der Snaefellsnes-Halbinsel mit der Möglichkeit, an den meisten großen Wäldern Islands Halt zu machen.
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Diese 8-tägige Mietwagenreise im Sommer entlang der West- und Südküste Islands bietet viele Gelegenheiten für Wanderungen durch Wälder.
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Die sehr beliebte 1-wöchige Sommer-Mietwagenreise entlang der Ringstraße und des Goldenen Kreises führt dich durch das Landesinnere und vorbei an zahlreichen Wäldern.
Reisepakete
Reisepakete nehmen dir die Organisation von Flügen, Unterkünften und Aktivitäten ab, sodass du mehr Zeit hast, deine Reise zu genießen.
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Dieses 5-tägige Nordlichter-Winterpaket mit Eishöhlenbesuch lässt dir viel Spielraum, um einen Abstecher in nahegelegene Wälder einzuplanen.
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Entdecke Islands Naturwunder auf dieser 6-tägigen Nordlichter-Abenteuerreise.
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Erlebe Islands Naturschönheit mit diesem 1-wöchigen Nordlichter-Winterpaket mit Eishöhlen und Nationalparks.
Mehrtagesreisen
Bei geführten Mehrtagestouren kannst du Islands Natur auf verschiedene Weise entdecken – mit dem Vorteil, dass dir erfahrene Guides zur Seite stehen und die Routen gut durchdacht sind.
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Diese 3-tägige Nordlichter- und Eishöhlentour zum Goldenen Kreis hält an mehreren Parks und Naturhighlights, unter anderem auch an einigen Wäldern Islands.
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Erkunde die Natur Nordislands auf einer 2-tägigen Nordlichter- und Forest-Lagoon-Tour in einer kleinen Gruppe.
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Diese 6-tägige geführte Kleingruppenreise führt dich einmal um die Ringstraße und bietet dir die Möglichkeit, Wälder in allen Regionen zu entdecken.
Tagestouren
Kürzere Tagestouren sind ideal für alle mit wenig Zeit und bieten gezielte Aktivitäten, bei denen du Islands beeindruckende Landschaft und Wälder kennenlernst.
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Unternimm eine Reittour am Raudavatn-See, wo du einen kleinen Wald und das Heidmörk-Naturschutzgebiet findest.
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Eine Superjeep-Tagestour ins Thorsmörk-Tal führt dich in das raue Gelände des berühmten bewaldeten Tals.
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Buche diesen Golden-Circle-Minibus-Tagesausflug und entdecke den Thingvellir-Nationalpark und den Furulundur-Wald.
FAQs zu Islands Wäldern
In diesem Artikel findest du viele Informationen über Islands Wälder. Hier sind einige schnelle Antworten auf die häufigsten Fragen:
Wie verändern sich Islands Wälder im Laufe der Jahreszeiten und was können Besucher zu verschiedenen Zeiten erwarten?
Im Sommer sind Islands Wälder grün und üppig – perfekt zum Wandern. Im Herbst leuchten sie in goldenen und roten Farben. Im Winter sind viele Wälder von Schnee bedeckt und bieten eine magische Atmosphäre, besonders im Thorsmörk-Tal. Im Frühling sprießen neue Blätter und Blumen – ideal für Naturspaziergänge.
Darf ich in Islands Wäldern zelten?
Zelten ist in ausgewiesenen Bereichen, etwa im Hallormsstadaskogur-Wald, erlaubt. Wildcampen ist in Island jedoch streng geregelt – informiere dich also vorab über die Vorschriften.
Gibt es Öko-Lodges oder Waldhütten für Übernachtungen?
Ja, im Hallormsstadaskogur gibt es gemütliche Hütten zum Mieten am Lagarfljot-See. Auch in Husafell findest du umweltfreundliche Unterkünfte mitten im Wald. Schau dir diese Liste mit Unterkünften und Glamping-Optionen an.
Gibt es in Islands Wäldern markierte Wanderwege für Anfänger?
Die meisten Wälder in Island verfügen über gepflegte Wege. Der Hallormsstadaskogur-Wald zum Beispiel bietet gut ausgeschilderte, einfache Wanderwege für jedes Niveau. Auch der Vaglaskogur-Wald ist eine gute Wahl mit sanften Pfaden durch eines der größten Waldgebiete Islands.
Was sind die besten Fotospots in Islands Wäldern?
Das Thorsmörk-Tal ist ein absoluter Favorit – hier treffen Wälder, Flüsse und Gletscher aufeinander. Besonders schön sind auch die Herbstfarben im Hallormsstadaskogur-Wald am Ufer des Lagarfljot-Sees.
Welche isländischen Wälder eignen sich besonders für Familien mit Kindern?
Die meisten isländischen Wälder sind familienfreundlich, aber nicht alle bieten die passenden Einrichtungen. Das Ellidaardalur-Tal in Reykjavik ist ideal für Familien – mit einfachen Spazierwegen und Spielplatz. Auch Husafell bietet familienfreundliche Wanderwege, Wasserfälle und sogar ein Schwimmbad in der Nähe.
Bereit, die Schönheit der isländischen Wälder einzuatmen?
Für deine Islandreise gibt es unzählige Outdoor-Erlebnisse – eine Wanderung durch einen unserer Wälder ist zum Beispiel immer eine gute Wahl. Buche eine der oben genannten beliebten Touren oder lies mehr über das Wandern in Islands Natur, wenn du noch unsicher bist.
Hast du Islands Wälder schon besucht? Was hältst du von den Aufforstungsbemühungen für die Zukunft? Teile deine Meinung und Fragen im Facebook-Kommentarbereich unten.

Michael Chapman is a British travel writer living in Reykjavík. A former scuba and lava cave guide, he draws on firsthand experience to write about Iceland’s nature and culture. He’s also the author of Hidden Iceland (2020).






