Träumst du davon, in Island eine natürliche Eishöhle im Inneren eines Gletschers zu besuchen? Was genau ist eine Eishöhle? Wo sind Eishöhlen zu finden? Warum sind Eishöhlen blau und wann kann man die Kristallhöhle (Crystal Cave) in Island besichtigen? Erfahre hier alles, was du über Eishöhlen und Gletscher-Eishöhlen in Island wissen musst.


Was du über Eishöhlen in Island wissen musst

  • Eishöhlen und Gletscher-Eishöhlen sind nicht dasselbe
  • Islands blaue Gletscher-Eishöhlen sind von November bis Ende März zugänglich
  • Nicht alle Gletscher-Eishöhlen sind blau
  • Versuche niemals, eine natürliche Gletscher-Eishöhle ohne Guide zu betreten – das wäre viel zu gefährlich
  • Die natürlichen Eishöhlen verändern sich ständig, sodass sie mit jedem neuen Tag anders aussehen können
  • Eishöhlen sind entweder weiß, blau oder sogar schwarz
  • Ob die Gletscher-Eishöhlen zugänglich sind, hängt stark vom Wetter ab
  • Wenn eine Eishöhlen-Tour abgesagt wird, bekommst du dein Geld vollständig zurück

Kristallhöhle: Eine der Gletscher-Eishöhlen in Island

Island ist die Heimat zahlreicher Gletscher, die eine Vielfalt an interessanten Eislandschaften hervorbringen; dazu gehören hoch aufragende Eisklippen, Gletscherspalten, schneebedeckte Ebenen, Gletscherlagunen und natürliche Gletscher-Eishöhlen.

Nicht alle Eishöhlen sind gleich, und die atemberaubendsten unter ihnen sind die Gletscher-Eishöhlen.

Die Saison der natürlichen Gletscher-Eishöhlen in Island dauert von November bis Ende März; nur eine der Gletscher-Eishöhlen ist ganzjährig besuchbar. 

Außerdem gibt es einige Möglichkeiten, Eishöhlen (keine Gletscher-Eishöhlen) das ganze Jahr über zu besichtigen – auch wenn diese nicht ganz so eindrucksvoll sind wie die kristallblauen Gletscher-Eishöhlen im Vatnajökull-Gletscher.



Inhalt  
    4.1 - Kristallhöhle
    4.2 - Blaue Diamantenhöhle
    4.3 - Wasserfallhöhle
    4.5 - Katla-Eishöhle

Was ist der Unterschied zwischen einer Eishöhle und einer Gletscher-Eishöhle?  
Die Kristallhöhle ist eine wunderschöne Gletscherhöhle im Vatnajökull

Bei einer Eishöhle denken die meisten an eine Gletscher-Eishöhle, wie z. B. die oben abgebildete.

Eine Eishöhle ist aber eigentlich nur eine Naturhöhle, die das ganze Jahr über eine gewisse Menge an Eis aufweist; sie muss nicht komplett aus Eis bestehen.

Eine Höhle, die sich dagegen vollständig innerhalb eines Eisblocks – z. B. eines Gletschers – bildet, nennt man Gletscher-Eishöhle (oder auch einfach Gletscherhöhle). Die Begriffe werden oft verwechselt und viele sprechen von Eishöhlen, wenn sie eigentlich Gletscher-Eishöhlen meinen. 

Gletscher-Eishöhlen zeichnen sich in der Regel durch die atemberaubend schöne blaue Farbe des Eises aus; doch auch Eishöhlen sind zum Teil blau – hier mischen sich allerdings die schwarzen, rötlichen oder kupferfarbenen Töne der Höhle selbst mit in die Farbpalette.

Schau dir vor dem Buchen einer Eishöhlen-Tour die Tourbeschreibung und die dazugehörigen Bilder genau an, damit du weißt, was dich erwartet. Die meisten Eishöhlen-Touren in Island führen zu Gletscher-Eishöhlen, die sich im Inneren des Vatnajökull-Gletschers neben der Gletscherlagune Jökulsárlón befinden – aber nicht alle.

Der Eingang zur Lofthellir-Höhle ist mit Schnee bedecktFoto von: Lofthellir Höhlen-Erkundung | ab Akureyri



Island bietet sowohl Eishöhlen – z. B. die Lavahöhle Lofthellir, die das ganze Jahr über mit wunderschönen Eisskulpturen gefüllt und auch während der Sommermonate zugänglich ist – als auch natürliche Gletscher-Eishöhlen, die man nur im tiefsten Winter betreten kann.

Daneben gibt es noch einige Höhlen mit temporären Eisskulpturen, wie z. B. die Lavahöhle Víðgelmir, sowie einen von Menschenhand geschaffenen Eistunnel im Langjökull-Gletscher, der ganzjährig besichtigt werden kann.



Was ist ein Gletscher?  

Einer von vielen majestätischen Gletschern in Island

Island hat viele Gletscher, und der mit Abstand größte ist der Vatnajökull-Gletscher im Südosten und Osten des Landes. 

Gletscher bestehen aus sehr dichtem Eis, das im Sommer nicht auftaut. Sie können teilweise schmelzen und somit schrumpfen, oder sie können weiterwachsen, doch wenn das Eis komplett wegschmilzt, verschwindet der Gletscher und wird zu einem normalen Berg.

Die Gletscherlagune am Fuße eines Gletschers in Island

Einige Gletscher in Island sind bereits verschwunden, wie z. B. der frühere Gletscher „Ok“.

Gletscher bilden sich nur an Land. Eisblöcke auf dem Meer oder im Wasser werden Eisberge oder Eisschollen genannt. Gletscherlagunen liegen oftmals am Fuße eines kriechenden Gletschers, so auch die berühmte Gletscherlagune Jökulsárlón.

Eine weitere Eigenschaft der Gletscher ist, dass sie ständig in Bewegung sind. Aufgrund ihres eigenen Gewichts bewegen und verformen sie sich, und es entstehen Gletscherspalten, -mühlen und -eisstiele. Durch die Gletscher hindurch – und unter ihnen – fließen oft Flüsse, die das Eis gestalten.

Jökulsárlón-Gletscherlagune mit Nordlichtern

Häufig sagt man, dass Gletscher kriechen, da sie sich langsam über die umliegende Landschaft fortbewegen. Dabei können Sand und Gestein von unten an die Erdoberfläche gedrückt werden, weshalb die Peripherie der Gletscher dann mit schwarzem Schmutz bedeckt ist.

Die Gletscher – genauso wie die Gletscherhöhlen – verändern ihr Erscheinungsbild täglich, was auf die ständige Bewegung zurückzuführen ist. Es gibt also keine Garantie, dass sie beim nächsten Besuch noch exakt so aussehen, wie du sie früher auf deinen Fotos verewigt hattest; seit den letzten Aufnahmen haben sie sich bestimmt verändert!

Geh niemals ohne Guide auf Gletscherwanderung

Denke immer daran, dass Gletscher und Gletscherhöhlen äußerst gefährlich sind. Niemals auf eigene Faust einen Gletscher erwandern oder eine Gletscherhöhle besichtigen!

Die Gletscher sind voller Spalten, die für das ungeschulte Auge nicht immer zu erkennen sind, und man kann leicht Dutzende oder sogar Hunderte Meter tief in eine Gletscherspalte hineinfallen. Die Eisdecken der Gletscher-Eishöhlen können brechen und einstürzen, wenn die Temperatur auf über 0°C ansteigt, und die Besucher unter einer schweren Eismasse begraben; während und nach Regenfällen sind die Gletscher-Eishöhlen sogar noch instabiler und gefährlicher. 

Die größte Gefahr stellt allerdings die Straße dar, die dich zu den Gletscherhöhlen bringt. Die letzten 600 bis 700 Meter führen über schwarze Schotterpisten und Sandwege, die wie fester Grund aussehen, sich aber auf sogenanntem „Toteis“ befinden.' 

Das Sonnenlicht scheint in eine isländische Eishöhle hinein

Toteis entsteht, wenn sich der Gletscher nicht mehr bewegt und an Ort und Stelle schmilzt. Unter diesem Toteis fließen unter Umständen Flüsse, und wenn man nicht vorsichtig fährt, kann der Wagen direkt durch dieses Toteis hindurchfallen.

Außerdem brauchst du für Gletscherwanderungen und die Besichtigung von Gletscherhöhlen unbedingt die richtige Ausrüstung – dazu gehören ein Helm, Eispickel und Steigeisen. Du solltest Gletscherhöhlen nur in Begleitung eines geschulten Guides und im Rahmen einer Tour besuchen.



Warum ist das Gletschereis blau?  

Gletscherhöhlen sind für ihre lebendige elektrisch-blaue Farbe berühmt. Wie oben bereits erwähnt sind sie jedoch nicht alle blau!

Das Eis in einem Gletscher ist viel dicker und dichter als gewöhnliches Eis (z. B. das Eis im Gefrierschrank oder die Eiszapfen am Haus). Das Eis ist so dick, dicht und alt, dass es alle Farben des Spektrums absorbiert außer Blau – das ist demnach die Farbe, die wir sehen. 

Eis, das gar keine weißen Luftbläschen enthält, strahlt am blausten. Kleine Luftbläschen reflektieren und streuen das sichtbare Licht; wenn also keine störenden Bläschen vorhanden sind, kann das Licht tiefer ins Eis eindringen und mehr rote Farbe verlieren.

Im Eis ist die Lichtabsorption am roten Ende des Farbspektrums sechsmal größer als am blauen Ende; und je tiefer das Licht in das Klareis hineingelangt, desto blauer wird es.

Die Höhlen können sich aber auch in weißer, türkisener, grauer, brauner oder sogar schwarzer Farbe präsentieren. Denke an Wasser, das je nach Tageslicht und Tiefe verschiedene Farbtöne aufweist – so ähnlich ist es auch beim Gletschereis.

Ein dunklerer Blauton in einer von Islands Eishöhlen

Einige Gletscher-Eishöhlen haben Öffnungen, die mit Schnee bedeckt sind oder ständig im Schatten liegen, sodass das Sonnenlicht das Eis im Inneren nicht erreicht. In diesen Fällen erscheint das Eis dunkler, manchmal sogar schwarz. Frischer oder neu gefrorener Schnee an der Eisoberfläche verleiht dem Eis einen weißen „Anstrich“; und manchmal enthält das Eis auch jede Menge Sand, Kies oder Steine, die das Eis mit schwarzen Mustern versehen.

Gletscher wühlen den Boden auf, wenn sie vorwärtskriechen, und da viele Gletscher in Island auf Vulkankratern liegen, ist ihr Eis oft voller schwarzer Vulkanasche.



Gletscher-Eishöhlen in Island im Vergleich  

Kristallhöhle in Island

Die eindrucksvollsten Höhlen in Island sind die Gletscher-Eishöhlen (auch einfach „Gletscherhöhlen“ genannt). Sie entstehen auf natürliche Weise, wenn sommerliches Schmelzwasser lange Tunnel und Höhlen unter den dicken Eisschichten formt.

Da es sich hierbei um natürliche Höhlen handelt, die jeden Sommer schmelzen und einstürzen, ist eine permanente Veränderung und Weiterentwicklung zu beobachten. Die Höhlen haben jedes Jahr neue Standorte, Größen und Formen. In manchen Jahren werden ein paar besuchbare Höhlen entdeckt, in anderen Jahren gar keine.

Außerdem ändern die Gletscherhöhlen auch täglich ihre Größe und Form, was jeden Besuch einzigartig macht. Das Bild oben und das Bild unten zeigen dieselbe Höhle aus einer ähnlichen Perspektive – und somit die Unterschiede, die sich innerhalb von Tagen oder Wochen ergeben.

Gletscher-Eishöhlen in Island ändern sich ständig

Plötzliche intensive Kälte kann die Höhle stabiler machen. Diese Kälte kann dazu führen, dass die von der Decke fallenden Tropfen gefrieren und beindruckende Eiszapfen bilden. Die Kälte kann die Höhle aber auch enger machen und den Zugang erschweren.

Islands Wetter ist berüchtigt dafür, ständig zu wechseln, sodass unter Umständen schon nach Tagen –  oder vielleicht sogar nach Stunden – drastische Veränderungen auftreten.



Kristallhöhle im Vatnajökull-Gletscher in Island

Ein paar milde Wintertage können große Teile der Höhle erodieren; die mäßige Temperatur kann die Höhle vergrößern; sie kann ein Loch in die Decke schmelzen, sodass die Höhle in Sonnenlicht oder Schnee getaucht wird; manchmal stürzt die Höhle dadurch auch ein oder es wird zu gefährlich, sie zu besuchen.

Versuche niemals, eine Höhle auf eigene Faust zu besichtigen, selbst wenn du ein erfahrender Wanderer bist. Um die Gletscherhöhlen sicher zu erkunden, brauchst du einen erfahrenen Gletscher-Guide an deiner Seite, der entscheidet, ob die Höhle gefahrlos betreten werden kann oder nicht. 

Eine Gletscherhöhlen-Tour wird nur abgesagt, wenn deine Sicherheit gefährdet ist. Sollte das passieren, bekommst du entweder dein ganzes Geld zurück oder dir wird eine Alternative (z. B. eine Gletscherwanderung oder eine Schneemobilfahrt) angeboten und du erhältst eine teilweise Rückerstattung.


Die bekanntesten Gletscherhöhlen befinden sich im Vatnajökull, der etwa fünf bis sechs Fahrstunden von Reykjavík entfernt liegt; es empfiehlt sich, eine 2-tägige Tour oder eine 3-tägige Tour entlang der Südküste Islands zu unternehmen, die den Besuch einer Gletscher-Eishöhle einschließt – so hast du genug Zeit, auch alle Sehenswürdigkeiten unterwegs zu bestaunen.



Die Kristallhöhle (Crystal Cave) im Vatnajökull-Gletscher in Island  

Kristallhöhle im Vatnajökull-Gletscher in IslandFoto von: Eishöhlen-Tour im Vatnajökull | Abfahrtsort Jokulsarlon

Da die Höhlen in Islands Gletschern nur vorübergehend bestehen, macht es wenig Sinn, ihnen Namen zu geben. Doch wenn viele am selben Ort entdeckt werden, erhält jede eine passende Bezeichnung, damit sie klar zu unterscheiden sind. 

„Kristallhöhle“ (Crystal Cave) – so wurde eine große Eishöhle im Vatnajökull-Gletscher getauft. Seit dem Winter 2011-2012 entstand sie immer wieder ungefähr an derselben Stelle. Und nun hofft man natürlich, dass sie sich im Winter 2018-2019 erneut bildet – aber das bleibt abzuwarten.

Kristallhöhle in Island

Wenn du nur eine Eishöhle in Island besuchen kannst, dann diese!

Die Kristallhöhle wird jeden Sommer von einem großen Gletscherfluss geformt. Sie ist die Gletscherhöhle, die die meisten Reisenden gesehen haben: Aufgrund ihrer Größe und des leichten Zugangs wird sie auf vielen geführten Touren angesteuert. Das Innere der Höhle erinnert an eine Kristallkuppel – daher der Name.

Die wunderschöne Eis-Kristallhöhle in Island

In den letzten Jahren war die Kristallhöhle die größte Gletscher-Eishöhle in der Gegend – sie fasste 70 bis 100 Besucher. Sie liegt etwas westlich von der Gletscherlagune Jökulsárlón, dem Ausgangspunkt für alle Touren, die zu den Höhlen im Vatnajökull-Gletscher führen.

In der Nähe der Kristallhöhle gibt es noch eine andere kleinere Höhle namens „Dunkler Rubin“ (Dark Rubin), die auch manchmal zugänglich war. Die „Dunkler Rubin“-Höhle ist groß genug für 30 Besucher; diese Höhle ist allerdings komplett dunkel – sie besteht aus schwarzem Eis.



Die Blaue Diamantenhöhle (Blue Diamond Cave) im Vatnajökull-Gletscher in Island  

Die Blaue Diamantenhöhle, eine atemberaubende Gletscher-Eishöhle

„Blaue Diamantenhöhle” (Blue Diamond Cave) war der Name einer der Gletscher-Eishöhlen, die im Winter 2016-2017 im Vatnajökull entstanden. Die Blaue Diamantenhöhle hatte eine prachtvolle blaue Farbe (wie viele Gletscherhöhlen), aber sie war viel kleiner als die Kristallhöhle. Die Blaue Diamantenhöhle konnte nur etwa 17 Menschen beherbergen.

Die Blaue Diamantenhöhle präsentierte sich in einem noch schöneren Blau als die Kristallhöhle – und kam so zu ihrem Namen.

Die Blaue Diamantenhöhle war eigentlich eine Gletschermühlen-Höhle (auch einfach „Gletschermühle“). Sie entstand durch Schnee hoch oben auf dem Gletscher und nicht durch einen Gletscherfluss wie die Kristallhöhle. Eine Gletschermühle ist in der Regel vertikal, doch die Blaue Diamantenhöhle bildete eine Ausnahme – sie war horizontal. 

Natürlicher Eistunnel in einer Gletscherhöhle in Island

Die Blaue Diamantenhöhle war häufiger besuchbar als die Kristallhöhle, denn sie lag höher oben am Gletscher, wo die Temperaturen normalerweise niedriger sind; andererseits war sie dadurch aber auch schwerer zugänglich.

Diese Höhle ist – wie viele andere – inzwischen verschwunden und es ist eher unwahrscheinlich, dass sie sich in den kommenden Wintern erneut bildet.

Unweit der Blauen Diamantenhöhle konnte man außerdem die „Schwarze Diamantenhöhle“ (Black Diamond Cave) besuchen; sie fasste etwa 20 Menschen. Sie enthielt allerdings nur schwarzes Eis und war bei den Reisenden weniger beliebt.

Die Wasserfallhöhle (Waterfall Cave) im Vatnajökull-Gletscher in Island  

Islands WasserfallhöhleFoto von: 3-tägige Mietwagen-Winterreise, Jokulsarlon & Eishöhlen im Vatnajökull

Die Wasserfallhöhle (Waterfall Cave) existierte sowohl im Winter 2015-2016 als auch im Winter 2016-2017. Diese große Höhle konnte sicher betreten werden, auch wenn sie von einem kleinen Fluss und Wasserfall durchströmt wurde.

Die Höhle wurde von dem hineinfließenden (nicht hinausfließenden) Fluss geformt. Von allen hier erwähnten Gletscher-Eishöhlen ist sie die einzige, die sich östlich der Gletscherlagune Jökulsárlón beim Veðurárdalur-Tal befindet.

Ihre Decke war zwar nicht sehr hoch, aber insgesamt hatte die Wasserfallhöhle eine beachtliche Größe. Wenn man dem kleinen Fluss folgte, erreichte man den oben abgebildeten malerischen Wasserfall. Man hofft, dass in Zukunft wieder einmal eine besuchbare Eishöhle mit einem Wasserfall an derselben Stelle entsteht.

Nordlichter-Eishöhle (Northern Lights Ice Cave)  

Die Nordlichter-Eishöhle

Vor einigen Jahren war einen Winter lang eine atemberaubende Höhle zu besichtigen, die nach den tanzenden Auroras benannt wurde: Die Nordlichter-Eishöhle (Northern Lights Cave). Die wunderschönen Linien an der Höhlendecke erinnerten an die Aurora Borealis.

Alle Eishöhlen-Touren führten zu dieser Höhle, solange sie existierte, aber leider war sie nur in einem Jahr zugänglich.



Gletscher-Eishöhle am Katla-Gletscher in Island  

Gletscher-Eishöhle am Katla-Gletscher in IslandFoto von: Katla Eishöhlen-Tour | ab Vík

Eine der neusten Eishöhlen-Entdeckungen wurde am Katla-Gletscher – einem der gefährlichsten Vulkane in Island – gemacht.

Tatsächlich gibt es mehrere Gletscherhöhlen hier, aber sie sind dunkler als die Gletscherhöhlen im Vatnajökull und enthalten weniger blaues Eis. Die Höhlen sind klein und haben kurze Tunnel in verschiedenen Farben – und wenn es dir nichts ausmacht, auf allen Vieren zu krabbeln, wirst du mit wunderschönen Anblicken belohnt!

Andererseits sind sie von Reykjavík aus besser zu erreichen, da die Fahrt zum Katla nur halb so lange dauert wie die zum Vatnajökull. Außerdem ist die Katla-Eishöhle auch im Sommer besuchbar!

Schwarzes Eis mit ein bisschen blauem Eis in der Katla-Eishöhle in IslandFoto von: Katla Eishöhlen-Tour | ab Reykjavik

Die Touren zur Gletscherhöhle am Katla werden seit der Wintersaison 2016-2017 angeboten; als sich danach herausstellte, dass die Höhlen auch im Frühling und Sommer noch gefahrlos zu betreten war, blieb sie den ganzen Sommer 2017 über geöffnet – und sind bis heute noch zugänglich.

In diesen Gletscherhöhlen erwartet dich der Anblick von schwarzem Eis, das kleine Stellen von hellblauem Eis und weißem Schnee aufweist, und sogar einige Wasserfälle mit glitzernden Regenbögen an sonnigen Tagen.



Langjökull-Eishöhle  

Eishöhle im Langjökull-Gletscher im isländischen HochlandFoto von: Eishöhle im Langjokull | Supertruck-Tour ab Gullfoss

In Islands zweitgrößtem Gletscher, dem Langjökull, kannst du sowohl eine natürliche Gletscher-Eishöhle als auch von Menschenhand geschaffene Eistunnel besuchen (weiter unten ausführlicher beschrieben). Die natürliche Eishöhle wurde 2018 entdeckt und ist nur im Winter zugänglich.

Die natürliche Höhle ist eine schwarze Höhle (kein blaues Eis), die nicht sehr groß ist, aber dennoch einen der teuersten Preise hat. Ihr Hauptvorteil besteht darin, dass sie nicht weit von Reykjavík entfernt liegt und im Rahmen einer Golden Circle-Tagestour besichtigt werden kann. Außerdem lohnt sich die Anreise – dich erwartet eine spannende Fahrt mit einem großen Supertruck! Die weiße Decke dieser neu entdeckten Eishöhle ist mit schwarzen Aschestreifen durchzogen, und in ihrer Mitte hat sich eine mächtige Eissäule gebildet; doch ihr Aussehen kann sich natürlich mit der Zeit ändern.

Wähle entweder eine Golden Circle-Tagestour ab Reykjavík in Kombination mit einem Eishöhlen-Abenteuer oder mach dich selbst auf den Weg zum Gullfoss-Wasserfall und lass dich dort abholen.



Gletscherwanderungen & Eishöhlentouren  

Gletscherwandern auf der Suche nach Eishöhlen in IslandFoto von Gletscherwanderung & Eishöhle ab Skaftafell

Wer zudem eine Gletscherwanderung unternehmen möchte, die etwas anspruchsvoller ist als die simple Fahrt zu einer Eishöhle, hat die Möglichkeit, zu manchen Höhlen hinaufzusteigen oder sich seinen Weg durch gewaltige Risse im Eis zu bahnen. Dies natürlich nur mit einem qualifizierten Guide und der notwendigen Ausrüstung!

Diese Gletscherwanderung & Eishöhlen-Tour ab Skaftafell ist ein vierstündiger Trip, der von Mitte Oktober bis Ende März angeboten wird. Die Wanderung führt dich weiter in den Gletscher hinein, wo du mit größerer Wahrscheinlichkeit auf eine Gletscherhöhle triffst als am Rand des Gletschers. Diese Tour ist daher schon ganze zwei Wochen vor den meisten anderen Gletscher-Eishöhlentouren verfügbar!



Von Menschenhand geschaffene Eistunnel im Langjökull-Gletscher  

Künstlich angelegte Eistunnel im Langjökull-GletscherFoto von: Tour zu Europas längstem Eistunnel Tagestour ab Reykjavik

Und schließlich gilt es noch, die oben erwähnten künstlich angelegten Eistunnel im Langjökull näher zu erläutern. Diese eindrucksvollen Tunnel wurden direkt in den Gletscher gegraben und beherbergen sogar eine Kapelle in den Tiefen des Gletschers!

Dieser Raum wurde auch im Rahmen des Secret Solstice Festival genutzt, als Konzerte in den Gletschertunneln stattfanden.



Ein Hochzeitsfoto aus dem Inneren der Langjökull-Eistunnel in IslandHochzeitsfoto aus den Langjökull-Eistunneln. Bild von Kristín María

Die Tunnel wurden hoch oben am Gletscher angelegt – anders als die natürlichen Eishöhlen, die normalerweise am Rand des Gletschers liegen und ziemlich instabil sind. Die Tunnel dagegen sind sehr stabil und das ganze Jahr über zugänglich. Im Inneren kannst du das faszinierende blaue Eis des Gletschers bestaunen.



Gletscher- & Eishöhlenausstellung im Perlan Museum in Reykjavik 

Perlan, oder die Perle, in Reykjavík beherbergt eine GletscherausstellungFoto von: Reykjavik Aussichtsdeck | Perlan Museum 360° Aussichtsplattform

Auch wenn du zu einer Zeit nach Island reist, die ungünstig für einen Besuch der Gletscher-Eishöhlen ist, kannst du dennoch eine Menge über sie lernen und dir eine Vorstellung von ihnen machen – besuche einfach die neu eröffnete Gletscher- und Eishöhlenausstellung im Perlan Museum in Reykjavík.

Diese „Glaciers and Ice Cave“-Ausstellung ist die erste ihrer Art, die öffentlich gezeigt wird. Sie ist Teil einer größeren Ausstellung namens „Wonders of Iceland“, zu der noch weitere Ausstellungen gehören: „Planetarium“, „Northern Lights“ und „Land, Coast, Ocean“; diese drei wurden im Mai 2018 eröffnet.

Im Rahmen der Ausstellung „Glaciers and Ice Cave“ kannst du die erste Indoor-Eishöhle der Welt besuchen – und das ganzjährig mitten im Zentrum von Islands Hauptstadt!

Wer noch mehr unternehmen möchte in Islands Winterwunderland, sollte sich die besten Winteraktivitäten in Island anschauen oder eine Winter-Reise buchen!