Wo befinden sich Islands Nationalparks und welche Sehenswürdigkeiten gibt es dort? Lies weiter und erfahre es! Foto: Wikimedia. Creative Commons. Fotocredit: Ivan Sabljak.

Wo befinden sich Islands Nationalparks und welche Sehenswürdigkeiten gibt es dort? Gibt es bestimmte Verhaltensregeln in den Parks und wie kann man sie am besten alle auf einer Reise besuchen? Was unterscheidet die Nationalparks vom Rest der wundervollen Natur des Landes? Lies weiter und erfahre alles, was es über die Nationalparks in Island zu wissen gibt. 



Man könnte durchaus behaupten, dass eigentlich ganz Island ein inoffizieller Nationalpark ist. Die Landschaften erscheinen unberührt und unerschlossen, sodass man bis zum Horizont oft nichts als Wildnis und unendliche Weiten erblickt. Eine handvoll Attraktionen auszuwählen und gewissermaßen zu adeln erscheint fast willkürlich. Aber es gibt gute Gründe, mit denen wir uns in diesem Artikel beschäftigen werden. 

Klar, wenn man sieht, welchen Respekt die Isländer für die Natur haben und man ihre enge Beziehung zu ihrer Umgebung beobachtet, dann könnte man ganze Landstriche als Naturreservate sehen; ganz abgesehen von den roten Markierungen, Verhaltensregeln und der Wertschätzung, die Islands drei offizielle Nationalparks Þingvellir, Vatnajökull und Snæfellsjökull auszeichnen. Wenn man diesen Gedanken verinnerlicht, wird man sich auch als Besucher automatisch rücksichtsvoll benehmen; Nationalpark oder nicht – die gesamte isländische Natur ist schützenswert.

Mit ihrer reichen Tier- und Pflanzenwelt und vielen faszinierenden Sehenswürdigkeiten verschlagen einem Islands Nationalparks immer wieder die Sprache.

Die Grundidee hinter den drei Nationalparks liegt in ihrer jeweiligen geologischen, historischen und kulturellen Bedeutung. Hier können Besucher ein gutes Gefühl dafür bekommen, warum Island so einzigartig ist.

Alle drei Parks werden von der Isländischen Umweltagentur Umhverfisstofnun betreut. Zu ihren Hauptaufgaben zählt der Umweltschutz und die nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen. Außerdem informieren sie Reisende über die Parks..

Während der Sommermonate nimmt Umhverfisstofnun oft freiwillige Helfer auf und arbeitet mit ihnen an unterschiedlichen Naturschutzprojekten in den Parks. Weitere Informationen dazu findest du auf der Website der Agentur.

Inhalt

 1 - Þingvellir-Nationalpark
       - Geschichte & Geologie
       - Attraktionen
       - Camping & Verhalten

 2 - Vatnajökull-Nationalpark
       - Geschichte & Geologie
       - Attraktionen
       - Camping & Verhalten

 3 - Snæfellsjökull-Nationalpark   
       - Geschichte & Geologie
       - Attraktionen
       - Camping & Verhalten

Þingvellir-Nationalpark 

Almannagjá, die nordamerikanische Erdplatte im Winter.Fotocredit: David Russo

Das untenstehende Gedicht, ‘Der Berg Skjaldbreiður’, stammt von Jónas Hallgrímsson (1807-1845), einem Schriftsteller, über den Islands einziger Nobelpreisträger, Halldór Laxness (1902-1998), einmal sagte, er sei "der Dichter des isländischen Gewissens".

Östlich steigt ein Felsengürtel
aus der breiten Rabenkluft;
eine andre Wand, noch mächt’ger
strebt im Westen in die Luft.
Nun versteh' ich's, warum Geitskór
einst das Thing hierher verlegt:
fest noch steht die Schlucht, die ihren
Namen vom “Allvolke” trägt

Das Gedicht handelt von dem Vulka Berg Skjaldbreiður (Breitschild) und den weiten, erstarrten Lavafeldern, die nach einem Ausbruch des Skjaldbreiður vor über 9000 Jahren und dem Abfluss der Lava zurückgeblieben sind. So bildete sich auch das Fundament von Islands größtem, natürlichen See, Þingvallavatn.



Dank Skjaldbreiðurs imposanter Höhe (1060 Meter) bedeckte die erstarrte Lava ein Gebiet von über 200km² und schuf dabei ein zerklüftetes Netz aus tiefen Höhlen, Spalten und unterirdischen Tunneln. Die Landschaft wurde für immer verändert.  

Þingvallavatn (“Parlamentssee”) ist ein 84km² großes Gewässer und steht unter dem Schutz der Isländischen Umweltagentur. Der See liegt direkt neben Islands ältestem Nationalpark, Þingvellir. Er ist der einzige Park in Island, der sich seit 2004 auch UNESCO Weltkulturerbestätte nennen darf.

Þingvallavatn ist der größte natürliche See Islands.Wikimedia. Creative Commons. Fotocredit: Nojhan.

Wer aus Richtung der Hauptstadt kommt, erblickt den See Þingvallavatn noch vor dem Park selbst. Besonders für Hobbyfotografen lohnt es sich, hier anzuhalten. Trotz der kalten Wassertemperatur wurden zwischen der Mitte des Sees und den Ufern über 150 unterschiedliche Pflanzenarten und 50 wirbellose Tierarten entdeckt.

Wie schon ein altes isländische Sprichwort sagt: “Fruchtbar ist das Wasser, das unter der Lava fließt.”



Þingvellir-Nationalpark (“Felder des Parlaments”) befindet sich im Verwaltungsbezirk Bláskógabyggð, 49 Kilometer bzw. eine 40-minütige Autofahrt von Islands Hauptstadt Reykjavík entfernt. Þingvellir ist eine der drei Stationen an der sehr beliebten Sightseeing-Strecke Golden Circle. Die anderen beiden sind der dramatische Wasserfall Gullfoss und das geothermale Tal Haukadalur mit seinen vielen Geysiren. 

Geschichte & Geologie 

Þingvellir wurde 1928 zum Nationalpark ernannt, um die Überbleibsel des Gründungsortes des allerersten Parlaments zu schützen.

Dem Beschluss zufolge war der Park “...ein geschütztes Nationalheiligtum für alle Isländer, auf ewig in Besitz der Nation Island und dem Schutz des Parlaments und damit unverkäuflich und unveräußerlich”. 



Der Park ist der ursprüngliche Gründungsort des ersten Alþingi (“Nationalversammlung”), welches im Jahr 930 n.Chr. ausgerufen wurde. Es war das wahrscheinlich erste demokratisch gewählte Parlament der Welt. Aber auch wenn das schwer zu beweisen ist, war es mit Sicherheit der Moment, in dem die isländische Nation geboren wurde.

Eine der besten Informationsquellen aus dieser Zeit ist das Buch der Isländer (“Íslendingabók”), das der Priester Ari Þorgilsson zwischen 1122-33 geschrieben hat.

'Althing in Session', ein Gemälde von W. G. Collingwood, zeigt das Alþingi im 11. Jahrhundert.Wikimedia. Creative Commons. Credit: Maksim.

Hier versammelten sich die frühen Siedler am Fuße der freigelegten nordamerikanischen Erdplatte in ‘Búðir’ genannten Lagern. Der Rechtssprecher (“lögsögumaður”), der höchste Offizielle der Sitzungen, benutzte die Felswand als Resonanzboden, sodass ihn alle laut und deutlich hören konnten, wenn er Urteile verkündete und neue Gesetze bekanntgab.



Im Zentrum dieser Sitzungen stand der Gesetzesrat (“Lögrétta”), bestehend aus den zahlreichen Häuptlingen des Landes (sogenannten “Goðar”). Entscheidungen wurden einfach durch ein Mehrheitsvotum getroffen. Zumeist ging es um Stammesfragen und Rechtsstreitigkeiten sowie Fragen zur Rechtslage und des täglichen Lebens. 

Die Versammlungsteilnehmer nahmen oft eine mehrwöchige Anreise mit Pferden durch die gefährliche, isländische Natur auf sich, um sich Gehör zu verschaffen. Wenn sie am Versammlungsplatz ankamen, ließen sich die Teilnehmer zwischen den Felsspalten und Lavahöhlen nieder und berichteten von ihrem Leben in den entlegensten Teilen des Landes.

Ein Foto von 1930s zeigt den Wikinger bei Armansfell, Þingvellir.

Wikimedia. Creative Commons. Fotocredit: Swedish National Heritage Board.

Aber dieser Ort ist noch aus einem anderen Grund von großer Bedeutung für die Geschichte des Landes, denn in Þingvellir fällten die Isländer im Jahr 1000 n.Chr. die Entscheidung, ihre heidnischen Bräuche aufzugeben und zum Christentum zu konvertieren. Die Folgen dieser Entscheidung haben die isländische Kultur für immer verändert und sind bis heute spürbar.  



Heute können die Besucher auf genau denselben Pfaden wandern wie die frühen Siedler damals und dabei die beeindruckende Geschichte in den Spalten des Þingvellir-Nationalpark einatmen. 

Als das Alþingi in Þingvellir im 19. Jahrhundert zu Ende ging, war es nur noch ein kleines Gericht und seine Rechtsprechung richtete sich zu einhundert Prozent nach den Gesetzen der dänischen Monarchie, unter deren Herrschaft Island stand. Von seiner Hochzeit, als die Belange der Isländer gehört wurden und sie ihre Geschicke und die ihrer Landsleute selbst in der Hand hatten, war das Alþingi da schon weit entfernt.

Eine Zeichnung von Þingvellir aus dem Jahr 1873.

Wikimedia. Creative Commons. Credit: Internet Archive Book Images. 

Während des 19. Jahrhunderts wurden aus wirtschaftlichen Erwägungen und im Interesse eines freien Parlaments die Rufe nach einem unabhängigen Island immer lauter. Der Weg war steinig und voller Hürden, aber am 17. Juni 1944 versammelte sich Island endlich in Þingvellir und der Ratspräsident Gísli Sveinsson setzte die isländische Verfassung in Kraft. Später verlegte man das Alþingi nach Reykjavik, wo es auch heute zu finden ist. Aber die Isländer haben nie vergessen, welche wichtigen Entwicklungen in Þingvellir stattgefunden haben.

Es gibt noch einen weiteren Grund, warum der Þingvellir-Nationalpark zum UNESCO Weltkulturerbe ernannt wurde und der liegt in seiner Geologie. Þingvellir ist einer der extrem seltenen Orte auf der Erde, wo die nordamerikanische und die eurasische Erdplatte freigelegt sind und man sie wirklich sehen kann. Der einzige andere Ort, wo dies möglich ist, ist der Große Afrikanische Grabenbruch in Ostafrika.

Zwischen den tektonischen Platten hat sich ein Graben gebildet – aus Sicht der Kontinente, ein ‘Niemandsland’ – eine Ebene aus erstarrten Lavafeldern, Spalten und faszinierenden Felsformationen, die mit einer dicken Decke aus feinem isländischen Moos bedeckt sind. Das ist nur ein Teil von dem, was Geologen und Naturkundler als Mittelatlantischen Rücken bezeichnen. Þingvellir liegt in der Reykjaneshryggur-Langjökull Riftzone (keine Sorge, niemand erwartet, dass du das korrekt aussprichst!).

Die Almannagjá-Schlucht ist 7,7 Kilometer lang und ist mit Abstand eine der beeindruckendsten Besonderheiten des Parks.

Fotocredit: Mitchel Jones.

Den dramatischsten Anblick bietet zweifelsohne die 7,7 Kilometer lange Almannagjá-Schlucht - die östliche Begrenzung der nordamerikanischen Erdplatte. Die westliche Begrenzung der eurasischen Platte heißt Hrafnagjá und ist 11 Kilometer lang. Beide Platten gelten als optische Repräsentation des Aufbaus unseres Planeten unter der Oberfläche. 



Südlich von Þingvellir bewegen sich die Platten nebeneinander her, im Park selbst driften die Erdplatten auseinander, wodurch die Landfläche zwischen ihnen immer breiter wird. Dieser Prozess verläuft extrem langsam und die Landfläche vergrößert sich jedes Jahr um etwas weniger als einen Millimeter (die Platten selbst entfernen sich ungefähr sieben Millimeter). 

Das soll nicht heißen, dass sich überhaupt nichts mehr tut – im Gegenteil: Während dieser Phase baut sich unter der Erdoberfläche Spannung auf, die sich dann oft in plötzlichen und heftigen Schüben Bahn bricht. Der letzte Schub im Jahr 1789 äußerte sich als Erdbeben in Þingvellir, wodurch der Graben sich um ein bis zwei Meter verbreiterte.

Attraktionen 

Wie bereits erwähnt, ist Þingvellir eine Attraktion für sich, seine erstaunliche Schönheit ist so entzückend, dass sie einen wesentlichen Bestandteil der Sightseeing-Tour um den Golden Circle bildet. Lese mehr über die Sehenswürdigkeiten in diesem umfassenden Artikel: Islands Golden Circle | Der ultimative Guide und die 9 besten Abstecher!

Öxarárfoss ist eine der vielen Sehenswürdigkeiten in Thingvellir.

Camping & Verhalten 

Es gibt zwei Gebiete in Þingvellir, wo das Campen erlaubt ist und die vom 1. Juni bis 30. September geöffnet sind. Aber vom 1. Oktober bis zum 31. Mai ist der Campingplatz neben dem Besucherzentrum durchgehend geöffnet.



Wenn man in Þingvellir campt, erhält man einen tieferen Einblick in die Geschichte, die Kultur und die Landschaft des Parks.

Wikimedia. Creative Commons. Fotocredit: Scoundrelgeo

Die erste Campinganlage in Þingvellir heißt Leirar und besteht aus vier separaten Plätzen: Nyrðri-Leirar, Syðri-Leirar, Fagrabrekka und Hvannabrekka. Leirar ist in maximal fünf Minuten zu Fuß vom Besucherzentrum zu erreichen. Der zweite Campingplatz heißt Vatnskot und befindet sich bei einem verlassenen Bauernhof neben dem See Þingvallavatn.    

Egal für welchen Campingplatz du dich entscheidest, deine Campingerlaubnis solltest du genau wie die Angelerlaubnis direkt bei deiner Ankunft in Þingvellir am Besucherzentrum kaufen. Das Schöne ist, dass man ohne Reservierung in Þingvellir campen kann. Du kannst also einfach ankommen und aufbauen! Aber wenn du nervös bist, ob du wirklich noch einen Platz bekommst, hast du natürlich die Möglichkeit, vorab zu reservieren.

Im Þingvellir-Nationalpark kann man mehrere historische Gebäude, wie z. B. eine Kirche besichtigen.

Für das Campen im Þingvellir-Nationalpark zahlen Erwachsene (13-67 Jahre) 1300 ISK pro Nacht und Person und weitere 300 ISK für jedes Zelt/ Campingwagen.

Für Senioren und Behinderte beträgt die Gebühr 650 ISK pro Nacht und Person, plus 300 ISK pro Zelt/ Campingwagen. Kinder unter 13 Jahren können kostenlos auf dem Campingplatz übernachten. Für Gruppen über 10 Personen, die zusammen zahlen, werden 15% Rabatt auf den Gesamtpreis angeboten. 

Vatnajökull-Nationalpark 

Der Vatnajökull-Nationalpark ist eines der beeindruckendsten und faszinierendsten Gebiete Islands mit Gletschern, Lagunen, Bergen und Lava-Ebenen.

Fotocredit: Frits_The_Cat

Das ist der mit Abstand größte Nationalpark in Island und beherbergt z. B. den kompletten Gletscher Vatnajökull, den größten Europas.

Der Namensgeber des Parks, der majestätische Gletscher Vatnajökull ((“Wasser-Gletscher”), bedeckt unfassbare 13% von Islands gesamter Landmasse. Als der Park 2008 gegründet wurde, umfasste er 12.000km² und schloss die zwei früheren Nationalparks Skaftafell  (est. 1967) im Süden und Jökulsárgljúfur (est. 1973) im Norden mit ein.

Der Vatnajökull-Nationalpark wurde ins Leben gerufen, um die Geschichte, die Natur, das kulturelle Erbe und die faszinierende Landschaft dieses Gebiets zu schützen.  



In der jüngeren Vergangenheit sind weitere Regionen wie Krepputunga, Lakagígar und Jökulsárlón hinzugekommen, so dass der Park jetzt eine Fläche von 14.000km² (circa 14% von Island) bedeckt. Damit ist er der zweitgrößte Nationalpark Europas nach Yugyd Va in Russland. 

Aber der ewige Kampf zwischen Feuer und Eis ist nirgendwo schöner als am Vatnajökull: Unter dem eisigen Äußeren brodelt das kraftvolle, feuerflüssige Herz unseres Planeten.

Geschichte & Geologie 

Der Gletscher Vatnajökull selbst bildete sich vor circa 2500 Jahren.

Fotocredit: Andrés Nieto Porras

Schätzungen zufolge begann sich die Eiskappe Vatnajökull vor 2500 Jahren zu formen. Wegen ihrer hohen Lage und des angenehmen Klimas war die Region, und insbesondere Skaftafell, sehr fruchtbar und wurde als Weidefläche für Schafe und auch als Ort für die þings (“Versammlungen”) genutzt. Die Bauern bereicherten ihren Speiseplan zusätzlich, indem sie gelegentlich an der Küste Robben erlegten, Vogelnester plünderten oder die Ladung gestrandeter Schiffe erbeuteten. 



Die Bewohner der Skaftafell-Region hatten ertragreiche Ernten – zumindest bis zu dem schrecklichen Ausbruch des Öræfajökull im Jahr 1362. Die Folgen traten sofort ein: Ein riesiger Jökulhlaups (dt. Gletscherlauf) schwappte über das gesamte Gebiet und hinterließ eine Spur der Verwüstung. Alle Siedlungen wurden zerstört. Seitdem ist die Gegend auch als Öræfi bekannt, oder die "Einöde". 

Aber selbst das hielt die unternehmerisch veranlagten Isländer nicht lange auf und so dauerte es nicht lange, bis sich neue Bauernhöfe und Siedlungen ausbreiteten. Wegen der sinkenden Temperaturen waren sie nicht so erfolgreich wie ihre Vorgänger und Skaftafell erlangte nie wieder die politische Bedeutung, die es während des 14. Jahrhunderts hatte. 

Öræfi, die Einöde, war einst eine florierende, landwirtschaftliche Region. Offiziell endeten die landwirtschaftlichen Aktivitäten hier erst in den 1980ern.

Fotocredit: Ronile

Weitere Gletscherläufe - diesmal aus den Ausbrüchen des Grímsvötn 1783 - setzten der Landwirtschaft in der Region weiter zu und machten einen langfristigen Erfolg fast unmöglich. Nichtsdestotrotz wurde die Landwirtschaft in Skaftafell erst 1988 endgültig eingestellt. Heute bezeichnet der Name ein Schutzgebiet.

Abgesehen von der Arktis ist Vatnajökull der größte Gletscher Europas. Er bedeckt 8100km² mit einer durchschnittlich 600-900 Meter dicken Eisschicht. Die Eiskappe ist so groß, dass sich darunter ganze Berge, Täler, Hochebenen und Vulkane wie Grímsvötn und Bárðarbunga verstecken. Am südlichen Rand liegt Islands höchster Berg, der 2109 Meter hohe Hvannadalshnúkur.

Von Vatnajökull gehen ungefähr 30 Gletscherzungen ab – ein weiterer Beleg für die unfassbare Größe und Gewalt der Eiskappe. Der bekannteste dieser Ausläufer ist wohl Breiðamerkurjökull, der an der kleinen Gletscherlagune Jökulsárlón endet. Da Jökulsárlón sowohl bei Touristen als auch bei den Einheimischen wahnsinnig beliebt ist, dient Breiðamerkurjökull vielen als das ideale Anschauungsmaterial, um einen Eindruck von der schieren Größe des Vatnajökull zu erhalten.

Attraktionen  

Der Besuch einer Eishöhle ist eine der einzigartigsten Aktivitäten, die es gibt – nicht nur in Island, sondern weltweit!

Jedes Jahr, wenn das Eis schmilzt, entstehen neue Eishöhlen, die die Besucher bei einer Eishöhlen-Tour besichtigen können. Zu Beginn der Wintersaison erkunden die Veranstalter von Höhlen- und Eiskletter-Touren die neuen, eisigen Kavernen, die sich in den entferntesten Ecken des Vatnajökull verstecken. Diese natürlichen Eishöhlen kann man jedes Jahr von November bis Ende März besichtigen.

Bei einer Eishöhlentour können die Besucher das glitzernde Innenleben des Vatnajökull mit seinen verschachtelten Gängen, natürlich entstandenen Eisskulpturen und den im Eis eingeschlossenen dunkelblauen Farbtönen mit eigenen Augen sehen.



Neben dem beeindruckenden Panoramablick und den Eishöhlen bietet der Vatnajökull-Nationalpark einige der aufregendsten und unvergesslichsten Attraktionen, wie z. B. den größten Gletscher des Landes, den höchsten Berggipfel und den höchsten Wasserfall! Schluchten, Lagunen, Berglandschaften und fruchtbare Täler liegen dir zu Füßen, wenn du dich entscheidest, die vielen unvergesslichen Highlights des Parks zu erkunden. 

Von den vielen, magisch klingenden Namen und Orten, die dir während deiner Zeit in Island zu Ohren gekommen sind, befinden sich einige mit Sicherheit im Vatnajökull-Nationalpark: Jökulsárgljúfur, Skaftafell-Naturreservat, Ódáðahraun, Snæfell-Wildnis, die Gletscherlagune Jökulsárlón, Lakagígar (Laki-Krater) und Nýidalur.  

Islands höchster Wasserfall, Morsárfoss, ist überraschenderweise eines der neuesten Mitglieder dieser Liste, denn er erschien überhaupt erst 2007, als der ihn umgebende Gletscher Morsárjökull weit genug geschmolzen war, um ihn zu enthüllen. Allerdings ist er nicht leicht zu erreichen.

So gesehen ist der Vatnajökull-Nationalpark ein von der Natur geschaffener Freizeitpark mit Entertainment, Magie, Ehrfurcht und Aufregung für alle.

Lakagígar (die Laki-Krater) ist eine vulkanische Spalte zwischen den Gletschern Mýrdalsjökull und Vatnajökull.

Wikimedia. Creative Commons. Fotocredit: 47Mhg491Vgb.

Der Park unterteilt sich in vier Verwaltungssektoren—Nord, Süd, Ost und West—und jeder davon wird lokal verwaltet. Zu den nördlichen Gebieten gehören der Askja-Krater, der nordwestliche Teil des Vatnajökull, die Jökulsárgljúfur-Schlucht und Teile von Jökulsá á Fjöllum. In der hufeisenförmigen Schlucht Ásbyrgi findest du einen Campingplatz und ein Besucherzentrum. Einen weiteren Campingplatz gibt es in Vesturdalur.

Im westlichen Sektor des Parks können die Reisenden die südwestliche Ecke des Vatnajökull erkunden,  den See Langisjór, die Lakagígar-Krater und ein vom Park geführtes Informationszentrum in dem Dorf Kirkjubæjarklaustur. Der südliche Teil erstreckt sich über den Südosten des Gletschers Vatnajökull, vom Berg Lómagnúpur bis nach Lónsöræfi. Zum Osten zählt der nordöstliche Teil des riesigen Vatnajökull, Teile des Wandergebiets Snæfellsöræfi und die dramatischen Kverkfjöll-Berge.

Die Gletscherlagune Jökulsárlón,

Von all diesen Attraktionen ist Jökulsárlón wahrscheinlich die bekannteste Natursehenswürdigkeit am Vatnajökull – eine glitzernde Lagune, in der meeresblaue Eisberge vom Muttergletscher ruhig zum Atlantischen Ozean treiben.



Die Stelle, an der sich die Eisberge sammeln, ist als Diamantstrand bekannt – warum, das erklärt sich wohl von selbst. Zwischen diesen Eisbrocken, in der Lagune und entlang der Küste lebt eine verspielte Robbenkolonie, die der Schönheit dieses Ortes die Krone aufsetzt. 

Während der letzten 50 Jahre wurden die weiten Abhänge und die eisige Weite des Vatnajökull als Drehort für verschiedene Film- und Fernsehproduktionen genutzt. So diente er z. B. als Location für die Eröffnungsszenen des 1984 erschienenen James Bond-Films Im Angesicht des Todes. In der jüngeren Vergangenheit waren immer wieder Filmcrews der wahnsinnig populären HBO-Fantasyserie Game of Thrones am Vatnajökull und im Þingvellir-Nationalpark anzutreffen.



Camping & Verhalten 

Wenn man in Island campt, ist man ganz nah an der Natur.

Fotocredit: Noel Bauza. 

Es gibt eine Reihe von Verhaltensregeln für die Nutzung der Campingplätze im Vatnajökull-Nationalpark. Die wichtigste ist, die anderen Gäste zu respektieren und Lärmbelästigungen, laute Musik und Alkoholgenuss auf ein Minimum zu reduzieren (zwischen 23:30 Uhr und 7:00 Uhr sollte die Nachtruhe eingehalten werden). 



Dass man keinen Müll liegen lässt und grundsätzlich einen Ort nicht schmutziger verlässt, als man ihn vorgefunden hat, versteht sich von selbst. Haustiere sind auf den Campingplätzen erlaubt, wenn die Besitzer ihre pelzigen Freunde unter Kontrolle haben und sie sicher anleinen, wenn sie draußen sind. Und nochmal: Kein Müll oder andere Hinterlassenschaften von Mensch oder Tier dürfen an den Campinglätzen zurückgelassen werden. 

Snæfellsjökull-Nationalpark 

Auf der Reise durch diesen isländischen Nationalpark ist der Snaefellsjokull immer präsent.

Der Snæfellsjökull-Nationalpark wurde im Juni 2001 gegründet. Wie bei den anderen Nationalparks geschah das auch hier hauptsächlich, um das Erbe, die Vielfalt der Natur und die faszinierenden Kulturstätten zu schützen.

Der Snæfellsjökull-Nationalpark ist nur 170km² groß, aber unglaublich vielfältig: felsige Buchten, Lava-Hochebenen, hohe Vogelfelsen und Gletscherhänge brachten der Region den Beinamen “Island im Miniaturformat” ein, denn hier findet man das Beste, was Island zu bieten hat, auf kleinem Raum.



Von Reykjavík fährt man circa 190 Kilometer (ungefähr zwei Stunden und 40 Minuten) bis zum Snæfellsjökull-Nationalpark und schon die Fahrt führt einen durch wirklich atemberaubende Landschaften. Wenn man sich dem Park nähert, ist das Zentrum der Region, der Vulkan Snæfellsjökull immer sichtbar und wird am Horizont immer größer, bis er die komplette Umgebung dominiert. Wenn du das Maximum aus deiner Sightseeing-Tour durch Island herausholen willst, dann ist diese imposante Attraktion ein absolutes Muss.

Geschichte & Geologie 

Snæfellsjökull gilt unter Isländern und Islandreisenden schon seit langem als ein mystisches Energiezentrum.

Wikimedia. Creative Commons. Fotocredit: Juhászlegeny.

Der Snæfellsjökull ist ein imposanter, über 700.000 Jahre alter, eisbedeckter Schichtvulkan am westlichsten Punkt der Halbinsel Snæfellsnes. Eigentlich heißt der Vulkan Snæfell, wird aber umgangssprachlich ‘Snæfellsjökull’ genannt, um ihn leichter von den zwei anderen Bergen zu unterscheiden, die ebenfalls Snæfell heißen.

Snæfellsjökull ist so groß, dass man bei guten Sichtverhältnissen aus bis zu 120 Kilometern Entfernung sehen kann, wie er sich am Horizont über der Faxaflói-Bucht erhebt. Wenn man den Vulkan von Reykjavík aus sieht, ist das ein sehr beeindruckendes Erlebnis, aber es ist kein Vergleich dazu, ihn aus der Nähe zu betrachten. Nur so können die Besucher die schiere Größe des Stratovulkans  und seine enorme Wirkung auf die Umgebung erfassen.

Archäologische Fundorte wie die Forni-Saxhóll-Farm, Berutóftir und Írskubúðir legen nahe, dass die Halbinsel schon vor 1100 Jahren bewohnt war. Das war nach dem letzten Ausbruch des Vulkans, der irgendwann zwischen 50-350 n.Chr. stattfand. Dieser Ausbruch formte die Landschaft und ließ mit seinen Lavaströmen zahlreiche miteinander verbundene Höhlen und Krater entstehen. Viele davon können die Besucher heute besichtigen.

Arnarstapi, auf der Halbinsel Snaefellsnes.

Nach der vulkanisch aktiven Zeit florierte die Region im 12. und 13. Jahrhundert dank des Fischfangs und die Einwohnerzahl rund um den Gletscher wuchs stetig. Fischfang gab es grundsätzlich überall dort, wo man einen guten Zugang zum Meer hatte. Dritvík ist vielleicht das beste Beispiel für eine solche Fischersiedlung. Dritvík war der größte kommerzielle Hafen der Region mit über 60 Fischerbooten und 400 Einwohnern. Im 19. Jahrhundert  ging die Fischerei zurück, weil Island seine Fischereimethoden änderte.

Ganz im Norden von Dritvík, am Hügel Ingjaldshóll, wurde im 13. Jahrhundert eine Kirche gebaut. Heute befindet sich an diesem Ort eine moderne Kirche und erinnert uns auch heute noch an die faszinierende Geschichte der Region.

Snæfellsjökull hat Künstler auf der ganzen Welt schon immer fasziniert und sie zu zahllosen Gemälden, Gedichten und Musikstücken inspiriert. Die Region ist der wichtigste Schauplatz des ersten Teils der Bárðar-Saga Snæfellsáss, einer alten und legendären Saga der Isländer.

Die Bárðar-Saga Snæfellsáss stammt aus dem 14. Jahrhundert und unterteilt sich in zwei Teile. Der erste handelt von Bárður Snæfellsáss, einem Mischwesen aus Mensch, Troll und Riese, der auf der Halbinsel ankam und sich mit seiner Frau und den Kindern auf einem Bauernhof niederließ.

Nach einer Reihe unglücklicher Ereignisse, darunter auch ein paar Rachemorde, zog sich Bárður auf den Gletscher zurück und galt unter den Einheimischen in der Umgebung bald als ein “Schutzgeist”.



Angeblich streifte Bárður mit "einer grauen Kutte mit einem Gürtel aus Walrosshaut bekleidet durch die Gegend und trug dabei "einen gespaltenen Stab mit einem langen, dicken Fischhaken bei sich". Aber diese Saga ist nicht das einzige Mal, dass Snæfellsnes in einem mittelalterlichen Manuskript auftaucht. Die Region diente auch als Schauplatz für die Laxdæla-Saga, eine Handschrift von einem unbekannten Autor aus dem 13. Jahrhundert.  

Am berühmtesten wurde Snæfellsjökull wahrscheinlich durch den französischer Romanautor Jules Verne, der den Vulkan in seinem Buch “Reise zum Mittelpunkt der Erde” (1864) als Eingang zu einer faszinierenden, unterirdischen Welt beschreibt.

Jules Verne beschreibt die Welt unterhalb von Snæfellsjökull als einen Ort mit seltsamen Kreaturen und unterirdischen Gewässern.

Wikimedia. Creative Commons. Credit: Edouard Riou.

In dem Roman reisen Professor Lidenbrock und sein Neffe Axel zum Snæfellsjökull in dem Glauben, dass sie von hier vulkanische Tunnel zum Kern des Planeten erreichen. Bei ihrem Abstieg in den Krater beobachten sie seltsame Phänomene wie z. B. prähistorische Tiere, riesige Pilze und unterirdische Ozeane. Nach mehreren Missgeschicken erreicht die Gruppe endlich ‘die andere Seite’ und steigt aus dem Vulkan Stromboli in Italien wieder an die Oberfläche, wo sie als Helden der Wissenschaft gefeiert werden.

Man kann dem künstlerischen Einfluss, den Snæfellsjökull über die Jahrhunderte entfaltet hat, kaum gerecht werden. Die Eiskappe kommt in dem von Halldór Laxness geschriebenen Roman Am Gletscher (1968), vor und in der Blind Birds-Trilogie des tschechischen Autors Ludvík Souček in den 1960er Jahren.

Attraktionen 

Der Kirkjufell befindet sich beim Ort Grundarfjördur.

Die Halbinsel beheimatet unglaublich viele lohnende Naturattraktionen, wie z. B. den berühmten Berg Kirkjufell, den schwarzen Strand Djúpalónssandur oder den Felsbogen Gatklettur. Auch malerische Dörfer laden zum Erkunden ein. Erfahre hier alles über die Sehenswürdigkeiten in Snæfellsnes: Die Halbinsel Snaefellsnes | Der ultimative Guide.

Camping & Verhalten 

Die Umgebung des Arnarstapi-Campingplatzes im Snæfellsjökull-Nationalpark

Innerhalb des Parks ist es zwar nicht erlaubt zu campen, aber es gibt drei Campingplätze in der Region, die den Gästen während der Sommermonate offenstehen. Der erste befindet sich nahe der Stadt Ólafsvík, der größten, städtischen Siedlung in Snæfellsbær (Einwohnerzahl circa 1000). Der zweite ist in der Nähe des Dorfes Hellissandur an der nordwestlichen Spitze der Halbinsel Snæfellsnes. Und der dritte ist bei Arnarstapi an der südlichen Spitze der Halbinsel Snæfellsnes.

Der Campingplatz bei Ólafsvík ist zwischen dem 15. März und 15. September geöffnet und hat ein Servicezentrum, heißes und kaltes Wasser sowie Toiletten und Duschen. Vom Campingplatz läuft man nur 15 Minuten in die Stadt, wo es ein Schwimmbad gibt, ein traditionsreiches Ladengeschäft aus dem Jahr 1844, ein Museum und Dienstleistungen wie eine Tankstelle und eine Post. Die Umgebung ist für ihre schönen Wasserfälle und Wanderwege bekannt.

Der Campingplatz von Hellissandur ist ungefähr 9 Kilometer von Ólafsvík entfernt und liegt auf einer herrlichen Lava-Hochebene, die als Sandahraun bekannt ist. Der Campingplatz selbst hat die üblichen Annehmlichkeiten – Duschen, Toiletten, etc. – und ist nicht weit von der Stadt Rif entfernt, wo man ein Schwimmbad, ein hübsches Café, ein Museum, ein Theater und beeindruckende Küstenstreifen und Wanderwege findet.  

Der Campingplatz von Arnarstapi befindet sich neben einem Servicezentrum für Touristen. In der Nähe gibt es mehrere Cafés, z. B. eins in dem Dörfchen Hellnar zu dem man nach einem 30-minütigen Spaziergang entlang der wunderschönen Küste gelangt.  Hier bist du mitten in der Natur – neben dem atemberaubenden Berg Stapafell und natürlich dem Gletscher Snæfellsjökull. Der Campingplatz bietet Toiletten, fließendes Wasser und ein Restaurant, aber davon abgesehen gibt es kaum weitere Services.


Welcher war dein Lieblings-Nationalpark und welche Attraktionen hast du besucht? Hinterlasse uns gerne Kommentare und Fragen im Facebook-Kommentarfeld!