
Der Lopapeysa-Pullover ist ein bedeutendes Symbol Islands und der perfekte Begleiter, um dich bei deinen Erkundungen warmzuhalten. Erfahre alles über den ikonischen traditionellen Island-Pullover, die einzigartige isländische Wolle und die Strickleidenschaft der Isländer.
Das wohl bekannteste Kleidungsstück aus isländischer Wolle ist ohne Zweifel der Lopapeysa. Wenn du mit dem Mietwagen in Island unterwegs bist oder in einer der vielen gemütlichen Unterkünfte im ganzen Land übernachtest, ist ein Lopapeysa das ideale Souvenir zum Mitnehmen.
Der Name bedeutet einfach Pullover aus ungesponnener Wolle: „Lopi“ steht für eine Art ungesponnene Wolle und „peysa“ ist das isländische Wort für Pullover.
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Die Isländer haben eine lange, reiche Geschichte in Sachen Wollkleidung und Stricken – kein Wunder, denn Wolle ist ideal für das kalte und wechselhafte Wetter. Der Lopapeysa ist auch zu einem Symbol der isländischen Kultur auf internationaler Bühne geworden und ein Kleidungsstück, das du während deines Aufenthalts und noch lange danach tragen wirst.
Lies weiter und erfahre alles, was du über diesen berühmten Island-Pullover wissen musst – ein echtes „Must-have“ für deine Islandreise.
Das Wichtigste auf einen Blick
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Obwohl der Lopapeysa heute ein modernes Kultsymbol Islands ist, hat das Land eine lange Tradition in der Wollverarbeitung und im Stricken.
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Der echte Island-Pullover hat eine geschützte Ursprungsbezeichnung und muss strenge Kriterien erfüllen, um sich „Lopapeysa“ nennen zu dürfen.
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Du hast viele Möglichkeiten, einen Lopapeysa in Reykjavik oder anderswo in Island zu kaufen – oder du strickst dir sogar selbst einen!
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Lopapeysa sind bei Isländern extrem beliebt, werden stolz zu nationalen Festen und Feiern getragen und oft als wertvolles Geschenk überreicht. Es ist eines der besten Souvenirs, die du aus Island mitbringen kannst.
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Geschichte des Lopapeysa-Pullovers

Foto von Wikimedia, Creative Commons, von cogdogblog. Keine Bearbeitung vorgenommen.
Das Stricken kam Anfang des 16. Jahrhunderts nach Island, vermutlich mit ausländischen Händlern. Davor praktizierten die Isländer ein Handwerk namens Nalbinding oder knotenloses Stricken, eine Methode, die in ganz Nordeuropa verbreitet war und auf Isländisch „vattarsaumur“ genannt wird. Kleidung auf diese Weise herzustellen, dauerte sehr lange.
Als das Stricken nach Island kam, wurde die Technik schnell übernommen, da sie viel schneller war als das knotenlose Stricken. Das daraus entstehende Material war zudem dehnbarer als die mit Nalbinding gefertigten Stücke.

Fotoquelle: Wikimedia, Creative Commons von Magnús Olafsson. Aufnahme von 1911, Frauen präsentieren traditionelle Wollarbeiten auf einer Handwerksausstellung.
Über die Jahrhunderte wurde Wolle meist zu Garn gesponnen, bevor sie verstrickt wurde – ein sehr zeitaufwendiger Prozess.
Im frühen 20. Jahrhundert zogen viele Menschen aus dem ländlichen Raum in größere Städte, wodurch auf den Bauernhöfen weniger Arbeitskräfte blieben. Um Zeit zu sparen und die begrenzten Ressourcen optimal zu nutzen, begann man, mit ungesponnener Wolle – dem sogenannten Lopi – zu arbeiten.
Aus Lopi gefertigte Pullover wurden zunächst vor allem als Arbeitskleidung für Männer genutzt, insbesondere für Seeleute, doch schon bald erfreuten sie sich bei allen Isländern großer Beliebtheit.
Das Design dieser Pullover wurde von ausländischen Mustern aus Ländern wie Norwegen, den Färöer-Inseln, Grönland und anderen beeinflusst. Mit der Zeit entwickelten die isländischen Pullover jedoch ihre ganz eigene Identität.
Der Lopapeysa, wie wir ihn heute kennen, entstand in den 1940er und 1950er Jahren, als viele Frauen begannen, zu Hause zu stricken und die Pullover für den Export zu verkaufen. Damals erhielten die Frauen für jeden Pullover zwischen 4 und 5 EUR (675–900 ISK), wobei die Fertigung zwei bis drei volle Arbeitstage in Anspruch nahm.
Das war zwar ein niedriger Lohn, half aber vielen Haushalten, über die Runden zu kommen.
Bis Ende der 1960er Jahre wurden jährlich 40.000–60.000 Pullover exportiert, wodurch der isländische Lopapeysa zu einer internationalen Marke wurde.
Um die Arbeit der Kunsthandwerker zu unterstützen und für bessere Bezahlung zu kämpfen, wurde 1977 der Handstrickverband Islands gegründet. Im ersten Jahr traten über 1.200 Mitglieder bei; heute sind es zwar weniger, aber die Vereinigung ist immer noch die wichtigste Instanz für den Lopapeysa.
Manche glauben, dass Auður Sveinsdottir, die Ehefrau des Nobelpreisträgers Halldor Laxness, den ersten Lopapeysa entworfen hat. Auður war eine großartige Handwerkerin und Schriftstellerin und hatte großen Einfluss auf die Entwicklung dieses isländischen Symbols.
Lopapeysa-Pullover waren bis in die 1980er Jahre gängige Oberbekleidung, verloren dann aber an Popularität. In den späten 1990er Jahren erlebte der klassische Wollpullover unter Strickbegeisterten ein Comeback und gewann Anfang der 2000er Jahre wieder an öffentlichem Interesse, als innovative Designer sich vom Pullover für verschiedenste Oberbekleidung inspirieren ließen.
Ein neuer Typ Lopapeysa wurde zum Trend: kurz, eng anliegend, mit Reißverschluss vorne. Dieses Modell ebnete den Weg für die heute erhältliche Vielfalt an Pullovern. Doch das wichtigste Merkmal des Lopapeysa, die isländische Wolle, ist bis heute unverändert geblieben. Schauen wir uns dieses wunderbare Material genauer an.
Das isländische Schaf und die isländische Wolle

Island ist bekannt für einige einzigartige Tierrassen, wie das Islandpferd und den Isländischen Schäferhund. Auch die isländischen Schafe gehören definitiv zu diesen Stars.
Sie wurden zur Zeit der Besiedlung zwischen 870 und 930 n.Chr. auf die Insel gebracht und sind seither isoliert, sodass sie sich über Jahrhunderte an das raue isländische Klima angepasst haben. In Island leben 400.000–500.000 Schafe – deutlich mehr als Menschen.
Isländische Schafe genießen im Sommer große Freiheit und streifen während der warmen Monate frei durch die Wildnis. Im Herbst werden sie bei der sogenannten „rettir“ zusammengetrieben und für den Winter in den Stall gebracht.
Neben ihrer Wolle sind isländische Schafe auch für ihr Fleisch bekannt, das durch die natürliche Weidehaltung besonders zart, aromatisch und mager ist. Es ist ein fester Bestandteil der isländischen Esskultur und erhielt 2023 von der Europäischen Union eine geschützte Ursprungsbezeichnung – ein Zeichen seiner Einzigartigkeit.
Isländische Wolle
Isländische Schafwolle ist bekannt für ihre Strapazierfähigkeit, Wärme und wasserabweisenden Eigenschaften. Sie behält ihre natürlichen Öle, das sogenannte Lanolin, und bietet so hervorragenden Schutz gegen Kälte und Nässe.
Die äußere Schicht der Wolle, das „Tog“, besteht aus groben, wasserabweisenden Fasern, während die innere Schicht, das „Thel“, aus feineren, isolierenden Fasern besteht. Diese Doppelschicht sorgt dafür, dass die Wolle auch im nassen Zustand ihre Wärmeeigenschaften behält – was in Island oft nötig ist.
Die Kombination aus Tog- und Thel-Wolle macht isländische Wolle besonders vielseitig zum Stricken. Das Tog sorgt für Struktur und Haltbarkeit, das Thel für Weichheit und Wärme.
Lopapeysa-Pullover werden aus Lopi gefertigt, einer ungesponnenen Wolle vom isländischen Schaf.
Arten von Lopi-Wolle
Beim Kauf eines Lopapeysa oder anderer isländischer Wollprodukte wirst du auf verschiedene Arten von Lopi-Wolle stoßen. Der Hauptunterschied liegt in der Verarbeitung, was zu unterschiedlichen Qualitäten und Einsatzmöglichkeiten führt:
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Alafosslopi: Eine der gängigsten Lopi-Arten, bekannt für ihre Dicke und Wärme. Ideal für warme, leichte Stücke wie Pullover und Decken – perfekt für einen Lopapeysa.
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Lettlopi: Eine leichtere Variante der Alafosslopi, geeignet für Kleidungsstücke, die warm, aber nicht zu dick sein sollen. Wird oft für Herbstpullover, Mützen und leichtere Outdoor-Kleidung verwendet – ein guter Kompromiss zwischen Komfort und Wärme.
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Joklalopi: Der Name bedeutet „Gletscher-Lopi“. Diese Variante ist noch dicker als Alafosslopi, sehr warm und wird für besonders robuste Outdoor-Kleidung verwendet.
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Einband: Sehr leicht und viel dünner als andere Varianten. Einband wird für Schals, Spitzenmuster und leichte Pullover verwendet. Sie bietet die gleiche Wärme und Wasserabweisung, ist aber empfindlicher.
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Hosuband: Diese Lopi ist weicher und glatter als andere Typen. Sie wird mit Nylon verstärkt und eignet sich besonders für Socken und Strümpfe, da sie auf der Haut angenehmer ist.
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Plotulopi: Diese Wolle ist besonders, da sie komplett ungesponnen ist und meist in flachen Scheiben („Platten“) verkauft wird. Sie ist leicht und weich, aber etwas anspruchsvoller zu verarbeiten – ideal für alle, die die Fadendicke individuell an ihr Projekt anpassen möchten.
Der isländische Lopapeysa-Pullover
Das auffälligste Merkmal des traditionellen Pullovers ist das Rundpasse-Muster – ein dekorativer Ring aus Musterelementen rund um Hals und Schultern, meist in Kontrastfarben. Oft finden sich kleinere Muster an Bündchen und Saum.
Der Schnitt zeichnet sich durch überschnittene Schultern aus, da die Ärmel etwas tiefer am Körper angesetzt werden. Das sorgt für einen entspannten, lässigen Look und viel Bewegungsfreiheit.
Ein klassischer Island-Pullover ist vorne geschlossen, aber es gibt auch offene Varianten mit Knöpfen oder Reißverschluss. Diese Lopapeysa sind besonders praktisch für Kinder. Du hast außerdem die Wahl zwischen niedrigem oder hohem Kragen oder sogar einer Kapuze.
Die Muster des Lopapeysa

Es gibt nicht das eine „authentische“ Lopapeysa-Muster. Die Muster auf der Passe können sehr unterschiedlich sein und sind meist von der Natur, der Geschichte oder der Kultur inspiriert. Sie sind geometrisch und verlaufen rund um den Oberkörper, oft in mehreren Reihen übereinander. Typisch sind Kontrastfarben zum Grundton des Pullovers.
Zwischen den Pullovern gibt es große Vielfalt, aber einige Muster sind seit Jahrzehnten beliebt. Der klassische Lopapeysa zeichnet sich durch seine dreieckigen Formen an Ober- und Unterkante der Passe in den Farben Schwarz, Weiß, Grau und Braun aus.
Bei den Passe-Mustern und Farben gibt es viel Spielraum für Kreativität. Du findest echte isländische Wollpullover in bunten Farben oder mit Motiven wie Islandpferden, Schäferhunden und sogar niedlichen Papageientauchern. Auch Blumenmotive wie die historische „Attbladaros“ (Achtblättrige Rose) und andere von der Natur inspirierte Muster sind weit verbreitet.
Was macht einen Lopapeysa authentisch?

Dieses hübsche Stockfoto-Paar trägt Nachbildungen eines Lopapeysa. Diese Pullover sind zusammengenäht und vermutlich weder handgemacht noch aus reiner Lopi-Wolle. Das Passe-Muster sitzt zudem viel zu tief und verläuft um die Oberarme. Das Foto wurde allerdings mit dem Titel „Traditionelle Wollpullover aus Island“ versehen.
In Island findest du viele tolle Outdoor-Kleidung, die vom Stil des Lopapeysa inspiriert ist. Das ist grundsätzlich in Ordnung, solange der Verkäufer das Produkt nicht als authentisch ausgibt.
Sei vorsichtig bei lokalen Geschäften, die Produkte als „Lopapeysa” bezeichnen, obwohl diese außerhalb Islands hergestellt, maschinell gestrickt oder aus einem falschen Material gefertigt wurden.
Seit 2020 hat der Lopapeysa eine geschützte Ursprungsbezeichnung. Damit ein Kleidungsstück als Lopapeysa gilt, muss die Wolle von isländischen Schafen stammen und neu (nicht recycelt) sein. Der Pullover muss von Hand aus isländischer ungesponnener Wolle („Lopi“) gestrickt und physisch in Island gefertigt werden. Es gibt zudem einige spezifische Designregeln.
So erkennst du einen echten Lopapeysa

Es gibt einige Merkmale, an denen du einen echten Lopapeysa erkennst.
Erstens: Achte auf Nähte. Ein authentischer Pullover hat keine, da er so gestrickt wird, dass kein Zusammennähen nötig ist.
Zweitens: Schau auf das Etikett oder frage den Verkäufer nach der Herkunft. Der Verkäufer sollte dir etwas über die Herkunft des Pullovers sagen können. Manche isländische Pullover sind sogar mit dem Namen der Strickerin oder des Strickers versehen.
Falls ein Etikett vorhanden ist (nicht alle echten Lopapeysa haben eines), steht darauf „100% Lopi“ oder „Isländische Wolle“ und dass er handgemacht in Island ist. Du kannst auch das Material fühlen – Lopi ist rauer als die Wolle, die du vielleicht gewohnt bist.
Und zuletzt: Schau auf den Preis. Ein echter Lopapeysa ist nicht billig, denn er erfordert viel Können und Zeit für die Handarbeit. Klingt das Angebot zu gut, um wahr zu sein, ist Vorsicht geboten!
Was kostet ein echter Lopapeysa-Pullover?
Wenn du einen echten Lopapeysa möchtest, ist das eine Investition. Der Durchschnittspreis liegt bei 190–380 EUR (etwa 30.000–60.000 ISK) und kann je nach Aufwand noch höher sein.
Wenn du einen Vintage-Lopapeysa kaufst, findest du vielleicht eine günstigere Option, aber auch diese sind nicht wirklich billig.
Denke daran: Du zahlst nicht für Fast Fashion, sondern für die harte Arbeit, das Wissen, die Fertigkeit und die Zeit einer Person – und natürlich für das Material. Viele leidenschaftliche Strickerinnen und Stricker entwerfen auch eigene Passe-Muster, sodass du ein echtes Unikat bekommen kannst.
Wie strickt man einen Lopapeysa?
Du möchtest selbst einen stricken? Warum nicht! Ein echter Lopapeysa wird zwar in Island von Hand gestrickt, aber wenn du ein passendes Strickmuster verwendest und Lopi-Wolle nutzt, spricht nichts dagegen, dein Projekt Lopapeysa zu nennen.
Für dein Projekt brauchst du eine große Rundstricknadel für den Körper und kürzere Rundstricknadeln für die Ärmel. Alternativ kannst du auch ein Nadelspiel verwenden. Die Nadelstärke hängt vom Muster ab.
Eine beliebte Seite für Lopapeysa-Strickmuster ist Lopi Design, wo du Anleitungen auf Englisch, Deutsch und Französisch findest.
Hast du dein Wunschmuster gefunden, geht es ans Material. Wenn du dein Projekt in Island startest, schau in lokalen Handarbeits- und Wollgeschäften vorbei – viele verkaufen Lopi-Wolle. Wenn du vor deiner Islandreise loslegen willst, findest du bei Istex eine große Auswahl an echter Lopi-Wolle zum Bestellen.
Wenn du dein Strickprojekt mit nach Island nimmst, pack es ins aufgegebene Gepäck – Stricknadeln können bei der Sicherheitskontrolle am Flughafen konfisziert werden.
Falls das Stricken nichts für dich ist, lies weiter und erfahre, wo du die besten und authentischsten Lopapeysa in Island findest.
Die besten Orte, um einen echten Lopapeysa-Pullover zu erwerben
Isländische Wollpullover und Accessoires findest du im ganzen Land – aber nicht alle sind echte Lopapeysa. Hier sind die besten Adressen für deinen perfekten Pullover.
Wo du einen Lopapeysa in Reykjavik kaufen kannst
Die beste Adresse für einen echten Lopapeysa ist der Handstrickverband Islands, bekannt als „Handprjonasambandid“. Er ist die wichtigste Instanz für traditionelle Wollpullover und widmet sich dem Stricken und Verkauf von lokal handgefertigter Strickware aus isländischer Wolle.
Sein Hauptgeschäft befindet sich in der Skolavordustigur im Zentrum von Reykjavik, wo du auch den berühmten gemalten Regenbogen findest, der zur Hallgrimskirkja-Kirche führt. Hier kannst du sicher sein, dass alle Lopapeysa echt sind.

Ein weiterer ikonischer Ort für echte Lopapeysa ist Alafoss, der Hauptproduzent von Lopi-Wolle in Island. Seit 1896 wird hier Wolle produziert, mit einem Geschäft in Mosfellsbaer am Rande der Hauptstadtregion – ein Muss, wenn du in der Nähe bist.
Alafoss ist ideal, um Lopi-Wolle zu kaufen, und sie verkaufen auch echte Wollpullover. Falls du deinen Traumpullover nicht findest, kannst du online einen maßgeschneiderten Lopapeysa bestellen.
Mit etwas Glück kannst du sogar direkt bei der Strickerin oder dem Stricker kaufen. Eine tolle Adresse dafür ist der Kolaportid-Flohmarkt am alten Hafen von Reykjavik, wo du neue und Vintage-Lopapeysa findest.

Beachte, dass der Markt nur am Wochenende geöffnet ist – plane das bei deinem Besuch ein. Eine weitere Second-Hand-Option sind die Rotkreuz-Läden in Island, in denen du manchmal relativ günstige Pullover findest.
Wo du einen Lopapeysa außerhalb von Reykjavik kaufen kannst
Wenn du das Land erkundest und keine Zeit hast, in Reykjavik einen Pullover zu kaufen, kein Problem: Egal, wo deine Unterkunft in Island liegt, findest du meist in der Nähe Geschäfte, die Lopapeysa verkaufen. Am besten schaust du in Handarbeitsläden oder kleinen Souvenirshops vorbei.
Ein toller Ort für einen Lopapeysa außerhalb von Reykjavik ist der charmante Una Local Product-Shop, auch bekannt als „Sveitabudin Una“. Er befindet sich in Hvolsvöllur an der Südküste, 108 Kilometer südöstlich von Reykjavik und nur 20 Minuten vom berühmten Seljalandsfoss entfernt.
Ein Besuch lohnt sich besonders, wenn du Touren an der Südküste planst, denn du kommst direkt vorbei. Es ist einer der besten Orte in Island für authentische Kunst und Handwerk.
Wenn du in Westisland unterwegs bist, lohnt sich ein Stopp im Ullarselid Wool Center im Dorf Hvanneyri. Es liegt im malerischen Borgarfjördur-Fjord, 67 Kilometer nördlich von Reykjavik und nur 15 Minuten von Borgarnes, dem Hauptort der Region, entfernt.
Das Ullarselid Wool Center verkauft Produkte aus isländischer Wolle und anderen heimischen Materialien. Diese spielen hier eine große Rolle, und du findest authentische Lopapeysa-Pullover, die von leidenschaftlichen lokalen Strickerinnen gefertigt werden. Auch Wolle für eigene Projekte kannst du hier erwerben.
Hvanneyri ist bekannt für seine Landwirtschaft und beherbergt die Landwirtschaftsuniversität Islands. Die Umgebung ist geprägt von saftig grünen Feldern und wunderschönen Bergen. In der Nähe findest du die Hraunfossar und Barnafoss-Wasserfälle, das historische Dorf Reykholt und das Krauma Spa.
Du kannst Borgarfjördur auf einem Tagesausflug ab Reykjavik besuchen oder in Touren zur Snaefellsnes-Halbinsel einbauen. Es lohnt sich auch, in Unterkünften in Borgarnes zu übernachten, denn die Region ist absolut sehenswert.
Die Woolen Circle Route
Wer sich für den Lopapeysa und die besonderen Eigenschaften isländischer Wolle interessiert, sollte die Woolen Circle Route nicht verpassen. Sie ist mit der berühmten Route des Goldenen Kreises in Südisland verbunden und eignet sich perfekt, um deinen eigenen Lopapeysa zu kaufen.
Touren auf dem Goldenen Kreis führen zu drei Hauptattraktionen: Thingvellir-Nationalpark, Gullfoss-Wasserfall und Geysir-Geothermalgebiet. Die Woolen Circle Route ergänzt diese Reise um vier weitere Stationen:
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Hespa-Pflanzenfärbe-Studio, wo du alles über traditionelle Färbetechniken und die Verwendung von Pflanzen zur Farbgewinnung erfährst.
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Thingborg-Wollshop, in dem du lokal gefertigte Lopapeysa und andere Wollwaren kaufen kannst.
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Uppspuni-Mini-Spinnerei und -Garnhandlung, die isländisches Garn verkauft und dir die Herstellung näherbringt.
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Historische Stätte Skalholt, einer der geschichtsträchtigsten Orte Islands.

Skalholt wurde im 11. Jahrhundert gegründet und war neben Holar in Hjaltadalur einer der beiden Bischofssitze Islands. Über fast 800 Jahre war es ein Zentrum des Christentums und de facto der wichtigste Machtsitz des Landes. Hier befand sich auch Islands erste Schule, und Skalholt spielte eine entscheidende Rolle bei der Bewahrung der isländischen Sagas und historischen Aufzeichnungen.
Heute kannst du die moderne Skalholtskirkja-Kathedrale aus der Mitte des 20. Jahrhunderts besichtigen, ebenso wie einige interessante Tunnel aus dem 13. Jahrhundert und eine archäologische Ausgrabungsstätte. Viele beeindruckende Artefakte aus Skalholt findest du auch im Nationalmuseum von Island.
Skalholt liegt 38 Kilometer vom Gullfoss-Wasserfall und dem Geysir-Geothermalgebiet entfernt und ist ein Verbindungspunkt zwischen der Woolen Circle Route und dem Goldenen Kreis.
Auch wenn du beide Routen als Tagesausflug ab Reykjavik schaffen kannst, empfehlen wir, die Reise auf zwei Tage zu verteilen und eine Nacht in einer der Unterkünfte am Goldenen Kreis oder in einem Hotel in Selfoss zu verbringen.
Die Beliebtheit des Lopapeysa heute
Stricken ist ein sehr beliebtes Hobby unter Isländern, vor allem bei älteren Frauen. Das Handwerk dient auch als soziales Ereignis, denn viele sind Teil von Strick- und Handarbeitsgruppen, die als „saumaklubbur“ (Nähclub) bezeichnet werden.
Obwohl der Lopapeysa ein relativ modernes isländisches Symbol ist, ist der Pullover heute ein fester Bestandteil des nationalen Ausdrucks der Isländer. Bei vielen Veranstaltungen, die mit der isländischen Kultur verbunden sind, wirst du zahlreiche Menschen in Lopapeysa sehen.
Du begegnest dem Lopapeysa auf Outdoor-Festivals, beim jährlichen Schafabtrieb, der „rettir“ genannt wird, oder beim Genuss traditioneller Speisen auf einem Thorrablot-Fest. Auch am 17. Juni, Islands Unabhängigkeitstag, sieht man ihn – besonders, wenn das Wetter schlecht ist. Die Lopapeysa sind außerdem perfekte Begleiter beim Campen oder Wandern.
Lopapeysa haben einen besonderen Platz im Herzen der Isländer, denn sie werden oft liebevoll von Familienmitgliedern gestrickt. Sie sind geschätzte Geschenke, die ein Leben lang halten können.
Lopapeysa tragen und pflegen
Als stolzer Besitzer dieses einzigartigen Kleidungsstücks fragst du dich vielleicht, wie du den Lopapeysa am besten stylst und pflegst, damit er dir viele Jahre Freude bereitet.
Wie trägt man einen Lopapeysa-Pulli
Wenn du isländische Lopi-Wolle nicht gewohnt bist, wirst du feststellen, dass sie auf nackter Haut ziemlich kratzig sein kann. Das ist völlig normal, denn die Wolle eines echten Lopapeysa ist gröber als herkömmliche Wolle.
Obwohl die meisten Lopapeysa mit der Zeit von selbst weicher werden, empfinden manche neue Pullover anfangs auch über einem T-Shirt als etwas kratzig. Ein beliebter Trick in Island: Gib etwas Weichspüler auf ein sauberes Tuch und streiche damit vorsichtig über die Innenseite des Pullovers, bevor du ihn anziehst. Das entspannt die Wollfasern, ohne das Kleidungsstück zu waschen, macht es spürbar angenehmer auf der Haut und erhält gleichzeitig Form und Lanolin.
Traditionell trägt man den isländischen Pullover über einer Unterschicht. Ein langärmliges Baumwollshirt oder ein Rollkragenpullover sind ideal, da sie eine weiche Barriere zwischen dir und der Wolle bilden und du so die volle Wärme genießen kannst.
Wenn du Island im Winter besuchst und Outdoor-Aktivitäten wie Gletscherwanderungen, Eishöhlen-Touren oder Schneemobilfahren planst, empfiehlt sich eine leichte Fleece-Schicht unter deinem Lopapeysa für optimale Wärme. Darüber schützt dich eine Windjacke oder ein Parka vor den Elementen – und du bist bestens gerüstet.
Falls dir das nach zu vielen Schichten klingt: Layering ist das A und O bei Islands wechselhaftem Wetter. Bei Nordlichter-Touren bist du oft lange draußen und bewegst dich wenig. Zurück im Warmen kannst du einfach ein oder zwei Schichten ablegen und deinen Lopapeysa präsentieren.
- Mehr dazu: Was du in Island anziehen solltest: Der ultimative Guide für alle Jahreszeiten
- Siehe auch: Nordlichter in Island – Wann & Wo du die Aurora sehen kannst
Wie wäscht man einen Lopapeysa?
Die richtige Pflege deiner Lopapeysa ist entscheidend, damit du lange Freude daran hast. Isländische Wolle muss selten gewaschen werden, da sie meist nicht direkt auf der Haut getragen wird – aber manchmal braucht sie eine kleine Auffrischung.
Lüfte deinen Wollpullover am besten draußen im Freien. Zur Aufbewahrung solltest du ihn lieber zusammengefaltet als aufgehängt lagern, da er sich sonst mit der Zeit ausdehnen kann.
Für eine gründliche Reinigung empfiehlt sich Handwäsche in warmem Wasser mit einem speziellen Wollwaschmittel. Alternativ kannst du auch Shampoo und Haarspülung verwenden, das macht die Wolle weicher.
Lege deinen Pullover vorsichtig ins Wasser und lasse ihn etwa 15 Minuten einweichen. Drücke überschüssiges Wasser sanft aus, aber wringe ihn nicht. Am besten rollst du ihn in ein Handtuch, um die Feuchtigkeit aufzusaugen, und lässt ihn dann flach liegend trocknen. Beim Aufhängen würde das Gewicht des Wassers das Material ausdehnen und die Passform verändern.
Bei Flecken solltest du nur die betroffene Stelle reinigen und nicht den ganzen Pullover waschen. Sei dabei besonders vorsichtig und reibe das Material nicht.
Auch wenn wir es nicht empfehlen, kannst du ein Wollprogramm in der Waschmaschine nutzen. Wähle die langsamste Schleuderzahl und verwende Wollwaschmittel mit etwas Haarspülung. Lasse den Pullover anschließend flach trocknen. Bedenke aber, dass diese Methode das Material beschädigen und zu Pilling führen kann. Besonders empfindliche Pullover sollten ausschließlich von Hand gewaschen werden.
Weitere isländische Woll-Souvenirs

Wenn du ein Woll-Souvenir möchtest, aber keinen Lopapeysa-Pullover kaufen willst, gibt es viele andere tolle Produkte. Wollsocken, Fäustlinge und Mützen sind perfekt für das Winterwetter. Sie sind praktisch für deine Islandreise und eignen sich hervorragend als Souvenir.
Du magst keine Wolle auf der Haut? Dann gönn dir eine kuschelige Wolldecke, wenn du noch Platz im Gepäck hast. Mit aufwendigen Mustern verzierte, traditionelle Fäustlinge sind ebenfalls eine schöne Anschaffung – auch für Reisende, die in wärmeren Regionen leben.
Du kannst dir dein eigenes Woll-Souvenir auch selbst gestalten – zum Beispiel im Skrimsli-„Wollmonster“-Workshop. Besonders als Familienaktivität macht das Spaß: Du erfährst mehr über isländische Folklore und gestaltest dein eigenes, niedliches Wesen zum Mitnehmen.
Der Workshop findet in der Stadt Gardabaer statt, nur 10 Kilometer vom Zentrum Reykjaviks entfernt und mit dem Linienbus erreichbar.
Lopapeysa-Pullover & isländische Wolle | Fazit

Der isländische Lopapeysa-Pullover ist ein echtes Kultobjekt – eine inoffizielle Nationaltracht, die von den Einheimischen geliebt und geschätzt wird. Er ist ein durchdachtes Geschenk, das du überall auf der Insel kaufen kannst.
Gefertigt aus isländischer Wolle, ist der Lopapeysa warm und leicht – ideal zum Layern in den kälteren Monaten.
Seine kulturelle Bedeutung, die Verbindung zur isländischen Geschichte und seine praktische Seite machen den Lopapeysa zu einem der besten Dinge, die du während deiner Islandreise kaufen und tragen kannst.
Vervollständige deine Reise – eingehüllt in Wolle

Ein Lopapeysa zu besitzen bedeutet, ein Stück isländischer Kultur zu tragen. Er ist gemütlich, praktisch und wunderschön – ein Kleidungsstück, das von Tradition, Innovation und der engen Verbindung zwischen Isländern und ihrer Natur erzählt. Wenn du einen Lopapeysa trägst, bleibst du nicht nur warm – du nimmst ein Stück Island mit nach Hause.
Woran erkenne ich, ob ein Lopapeysa echt ist?
Warum sind Lopapeysa-Pullover so teuer?
Wie lange dauert es, einen Lopapeysa-Pullover zu stricken?
Gibt es verschiedene Arten von Lopapeysa?
Hat das Muster auf einer Lopapeysa eine Bedeutung?
Was ist der Unterschied zwischen einem Lopapeysa und anderen nordischen Pullovern?
Warum hat der Lopapeysa-Pullover keine Knöpfe oder Reißverschlüsse?
Kann man eine Lopapeysa bei Regen tragen?
Tragen Kinder in Island Lopapeysa-Pullover?
Tragen Isländer Lopapeysa-Pullover?
Sind Lopapeysa-Pullover heute in Mode?
Kann ich eine Lopapeysa in der Maschine waschen, oder läuft sie dann ein?
Wo kann man in Island am besten eine echte Lopapeysa kaufen?
Planst du, dir bei deinem Islandbesuch einen Lopapeysa zu kaufen? Für welchen Stil würdest du dich entscheiden? Vielleicht besitzt du ja schon einen. Teile deine Gedanken zu diesem Kultobjekt unten in den Kommentaren!









