Bestaune die grandiosen Gletscher, die Islands fantastische Landschaft zieren: Nur an wenigen Orten der Welt hat man die Möglichkeit, diese seltenen Wunder der Natur zu erwandern, an ihren Spalten entlangzulaufen und ihre Eiswände zu erklimmen; doch hier auf der Insel bieten sich zahlreiche Gelegenheiten dazu. Lies weiter, um alles Wissenswerte über Gletscher und Gletscherwandern in Island zu erfahren.

An der Spitze der isländischen Gletscher präsentiert sich eine eindrucksvolle und spannende Welt. Die Gletscher – mit ihren weißen Pulverschnee-Wänden, schwarzen Aschelinien und stahlblauen Eispassagen – sind von unverkennbarer Schönheit. Entlang der Spalten grummelt das lebende Eis unter den Füßen, und die Gletscherkämme und -formen scheinen wie aus einer anderen Welt.



Teile der Gletscher sind nur mit Monster-Trucks, wie z.B. diesem, zugänglich

Entsprechend wird Gletscherwandern in Island immer beliebter. Die Wanderungen starten von vielen Orten des Landes aus, auch von Reykjavík; immer mehr Menschen machen sich auf, um die Eislandschaften zu erkunden – und kommen mit unvergleichlichen Erlebnissen zurück.

Wer jedoch noch nie zuvor in Island bzw. auf einem Gletscher war, lässt sich von diesem Vorhaben womöglich etwas einschüchtern. Es gibt viele Fragen, die oft gestellt werden: Ist Gletscherwandern sicher? Welche Erfahrung und Ausrüstung brauche ich, um auf Gletscherwanderung zu gehen? Was ist ein Gletscher überhaupt? All diese Fragen werden in diesem umfassenden Guide zu Gletscherwanderungen in Island beantwortet.



Was ist ein Gletscher?

Gletscher mit ihren faszinierenden Eisformationen und tollen Farben erscheinen wie aus einer anderen WeltBildquelle: Gletscherwanderung & Eisklettern Tour ab Reykjavík

Einfach gesagt, handelt es sich bei einem Gletscher um eine Eismasse, die das ganze Jahr über existiert und sich ständig unter ihrem eigenen Gewicht bewegt. In Gegenden, in denen mehr Schnee fällt als schmilzt, verdichtet sich der Schnee mit der Zeit – oft über Jahrhunderte hinweg – langsam zu einer einzigen Eistruktur. Dies geschieht meist über Bergketten oder um die Pole. 

Gletscher bewegen sich aus verschiedenen Gründen. Die Schwerkraft zieht sie nach unten und sie beginnen zu rutschen – entweder weil das Gewicht des Eises interne Verformungen verursacht oder weil das Land darunter mit flüssigem Wasser benetzt ist. Das unterscheidet einen Gletscher beispielsweise von Meereseis oder einem ganzjährig zugefrorenen See.

Der Begriff „Eiskappe“ bezeichnet einen Gletscher bzw. eine Gruppe von zusammenhängenden Gletschern mit einer Fläche von weniger als 50.000 km2; sämtliche isländischen Gletscher fallen in diese Kategorie. „Eisdecken“ dagegen sind Gletscher, die sich über ein größeres Gebiet erstrecken; sie sind nur in der Antarktis und in Grönland zu finden.

Die Bewegung der Gletscher verursacht Zugbelastung an den spröden oberen Abschnitten und führt zu Brüchen und zur Entstehung von SpaltenBildquelle: Heli-Gletscherwander-Tagestour ab Reykjavík

Einige Gletscher schrumpfen und werden wohl in ein paar Jahren verschwunden sein, während andere – entgegen den Erwartungen – weiterwachsen. Manche bestehen fast ausschließlich aus Frischwasser; andere wiederum werden als Blockgletscher bezeichnet, da Sedimente und Geröll in ihr Eis eingefroren sind. 

In Island herrscht ein gemäßigtes Klima und 11% der Insel sind mit Gletschern überzogen – kein Wunder, dass es hier so viele Möglichkeiten zum Gletscherwandern gibt!

Die isländischen Gletscher

Auch wenn unterhalb des nördlichen Polarkreises gelegen, ist vom Weltraum aus klar zu sehen, dass 11 Prozent des Landes mit Eis bedeckt sindBildquelle: Wikimedia, Creative Commons

Islands kühles, feuchtes Wetter und die vielen Berge bieten ideale Bedingungen für die Entstehung von Gletschern; es gibt zahlreiche Eiskappen im ganzen Land, und viele davon befinden sich in der Nähe von Reykjavík. Island ist zudem die Heimat des größten und zweitgrößten Gletschers von Europa: Vatnajökull und Langjökull

Isländische Gletscher haben viele Merkmale, die sie zu etwas Besonderem machen. Dazu gehören beispielsweise die Farben. Echte Gletscher (keine Blockgletscher) sind überwiegend weiß, da sie aus verdichtetem Schnee bestehen.

Wenn sich das Eis jedoch unter starkem Druck verformt, wird es so dicht, dass alle Luftpartikel nach außen gedrängt werden. So haben einige Gletscher teilweise eine lebendige, stahlblaue Farbe, die einen fast überirdischen Eindruck vermittelt. Aufgrund des rauen Vulkanismus in Island sind große Teile des Eises außerdem von schwarzen Aschelinien durchzogen, von denen manche Jahrhunderte zurückreichen.



Die Schichten der Eisbrocken verraten den Wissenschaftlern sehr viel über die Bedingungen der Erde in den verschiedenen Epochen der GeschichteBildquelle: Wikimedia, Creative Commons, Foto von David Elliott

Diese Aschelinien sind nur ein Grund, warum Wissenschaftler Gletscher so interessant finden. In der Gletschermasse ist die Geschichte eingefroren, und anhand der verschiedenen Schichten können Experten jede Menge über Klimabedingungen, geologische Ereignisse und sogar antikes Leben in früheren Zeiten herausfinden. 

Einige Gletscher sind möglicherweise mehrere Millionen Jahren alt – und liefern daher wesentliche Erkenntnisse über die Geschichte der Welt. Die Entstehung der isländischen Gletscher begann bereits vor 2.500 Jahren, und noch immer bergen sie einen riesigen Wissensschatz.

Denke daran, wenn du über einen Gletscher wanderst: Das Eis unter deinen Füßen birgt jahrhundertealtes WissenBildquelle: Gletscherwanderung auf dem Snaefellsjökull

Es ist sogar möglich, diese historischen Schichten ohne Beschädigung des Gletschers zu betrachten – durch Erforschung der Gletscherspalten: Diese tiefen, vertikalen Risse entstehen durch die Zugbelastung, die sich aus den Gletscherbewegungen ergibt. Wander-Amateure steigen nicht in diese Öffnungen hinab, sie kommen noch nicht einmal in ihre Nähe – doch den Wissenschaftlern dienen die Furchen als hervorragende Forschungsquelle.

Auch ohne hinabzuklettern und etwas über die Prozesse der Erde zu erfahren, werden dich die Spalten faszinieren. Sie sind aufregend, unheimlich und schön – und wer um sie herumläuft kann der sich ständig wandelnden Welt im Innern des Gletschers lauschen, deren Echo aus seinen Tiefen nach oben dringt.

Wasser, das in diese Spalten eindringt, bahnt sich seinen Weg oft – in erodierender Weise – aus dem Gletscher heraus und hinterlässt ein weiteres atemberaubendes Merkmal: Eishöhlen. Diese sind unglaublich schön und ihre fantastischen Formationen sind sehr beliebt bei Besuchern, die im Winter nach Island kommen.



Die Schönheit von Islands Eishöhlen muss man gesehen haben, um sie wirklich zu begreifen

Für viele sind sie der großartigste Anblick, den Island zu bieten hat. Eishöhlen hängen jedoch stark von den Bedingungen ab und bilden sich nicht jedes Jahr bzw. bleiben nicht immer das ganze Jahr über bestehen.

Wer die Eishöhlen nicht „zur schönsten Sehenswürdigkeit Islands“ ernennt, verleiht diesen Titel höchstwahrscheinlich der Gletscherlagune Jökulsárlón.

Gletscherlagunen bzw. Gletscherseen entstehen durch schwindende Gletscher und sind mit deren Schmelzwasser gefüllt. Oft sind sie klein und schmutzig, was auf die Sedimente zurückzuführen ist, die in das Eis eingefroren waren. Jökulsárlón jedoch präsentiert sich als ausgedehntes, blaues, wunderschönes Gewässer; diese Lagune füllt sich mit riesigen Eisbergen, die von einer Gletscherzunge abbrechen.



Die Gletscherlagune Jökulsárlón, die hier im Sonnenuntergang abgebildet ist, ist einer der berühmtesten und schönsten Orte Islands

Die Zugänglichkeit der Gletscher und ihre vielen fantastischen Besonderheiten haben zum Ausbau der Tourismusinfrastruktur geführt – so haben die Besucher nun viele Möglichkeiten zur Erkundung. Tagestouren zu den Eishöhlen, Trips zur Gletscherlagune und Schneemobil-Ausflüge gehören zu den beliebten Optionen. 

Um jedoch alles über Gletscher zu erfahren und sie richtig kennenzulernen, gibt es keine bessere Wahl als die Teilnahme an einer Gletscherwanderung.

Gletscherwandern in Island 

Dank der großen Zahl an Eiskappen im Land bieten sich zahlreiche Möglichkeiten, die isländischen Gletscher zu erkundenBildquelle: Gletscherwanderung auf dem Vatnajökull - abseits der Massen

Die Vorstellung, über Eisfelder zu laufen, kann durchaus beängstigend sein. In Film und Fernsehen werden Gletscherwanderungen oft als enorm gefährlich dargestellt: Menschen stürzen in Spalten, ziehen andere am Seil mit sich oder rutschen von Klippen ab und baumeln dann – an Eispickeln hängend – vom Kliffrand. 

Mit dem richtigen Equipment, Know-how und Guide ist Gletscherwandern in Island jedoch eine sichere und spannende Unternehmung – auch für Unerfahrene. Bitte beachte, dass alle drei Elemente unbedingt vorhanden sein müssen; wenn auch nur eines davon fehlt, sollte man keinesfalls auf eine Eiskappe klettern!

In einer Linie folgen die Kunden ihrem Guide hinauf auf den SólheimajökullBildquelle: 2-tägige Tour zu Jökulsárlón / Gletscherwanderung, Bootsfahrt & Wasserfälle an der Südküste

Die Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, um auf Gletscherwanderung zu gehen, sind überschaubar: Bei den meisten einfachen Wanderungen liegt das Mindestalter für Teilnehmer zwischen 8 und 10 Jahren, bei Touren mit Eisklettern zwischen 12 bis 14 Jahren – wobei diese Vorgaben zwischen den Veranstaltern etwas variieren. Außerdem musst du einigermaßen fit und gesund sein – denn mit Spezialausrüstung über Eis zu laufen, ist nicht ganz einfach.

Noch eine Bemerkung: Nur wer den Anweisungen des Guides ohne Nachfragen und Zögern folgen kann, sollte eine Gletschertour buchen. Zwar ist es sehr unwahrscheinlich, dass etwas schiefgeht, aber Gletscher bergen auch Gefahren und Unfälle können passieren – und tun es auch.



Instabile Höhlen, verborgene Spalten und steile Hänge bergen allesamt Gefahren, auf die dein Guide durch intensives Training vorbereitet istBildquelle: Gletscherwanderung Skaftafell

Für Gletscherwanderungen brauchst du spezielles Equipment, das aber von den meisten Tourenveranstalter bereitgestellt wird. Zur Ausrüstung gehören:

  • Steigeisen: Steigeisen sind mit Zacken versehene Ausrüstungsgegenstände, die am Stiefel befestigt werden; sie geben sicheren Halt auf Eis und Schnee und ermöglichen es, Eiswände zu erklimmen.

  • Eispickel: Eispickel (Eisäxte) sind wichtige Sicherheitswerkzeuge, die Wanderern dabei helfen, Steilhänge hinaufzuklettern und Eiswände zu erklimmen; sie verhindern zudem das Abrutschen vom Hang, wenn man den Halt verliert.

  • Helme: Die für Gletscherwanderungen benötigten Helme sind nicht extravagant, und darunter können auch Mützen getragen werden; sie dienen zum Schutz bei Stürzen und herabfallenden Eisstücken.

  • Klettergurte mit Karabinerhaken und verschiedenen Seilen: Diese kommen meist bei Gletscher-Exkursionen mit Eisklettern für Anfänger zum Einsatz; sie verhindern Verletzungen, wenn man den Halt verliert oder hinfällt. Dein Guide zeigt dir, wie alles funktioniert, und kümmert sich um die notwendige Seilarbeit. Auch bei Gletscherwanderungen für Fortgeschrittene werden sie verwendet – um Gruppen bei rauer Witterung zusammenzuhalten und zu sichern, sowie an Stellen, an denen Spalten unter dünnem Neuschnee vermutet werden.

Steigeisen, befestigt an stabilen Wanderstiefeln, machen Gletscherwandern und Eisklettern zu einfachen und erfreulichen UnternehmungenBildquelle: Pixabay, Foto von Csharker

Alles, was du mitbringen musst, sind isolierende Kleider: als unterste Schicht Thermounterwäsche, dazwischen Kleidung aus Wolle und Fleece und darüber eine wasserdichte obere Schicht. Dünne Handschuhe dienen dem Schutz, ohne die Fingerfertigkeit zu beeinträchtigen; und auch Mützen werden empfohlen. Sonnenschutz und Sonnenbrillen sind ebenfalls wichtig, da das Sonnenlicht, das vom Eis reflektiert wird, sehr blendend und intensiv ist.

Auf jeden Fall mitzubringen bzw. auszuleihen sind feste Wanderschuhe. Steigeisen sind ineffektiv, wenn sie an leichten Straßen- oder Turnschuhen befestigt werden – sie können von diesen abfallen und somit nachfolgende Kletterer gefährden. Schuhe mit hohen Absätzen sind natürlich auch ungeeignet.



Damit sie beim Eisklettern effektiv sind, müssen Steigeisen an stabilen, gut sitzenden Schuhen befestigt werden – um dich und andere zu schützenBildquelle: Gletscherwanderung & Eisklettern Tour ab Reykjavík

Nicht zwingend erforderlich, aber vielleicht nützlich sind: Wanderstöcke, um sich sicherer auf den Füßen zu fühlen, und Kameras, um die atemberaubenden Ausblicke vom Gletscher für den Rest des Lebens festzuhalten. 

Beim Buchen einer Gletscherwanderung in Island gilt es zu prüfen, ob der Tour-Anbieter erwartet, dass du noch andere Dinge mitbringst.

Wo kann man in Island Gletscherwanderungen unternehmen?

Der Sólheimajökull ist der meistbesuchte Gletscher Islands; er ist ganzjährig geöffnet und unweit von Reykjavik gelegenBildquelle: Gletscherwanderung auf dem Sólheimajökull

Island bietet endlos viele Möglichkeiten zum Gletscherwandern. In Reykjavík starten Tagestouren zahlreicher Veranstalter, die dich zum Sólheimajökull-Gletscher führen. Diese Exkursionen sind das ganze Jahr über verfügbar.

Sie sind besonders beliebt, da dieser Gletscher auch für Anfänger zugänglich ist und nur einige Fahrtstunden von Reykjavík entfernt liegt. Die Strecke dorthin ist landschaftlich sehr reizvoll – man passiert wunderschöne Sehenswürdigkeiten, wie z.B. die Wasserfälle Seljalandsfoss und Skógafoss.

Trips zum Sólheimajökull sind ideal geeignet für Urlauber, die einfach mal eine Gletscherwanderung auspropieren, etwas über Gletscher erfahren und tolle Aussichten genießen möchten. Die meisten dieser Touren bieten auch eine Abholung von Reykjavík an; wer dagegen einen Mietwagen bevorzugt, kann Guide und Gruppe gleich vor Ort treffen. 

Und für alle, die gut in Form sind und nach mehr Abenteuer suchen, empfiehlt sich eine Tour mit Eisklettern.



Der Sólheimajökull – mit seinem weißen Pulverschnee, seiner schwarzen Asche und seinem blauen Eis – ist berühmt für seine FarbenBildquelle: Gletscherwanderung auf dem Sólheimajökull

Nach dem Sólheimajökull ist der Skaftafellsjökull der zweitbeliebteste Gletscher für Wanderungen; er liegt im Naturschutzgebiet Skaftafell, einem unglaublich schönen Park mit Wald, Wasserfällen, Berggipfeln und Gletscherzungen. Unweit davon stößt man auf weitere fantastische Wunder der Natur wie die oben genannte Gletscherlagune Jökulsárlón; eine Wanderung übers Eis ist nur eine von vielen wunderbaren Aktivitäten, die du in dieser Gegend ausüben kannst. 

Der Skaftafellsjökull ist mit der größeren Vatnajökull-Eiskappe verbunden; diese ist so riesig, dass sie noch weitere Plätze zum Wandern bietet, die weniger bekannt und somit weniger überlaufen sind. Die Touren dorthin sind jedoch nicht so zahlreich wie die zu anderen Gletschern und zudem oft privat.



Der Skaftafellsjökull im Südosten liegt etwas weiter außerhalb als der Sólheimajökull, es führen aber dennoch viele Touren dorthinBildquelle: Gletscherwanderung Skaftafell

Eine zuverlässigere Art, den Vatnajökull zu erkunden, ist eine Schneemobil-Tour. Die Eishöhlen sind den Winter über zugänglich und können auch besichtigt werden, wenn die Wetterbedingungen es erlauben.

Besonders interessant ist ein Besuch des Vatnajökull für Fans der HBO-Serie Game of Thrones: An diesem Gletscher wurden viele Szenen nördlich der „Wall“ gedreht. Die mit CGI kreierte Wall wurde mit einer Aufnahme von diesem Gletscher „errichtet“.



Im Winter sind die Eishöhlen am Vatnajökull für Besucher geöffnet, sie können aber aufgrund schlechter Wetterbedingungen plötzlich geschlossen werden

Der Langjökull-Gletscher ist bei Anbietern von Wandertouren weniger beliebt – trotz seiner Nähe zu Reykjavík. Er ist jedoch berühmt für seinen Eistunnel. Anders als die Eishöhlen am Vatnajökull ist dieser Tunnel kein natürliches Phänomen; er wurde vielmehr in den stabilsten Teil des Gletschers gehauen. Der Eistunnel ist der einzige Ort der Welt, an dem man zu jeder Jahreszeit ohne Bedenken durch das Innere eines Gletschers laufen kann.

Da der Gletscher so nahe am Golden Circle liegt und bei klarem Wetter vom Gullfoss-Wasserfall aus zu sehen ist, wird die Schneemobilfahrt auch oft mit einer Golden-Circle-Tour kombiniert.



Schneemobil-Touren auf dem Langjökull-Gletscher sind sehr beliebte AusflügeBildquelle: Schneemobil-Tour ab Reykjavík in einer Kleingruppe

Sólheimajökull, Skaftafellsjökull und Langjökull sind die meistbesuchten Gletscher des Landes, aber es gibt noch viele andere, die auf verschiedene Arten zu erkunden sind. Der drittgrößte Gletscher Islands, Mýrdalsjökull, kann mit dem Schneemobil erforscht werden. An diesem Gletscher ist auch eine Eishöhle zu besichtigen; die Touren starten ab Reykjavík und Vík.

Wer etwas fitter und erfahrener ist, kann auch den berüchtigten Gipfel des Eyjafjallajökull erklimmen. Dieser Gletscher bedeckt den Vulkan, der im Jahr 2010 ausbrach und zu weitreichenden Störungen des Flugverkehrs führte.

Eine weitere anspruchsvollere Gletscherwanderung wird den ganzen Sommer über am Snæfellsjökull auf der Snæfellsnes-Halbinsel angeboten. Diese Tour führt dich ganz nach oben auf den Berg, wo die beiden berühmten, nebeneinander aufragenden Gipfel zu bewundern sind. Die Snæfellsnes-Halbinsel wird auch „Island in Miniatur“ genannt, da sie auf einem kleinen Abschnitt von 90 km Länge eine enorme Vielfalt an landschaftlichen Schönheiten aufweist. Und der Snæfellsjökull gilt allgemein als „das Kronjuwel der Halbinsel“.



Wanderungen auf den Snæfellsjökull bringen dich zu den „Twin Peaks“ – unter einem dieser Gipfel führt eine Höhle angeblich zum Mittelpunkt der ErdeBildquelle: Gletscherwanderung auf dem Snaefellsjökull

Auch wenn es stets zahlreiche Optionen gibt, sind nicht alle Gletscher zu jeder Zeit zugänglich. Einige sind es nur im Winter – außer bei gefährlichem, stürmischem Wetter: Da werden sämtliche Gletschertouren aus Sicherheitsgründen abgesagt. 

Unabhängig von der Jahreszeit sind Gletscher-Ausflüge verboten, wenn die Vulkane darunter anfangen zu brodeln. Touren zum Mount Hekla – der mit kleinen Gletschern bedeckt ist – werden häufig gestoppt, wenn die seismische Aktivität zunimmt; zwischen dem Zeitpunkt, ab dem die Experten einen Ausbruch vorhersagen können, und der tatsächlichen Eruption liegen nämlich gerade mal 30 Minuten.

Wenn du über eine solche Warnung informiert bist, musst du sie unbedingt beachten. Auch wenn keine Eruptionen unmittelbar bevorstehen, ist davon auszugehen, dass einige große Vulkane bald ausbrechen werden. Eine Begegnung mit geschmolzener Lava, giftiger Asche und glazialen Fluten würde deinen Urlaubsenthusiasmus wahrscheinlich etwas dämpfen.



Wenn der Besuch eines Ortes in Island aufgrund von Eruptionsgefahr verboten ist, bleib weg!

Wie man das Beste aus den Gletschern macht

Gletscherwandern ist ein unglaubliches Erlebnis – allerding eines, das man unter Umständen nicht mehr lange genießen kann. Wie die meisten Eiskappen in der Welt schrumpfen auch Islands Gletscher in hohem Tempo zusammen – eine Situation, die sich durch die Klimaerwärmung zugespitzt hat. Einigen Experten zufolge wird der Langjökull in 150 Jahren nicht mehr existieren, und die restlichen Gletscher könnten in 200 Jahren verschwunden sein. 

Gletscher wachsen und schrumpfen auf natürliche Weise; der Sólheimajökull beispielsweise ist heute viel größer als zu Zeiten der ersten Besiedlung Islands – damals herrschte ein wärmeres Klima im Land. Inzwischen jedoch geht er pro Jahr um die Fläche eines olympischen Schwimmbads zurück, und fast alle sind sich einig, dass diese Größenordnung nicht natürlich ist. Insgesamt verliert Island jedes Jahr 11 Milliarden Tonnen Eis.

Eine voll ausgerüstete Gletscher-Wanderin genießt das Eis, solange es noch da istBildquelle: 2-tägige Tour zu Jökulsárlón / Gletscherwanderung, Bootsfahrt & Wasserfälle an der Südküste

Island-Urlauber sollten also unbedingt einen Gletscher besuchen, solange noch die Möglichkeit dazu besteht. Zukünftige Generationen werden dieses Glück nicht mehr haben.

Gletscherwandern ist die intensivste Art, die faszinierende, einsame, außerirdische und atemberaubende Welt des uralten isländischen Eises zu genießen. Lass dir diese Chance nicht entgehen! Leg deine Steigeisen an, nimm den Eispickel in die Hand und stürze dich ins Gletscher-Abenteuer.